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j mit „Amtlichem KreiMall". — Wochenbcilagc: Illustriertes Lomitiigsblütt.
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Bestellung auf Pallsemnischflüter.
Der Kreis beabsichtigt wieder einen Waggon
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kommen zu lassen. Preis der Zentner etwa 13 Mark. Aus getrocknetem Panseninhalt, Melasse, Kartoffelpülpe und Fleischmehl hergestellt und mit einem Gehalt von etwa 16—17% Rohciwriß und Fett und 33° „ stickstofffreie» Extraktstoffen ist Pünscumischfutter ein nahrhaftes Futter, das nach den hier gemachten Versuchen von Kühen und Schweinen gern genommen wird. Auch Hühner fressen es gern. Bei bem großen Mangel an Kleie und anderen Futtermitteln und nach dem Ergebnis der hier gemachten Erfahrungen kann ich weitere allgemeine Versuche mit diesem Futter nur dringend empfehlen'.
Bestellungen sind sofort an die Herren Bürgermeister zu richten und von diesen bis spätestens zum 20. März hierher aufzugeben.
Schlüchtern, den 13. März 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.
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Zeichnet die sechste Kriegsanleihe.
Die Kriegsopfer für alle Völker abzukürzen, hat Kaiserliche Großmut angeregt.
Nun die Friedenshand verschmäht ist, sei das deutsche Volk aufgerufen, den verblendeten Feinden mit neuem Kraftbeweis zu offenbaren, daß deutsche Wirtschaftsstärke, deutscher Opfermille unzerbrechlich sind und bleiben.
Deutschlands heldenhafte Söhne und Waffenbrüder | halten unerschütterlich die Wacht. An ihrer Tapferkei twird I bet frevelhafte VernichtungSwille unserer Feinde zerschellen. Deren Hoffen aus ein Müdewerden daheim aber muß jetzt durch die neue Kriegsanleihe vernichtet
Fest und sicher ruhen unsere Kriegsan,seihen auf dem, mip^ar. ‘mit Gn-?^—^--de11eschen MickMerin öaeWMld'E M- 1 enQ -
kommens, aus der beutst cn Wirtschaft- und Gestaltungskraft, dem deutschen Fleiß, dem Geist von Heer, Flotte und Heimat, nicht zuletzt auf der von unseren Truppen erkämpften Kriegslage.
Was das beutfdfe Volk bisher in kraftbewußter Darbietung der Kriegsgelder vollbrachte, war eine Großtat von weltgeschichtlich strahlender Höhe.
Und wieder wird einträchtig und wetteifernd Stadt und Land, Arm und Reich, Groß und Klein Geld zu Geld und damit Kraft zu Kraft fügen — zum neuen wuchtigen Schlag.
Unbeschränkter Einsatz aller Waffen draußen, aller Geldgewalt im Innern.
Machtvoll und hoffnungssroh der Entscheidung entgegen !
M beste kochc
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Im Schatten der Jeterpaussfestung.
Roman von Hermann Gerhardt. 60
„Bitte, Herrn Rittberg die von ihm gewünschte Auskunft zu geben!" wandte sich der Kommandant an den Hauptmann.
Dieser trat unschlüssig von einem Fuß auf den an« der», und wieder flog ein Blick zu Mischa hinüber. „3$ erhielt Befehl, Monsieur zu arretieren," begann er.
„Das weiss ich," unterbrach ihn Rittberg ungeduldig. „Wo ist Fräulein Rittberg hingekommeu? Um daS handelt es sich!"
„Meiner Privat-Justruktion zufolge bracht« ich sie nach einem, von Sr. Exzellenz, dem verstorbenen Prä- fetten bezeichneten Arresthause," stotterte der in die Enge Getriebene.
„Einem Arresthause?" wiederholte Rittberg langsam.
„Ja, Monsieur."
Werner war leichenblaß geworden. Er ballt« die Fäuste und unterdrückte nur mit Mühe einen Fluch, der sich ihm auf die Lippen drängte; aber «r besann sich auf Mischas Gegenwart.
Des Letzteren Blicke flogen aufgeregt von einem zum anderen. Er hatte offenbar begriffen; denn brennende Schamröte stieg ihm in die Wangen, und er wandte sich rasch ab, dem Fenster zu, so daß «r dem Zimmer und feinen Insassen den Rücken zukehrt«.
„Hauptmann Zilchert wird Sie sofort dahin begleiten, wo Ihr Fräulein Schwester — untergebracht ist," sagte der Kommandant. „Ich werbe ihm ein paar Zeilen mitgeben, denen zufolge Ihrer Widervereinigung nichts mehr im Wege stehen soll. Ich stelle Ihnen auch meinen Reiseschlitten zur Verfügung."
Ohne in der Erregung recht zu wissen, war er sagte,
Die Franzosen im Königreich
Wcftsalrn 1806-1813.
Am 30. Oktober 1806 rückte ein französisches unter Marschall Mortier verräterischer Weise in das neu
Heer
träte Kurfürstentum Hessen ein, besetzte das Land und entwaffnete das völlig überraschte hessische Heer. Nun wurde durch den von Mortier zum Generalgouverneur bestellten General Lagrange alsbald eine bedeutende Kriegskontribution ausgeschrieben. Die Gehälter der Beamten wurden, soweit nicht ganz eingezogen, nur zur Hälfte bezahlt, die Zahlung der Pensionen ganz eingestellt, sodaß Offiziere, Beamten und Pensionäre in die größte Not gerieten Die fortwährenden Durchmärsche französischer, holländischer, bergischer und süddeutscher Truppen brachten dem Lande eine ungeheure Einquar- tierungSlast, fortwährende neue Lieferungen an Fuhren, Lebensrnitteln unb Futtervorrüten Die Not stieg nun allgemein zu größter Höhe. Am 1. Juli 1807 trat das durch den Frieden von Tilsit geschaffene Königreich Westfalen unter Jerome, bem Bruder des französischen Kaisers, ins Leben. Wäre der neue Staat sich selbst überlassen geblieben, so wäre er wohl auch lebensfähig gewesen. Aber Napoleon benutzte ihn alsbald als Quelle für die Ausgaben Frankreichs. Ohne Anfhören entzog er dem Lande Leute und Gelder. Zunächst forderte er eine einmalige Kriegsentschädigung von über 26 Millionen Franken. Dann verlangte er jährlich aus den westfälischen Domänen 7 Millionen Franken, mehr als die Hälfte des Einkommens daraus, die zur Bereicherung französischer Prinzen und Generäle verwendet wurden. Das in Spanien, Deutschland und Rußland für Frankreich kämpfende westfälische Heer verschlang erhebliche Summen, der Hof des Königs in Kassel nicht
——°-^.-E^--4M -" ^s*^ 1808 genölW klne Anleihe pon 20 Millionen Franken
auszuschreiben, der im Jahre 1810 eine solche von 10 Millionen und 1812 eine von 5 Millionen folgte. Alle diese Anleihen waren Zwangsanleihen derart, daß jedermann verpflichtet war, von seinem Einkommen aus Gehalt, Vermögen usw. einen bestimmten, durchaus nicht gering ■ bemessenen Betrag zu zeichnen. Nun wuchsen aber die Ausgaben wieder durch die Zinsen dieser Anleihen. Man zahlte diese nur soweit Gelder vorhanden waren. Die Anleihen fielen deshalb stark im Kurs, und als man schließlich sogar dazu schritt die Beträge der einzelnen Wertpapiere auf ein Drittel herabzusetzen, sanken sie auf einen Kurs von >5 bis 18%, mit anderen Worten, sie waren wertlos. Daneben wuchsen direkte und indirekte Steuern in maßloser Weise. Durch die von Napoleon eingeführte Kontinentalsperre stiegen die
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bedankte sich Rittberg beim Kommandanten für dessen liebenswürdiges Entgegenkommen. Darauf zogen sich die beiden Beamten zurück.
Mit Mischa allein geblieben, trat Rittberg an den Knaben heran, der in seinem Schmerz und seiner Beschämung abseits staub, und umarmte ihn herzlich. So verharrten sie, schweigend aneinander gelehnt, bis der Kommandant wiederkehrte und sagte, daß der Schlitten vorgefahren sei.
Unterwegs wurde kein Wort gesprochen. Der Haupt- mann saß zurückgelehnt mit verschränkten Armen, und auch die beiden andern waren vollauf mit ihren Gedanken beschäftigt.
Endlich hielten sie vor dein einsamen Hanse. Es währte geraume Zeit, bevor sie Einlaß erlangten; denn Dinitri, der Hüter desselben, ließ sich nur schwer überzeugen, daß er sich der neuen Lage der Dinge zu fügen und seine Gefangene freizugeben habe. Die Kunde vom gewaltsamen Tode des Präfekten war noch nicht bis in diese entlegenen Regionen gedrungen. —
Und dann schlng die Stunde der Befreiung auch für Margarete! Wir verzichten auf die Schilderung ihrer Gefühle, als sie, nach Stunden furchtbarster Erregung und Seelenkämpfe in eine dumpfe Apathie versunken, plötzlich ihren Bruder unb Mischa vor sich sah und er« fuhr, was sich inzwischen zugetragen und ihrem Schicksal eine so jähe Wendung gab!
Nachdem die erste Wiedersehensfreude zwischen den Geschwistern lebhaften Ansdruck gefunden, wandte sich Margarete zu Mischa unb umarmte auch ihn voll Herz- lichten und Wärme.
„So ist'S recht; bedanke Dich in erster Luue bet ihm," sagte Werner; denn ohne ihn ftiiube ich jetzt nicht hier unb wäre nicht aus der Festung entlassen!" Und er erzählte ihr kurz den Sachverhalt.
Nun trat Zilchert, der bisher hinter der Tlir ge- wartet, mit den Worten ein: „Fräulein Rittberg, es wird Zeit."
Preise der notwendigsten Lebensmittel ins Unerschwingliche. Und während so der wirtschaftliche Wohlstand des Landes innerhalb weniger Jahre völlig zerstört und vernichtet wurde, bluteten die Söhne des Landes für Frankreichs Kriegsruhm Von einer nach Spanien gesandten Division (4 Infanterie Regimenter, 1 leichtes Bataillon, 1 Kavallerieregiment und mehrere Batterien Artillerie) kehrte nur ein schwaches Bataillon nach Cassel zurück, und von den 1812 nach Rußland ausgerückten 20000 Westfalen haben nur wenige, zerlumpt und am Bettelstab einhermandernde kranke Leute ihr Vaterland wiedergesehen
Und doch fehlte es nicht an Opfermut bei der Bevölkerung unseres Landes als nach 7 Jahren endlich die Stunde der Befreiung schlug! Alles was nur eine Waffe tragen konnte stellte sich dem Vaterlande zur Verfügung, opferwillig gaben Vornehme und Geringe den Trauring, den letzten silbernen Löffel hin, um Truppen auszurüsten und teilzunehmen an der Befreiung von französischer Knechtschaft.
Man sieht, daß gegen die damaligen Leiden, deren Spuren man lange verfolgen konnte, das was im heutigen Weltkriege die zu Hause Gebliebenen zu ertragen haben, recht wenig zu bedeuten hat
LskMs und PromuMZs Schlüchtern, den 16. März 1917.
—* Kriegsbettag. Als in der letzten Woche Die Nachricht durch die Zeitungen ging, Daß der Ober- kirchenrat zu Berlin für die älteren Provinzen für den 11. März einen allgemeinen KriegOettag ungeordnet
warum wir in unserem Heffenland nulu mitwa^ten. Jetzt hat das Königliche Konsistorium. zu LaQ> wr
(Laetare) als allgemeinen Kriegsbettag ausgeschriesten. Dieser Kriegsbettag soll unser Volk erneut und nur allem Ernste zu Gebet und Fürbitte a%nuntern, daß der allmächtige Gott uns jetzt in der Srunde de- nahenden Entscheidung und der letzten und schwersten Leidensprobe mächtig zur Seite stehe und uns Kraft und Sieg gebe. Er soll uns aufmuntern, daß wir reicher treuer und ernster und eifriger werden in Gebet und Fürbitte für die große Sache unseres Volkes, daß wir bin lebendigen Gottesglauben wieder in den Dienst der heiligen und schweren Aufgaben der bitterernsten Stunde stellen und aus ihm uns Antrieb und Kraft holen, gewissenhaft ein jeder nach feiner gottgegehenen Gabe und seinem gottgegebenen Beruf dem Kaiser zu
gehen, was
des Kaisers ist und zwar nicht unwillig und
unvollkommen, sondern fr-udig und ganz
Gott segne
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Und Rittberg führte die Schwester am Arm die finstere Treppe hinunter. Bon den beide» unheimlichen Bewohnern des Hauses war keine Spur zu erblicken, als die vier in den Schlitten stiegen und davonfuhreu.
30. Kapitel.
Es war schon völlig dunkel, als sie die Ansläusee der Stadt erreichten. Haupliuaun Zilchert unterbrach das Schweigen, das schon längere Zeit andauerte, mit der Frage, wohin die Herrschaftell geführt zu werben wünschten?
„Nach dem Bahnhöfe," entschied Werner.
„Sie werden aber lange auf Ihren Zug zu warten haben," wandte Mischa ein.
„Was schadet das, wenn man dort nur etwas zu essen und zu trinfen bekommt," versetzte Rittberg mit grimmigem Humor. „Ich weiß ja nicht, wie Euch andern zu Mute ist, aber ich für mein Teil habe einen Wolfshunger!"
Als sie den Neivskij-Prospekt passierten, bog sich Mischa aus dem Schlitten und rief bem Kutscher zu, er möge an der Prätektur halten. Dann wandte er sich an Rittberg: „Selbstverständlich bin ich am Bahnhof, wenil Sie abreisen; aber erst muß ich nach Hause und Katia berithigeir."
Gleich darauf fuhren sie am wohlbekannten Portal vor; die reichverzierte Fassade mit den vielen Fenstern lag fast in völliger Dunkelheit. Doch wie auf Verab- rebuug flogen die Blicke der Geschwister nach einem der Fenster, das erleuchtet war, unb hinter dessen herabgelassenen Rouleaux ein Schatten sichtbar wmbe. Jetzt schob eine Hand hastig das Rouleaux zur Seite und ein Gesicht, von dem man nur die Kontur unterschied, kam zum Vorschein.
Die hüben mächtigen Lampen zu beide» Seilen deS SorwegeS warfen ihren hellen Schein direkt auf den Schlitten. 231,18*