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Postscheckkonto Frankfurt a- M 11402 :;

(Erfd?etnt Mittwoch und Samstag. - Preis mitÄreisblatt" vierteljährlich 1.50 Mk

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j^S^^^^^^ ^^^^^^^^^ Sendet keine Klageöriefe ins Aetd!

Denn ihr verlängert dadurch den Krieg, ihr nicht dem Aeinde

und schadet dem Daterlande! ^^^^ ^^^^^

Jlmtli^ee

L.

Abt.

IHb. Tgb. Nr. 716/408.

Betr. Holzanfnhr.

Verordunng.

Mus Grund des § 9 b des Gesetzes über den Ve- Mungszustand von: 4. ^uni 1851 bestimme ich für gmit unterstellten Korpsbezirk:

Wis zum 15. März d. Js. sind Fuhrwerksbesitzer, Mindestens - Pferde haben, auf Aufforderung ihrer Bpoltzeibehörde verpflichtet, für von dieser' ihnen Mnete Geschäfte oder Personen, gleichgiltig wo rre ihren Sitz haben bezw. wohnen, Holz aus den Mbarten Wäldern anzufahren.

lieber Beschwerden wegen der Aufforderungen selbst cheidet endgültig die untere Verwaltungsbehörde ndrats- bezw. Kreisamt).

Die Vergütung für die Holzanfuhr ist ausschließlich he der Vereinbarung zwischen den Fuhrwerksbesitzern k demjenigen, für welchen die Anfuhr des Holzes M, eventl. der richterlichen Festsetzung, jedoch hat Gestellung des Fuhrwerks zu erfolgen ohne Rücksicht 8)ne etwa eingelegte Beschwerde oder eine vorherige Mwg der^ergütung ____ 8mviderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu ii Jahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit lobet Geldstrafe bis 1500 Mark bestraft.

Frankfurt a. M., den 24. Januar 1917.

Armeekorps. Stellv. Generalkommando.

Anordnung

I den Verkehr mit Verbrauchszucker in Privat- ^altungru, Bäckereien, Konditoreier., Gastwirt- schaften und Anstalten.

11856 K. G. Um eine Rücklage für Einmachzwecke gilben, wird in Abänderung der Anordnung vom Deal 1915, Nr. 2208 K. G., Kreisblatt Nr. 42, imt:

Ion den Zuckerkarten, in Abschnitte zu 500 und Gramm eingeteilt, haben vom 1. März ab nur die Abschnitte zu 500 Gramm Gültigkeit, die Ab-

amstag, ben 3. März 1917

schnitte zu 2o0 Gramm nur dann, wenn sie durch die Ortsbehörde mit Gültigkeitsvermerk versehen sind.

Der Gültigkeitsvermerk darf nur auf Antrag in ^^Ämefällen erfolgen. Ueber die für gültig erklär- ten Abschnitte ist eine Liste zu führen, die dem Kreis ausschusse einzureichen ist.

Schlächtern, den 24. Februar 1917.

Der Kreis - Ausschuß.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises werden veranlaßt, vorstehende Bekanntmachung sofort zur ^Kenntnis der Handlungen mit Zucker und nächstdem zur allgemeinen Kenntnis der Gemeinde einwohner zu bringen.

Schlächtern, den 28. Februar 1917.

Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.

I .- 9k. 207o. In der Gemeinde Kothen, Bezirksamt Brückenau, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Schlächtern, den 1. März 1917.

Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz.

Diejenigen Herren Bürgermeister, welche noch mit der Einreichung der Voranschläge für 1917 im Rückstände sind, werden daran hierdurch erinnert.

Schlächtern, den 1. März 1917.

____ Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.

J.-Nr. 1523 K. A.

Die Bullenkörtermiue werden für das

Jahr 1917 wie folgt festgesetzt)

- - 17. Mär- In ^-AirtV^--*

-__ . n^pnrr----"In Schlächtern

4. August in Sterbfritz

6. Oktober in Schlächtern 22. Dezember in Sterbfritz

Schlächtern, den 22. Februar 1917.

Der Land rat.

Bekanutmlichung

Der Herr RegierungS-Präsident in Cassel hat durch Verfügung vom 24. 1. 1917 A H 9k. 7316 h/16 genehmigt, daß für die Dauer des Krieges meine

Apotheke in Salmünster vom Sonntag mittags 12 Uhr bis Montag morgens 8 Uhr, sowie an den Wochentagen einige Stunden, vorläufig nachmittags von 4 bis 6 Uhr geschlossen

bleiben darf.

Witte, Apotheker.

68 Jahrgang.

ltskairs und Drsvinmürs.

Schlüchterv, den 1. März 1917,

* ®ie ©tttbernfnng für den Hilfsdienst, die im ganzen Deutschen Reiche durch besondere EinberufungS- kommissionen erfolgen wird, soll mit dem 1. April ihren Anfang nehmen. Bis dahin werden die Listen der Dienstpflichtigen fertig sein. Zur Einziehung ge­langen in erster Linie die sich freiwillig Meldenden, dann die Unbeschäftigten, die wenig Beschäftigten und die in ihrem Beruf am leichtesten zu ersetzenden Per- sonen. Bedacht wird vor allen! die Landwirtschaft, lo leistungsfähig wie möglich zu. machen. Vom' ...März ab müssen die 48 -60jährigen Hilfsdienst- pstichtigen sich bei der Einberufungskommission persönlich oder schriftlich melden.

-^Soden - Stolzenverg. Was schon längst für uWr Städtchen ein Bedürfnis war, ist in voriger Woche verwirklicht worden. Auf Anregung des sehr tätigen Bürgermeisters Radke ist eine Raiffeisengenofsen- schast unter dem Namen Soden-Stolzenberger Raiffeissen- genoisenschaft ins Leben gerufen worden. Herr Pfarrer Meyenschein aus Altenhaßlau hielt einen sehr interes­santen Vortrag, gewürzt mit vielem Humor, über Zweck und Ziele eines solchen Vereins. Derselbe sprach so überzeugend und überzeugt, daß sich sofort 50 Personen ji! dem Vereine bekannten. Nach Erledigung vieler gut beantworteten Anfragen schritt man zur Wahl des Vor­standes und des Aufsichtsrates. Zum Vorsitzenden des Vorstandes wurde sodann Herr Jakob Graull und zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates Herr Pfarrer Schulr 4UU&ÜKU1 Vkuki'fuk wistoen.' es sieht zu hoffen, daß der größte Teil der Gemeindemitglieder sich bem Verein anschließen wird, besonders wenn sich herausgestellt hat, wie segensreich für Stadt und Land dieser Verein wirkt. Herr Lehrer Ditzel wurde zum Rechnungsführer gewählt nachdem er bereits neun Jahre lang in der Gemeinde Sannerz für einen gleichen Verein als Rechnungsfüh-er sich sehr gut bewährt hat. Am Schlüsse der mehrere. Stunden dauernden Versammlung sprach Herr Pfarrer Schulz Herrn Pfarrer Meyenschein seinen Dank aus für seine herrlichen Ausführungen und stimmte die Ver­sammlung in ein dreimaliges Hoch auf den Herrn be­geistert ein.

* Gelnhanseu. Das Frankfurter Schöffengericht verurteilte den Händler Philipp Zipf von Gelnhausen der in der dortigen Markthalle Aepfel das Pfund zu 62 Pfennig kaufte und zu 75 Pfennig an Kleinhändler weiterverkaufte, wegen Kettenhandel und Preiswucher zu 350 Mark Geldstrafe.

Im Schatten der Ueterpautsfestung.

Roman von Hermann Gerhardt.

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üscha erhob sich sofort und trocknete seine Tränen, sfch muß Sie jetzt wieder verlassen, Herr Rittberg," er stockend,aber behalten Sie guten Mut! Sie en sich darauf verlassen, daß ich Himmel und Erde ewegung setzen werde, um Sie hier herausznbrin- Und Fräulein Rittberg, ihr soll auch nichts ge- en, wir werden sie schon anssindia machen! Und ich jetzt fortgehe, werden Sie sich doch nicht bau»

)ch mich bangen? Sehe ich banad) aus?"

"k Werners Stimme klang der alte, frische Ton, Der strich sich mit der gewohnten Bewegung daS k aus der Stirn. Dann küßte er den Knaben.Leb' mein Freund, bis auf Wiedersehen!" sagte er.

28. Kapitel.

10 spät am Abend es auch war, als Mischa nach e tam, so war Katia doch aufgeblieben, und er« "e ihn voller Spannung. Sie hatte zu ihin ge- 1 weil sie ihn zu sprechen wünschte, erhielt aber Bescheid, er sei ansgegangen. Infolgedessen zer- sie sich den Kopf, was er wohl vorhaben mochte, eine Angelegenheit von höchster Wichtigkeit, so sie, konnte ihn veranlaßt haben, um diese Zeit Haus zu verlassen!

$" seinem Eintritt blickte sie ihm mit stummer Frage ^en. Er aber warf sich in den ersten besten Sessel sprudelte in echter Jungensmanier alle seine Erleb­heraus.

Du wunderst Dich wohl, wo ich so lange war? In Festung! Und wen habe ich da besucht? Herrn Ritt- 1 Sie sind auf bem Weg« zur Bahn verhaftet Mor­

den! Ja, ja, guck mich nur so erstaunt an. Eine schöne Geschichte, was?

Katias Augen wurden bei diesem lakonischen Be­richt immer größer, sie bohrten sich förmlich in Mischas Gesicht, während ihr eignes, allmählich einen Ausdruck annahm, der ihn bewog, sich zu ihr herüberznbeugen und sie beruhigend auf den Rücken zu klopfen, wie man einem betrübten Kinde tut.

bist ein kluges Geschöpf Und Margarete?

Hör' mal, Katia, ich bitte mir aus, daß Du jetzt vernünftig bist," redete er ihr zu.Ich wollte Dich ge­rade fragen, was mau Deiner Meinung nach in dieser Sache tun kann?"

Sie schlackte ein paarmal, um der anfsteigenden stür­mischen Erregung Herr zu werden und brächte es end­lich fertig, mit schwankender Stimme zu erklären:Ge­wiß, Mischa, ich bin ganz ruhig."

DaS ist recht!" lobte der Bruder.Sieh mal, ge­schehen muß unbedingt etwas, damit er freitommt. Du bist ein kluges Geschöpf: nun rate mir mal l"

Und Margarete? Ist sie anch in in" ein trockenes Schluchzen schnitt ihr das Wort ab.

Nein, wo sie ist, wissen wir nicht," gestand Mischa, und ein helles Rol überflog sein Gesicht.

Sie starrte ihn einen Augenblick mit halb geöff. rieten Lippen an; dann errötete anch sie und schlug die Hände vorS Gesicht.

O, Papa, Papa!" klagte sie. Plötzlich aberblickte sie auf:Wir müssen Sie ansfinden!" entschied sie ener­

gisch.

DaS wollen wir schon. Aber vor allem müssen wir erreichen, daß er in Freiheit gesetzt wird."

Du mußt Dich direkt an den Zaren wenden. Du gehst einfach zu ihm hin, Mischa und sagst ihm was für ein ausgezeichneter Mensch Herr Rittberg ist; sagst ihm"

Ich weiß allein, waS ich ihm zu sagen habe," un­terbrach Mischa selbstbewußt.Morgen früh bitte ich UM eine Audienz. ©. ich habe keine Angst vor dem Za­

ren, erst vorige Woche hat er mich angeredet, als ich

war.

mit Papa zur ,

Ja, er ist sehr freundlich," bestätigte Katia; erwirb Dir die Bitte gewiß nicht abschlagen."

Beide verstummten für eine Weile. Augenscheinlich

waren sie tief in Gedanken versunken und zwar in Ge­danken schmerzlicher Art. Endlich brach Katia in die Worte aus:Arme, liebe Margarete! Was muß sie ge­litten haben und noch immer leiden!"

Ob sie wohl eine Ahnung hat, was bei uns vor- gefallen ist?" meinte Mischa.Wie sonnte nur Papa so etwas tun!"

Das ivar nur, weil Margarete ihn nicht heiraten wollte. Er hat sie dadurch zwingen wollen, nachzu- geben." Sie schauerte zusammen. Papa konnte manchmal schreckliche Dinge tun, Mischa I" setzte sie halblaut hinzu.

Eine Uhr schlug zwölf und Mischa sprang auf.Du mußt jetzt zu Bett' unb versuchen zu schlafen, Schwester­chen," sagte er und küßte sie zärtlich.

Ich wünschte, ich wäre tot wir wären alle tot!" Schwere Tränen rollten ihr über die Backen.

Der Bruder nahm sie in seine.Arme und sie lehnten

die Köpfe aneinander.

Sei nicht so verzagt, Kleines," murmelte er,Du hast ja mich noch; wir halten fest zusammen." Er küßte sie nochmals und ging.

Am anderen Morgen in aller Frühe, lange bevor es ~eit war, sich ins Winterpalais zu begehen, war Mischa ' wischen

seinen

Zeit war, sich ins Winterpalais zu begeben, war Ä fix und fertig ungezogen und wanderte ruhelos zwi . feinem und ' Kallas Zimmer hin und her. Auf s ' Wangen bräunten zwei fieberheiße Flecke und er schluckte unaufhörlich au einem eingebildeten Pfropfen, der ihm im Halse saß. So tapfer er sich den Abend zuvor ge­stellt hatte. er stand doch vor der fatalsten, peinlich­sten Situation ihres Lebens.

Endlich meldete ein Diener, daß der ersten vorge- fahren sei. Gleich darauf befand er sich Phon auf de n Wege. 28^,18