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q* -Erscheint' Mittwoch un Sam^nm preis mitKreisblatt" viertsl jährlich 1,50 Ulf. Anzeigt» rosten die klein? Zeile ober beten Raum 12 Pfg.

ZU 14. Samstag, den 17. Februar 1917. 68. Jahrgang-

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Nr. 1392. Die Herren Bürgerin erster und Vorsteher MNefamtschulverbände- welche mit der Erledigung ner Verfügung vom 28. Dezember Nr. 14096 ß Einsendung der Berichte über außergewöhnliche Ignben für die Volksschule im Jahre 1916 noch im Stande sind, rofrban an deren alsbaldigen Ecledig- [ er-auen.

Schlächtern, den 14. Februar 1917.

Der Königliche Landrat. I. B.: Schultheis.

Nr. 1537. Die Ortspolizeibehörden werden nochmals die alebaldige Erledigung der Verfügung vom Februar 1905 (Kreisblatt Nr. 6) erinnert, nach Der mb die Zahl der im abgelaufenen Jahre aus- Sten LegitimatidnSkarten (§ 44 a der N. G 1 bis

5. Januar j. Js. anzuzeigen ist.

Schlüchtern, den 15. Februar 1917.

Wer Königliche Landrat. J. V.: £ chultheis

Nr. 1473. Die Herren Burgeanleister ersuche ich, in den Gemeindebezirken wohnha ten münnlichett tieichischen und ungarischen Landesangehörigen der stränge 189 -18:)9 (Gebnrts;ahr) sofort dem u. K. österreichischen -ungarischen Generalkonsulat in Murt « W. namhaft zu machen, oder Fehlanzeige thiu zu erstatten.

Schlächtern, den 15. Februar 1917.

Der Königliche Landrat. J. V.: Schultheis.

Die Herren Bürgermeister wollen sämtliche Fleisch- MrichinenschLurr

ten Prüfung durch Hostkärte umgehend instMeilen. Gelnhausen, den 14. Februar 1917. -'

DVeterinärarzt Dr. Knaufs. Kreistierarzt.

Der Kaiser an die deutsche

Martin.

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Berlin, 15, Februar. (W B.) Das rinevtrordnungOblatt uoui 15 Kbruar >ffentlicht folßenben Befehl des Kaisers:

A n in eine M a r i n c!

gn beut bevorstehenderr Enischrtdullqs Mpfe fällt meiner Marine die Aufgabe *W^«.»epeWWu. .«L««»«^ . ^»^i^wwwMMBi^^aiiwwMMlii»^^

? Im Schatten st der Ieterpaulsfestung.

Montan von Hermann Gerhardt. 64 südlich wurden die Geräusche deutlicher, es klang, Wewegten sich viele Menschen in einem Zttge die spge herauf unb im Korridor, da warb auch Katia 'merksam.

«iMischa," sagte sie,ivas mag das wohl sein?" j5ooll ichich Nachsehen?" schlug er vor.

Sie aber schmiegte sich fester an ihn.Ach, was geht » uns an," meinte sie apathisch.

-Jetzt unterschied man die Schritte eines Menschen, der Tür des Zimmers, wo sie saßen, näherte.

d dann klopfte es. Blischa sprang auf, um zu öffnen, K aber die Tür fest, nm unliebsame Störerder Schwe- c fernzuhalten.

Mullah Begehrende war Litschkoff.

-Äar es die fahlgelbe Beleuchtung, die feinem Gesicht | 1° eigentümliche Wachsfarbe verlieh? Und weshalb Wen feine Augen so verstört? Bei seinem Anblick "st Mischa eine Ahuting von etwa- Schrecklichem, » thu, bevorstand.

Mchlveigend legte Litschkoff den Finger an die Lippen, begriff sofort und wanbte sich zu Katia.

».ich bin gleich wieder hier," sagte er. Dann verließ Zimmer und schloß die Tür hinter sich z>«.

M-uichkaff faßte den Jlmgeil am Arm und zog ihn Maar Schritte weiter. Dann blieb er stehen und ^"'e Hand auf dessen Schulter.

>>>)ch habe Dir et>vas mitzuteilen, mein Jiuige," Kette er ihm zu,etwas Schlintlues; Du mußt Dich U mueimehmen. Deinem Vater ist etwas zugestoßen."

^bleichte und begann zu zittern.

"- 'ieiueul Vater?" fragte er atemlos.Was ist ihm '""geschehen? Wo ist er?"

zu, das englische Kriegsmittel der Aushun­gerung, mit welchem unser gehWgster und hartnäckigster Feind das deutsche Volk nie­derzwingen will, gegen ihn nnb seine Ver­bündeten zu kehren durch die Bekämpfung ihres Seeverkehrs mit allen zu Gebote stehenden Mitteln. Hierbei werden die Untnfeeüoote in erster Reihe stehen. Ich erwarte, daß diese in weiser Voraussicht technisch überlegen entwickelte, auf leistungs­fähige und leistungsfreudige Werften gestützte Waffe im Zusammenwirken mit allen anderen Kampfmitteln der Marine und getragen von dem Geiste, der sie im ganzen Verlaufe des Krieges zu glänzenden Taten befähigte, den Kriegswillen unserer Gegner breiten wird.

Großes Hauptquartier, den 15. Februar 1917.

Wilhelm.

Die Gründe für die Verschlech­terung unserer Währung.

Wenn heute jemanb ins AuSland, beispielsweise na$ der Schweiz reift, baun i ekommt er für 100 Mk. deutschen Geldes nicht mehr 125 Franks wie früher, sondern ganz bedeutend weniger. Die deutsche Währ­ung .|k gesunken . irMge M- ^tsgis- Wohe^. kpMW diese-Valutaverschlechterung?

-Der wichtigste Grund ist der, daß wir trotz der Abschließung vom Ausland noch immer mancherlei Wa­ren von dort: beziehen, dagegen nur sehr wenig Waren ausführen. Bei der Warenausfuhr erwerben wir Forderungen, welche das Ausland, z. B. die Schweiz uns bezahlen muß. Umgekehrt gehen wir bei der Ein­fuhr-von Waren Verpflichtungen ein, müssen also für die eingeführten Waren Zahlungen leisten. Nun aber gilt innerhalb der Grenzen eines Landes nur die ge­setzliche Währung. Das Geld verschiedener Länder hat bei dem Zahlungsverkehr der Länder untereinander nicht den Nennwert, sondern einen Handelswert, einen Kurs. Nun ist es allbekannt, daß der Preis sich in der Hauptsache regelt nach der Höhe von Angebot und Nachfrage. Beziehen wir nun mehr Ware von einem Lande, als wir ihm wiedergeben, so hat das fremde Land mehr Forderungen als Verpflichtungen an uns, und die Folge ist, daß die Geschäftswelt des fremden

Man hat ihn nach dein Empfangssaal gebracht; es war das nächste. Es sind Aerzte bei ihm. Er ist verletzt, wie ich fürchte, recht gefährlich."

Ermordet?" Das fürchterliche Wort kam wie ein Hauch von Mischas erstarrten Lippen.

Eine Frau hat in seinem Bureau ein Attentat auf ihn verübt."

Von dem plötzlichen Schlage wie betäubt, griff sich Mischa mit der Hand an die Stirn. Dann aber sich einen Ruck gebend, machte er ein paar Schritte vor­wärts. Litschkoff holte ihn ein und legte stützend ben Arm um ihn.

Der große Eulpfangssaal war voll Menschen; die ganze zahlreiche Dienerschaft war darin versammelt. Dann waren da noch Schreiber, Beamte, Aerzte, eine vielköpfige Menge; auf allen Gesichter« stand deutlich die ehrfürchtige Scheu, ivelche die Gegenwart eines To­ten zu erweisen pflegt. Und die Blicke aller der Au- Wesenheit gingen hin und her zwischen der leblosen Ge­stalt, die da auf der Bahre lag, unb der Frau dort Madaine be Pilsoutsky, welche im Morgenuegliaee, mit zerzaustem Haar und eingefallenen Wuugeu, sich auf einem Diwan in Trümpfen wand, während ihre Die- turinnen sich um sie bemühten.

Jetzt trat Litschkoff ein, mit ihm der älteste Sohn des Eruiordeten, und das leise Gemurmel verstumulteplötzlich.

Nun hatte Mischa den Vater erblickt; er stürzte vor­wärts unb warf sich neben der Bahre auf die Knie. Am Kopferide kniete bereits der treue Iwan, au« tief­erschüttertem Herzen Gebete murmelnd: nud zu den Füßen ihres Herr>r saß die alte Sascha, den Oberkörper hin und her iviegeud und ab und zu einen Klagelaut auSstoßend. Beim Anblick des Knabei, aber verstumm­ten auch sie.

Er schrie nicht auf; aber seine weitgeöfsneten Augen sogen sich förmlich fest an bein gespenstischen Toteuaut- litz; unb das Bild bräunte sich ihm in die Seele, daß er eL Zeit seines Lebens nicht wieder vergaß.

Landes sich das zunutze macht und für die Mark we­niger bietet an fremdem Geld wie sonst. Besteht nun keine Möglichkeit, dies auf andere Weife auszugleichen, so müssen wir uns die Unlerbewertung gefallen lassen. Würden wir Mit Gold bezahlen, dann würde die Mark sofort wieder im Kurse steigen. Aber das dürfen wir nicht, damit unsere heimischen Finanzen gesund bleiben. Wenn wir mehr deutsche Waren ausführen würden, wäre auch die deutsche Währung bereits besser. Dat geht aber sehr schlecht, weil dann die Gefahr besteht, daß unseren Feinden wichtige deutsche Waren auf dem Wege über das Ausland zugeführt werben. Außerdem müssen jetzt die produktiven Kräfte in den Dienst des Krieges gestellt werden.

Sehr stark wird auch die Währung gedrückt durch den wilden Handel, den Schmuggel usw. Die Leute, welche im Auslande Waren saufen und dieselben über

die Grenze bringen, legen vielfach viel zu hohe Preise an. Weil sie aus die betreffenden Waren entweder selbst für ihren eigenen Gebrauch nicht verzichten wollen, oder weil sie miffen, daß im Jnlande ihnen doch ein

höherer Preis bezahlt wird, darum legen sie oft viel zu hohe Preise an und lassen es sich gefallen, wenn die ausländischen Händler ihnen das deutsche Geld zu einem sehr niederen Kurs berechnen. Einerseits sinkt dadurch auch der ganze Markkurs, anderseits mehren sich die deutschen Zahlungsmittel, so daß infolge dieser Ueberfüllung gleichfalls der KurS der Mark sinkt. Zu­dem fällt ein wichtiges Mittel, das man in FriedenS- zeiten zur Aufrechterhaltung der Baiute gebraucht, jetzt im Kriege fast vollkommen weg: die Bezahlung mit lM. 9^nn fm Sg«W b^ Lurr der AaMkT-^E tel eines Landes in stärkerem MM^Nt7 oann§rt man Gold aus. Darum kann der DLoifenkutS im

Frieden nur wenig unter den Goldpunkt sinken. Im Kriege muß das Gold all Deckung und Bürgschaft für das umlaufende Papiergeld im Lande bleiben, in 6er ReichSbank. Neben diesen Hauptgründen wirken noch eine Reihe anderer Ursachen mit bei bet Bestimmung des niederen Standes des Markkurse». So haben un­sere Feinde alles daran gesetzt, unsern Kredit durch ihre Lügenpreffe schlecht zu machen. Eine Reihe von Ma­növern haben der Markwährung erheblich geschadet. Wir unsererseits sind durch die Absperrung von einem guten Teile der Welt gezwungen, auf manche Mittel mehr oder minder zu verzichten, welche zu einer Hebung des Markkurfes führen könnten, wie Verkäufe von Wert­papieren fremder Länder ec. Auch die noch stärkere Unterbewertung der österreichischen Währung wirkt zurück auf den Preisstand der Mark. Wir sind eben nicht nur militärisch auss engste verbunden, sondern auch

Ein gellender Aufschrei Sascha» schreckte ihn auf sei­ner Betäubung, er hörte neben sich einen keuchende» Atem, und gewahrte Kaua! Leichenblaß, die bläultche« Lippen halb geöffnet, stand sie wie erstarrt, mit irren Augen daS Entsetzliche in sich arrfuehmend.

Mischa war aufgesprungen und, die Arme um st« schlingend, wollte er sie hinausfithren; in dem Mo« meut aber oergtugen ihr die Sinne, ihre Glieder vrr- fagten den Dienst und bewußtlos sank sie ihm am bU Brust.

27. Kapitel.

ES war am Abend jenes Tage», der für bie Kind« der Präfekten eine so furchtbare Bedeutung erlangt hatt«. Die sterbliche Hülle des gewaltigen MnuieS lag auf« gebohrt, starr und steif auf seinem Bett«, demselben^ in welchem er so manchem ehrgeizigen träume nachge« -* hangen, da er noch auf her Staffel beS Ruhme» und der Macht Sprosse um Sprosse erklommen hatte. Nun waren die maßlosen Wünsche, das unrrsättlich« Streb«», der Stolz und die Herrlichkeit dieses Msnschenledrn- dahii».

Riesige Wachskerzen m schweren gvldeuenArmleuch­tern umstanden sein letztes Lager und warfen ihre» Schein auf das marmorne Antlitz des Toten. Pnester, in ihren edelsteiubesetzten Prunkgewändern, mit bis aus die Schulter» herabivalleudem Haar, schioangett di« Rauchgefäße unb intonierten ba$Gokpodi pomilui", als wollten sie zugunsten der entfliehende» Geele den Himmel stürmen.

In Katias Wohnzimmer aber hatten sich die Verwar­ten zusannnengefiutde». Mattja, vom Schluchzen et« chöpft, lag auf bem Teppich der Länge nach aHSgeftrectt, ;atte beide Fäuste auf die Singen gedrückt und schlief.

Auch Katia, von all ihrem Weh und Leid überwältigt, hatte für ben Moment Vergessenheit gesunken; nur Mischa saß unb horchte voll schmerzlicher Erregung auf den fernen Gesang der Priester unb nahm im Geist« SliUeil an der traurigen Zeremonie. «W