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Mittwoch, den 14. Februar 1917.
68 Jahrgang.
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Amtliches
. -F. Nr 1386. Diejenigen Herren Bürgermeister, welche | mit der Einsendung der Berichte, über die Revision der -^Drogenhandlungen im Rückstände sind, werden an deren kalsbaldige Einsendrng nochmals erinnert.
Schlächtern, den 13. Februar 1917.
Der Königliche Landrat. J. B.: Schultheis.
. -\ Nr. 120 K. A Behörderl und Private - mache ich wiederholt darauf aufmerffam, hast Zahluuqeit an die Kreiskommunatkasse Rund die Kreissparkasse durch Postscheckformw War er seinen können.
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Der Laudrat.
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Was sie mit uns verleben
Für England ist der Krieg ein kaltes Geschäft. Die gewaltsame Verdrängung des lästigen Konkurrenten Deutschland aus dem friedlichen Wettbewerb unter den Völkern ist Englands hauptsächliches Kriegsziel. Von Ge wkssentzbissen bei der Wahl der Mittel ist das englische Gemüt nicht beshmert. Wer England bei der Erreich- ieO hindernd im Wege steht, dem gilt ein rücksichtsloser Mnntm^
»Gewalt und Hinterlist, der Lüge und Verleumdung, ss Die politische Geschichte Englands hat es bewiesen, und »die Geschehinsse dieses von ihm entfachten WeEnbran» »des zeigen's aufs neue. Unseres deutschen Kaisers L JiuJmnif: „Völker Europas, wahret eure heiligsten »Güter!" heißt ins Englische übersetzt: „Briten, sucht ■ eure Sterlinge zu vermehren '" Auf Deutschlands Kosten M natürlich. „An dem Tage, an dem Deutschland vernichtet 8 ist, wird jeder Engländer um so viel reicher geworden M sein !" Damit würde den'Briten der Krieg schmackhaft
ZWgemacht. Wir Deutschen aber wollen uns unsere na- liönalen und wirtschaftlichen Errungenschaften in jahr- zehutelangem emsigen Reichen ehrlich erworben — und unsere geistigen und sittlichen Werte — in. nimmer- 8« rastender Erziehungsarbeit unserer Dichter und Denker KZL unveräußerliches Gemeingut des Volkes geworden — nicht von rohen Mammonknechten rauben lassen. Durch O Eisen nicht und nicht durch Hunger! Das ist unsere „Schuld", das das deutsche „Verbrechen" in den Augen MM der macht- und geldgierigen Briten, die sich zu den Herren der Welt geboren glauben. Was der Waffen- kamps der ziffermäßigen llebermacht Englands und seiner ■ blindwütigen Rtitkämpfer gegen Deutschlands tapfere W Armeen nicht vermag, das will der Zehnverband er- §W reichen durch den Wirtschaftskrieg, durch den Boykott, der über den Krieg der Kanonen hinaus dauern soll bis in unabsehbare Zeiten.
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Mit der denkbar brutalsten Offenherzigkeit hat dasStraf- mA das man jenseits des Mials dem Deutschen Reiche für sein „Verbrechen" gegen die Allmacht Englands zugedacht hat, der englische Abgeordnete Afred Vigland in der Handelsbeilage der „Times" gekennzeichnet. Den neutralen Staaten, denen von dem „Strafrichter" Dentschlands so verlockende papierne Versprechungen gemacht werden, und allen denen im Deutschen Reiche selbst, die auch jetzt noch den Ernst der Stunde nicht in seiner vollen Größe begriffen haben sollten, dürfen jene unglaublichen Anmaßungen des englischen Parlamentariers nicht unbekannt bleiben. ________________
„Bigland geht aus von der im englischen Unterhaus zutage getretenen Entschiedenheit und Einheitlichkeit in den Anschauungen, wonach nach englischer Auffassung „Deutschland niemals wieder sein Hanpt während der nächsten Jahrzehnte erheben dürfe. Er verkennt zwar nicht die „Schwierigkeiten für ein bestimmtes und ent- schlosseneS Vorgehen", aber als englischer „Geschäftsmann" ist Bigland nicht in Verlegenheit um Vorschläge, wie man die wirtschaftliche Bestrafung Deutschlands für die verbrecherischen Taten" durchführen könnte. Eine Kriegsentschädigung in barem Gelde, so notwendig ihm eine solche Strafe erscheint, würde „doch nicht von der großen Masse des deutschen Volkes genügend empfunden werden". Auch die in England am weitesten verbreitete Anschauung, daß man nach dem Kriege die Einfuhr aller Waren aus Deutschland verbieten sollte, sei irrig. Ja, ein. solches Verfahren erscheine in hohem Grade Ntttzlos. Denn man würde sehr bald merken, daß die deutschen Fabriken Filialen im neutralen Auslande errichten, und wie scharf auch die englische Zollverwaltung bei der Prüfung der Wareneinsuhr aus neutralen Häfen verfahren möge, so wäre es doch unmöglich, Vorschriften zu ersinnen, durch die in wirksamer Weise der deutsche Außenhandel getroffen werden könnte.
Wenn nun England von dem absoluten Einfuhrverbot für deutsche Waren als zwecklos absicht unb dafür die Wirkung von Schutzzöllen ins Auge faßt, so liegt die gleiche Schwierigkeit vor, denn „Deutschland und Oesterreich grenzen an so viel andere Staaten, daß ein Zolltarif gegen Deutschland bei weitem nicht so wirksam sein werde, wie viele glauben". Auch eine unterschiedliche zolltarifische Behandlung der deutschen und neutralen Waren würde der deutschen Interessenten nicht verhindern dem letzten Käufer den Ursprung der Ware zu verschleiern. Daher erscheint es Bigland notwendig, ^alle neutralen Länder zolltarifarisch ebenso wie die MMIchl'U Ländn-'ttr-veynnR'tn-. 'Sir ^Hirnttrc-^ auch gar kein Recht, sich darüber zu beklagen, wenn ihnen nach dem Kriege ihre industrielle Beschäftigung sortgenommen wird, um sie den Arbeitern in den Ländern der Verbündeten zu übergeben, denn sie hätten ja „ruhig beiseite gestanden" und nicht dabei mitgeholfen, die „milde Unmenschlimkeit der Hunnen niederzuringen!
Eine weitere Quelle für die Bestrafung Deutschlands ergebe sich auf Grund der Schiffahrtspolitik : „Die Freiheit der Meere gehört zweifellos zu den Grundrechten jeder seefahrenden Nation, und es ist die stolzeste Tat der englischen Rasse gewesen, daß sie mir Hilfe ihrer Flotte sich selbst dieses Vorrecht gesichert hat." Also muß „die Aberkennung aller Rechte für die Schiffe unter deutscher Flagge eine jener HaudclScrschwerungen sein, die man in der Strafrechnung für die Mittelmächte nicht vergessen darf. Der Richter empfinde häufig eine Vorstellung von dem Leiden und von dem Unglück, das sein Richterspruch auf den Verbrecher ausüben wird, aber „sein menschliches Gefühl darf sein Urteil nicht beherrschen." Aehnlich würden die Regierungen der Alliierten einen Richterstuhl bilden, von dem anS sie nicht den Kaiser, sondern die ganze deutsche Nation vornehmen werden, um über sie ein Urteil auszusprechen.
„Dieses Urteil muß gegen 70 Millionen Menschen erfolgen, einschließlich der jungen Kinder, die nichts mit beut Krieg zu tun haben. Wie aber der Richter bei der Verurteilung eines Mannes in Wahrheit auch unschuldige Kinder bestraft, so wird dieser größte und höchste Gerichtshof nur dann ein gerechtes Urteil fällen können, wenn die deutschen Männer alle jenes Urteil erleiden unb*bamit auch jene Bevöl^rungSklasten getroffen werden, die zu Deutschlands Männern als zu ihrem Schutz unb Hort aufgeblickt haben."
Bigland geht in seinem unglaublichen ZonismuS so weit, dieses Deutschland zugedachte Schicksal mit dem dunkelsten Kapital der englischen Geschichte, mit dem einzigen nationalen Todeskampf zu vergleichen, der ebenso groß war und so weite Bevölkerungskreise traf: mit I dem Todeskampf Irlands, der infolge jenes Urteils
spruchs eintrgt, den die englische Regierung 1840 über das unglückliche Irland verhängt hat. Dabei war „in jenem Falle kein Verbrechen begangen worden", gesteht Bigland selbst ein. „Solle man Deutschland etwa bester behandeln, als man einst Erlaub behandelte r"
Und dann bespricht der englische Abgeordnete im einzelnen die nach seiner Meinung notwendigen Maßnahmen des Strafvollzugs des verbrecherischen Deutschland :
„Um diesen Urteilsspruch ducchzusühren, würde eine Besatzungsarmee notwendig sein, aber das würde notwendig der Fall sein, wenn nur eine Entschädigung in Geld verlangt würde.
Man sollte Deutschland zwingen, seinen Weizenzoll und alle Zölle für Nahrungsmittel anfzuheben, dann würde der russisch-sibirische Wettbewerb den deutschen Landwirt völlig ruinieren.
Wenige Leute in England wissen, daß Deutschland sein großes Eisenproduktionsgebiet verlieren würde, wenn Elsaß und Loth ringen Frankreich zurückgegeben würden. Es mag auch notwendig sein, in den Friedensvertrag die Bestimmung aufzunehmen, daß Frankreich abgabenfrei Kohle durch Lothringen nach beut Rhein versenden kann und daß der Rhein zu einer freien Wasserstraße für alle Nationen werde.
Bei der freien Einfuhr für alle Nahrungsmittel müßten die de ttschen Landwirte ihre Arbeiter entlasten und ähnlich wie seinerzeit die Jrländer das Ackerland in ausgedehnte Weidegebiete umwandeln. Dadurch würde Deutschland hauptsächlich wieder zu einem reinen Agrarstaate werden, und es würde dann nur die Hälfte seiner gegenwärtigen Bevölkerung ernähren können. Ebenso wie früher in Irland konnte dann ein kleiner Landbesitzer mit seiner Familie unter den neuen Vor hältnissen nur die Hälfte feiner Kinder großziehen, und die übrigen müßten dann auSwandern.
— ■-*>*»ii^n^.-....^.•.»rlHÜv ö-ei.. in i;-—^U—uul—i— Welthandel, das auf feiner Eisen- und Stahlindustrie beruhte, würde dadurch völlig eingeschränkt werden. Der deutsche Arbeitsmarkt würbe so üb erfüllt werben bau die Löhne fallen würden und daß die halbe deutsche Bevölkerung znr Auswanderung gezwungen wäre.
Das gleiche Ergebnis könnte auch durch die Auferlegung von Ausfuhrzöllen erreicht werden, wodurch auch gleichzeitig eine Art Kriegsentschädigung für die Verbündeten erreicht würde und die Ausfuhr der deutschen Industrie sehr stark beeinträchtigt würde".
Wie man sieht, gibt sich der englische Abgeordnete mit Kleinigkeiten nicht ab. 3lur die Lumpe sind bescheiden. Wir können aber im Grunde dankbar sein für diese offenherzige Enthüllungen der wirtschaftlichen Kriegsziele Englands gegen Deutschland. Zur staatlichen Zerstückelung und Austeilung in „germanische Völker" kommt die planmäßige Vernichtung von Deutschlands Landwirtschaft und Gewerbe, Handel und Indn strie, die Austreibung der Hälfte des deutschen Volkes. Wer nun noch nicht einneht, daß es für alle um alles geht, um Dasein und Ehre, Volk und Vaterland, dem ist nicht zu helfen.
Unsere Truppen haben über 50 feindliche Festungen erstürmt; ein Gebiet erobert, größer als das ganze Deutsche Reich; mehr als 3 Millionen Gefangene sind innerhalb unserer Grenzen; 4 Könige, die sich von England bestochen unsern Feinden angeschlossen, sind aus ihren Ländern gejagt; die deutschen Fahnen wehen über Belgien und über den reichen Gebieten On- und Oi orb= frankreichs; Kurland, Litauen, Polen- unb Wolhynien sind in unserer Hand; Rumänien, Serbien unb Monte negro in unserm Besitz. Gibt es demgegenüber eine bodenlosere Frechheit als diese Sprache der englischen Kriegsziele?
Darauf kaun es nur eine Antwort geben: Wir müssen zu Stahl werden, unter Einsetzung aller unserer Waffen weiterkämpfen, um den Sieg zu erringen Und den Frieden zu erzwingen hinweg mit aller Ver trauensseligkeit und Leichgläubigkeit! Es^ geht um-
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