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Erscheint A^ittwoch und Samstag. — Preis mit „"Kreisblatt" vierteljährlich 1,50 Mk. — Anzeigen kosten die kleine «Zeile oder o ..n Saum 12 Pfs-
M 12.
Sanistag, den 10. Februar 1917.
Amtliche»
Rr. 2787. Nach den Bestimmungen der Reichszuckerstelle über die. Zuweisung von Zucker zur Biene»»- sAtterung im Jahre 1917 werden für jedes überwinterte Volk als Höchstmenge 6'/, kg Zucker für das Jahr zugeteilt.
Der Zucker wird nach Wahl der Imker teils Februar April 1917, teils Juli/August 1917 geliefert. Im Februar bis April 1917 können jedoch höchstens für jedes Volk 5 kg geliefert werden.
Der' Bedarf an Zucker zur Bienenfütterung mit Ausnahme des noch auf alte zollamtliche Berechtigungsscheine zuzuteilenden Zuckers ist sogleich dem örtlich, zuständigen Jmkervereitt anzumelden und zwar auch von denjenigen Imker», die nicht Mitglieder des Vereins sind. Die Anmeldung muß enthalten:
a) Anzahl der überwinterten Bienenvölker;
b) Angabe der Zeit, in der die Lieferung deS Zuckers gewünscht wird,
c) Angabe, wieviel versteuerter und wieviel unversteuerter Zucker gewünscht wird. (Ungesteuerter Zucker nur bis zur Höchstmenge von 5 kg und nur zur Lieferung nach dem 31. März 1917).
ä) Die Verpflichtung der Zucker empfangenden Bienenzüchter, den ihnen zur Fütterung ihrer Bienen zu- gewiesenen Zucker nicht zu anderen Zwecken zu verwenden, und ihre Honigerzeugung nach näherer Bestimmung der Reichszuckerstelle zu einem noch festzusetzenden Preise an eine noch zu bezeichnende Stelle abzuliefern.
Die Anmeldung mich spätestens am 25. Februar dem Jmkerverein vorliegen.
Der Hessische Bienenzüchterverein hat für den Kreis den Kantor Fischlein in Riederzett zur Entgegennahme unter Weirerbefördernug der ÄrunetvanAE bestimmt. Der Verein als Zentralstelle für die Entnahme der Zuckerbestellungen der im Regierungsbezirk Sessel wohnenden Imker bittet bekannt zu geben, daß Formulare für die Anträge bei dem oben genannten Vorsitzenden oder Vertrauensmann des Zweigvereins kostenlos abgegeben werben. Der einzelne Imker hat also nur den Antrag einzureichen, nicht aber wie im Vorjahre die Berechtigungsscheine bei dem zuständigen Zollamt zu beantragen. Der Vorsitzende des Bezirks besorgt für alle kreiseingesessenen Imker einen Gesamt- bertchtigungsschein.
Lasse!, den 6. Februar 1917.
Der Oberpräsident, gez. Hengstenberg.
J.-Rr. 9318. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, vorstehendes in ortsüblicher Weise bekannt zu geben.
Schlüchtern, den 8. Februar 1917.
Der Königliche Landrat, von Trott zu Solz.
Baut viel und früh Gemüse !
Es ist heute heilige Pflicht für jeden Kleingärtner diesem Rufe im vaterländischen Interesse unbedingt Folge zu leisten. Aber nur der erfahrene Gärtner, der mit Verständnis und Sorgfalt seine Scholle zu bebauen weiß, kann ihr die höchsten Erträge «bringen. Der Neuling dagegen bedarf noch sehr der Unterweisung und des Rate» zur Erreichung dieses Zieles. Einige praktische Winke für die kommende Arbeit unb den Gemüsebau gibt der Darmstädter Gartenbauverein in einem Flugblatt wie folgt:
Nütze jedes Fleckchen Boden aus! Schon ist in dieser Hinsicht viel gescheh n. Wieviel Brachland das Jahrzehnte lang nutzlos schlummerte, ist der VolkSer- Nahrung gewonnen ' Aber es liegt immer noch viel unbeachtet. Hilf dies aufstöbern und teile es den zuständigen Stellen mit.
Set sparsam mit Dünger, d. h. verwende ihn richtig! Bedeute, daß die Dungstoffe nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie in der richtigen Mischung der Pflanze geboten sind. Der Ertrag richtet sich nach .bet im Minimum vorhandenen Wachötumbedingung. Einseitige Uebersükterung mit Stickstoff, mit Kali oder mit Phosphorsäure nützt nichts die drei müssen in einer dem Bodenwert und -vorrat und der Pflanzengattung entsprechenden Menge gegeben werden. Dazu muß durch unermüdliches Bodenvearbeiten, richtiges Pflanzen und forgfaUtgeß Pflegen für Luft, Licht und genügende Feuch M«t gesorgt werden. Kommt dann noch die nötige Wärme hinzu, bann gedeihl's. Bedenke auch, daß alle
Hülsenfrüchte ihren Stickstoffbedarf aus der Bodenluft decken können, und daß es deshalb durchaus nicht nötig ist, diese mit Stickstoffdünger (Chilesalpeter, schwefelsaurem Ammoniak, Jauchen, zu versorgen.
Sei sparsam mit dem Samen! Wieviel Geld und wertvolles Gut wird da vergeudet! Wie wird mit vollen Händen gestreut, wo die äußersten Fingerspitzen genügten. Warum säest Du viele Hunderte von Gemüsepflanzen, wenn Du nur 50 brauchst, Ja, hast Du Zeit und Platz, recht viele richtig heranzuziehen und diese dann dem bedürftigen Nachbar abzugeben, dann immerhin. Aber oft wird das dichtgesäte Zeug nutzlos weggeworfen, und dazu ist das selbst Verwendete nicht viel viel wert. Die Samen sind knapp, teuer und sehr wertvoll. Darum sei sparsam damit.
Sorge für frühen Ertrag! Unsere Kartoffel vorräte werden knapp im Frühjahr. Säe möglichst früh gelbe Rüben, frühe Sorten und ergiebige, es müssen nicht die feinsten sein, sorge reichlich für Mairüben, Puffbohnen und für frühes Grüngemüse. Und hierbei werden unsere Gärtner mit ihren Treibanlagen helfen. Aber auch jeder einzelne, der Gewächshaus, Wintergarten, Mistbeet und falten Kasten hat und damit umgehen kann, der sorge 1. für frühzeitige Pflanzen, verkaufe sie oder schenke sie.den Bedürftigen; 2. ziehe er darin verbrauchsfertiges Frühgemüse, statt Blumen u. a. zu treiben. Bohnen, Karotten, Gurken, Kohlrabi. eignen sich and bestell dazu.
" Politische Uebersicht.
Die Geekriegsbeute der Mittelmächte.
Im Monat Dezember sind, wie der Chef des Äd- miralstabes der deutschen Marine mittei.lt, 152 feindliche HandeSfahrztilge von insgesamt 329OUO Br.Reg.-To --btrrttHwgerMh^^amtu^it^ t ^ .d^ gegangen, davon sind 240 000 Br.-Reg.-To englisch. Außerdem sind 65 neutrale Handelsfahrzeuge mit 86 500 Br.-Reg -To. wegen Beförderung von Bannware zum Feinde versenkt worden. Das Dezember-Ergebnis beträgt also insgesamt 415000 Br.-Reg.-To. Seit Kriegsbeginn bis 31. Dezember 1916 sind damit und unter Hinzurechnung der im Laufe des Jahres nachträglich bekannt geworbenen Kriegsverluste durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte 4021500 Br.-Reg.-To. feindlichen Handelsschiffsraumes verloren gegangen, davon'sind 3 069 000 Br.-Reg.-To. englisch, das finb fast 15 Prozent der englischen Gesamttonnage zu Anfang des Krieges. Im gleichen Zeitraum sind von den See- streitkräften der Mittelmächte 401 neutrale Schiffe mit 537 500 Br.-Reg -To. wegen Bannwarenbeförderung versenkt oder als Prisen verurteilt worden.
Lokales und Provinzielles.
Schlüchter», den 9. Februar 1917.
—* Die neuen Feldpostaufschrifteu. Wie uns mit- ' geteilt wird, treten am 15. Februar neue Bestimmungen für die Adressierung von Feldpostsendungen in Kraft. Die Ausschriften werden insofern vereinfacht, als die höheren Verbände nicht mehr angegeben werden dürfen. Zusätze wie „Armeekorps", „Division", „Osten", „Westen" usw. haben in Zukunft zu unterbleiben. Diese Bestimmungen gelten natürlich auch für den Feldpostbezug unserer Zeitung und ist es wichtig, daß alle Feldpostbezieher unserem Verlag rechtzeitig ihre neuen Anschriften mitteilen, damit die Versendung der Zeitungen keine Unterbrechung erleidet.
Für die Kreise Fulda, Gersfeld und Schlüch- tern ist ein besonderer SchlichtnugsauSschuß im Sinne des § 9 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst errichtet worden. Vorsitzender des Ausschusses ist Hauptmann d. L. Justizrat Dr. Pfeiffer Fulda, stellv. Vorsitzender Hauptmann d. L. Oberlandmeffer BalduS in Fulda. Das Geschäftszimmer befindet sich Fulda, Marktstraße 19, II. (Büro Dr. Pfeiffer).
—* Die vom Heimatbunde angeregte Sammlung von Lebensrnitteln für Kinder, Kranke und Greise in Hanau und Frankfurt trifft auf willige Geber und barmherzige Menschen, die so reichlich spenden, wie es erwartet wurde Die Schulen von Herolz, Weiperz und Sanuerz waren als erste auf dem Plan. Die von Züntersbach und Jossa sind schon an ihren Bestimmungsort abgegangen. Die Herren Lehrer werden gebeten, wenn gesammelt ist, dem Schriftführer des Heimalbun des über die Art des Gesammelten und die Quantitäten Nachricht,.zu geben, worauf Uebermittelung der Anschrift,
an die zu senden ist, erfolgt. Die Sendungen finden in den Großstädten die dankbarsten Empfänger Es ist ganz sicher, daß alles in die richtigen Hände gelangt. Gaben aus Schlüchtern wolle man an die schon genannten Frauen aus der Stadt abgeben. Gott vergelte allen, die bei diesem Notwerke mithelfen!
—* Nachforschungen nach vermißtenMilitärpersonen. Trotz wiederholter Hinweise werden noch immer in großem Umfange Nachfragen nach Vermißten an Einzelpersonen des In- und Auslandes, an die Rote Kreuz- und andere Vereine neutraler Länder gerichtet.. Demgegenüber wird von amtlicher Seite dringend empfohlen, nur die Nachweisebüros der Kriegsministerien in Berlin, München, Dresden und Stuttgart in Anspruch zu nehmen (für Preußen: Zentralnachweisebüro in Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 48). Liegt bei diesen Stellen keine Meldung vor, so wende man sich an den zuständigen örtlichen Verein vom Roten Kreuz (Hilfe für kriegsgefangene Deutsche, Provinzialverein oder Landesverein vom Roten Kreuz). Alle diese Vereine sind in einer großen Organisation zusammengeschloffen, die die Anfragen zunächst auf Grund des bereits vorliegenden Materials prüft und, wenn dieses nicht ausreicht, unentgeltlich Ermittelungen int feindlichen und neutralen Auslande anstellt. Unmittelbare Schreiben von Privatpersonen ins Ausland, mögen sie an Vereine oder Büros gerichtet sein, führen meistens nicht zum Ziel, verursachen oft unnütze Kosten und schaden letzten Endes der Vermißtennachforschung überhaupt. Noch weniger sind irgendwelche private Büros im Jnlande in der Lage, Auskünfte zu beschaffen, die nicht bereits von den amtlichen Nachweisebüros oder von dem Roten Kreuz erteilt werden könnten. Privatversonen, die trotz dieser Warnung unmittelbare Anfragen über Vermißte an ausländische Stellen richte",ß müsi.N äußerem Zemär- gehalten und nicht wWervJordert werden.
—* Ehrentafel. Am 15. 9. löste die 7. Komp- 116 Jnf-Regt. die 8. Komp.. in der zerstr. A Stellung ab. Die Kompagnie mußte ein großes Stück Wegs über freies Gelände durch das Sperrfeuer hindurch. Mehrere Leute wurden verwundet unter Ihnen auch Unteroffizier Schmidt. Er mußte im Feuerbereich im offenen Gelände liegen bleiben. 2 Leute der Gruppe verließen im stärksten Feuer den Graben, um ihren Unteroffizier zu suchen. Sie schafften denselben schnell in eine Deckung am Rande der Landstraße, dort verband ihn ein herbei- geeilter Sanitätssoldat notdürftig. Musk. Jngold au' Fränkisch-Krumbach Kreis Dieburg, Musk. Jörns aus Stahlhofen Kreis Unterwesterwald, Musk. Spielmann aus Seidenroth Kreis Schlüchtern und Ers. Ref. Hall aus Aasen, Kreis Donaueschingen durcheilten, mit einer Tragbahre ausgerüstet zum 2. Male das Sperrfeuer- und" es gelang ihnen glücklich ihren Unteroffizier in Sicherheit zu bringen. Froh über die glückliche Rückkehr und mit dem Gefühl im Innern, eine edle Tat getan zu haben, kehrten die Vier zu ihren Kameraden zurück.
Hk. Um auf rascheste Entladung der Güterwagen hiuznwirkcn, ist am 15. Januar eine Erhöhung der Wagenstandgelder eingeführt. Eine gegen diese Maßnahme gerichtete Eingabe aus Handelskreisen hatte die Handelskammer zu Hanau an die zuständige Behörde weitergereicht mit der Bitte um tunlichste Berücksichtigung, wenigstens bis die vom Kriegsamt geplanten Entlade- kommandos eingerichtet seien. Hierauf ist folgender Bescheid eingegangen: „Die am 15. d. MtS. in Kraft getretene Erhöhung der Wagenstandgelder ist eine für den gesamten Bereich der preuß.-hess. Staatsbahnen und der Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen mit Genehmigung der Landesaufsichtsbehörde getroffene Tarismaß- nahme, deren Beseitigung vorerst nicht in Frage kommen sann. Bekanntlich begegnet die Wagengestellung für Sendungen, deren schleunigste Beförderung im Interesse der Heeresverwaltung und unseres gesamten Wirtschaftslebens unbedingt erforderlich ist, fortgesetzt den größten Schwierigkeiten. Gleichwohl wurden die bis jetzt noch unverkürzt gebliebenen Ladefristen fortgesetzt ohne zwingende Gründe in erheblichem Umfange überschritten- DaS mäßige Wagenstandgeld, das nicht im entferntesten ein Ausgleich dafür ist, daß der Wagen dem Verkehr entzogen wird, bot den Verkehrtreibenden bislang leibet keinen ausreichenden Anreiz zur fristgemäßen Entladung der Wagen, die schon im allgemeinen Verkehrsintereffe unbedingt angestrebt werden muß. Einwirksames Mittelzur Hintanhaltung derartiger Verzögerungen im Wagenum