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mitAnitlichclu Kreisblatt". Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1,50 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.

V 11 Mittwoch, den 7. Februar 1917. 68. Jahrgang.

Amtliches i 18. Armeekorps. Frankfurt a. M.,

teiln. Generalkommando. den 26. 1. 1917.

)t. Ilb A, III b. Tgb.-Nr. 27 981/489.

Bekannt in a ch n n g

(Nr. 310. I. 17. W. R. II. 2 e)

' betr. Sicherung me Reparatur landwirtschaftlicher Maschinen.

Bestellung von Reparaturarbeiten bei den Werkstätten.

, Unter den heutigen Verhältnissen ist es ausgeschlossen, | landwirtschaftliche Maschinen zu ihrer Bedarfszeit i eilig repariert sein können, wenn sie nicht sofort Reparatur gegeben werden. Jeder Landwirt hat sofort seine Maschinen auf Reparäturbedürftigkeit asehen und Instandsetzung bei seiner gewohnten raturwerkstätte zu bestellen; denn die Ausführung Reparatur erfordert heute naturgemäß mehr Zeit in Frieden.

andwirte, die der Aufforderung nicht Folge leisten, sich der Gefahr aus, daß sie ihre Maschinen nicht rechtzeitig repariert erhalten. Es wird ihnen it« aber auch schwer möglich sein, neue Maschinen bekommen.

Ausführung von Reparaturarbetten durch die Werkstätten.

Wie Reparaturwerkstätten sind verpflichtet, die Auf- »e herein?unehmen und solche, die sie nicht mit cherheit zur Bedarfszeit der betr. Maschinengattung tigstellen können, sofort an die für sie zuständige rschinen-Ausgleichstelle des Vereins Deutscher Jnge- Ure oder an die Kriegsamtstelle bei dem für sie zu- igen Generalkommando weiterzuleiten.

ie Maschinen-AuSgleichstellen weisen nach Möglich- &ÄJÄ i^M &c^4Ui4ü^ -der Le­ng übernehmen Hnnen.

dung von Fabriken und Werkstätten zur Uebernahme von Reparaturarbeiten.

Die Reparaturwerkstätten sind dem Besteller gegen- zur Auskunft verpflichtet, wie es mit der Durch- mg der Reparaturarbeit steht.

llle Fabriken und Werkstätten, die nicht vollbc- tigt sind und Reparaturen an landwirtschaftlichen Hinen übernehmen können, haben sich bei der für uständigen Maschinen - Ausgleichstelle des Vereins scher Ingenieure oder bei der Kriegsamtstelle des sie zuständigen. Generalkommandos zu melden, da- ihnen Arbeit zugewiesen werden kann.

ArbeitSausgleich durch die Maschinen-Ausgleich- stellen und Kriegsamtstellen-

Die Adreffen der Maschinen-Ausgleichstillen können durch die Kriegsamistellen der für die verschiedenen Be­zirke zuständigen Generalkommandos erfahren werden. Adresse: Kriegsamtstelle in Frankfurt a. M.

Jede Maschinen - Ausgleichstelle hat bei der Kriegs­amtstelle ihres Bezirkes einen Vertreter zu bestellen. Wenn die Arbeit nicht in den Bezirken der Maschinen- Ausgleichstellen oder der Kriegsamtstellen untergebracht werden können, so erfolgt der Ausgleich entweder durch die Kriegsamtstellen unter sich oder durch die Landwirt­schaftliche Maschinen-Versorgungsstelle des Waffen- und Munitions - Beschaffungsamtes in Berlin W. 15, Kur- fürstendamm 193/194.

Stellv. Generalkommando des 18. A. K.

J.-Nr. 1109 R. K. Diejenigen Herren Bürgermeister, welche noch mit der Erledigung meiner Bekanntmachung in der Schlüchtener Zeitung betr. Einreichung eines Verzeichnisses der an die Kautschukstelle in Berlin ab- gelieferten Gummiabfälle int Rückstand find, werden hieran mit einer Frist von 10 Tagen erinnert.

Schlüchtern, den 3. Februar 1917.

Männer - Verein vom Roten Kreuz.

Landwirtschaftlicher Beirat.

J.-Nr. 1071 K. A. In Abänderung der Veröffent­lichung vom 31. Januar d. Js. Kreisblatt Nr. 10 wird anstelle des Johs. Hildebrandt zu Bellings, Bürger­meister Kolb zu Hohenzell für die Orte: Bellings, Hohenzell, Ahlersbach und Niederzell als landwirtschaft­licher Beirat bestimmt.

Schlüchtern, den 5. Februar 1917.

Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.

^ _ Politische Uebersicht.

Unter vollem Einsatz aller Waffen!

Was Millionen in Deutschland schon feit Monaten erwünschten, die ungehemmte Durchführung des U-Boot- krieges jetzt hat unsere Regierung den Zeitpunkt für gekommen erachtet, sie anzuwenden. Die Regierung wird ihre schwerwiegenden Gründe für das Zaudern gehabt haben; denn das deutsche Volk weiß, daß unsere Staatslenker wahrhaftig nicht eine Waffe ungenutzt lassen, die sie zum Wohle des Vaterlandes, zur Errettung aus der Todesnot des Krieges schwingen können. Jetzt sind die Würfel gefallen, jetzt ist der Arm frei, der uns bisher gebunden war. St albern wir durch unser Frie­densangebot gezeigt hatten, wie hoch wir den Völker­

frieden schätzen, zeigen wir, wie stahlhart entschlossen wir auch zum letzten furchtbaren Kampfe sind, nachdem uns der Feind die ausgestreckte Friedenshand so schnöde zurückstieß. . Jetzt heißt ^ ?" x tS: Es gilt! Jetzt fragen wir nicht mehr, ol oder jenem Neutralen recht ist und in den eigenen .m paßt, was wir tun. Wir handeln, wie wir handeln müssen, aus Gründen der nacktesten Selbsterhaltung.

Vom 1. Februar an ' 'en wir weite Gebiete um Großbritannien, Frankreick b Italien herum und im östlichen Mittelmeer als S, gebiete erklärt und für jeden Seeverkehr gesperrt, ^.ir werden in diesen Ge­bieten also jedes Schiff eiujuu) versenken; auch jedes neutrale Fahrzeug, das diese Gebiete aufsucht, tut dies auf eigene Gefahr. Den amerikanischen Passagier­dampfern haben wir besonders gekennzeichnete Verkehrs­straßen freigegeben und weitere eingehende Bedingungen gestellt. In einer eigenen Note an Amerika hat Deutsch­land die Gründe dargelegt, aus denen es so handeln muß, wie es tat.Die Feinde wollen den Kampf bis aufs äußerste!" Wir müssen uns mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln verteidigen, und wir erwarten von Amerika, daß es unparteiisch genug denkt, diese unsere Notlage anzuerkennen.

In einer Rede vor dem Hauptausschuß des Reichs­tags gab Herr von Bethmann Hollweg erläuternde Ausführungen zu der Denkschrift. Er sagte: Ueber die Bedingungen unserer Feinde können wir nicht disku­tieren. Kämpfen also heißt es. Zu kämpfen aufS letzte sind wir herausgefordert. Wir nehmen die Heraus­forderung an. Wir fetzen alles ein, und wir werden siegen. Nachdem der Reichskanzler dann ausgeführt, auS welchen Gründen er vorher gegen den uneinge­schränkten U - Boot - Krieg gewesen sei, gab er an, daß ausschlaggebend für das jetzige Einsetzen die vermehrte Zahl unserer U-Boote sei. Dann sei die schlechte Welt- getreideernte mitausschlaggebend gewesen und die steigende Frachtraumnot ENgMiE Dann erörterte bei Reichs­kanzler eingehend die allgemeine politische Lage. Feld­marschall von Hindenburg habe ihm vor wenigen Tagen die Lage folgendermaßen geschildert: Unsere Front steht auf allen Seiten fest. Wir haben überall die nötigen Reserven. Die- Stimmung der Truppen ist gut und zuversichtlich. Die militärische Gesamtlage läßt es zu, alle Folgen auf uns zu nehmen, die der uneingeschränkte U-Boot-Krieg nach sich ziehen könnte. Und weil dieser U-Boot-Krieg unter allen Umständen ein Mittel ist, um unsere Feinde auf das schwerste zu schädigen, muß er begonnen werden. Admiralstab und Hochseeflotte sind der festen Ueberzeugung, einer Ueberzeugung, die in den Erfahrungen des U - Boot -Kreuzerkriezes ihre praktische

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Im Schatten der Meterpauksfestung.

Ronian von Hermann Gerhardt.

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Die Iran stand regungslos neben dein Tisch, in m Mantel gewickelt und den Schleier noch immer dem Gesicht.

Jetzt blickte der Präfekt nach ihr hin unb streckte die m nach der Bittschrift aus, die sie hielt. Sie gab ihm eive und er faltete sie airseinander, indem er sich wenig dem Fenster nikehrte, um besser sehen zu neu. Die Zeiger der Uhr an der gegenüberstehenden nd verkündeten die zivölfte Stnnde unb eben holt« Mim Schlage aus. Eine Bewegnug: ein Lichtre- . ü|if bläulichem Stahl ein Blitz eine Deto» unb der rauchende Revolver fiel auf den

T*8 ber Hand deS Präfekten flatterte daS Blatt Pa» 1 xJu Boden. Er hatte sich halb und halb erhoben, . Hand gegen seine linke Seite gepreßt, jetzt taumelte fiel zurück.

Anwesenden waren aufgesprungen; ein paar J Dhuen stürzten sich auf die Mörderin, um sie ding» machen; die andern bemühten sich um den Ver- i Ubten. Inzwischen hatte die Frau ihren Schleier .Mgeschlageu, bevor noch jemand Hand an sie legen , ""' und die Züge, die sie den bestürzten Anwesen» Offenbarte, waren die der Jrina Samarin1

man sich ihrer bemächtigte, leistete sie keinen MMmd, ihre Blicke hingen mie gebannt, mit einem g^milber, triumphierender Freude, an ihrem be- A^koff aber hatte, was ihm selten geschah, seine Uhute Selbstbeherrschung verloren. Totenbleich, mit W"bn Mienen und bebenden Händen stützte er den M feines Vorgesetzten.

Dieser hatte die Augen geschlossen. Ein Stöhnen entrang sich seiner Brust und aus der Wunde sickert» das Blut und färbte seinen Uniformrock.

Einer der Beamten war fortgestürzt, einen Ar»t zu holen; doch wußten alle, daß er zu spät kommen würde. Deutlich sah man, wie sich die finsteren Todesschatten über die strengen, ernsten Züge lagerten.

Von der Straße begannen die Leute hereinzuströ» men, um mit Grauen und Entsetzen den aufregenden Vorfall in Augenschein zu nehmen.

Recht so! Seht Euch nur satt! Uub freut Euch mit mir, daß der Tyrann sein verdientes Ende ge­funden hat!" schrie die Samarin.Ich hab« Euch von ihm befreit, ich, Jrina Samarin. Und er weiß wohl, warum!"

Und immer noch, während man sie hinausschleppte, so lange sie seiner noch ansichtig war, triumphierte sie über ihren $einb, den endlich besiegten!

Der Präfekt schlug die Augen auf und ihre Blicke trafen sich, der ihrige voll wilden, verzehrenden Hasses! Und wie von einer geheimnisvollen Macht gezogen, der er nicht zuwiderstehen vermochte, hob sich sein Kopf langsam in die Höhe, blieb einen Augenblick in dieser Lage unbeweglich, indem ein Ausdruck namenlosen Entsetzens ihm die Züge verzerrte, dann in allmäh­licher Erstarrung zurücksinkend, fiel er hinttnüber, ein totes Bleigewicht, in die Arme Litschkoffs.

26. Kapitel.

Auf dein Ruhebett in ihrem Wohnzimmer lag Katia weinend und jammernd. Während der ersten Stadien ihres verzweifelten Schmerzes und ihrer Empörung, als sie Margaretes Flucht entdeckte, war Mischa ihr treulich zur Seite geblieben; nun, da sie anfing, sich etwas zu beruhigen, meinte er, sie einen Augenblick verlassen zu können, um sich der Verpackung und Nach» sendung von Rittbergs Effekten anzimehmen.

Das junge Mädchen hielt noch immer Werners Brief an Mischa krampfhaft in der Hand.

Ach, wär ich nur tot! Wär' ich nur tot!" wieder» holt« sie immer von neuem, in dem trostlosen Gefühl ihrer Verlassenheit Und all ihre Tränen allmählich versiegten, erging sie sich in bitteren Betrachtungen. War e8 denn denkbar, daß man sie so hinterlistig im Stich ließ! Wie arausam Menschen doch sein können I Da hatte sie nun so felsenfest auf die Lieb« und Freund» schaft dieser beiden gebaut, hatte ihnen ihre ungeteilte Zuneigung geschenkt, nur um eine so gründliche Ent» täuschung eu erleben! Ganz ohne Abschied waren sie gegangen, für immer das wußt« sie bestimmt; nie, nie würd« man sich in diesem Leben Wiedersehen! Wie war doch die Welt so schlecht, so voll Lug und Trug. Sie, Katia, hatte die bös« Welt aber auch gründlich satt; sie würde inS Kloster gehen, und zwar gleich, ohn« noch Diel zu überlegen. So war es gewiß am besten. Im stillen Klosterfrieden würde ihr armes, gequäl­tes Herz wohl Ruhe ftnbeu. Dort fiel alles von einem ab, was einen hier draußen bedrückt und schmerzt!

Nach einer Weile kehrt« Mischa wieder. ES war den Geschwistern ein Trost, beieiauder zu sein.

Katia, von der seltsamen Beleuchtung draußen ange­zogen, hatte sich in einen Lehustuhl gesetzt, der am Fen­ster staub und beobachtete daS Wetter, der Bruder war neben sie getreten und hatte seinen Arm um sie gelegt.

Plötzlich prasselten Hagelkörner gegen die Scheiben, und die Uhr schlug zwölf.

Still verrannen die Minuten, die unheilschweren, dem ahnungslosen Geschwisterpaar! DaS Unwetter ließ nach, hie und da fiel noch ein vereinzeltes Hagelkorn wie zerstreute Geschosse deS fUe^enbeu Feindes; dann ertönte laut und schrill die Hausglocke und weckte in dem stillen Hau;« einen langandauernden Widerhall.

Darauf folgte ein ungewohntes Rennen und Laufen, Stimmen sprachen durcheinander, die Tritte zahlreicher Füße mürben auf der Treppe hörbar. Milcha, weniger in Gedanken versunken alS sein« Schwester, verwundert« sich, waS dz- wphl zu bedmM habe k 881,18*