WüchternerMung
mit „Amtlichem Kreisblatt". — Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
Telefon 65. :: Postscheckkonto Frankfurt a. M. 11402 :: Telefon 65.
Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1,50 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.
32 8. Samstag, den 27. Januar 1917. 68. Jahrgang.
botene Hand von sich gewiesen. Neue, kühnere Kämpfe, anstrengendere Opfer stehen uns bevor.
Aber nicht mehr allein die bewaffneten Heerscharen sind Kämpfer des Kaisers und des Vaterlandes. In schwerer Stunde empfangen wir aus der Hand der Notwendigkeit eine Gabe, wie die Welt sie nicht sah, wie die Geschichte der Staaten sie noch nicht kannte. Deutsches Pflicht- und Sittlichkeitsgefühl geht den Weg, den niemand noch fand; den Weg des vaterländischen Hilfsdienstes!
Die Helden draußen wissen jetzt, eine zweite Armee, die Armee der Arbeit, marschiert hinter ihnen aus. Und die zu Hause wissen: Jeder Deutsche, ob Mann, ob Frau, ob alt, ob jung, in Stadt und Land, hat die Möglichkeit, mit Arm und Kopf, seiner Fähigkeit nach, dem Vaterlande zu dienen und seine Kraft, und mag sie auch noch so bescheiden sein, in den Dienst des Großen und Ganzen zu stellen, und somit zu dem end- giltigen Siege beizutragen.
Viele folgten schon dem Rufe, viele standen schon,
ihrem Berufe gemäß, im vaterländischen Hilfsdienst der Arbeit. Aber viele können und müssen noch hinzu« treten, die Reihen müssen geschlossen werden, müssen wachsen! Auf Niemanden geht ein Verzicht!
Keiner soll zaudern, keiner darf zaudern. Denke jeder an seinen Kaiser, an seine Brüder im Felde! Denke daran, daß er ihnen, wenn sie ruhmgekrönt heimkehren, frei und fest in die Augen blicken, ihnen sagen will: Auch ich war ein Kämpfer, eine getreue Kämpferin für Euch, Ihr Tapferen, die Ihr dem Feinde die Brust botet!
Der Augenblick ist da. Eilet zur Arbeit für Kaiser und Reich, für den Sieg, für den Frieden! Gebt den Brüdern im Felde Waffen, gebt ihnen Kraft! Jeder nütze, jeder diene mit der Gabe, die ihm gegeben!
Jeder prüfe sich, befrage sein Herz, schärfe sein Gewissen! Jeder ergreife seinen Teil an dem Heldentum des Kaisers, des Heeres, des Vaterlandes!
Das sei die Geburtstagsgabe für unseren Kaiser 1
Aufruf
Zu Kaisers Geburtstag.
Die Glocken ertönen im festlichen Klang,
wo deutsches Mort klingt und deutscher Sang, i in feierlich ernstem Geläute.
Sie künden uns heut' mit ehernem Schall, sie künden es jubelnd allüberall: des Kaisers Geburtstag ip heme.
Erhebt Eure Stimme, Ihr Männer und Frau'n, laßt offen einander in's Auge uns scbau'n Und laßt uns den Treueid erneuern, mag ringsum brüllen die tosende Schlacht: wir alle steh'n einig und halten die Macht, zu schützen den Kaiser, den Teuern.
Fest steht zu Dir, o Kaiser, Dein Heer, im Westen und Osten die tapfere Wehr in flammender Liebe und Treue.
wir wünschen von ganzem Herzen Dir Glück, vor Allem, daß Dich ein gütig Geschick beschirme alltäglich auf's Neue.
Verleihe Dir Gott in dem wütenden Krieg über all unsre Feinde den herrlichsten Sieg und Frieden für ewige Zeiten!
| Mit Dir an der Spitze, noch lange, will's Gott, da gibt es ferner für's Reich keine Not: so weise wirst Du es leiten.
Zum dritten Male begeht das Deutsche Volk den Geburtstag seines Kaisers unter den Eindrücken eines Weltkrieges, wie ihn die Geschichte bisher nicht gekannt hat.
An Stelle von Paraden, feierlichen Auffahrten, glänzenden Festvorstellungen und Galatafeln: helden- mütige Truppen in übermenschlichem Kampfe gegen eine Welt von Feinden; und in der Heimat stille, ernste Arbeit, fester unbesiegbarer Wille, durchzuhalten.
An der Spitze des Heeres, bald im Westen, bald im Osten, immer aber im Brennpunkte der Entscheidungen, dem gesamten Volke ein Vorbild an höchstem Verantwortungsgefühl und unbeugsamer Willenskraft, ein Herrscher, der in Kampf und Sieg blieb, was er immer war und immer sein wollte: Der Friedensfürst, der Held des deutschen Gewissens! Das Beste, was ein Gewaltiger der Erde sein kann!
Nicht der Donner der Geschütze konnte den Friedenswillen des Monarchen betäuben, nicht der Siegesglanz des deutschen Schwertes ihn blenden. Tiefe reine Menschenliebe bot über die blutigen Schlachtfelder hinweg die Hand zum Frieden: Ich will es auf Gott wagen, da die Feinde keinen Mann haben, der es wagt! Erhobenen Herzens hat jeder von uns diese Heldentat des kaiserlichen Gewissens erlebt und zu werten gewußt.
Solcher Tat und ihres VollbringerS wollen wir würdig sein und bleiben! Die Feinde haben die ge
für d ie deutschen Soldatenheime und Marineheime.
Heer, Marine und Heimat sind in der Schule des Krieges zu einer unauflöslichen Einheit zusammengeschweißt worden. Während draußen die lebendige Mauer mit Gottes Hilfe und mit Siegfriedskraft dem Ansturm der Feinde trotzt, während weit jenseits unserer Grenzen Deutschlands Fahnen vorwärts getragen werden, rühren sich daheim Tag und Nacht schaffende Hände, um für alles zu sorgen, was der beutst Br«dv.r draußen rM ^e^ZU^Mw. ^^sxAdH^ brauch-
So ist es jetzt und so soll es bleiben! Cin^NuMed WW Mb mm* uer-om-sen Em
Bindeglied zwischen Heer und Heimat sind
die deutschen Soldatenheime nnd die
Marineheime
in Ost und West, Nord und Süd.
In besetzten Gebieten, an der Front und in der Heimat, im Krieg und im Frieden sollen sie der deutschen Wehrmacht, die fern von Haus und Hof, fern von den Lieben daheim im Dienst des Vaterlandes steht, ein Stiick deutscher Heimat, eine Stätte des Schutzes und der Erholung bieten. Von der obersten deutschen Heeresleitung ist anerkannt tvorden, daß die seelischen und körperlichen Wohltaten, welche der einzelne Soldat in diesen Heimen genießt, der Schlagkraft der Truppe im ganzen zugute kommen.
Das wertvolle Gut der deutschen Soldatenheime, das der Krieg uns erst in seiner vollen Bedeutung hat erkennen lassen, soll uns während des Krieges, aber auch im Waffenstillstand und im Frieden erhalten bleiben.
Helft uns, überall, wo deutsche Soldaten stehen, deutsche Soldatenheime bauen!
„Die Zähne aufeinandergebissen, aber die Herzen und die Hände weit auf, so wollen wir hinter unseren Feldgrauen stehen, ein Mann und ein Volk."
Der Ltzren-Ausschutz:
Aertrud von Kind-xöurg Stau van Aülow
geb. von Sperling. 9e^ Kracht.
Leonie von Mackensen " Magareth ^udendorff.
geb. von der Osten.
Areifrau von Waugenyeim. Margarete Michaeln.
v. Trott zu Solz, Staatsminister, v. Loebell, Staatsminister, v. Stein, Kriegsminister. Dr. Lentze, Finanzminister u. s. w.
J.-Nr- 2928 R. K. . .
Wir bringen vorstehenden Aufruf hiermit zur öffentlichen Kenntnis und sprechen dabei die Bitte aus, die Spenden auch im Kreise Schlächtern recht reichlich fließen zu lassen.
Jede Gabe ist willkommen. c
Jeden Einzelnen, besonders aber die Herren Pfarrer und Lehrer und Bürgermeister bitten wir, sich der Sammlung besonders annehmen zu wollen. An die Herren Lehrer^ richten wir ne Bitte am nächsten Sonnabend oder Sonntag eine Haussammlung durch Schüler zu veran- stalten und die eingehenden Gelder an unseren Schatzmeister, Herrn Rentmeister Bart Helm es in Schlächtern abzuliefern. Ueber die eingegangenen Gaben wirb öffentlich quittiert werden.
Schlächtern, den 22. Januar 1917.
Die beiden vereine vom Roten Rreuz.
c^anbrat von Trott zu Sotz. Arau von Trott zu Sotz.