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mitAmtlichem KreisblatL". Wochenbeilage: Illustriertes Sonnt-igsblutt.

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N 7. Mittwoch, den 24. Januar 1917. 8. ? -; /

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für die deutschen Sol datenheime und Marineheime.

Heer, Marine und Heimat sind in der Schule des Krieges zu einer unauflöslichen Einheit zu­sammengeschweißt worden. Während draußen die lebendige Mauer mit Gottes Hilfe und mit Sieg­friedskraft dem Ansturm der Feinde trotzt, während weit jenseits unserer Grenzen Deutschlands Fahnen vorwärts getragen werden, rühren sich daheim Tag und Nacht schaffende Hände, um für alles zu sorgen, was der deutsche Bruder draußen im Felde und auf See braucht.

So ist es jetzt und so soll es bleiben! Ein deutsches Volk, fest und innig verbunden. Ein Bindeglied zwischen Heer und Heimat sind

die deutschen Soldatenheiuie und

in Ost und West, Nord und Süd.

In besetzten Gebieten, an der Front und in der Heimat, im Krieg und im Frieden sollen sie der deutschen Wehrmacht, die fern von Haus und Hof, fern von den Lieben daheim im Dienst des Vaterlandes steht, ein Stück deutscher Heimat, eine Stätte des Schutzes und der Erholung bieten. Von der obersten deutschen Heeresleitung ist anerkannt worden, daß die seelischen und körperlichen Wohltaten, welche der einzelne Soldat in diesen Heimen genießt, der Schlagkraft der Truppe int ganzen zugute kommen.

Das wertvolle Gut der deutschen Soldatenheime, das der Krieg uns erst in seiner vollen Be­deutung hat erkennen lassen, soll uns während des Krieges, aber auch im Waffenstillstand-und im Frieden erhalten bleiben.

Helft uns, überall, wo deutsche Soldaten stehen, deutsche Soldatenheime bauen!

Die Zähne aufeinandergebissen, aber die Herzen und die Hände weit auf, so wollen wir hinter unseren Feldgrauen stehen, ein Mann und ein Volk."

Der Ltzren«A«*s<h«tz:

Kertrud von Kindmöurg

geb. von Sperling.

^Leonie von Wackensen

geb. von der Osten.

Areifrau von Wangenheim.

Arau von Mkorv

geb. von Kracht.

MagaretH Ludcndorff.

Margarete Michaelis.

v. Trott zu Solz, Staatsminister, v. Locbell, Staatsminister. v. Stein, Kriegsminister. Dr. Leutze, Finanzminister it. s. w.

J.-Nr- 2928 R. K.

Wir bringen vorstehenden Aufruf hiermit zur öffentlichen Kenntnis und sprechen dabei die Bitte aus, die Spenden auch im Kreise Schlächtern recht reichlich stießen zu lassen.

Jede Gabe ist willkommen.

Jeden Einzelnen, besonders aber die Herren Pfarrer und Lehrer und Bürgermeister bitten wir, sich der Sammlung besonders annehmen zu wollen. An die Herren Lehrer richten wir die Bitte, am nächsten Sonnabend oder Sonntag eine Haussammluna durch Schüler zu veran stalten und die eingehenden Gelder an unseren Schatzmeister, Herrn Rentmeister Bart Helm es in Schlächtern abzuliefern. Ueber die eingegangenen Gaben wird öffentlich quittiert werben.

Schlächtern, den 22. Januar 1917.

Die beiden vereine vom Hoten Areuz.

Landrat von Trott zu Solz. Arau von Trott zu Solz.

Kaisers Geburtstag y^*

A Zwei Mal haben mir während des Krieges Kaisers Geburtstag gefeiert. Wehmütig das erste Mal, daß mir ihn nicht so begehen konnten wie sonst, nicht so fröhlich, nicht so soldatisch, nicht so sorgenlos. Ernster, viel ernster das zweite Mal. Je länger der Krieg dauerte, desto schwerer machte er sich bemerkbar. Nicht, als ob mir ^r einem Jahre uns um seinen Ausgang gebangt hätten. Dazu sitzt in uns Deutschen viel zu tief das Bewußt- ei't der Gerechtigkeit unserer Sache und das unbedingte vertrauen in die oberste Heeresleitung, als daß mir uns iber den endgültigen Sieg wirklich ernstlich beunruhigten, wer bange war uns doch vor einem Jahr. Wir merkten mnier mehr den furchtbaren Ernst des Krieges und piirteu an uns selber die herankriechende Not. Nun wd wir wieder ein Jahr weiter. Wieder feiert das eutsche Volk den Geburtstag seines geliebten kaiserlichen

Herrn. Noch immer ist Krieg, und wer weiß, wann sein Ende kommen wird? Aber Großes ist in dem Jahre seit dem letzten Geburtstage des Kaisers geschehen Großes auf den Schlachtfeldern, Großes im Innern des Landes. Siegreich sind unsere Truppen int Osten und Südosten vorwärts gedrungen. Den Ansturm der Russen haben sie abgewehrt und den letzten Feind, der heim­tückisch wie eine Tiegerkatze uns ansprang, den Rumänen, haben sie niedergerungen. Daheim hat das Volk die 6. Kriegsanleihe gezeichnet und damit die Wetterführung des Krieges gewährleistet.

Darum feiern mir Kaisers Geburtstag diesmal zu­versichtlicher als vor einem Jahr. Denn wem verdanken wir das Große, das uns das letzte Jahr gebracht? Natürlich sind es die tapferen, unvergleichlichen Armeen und ihre Führer, welche die Leistungen vollbringen und Bewundernswertes schaffen. Natürlich ist es das deutsche Volk in seiner Gesamtheit, drinnen und draußen, welches

opferwillig und vertrauensvoll dem Staat sein Erspartes und Verdientes in der Kriegsanleihe darreicht. I neu allen sei selbstverständlich der erste Dank entboten. Aber in dessen Hand alle Fäden zusammenlaufen, der die ge­eigneten Männer an den geeigneten Platz stellt, unge­eignete zur rechten Zeit entfernt, selbstlos zurüa tritt, anderen die Ehre gönnt sie mit Zeichen des Vertrauens und Beweisen der Zufriedenheit überhäuft, das ist der, dessen Geburtstag am Samstag das deutsche Volk zum dritten Mal während des Krieges feiert, Das ist der, dem die Herzen aller Deutschen jubcnd am Samstag entgegenschlagen. Das ist unser Kaiser Wilhelm II. Wie verschiedenartig vielleicht auch aus Wellauffaffungs- gründen oder Privatüberzeugungen die persönliche Stellung des Einzelnen zum Kaisertum sein mag, an unserm Kaiser selbst haftet so viel Großes, so viel Gutes, so viel Bewundernswertes, daß wir Gott an seinem Geburtstage immer wieder dafür danken müssen, daß er unserm deutschen Volke in dieser schweren Zeit gerade einen solchen Mann als Regenten gesetzt hat.

So werden denn ant Samstag aus Millionen von Herzen inbrünstige Gebete zum Himmel aufsteigen, daß Gott unsern Kaiser in seinen besonderen Schutz nehmen und ihn auf dem Kriegsschauplatze behüten und bewahren wolle. Es werden auch unzählige Herzen den Wunsch vor Gott bringen, daß Er die Gedanken unseres Kaisers sich erfüllen und den Frieden näher gerückt werden laste. Es werdeu die Deutschen ohne Unterschied der Konfession und ohne Unterschied der Partei sich am Samstag vor dem Kaiser neigen, ihm ihre Huldigung darbringen und ihm unverbrüchliche Treue geloben. Das wird das Ge­burtstagsgeschenk des deutschen Volkes für seinen Kaiser sein. Und jubelnd wird es klingen von der Maas bis weit über die Memel, von der Etsch bis an den Bett: Heil, Kaiser, Dir!

Um Sem oder Nichtsein.

Dem deutschen Volk ist jetzt kaum etwas anderes so nötig, als daß es sich völlig klar ist über die Lage, in der es sich heut durch die neidische Habsuchtseiner Feinde befindet. Nichts ist heute falscher und gefährlicher für unser Volk als Selbsttäuschung. Als der Krieg aus- brach, mochte noch mancher der Ansicht sein, daß es sich um eine Auseinandersetzung durch die Waffen handele, die durch irgend eine diplomatische Geschicklichkeit hätte überwunden werden können, die ebensosehr einem Völ- kermißverständniL entsprang als tiefgewurzeltem Haß. Heute muß jeder von uns wissen, daß Haß und Neid der Boden ist, aus dem sich der Weltkrieg herauShob, und zwar ein Haß, der auf Tod sinnt und ein Neid, so tief gefressen, daß er sich nicht anders sättigen zu können glaubt, als am Herzblut der verhaßten Deut­schen. Mit ehernem Antlitz muß jeder Deutsche dieser Wahrheit ins blutige Antlitz schauen. Ungebeugt, ohne Furcht, zu allem cmschloffen.

Es geht einfach um unser Sein oder Nichtsein, ein­fach um die Frage, ob wir unsere nationale und wirt­schaftliche Freiheit in der Welt noch behaupten, oder gleich so vielen anderen Völkern unserer Erde zu einem willenlosen Spielball der englischen Weltherrschaft herabsinken wollen". Mit diesen Worten charakterisierte der Präsident des Abgeordnetenhauses Graf Schwerin- Löwitz in seiner Ansprache an die Abgeordneten die Lage unter dem lauten Beifall des Hauses. Schars ging er mit derempörenden Antwort" der Entente ins Gericht, in der inunverschämter Sprache" so unerhörte Frie- densbedingungen aufgestellt seien, daß eS für uns nur eine Antwort gebe, die durch unsere Waffen. Volle Klarheit haben wir über das Kriegsziel unserer Feinde! Vernichtung unserer militärischen und wirtschaftlichen Kraft und "dadurch Unordnung unter den gebietenden Willen anderer oder eines anderen militärisch und wirtschaftlich stärkeren Staates. Das i|t. doch ein­fach des Pudels Kern bei dieser unverschämtesten aller Forderungen der Entente. Ehrlich und aufrichtig war die deutsche Friedensbereitschaft, aber ebenso entschlossen und unbeugsam ist heute unsere Kampfbereitschaft. Nicht eher darf der Deutsche jetzt wieder an Frieden denken, bis die andern um Frieden bitten. Unsere großen Heer­führer, unsere herrlichen Truppen und nicht zuletzt unsere U Boote sind die einzig Berechtigten zur Antwort auf die Unverschämtheit unserer Gegner.

Aus dem Herzen aller Deutschen sprach der Graf diese Worte. Es gibt heute nur noch einen Weg des Heils für Deutschland, den durch Blut und Eisen. Durch Blut und Eisen ward Deutschland einig, unter den Hain-