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die ausgezeichneten, gut gewählten Lichtbilder von Werft- und Hafenanlagen, insbesondere unserer Seefestung Helgoland, von Kriegsschiffen und Torpedobooten in Nesselnder Weise. Die Leistungen unserer deutschen Schiffsbaukunst und unserer Marine müssen, in dieser Art vorgeführt, größte Bewunderung erregen, nachdem noch wir Handzeichnungen Aufklärung über Bau und Betrieb der U - Boote gegeben wurde. Der Vortrag schloß mit einem Hurra auf unsere blauen Jungen und dem Hinweis auf den Willen zum Durchhalten und Siegen Daheim und draußen in allen Stücken. Die dankenswerte Mitwirkung des Musikvereins Soden- Salmünster trug zur Verschönerung des Abends we­sentlich bei.

»tei.wf^eWfc.l'WiWWlii * 1*1 I»|W»»1—1 «weewsÄ»3WC$e-«.vx»csw®>Ba* Maßhalten im Urteil.

Von Generalleutnant Frhr. v. Freytag - Loringhove», Chef des Stellvertretenden Generalstsbes der Armee.

„Wenn man bedenkt, wie wenig von den Erfolgen man sich selbst zuzuschreiben hat, und daß Gott in dem Schwachen groß ist, so lernt man von selbst Bescheiden­heit". So schreibt Moltke, dessen Wirken im Felde ein einziger großer Erfolg war. Immer wieder hat er „den braven Truppen, die, wo man sie auch hinweift, zu siegen wissen", das Hauptverdienst am Gelingen zu» geschrieben. Sein Geist wirkt in unserem Heere fort, denn es birgt keinen höheren Führer, der nicht Moltkcs Denkweise teilte. Gleichwohl bedeutet es eine Betätig- ung nicht geringer moralischer Kraft für den Führer, der Truppe den eigenen SiegeSwillen auszuerlegen. In diesem Sinne hat einst Moltke die höhere Truppen- führung als „die Kraft des Handelns unter dem Druck der schwierigsten Bedingungen" bezeichnet. Die gleiche Mäßigung im Urteil zeigte der Generalstabschef Parks, Oberst v. Valentini, wenn er nach den Niederlagen der Schlesifchen Armee im Februar 1814 an der Marne schrieb: „Unsere Strategen hatten uns ein wenig epar- pilliert und haben auch wohl den Meister Napoleon zu gering geachtet. Ich will indessen keinen Stein auf sie werfen/ denn wer hätte nicht in unserem undankbaren Handwerk schon Fehler gemacht!"

Dem deutschen Volke kann man die Anerkennung nicht versagen, daß es sich im letzigen Weltkriege der Schwierigkeiten, die der Heer- und Truppenführung fortgesetzt erwachsen, stets bewußt gewesen ist. Der Haltung unserer Presse gebührt hierin ein großes Ver­dienst. An Vertrauen zur Führung unseres Heeres hat es nicht gefehlt. Anders war es und ist es noch in Angelegenheiten der Heimat. Hier werden Maßnahmen der Behörden fortgesetzt bekrittelt. Diese Erscheinung ist an sich natürlich. Fehler, besonders solche, die auf dem Gebiete der Volksernährung begangen werden, spürt jeder am eigenen Leibe. Daß der Krieg den einen reichlich verdienen, den anderen ohne Schuld und scheinbar ohne Notwendigkeit darben läßt, verstimmt manchen. Darüber wird leicht vergessen, daß sich wohl Auswüchse bekämpfen lassen, daß aber der Krieg die Menschen als solche nicht ändert. Auch ist mancher gar zu leicht geneigt, ohne weiteres den Staats- und Kommunalbehörden Dinge zur Last zu legen, die viel­leicht besser gemacht werden könnten, im wesentlichen aber doch in der allgemeinen Welt - Kricgslage ihren Grund haben.

Man sollte öfter, als es geschieht, sich die Lebens­bedingungen in den uns feindlichen Ländern vcrgegen- wärtigen. Sie sind wahrhaftig nicht rosig, von den­

jenigen Rußlands ganz zu schweigen. Ein gerechtes Urteil darf nicht verkennen, daß unsere ganze Kriegs­wirtschaft daheim etwas neues, noch unerprobtes ist, während im Heer dank der Geistesarbeit seiner leitenden Stellen und der Schulung der Truppe bereits im Frieden der Gedanke an den Krieg lebendig war. Ohne scharte Regelung von oben können wir nicht bestehen. Wenn diese im'einzelnen öfter fehlgegriffen haben mag, so sollte man auch hier die Worte Valentinis von dem „undankbaren Handwerk" gelten lassen,_ Sachliche Be­urteilung ist gut und notwendig, aber sie darf nicht in Verurteilung Umschlägen. Zu einer solchen neigen wir hinsichtlich unserer inneren Verhältnisse viel zu sehr; die gerühmte deutsche Objektivität, die hier am Platze wäre, fehlt gänzlich, nur den Fremden, selbst den Fein­den gegenüber, können wir uns noch immer nicht von ihr freimachen.

Es heißt, die Bedingungen des Daseinskampfes, in dem wir stehen, und seine Rückwirkungen auf unser bürgerliches Leben verkennen, wollte man erwarten, daß alle'auftauchenden Schwierigkeiten sich reibungslos über­winden ließen. Erst durch das Gesetz über die heimat­liche Hilssdienstpflicht ist dem Volke in seiner großen Masse ganz zum Bewußtsein gelangt,daß ein Krieg, wie­der jetzige, nicht nur vom Heere, sondern auch in der Heimat durchgefochten werden muß, daß er infolge der Abschließung, in der wir uns befinden, in seinen Wir­kungen sich unmittelbar bis in jedes deutsche Haus er­streckt. Das muß naturgemäß bei unserer starken Be­völkerung, vor allem dort, wo sie eng zusammenlebt, Schwierigkeiten hervorrufen. Härten für den einzelnen, ja für ganze Volksschichten, sind unvermeidlich. Es ist eher zu verwundern, daß sie nicht noch größer sind. In einer Denkschrift vom November 1915 führte der Oberbürgermeister von Cassel, Dr. Koch, aus, daß nach seinen Feststellungen im Jahre 1870 in Cassel die Kart toffelpreise auf 6 Mark gestiegen seien.') Er fügt hinzu: „ohne daß die damals sozialpolitisch noch nicht verwöhnte Bevölkerung daran den gleichen Anstoß ge­nommen hätte wie heute bereits an geringeren Preisen. Bis zu einem gewissen Grade muß während eines Krieges die Teuerung der Lebensmittel und das Aus­bleiben einzelner Lebensmittel deshalb von einem ver­ständigen Volke getragen werden wie so manches andere, das schwerer ist". Frühere Zeiten wußten überhaupt nichts von einer Volksfürsorge, wie sie jetzt anerkannte Pflicht des Staates und der Gemeinden ist. Nicht, daß wir zu den früheren Zuständen zurückkehren sollten oder angesichts unserer heutigen großen Städte und Jndustriebezirke es auch nur könnten, aber aus der Vergangenheit mögen wir lernen, daß der Mensch an und für sich mehr zu ertragen imstande ist, als man im allgemeinen zu glauben geneigt ist.

In der Tat sind ehedem noch ganz andere Nöte überwunden worden. Im Jahre 1813 ist eine halbe Million Soldaten, Franzosen und Verbündete, fast ein halbes Jahr in Sachsen verpflegt worden, wobei keines­wegs haushälterisch mit den Vorräten des Landes unu gegangen oder besonders planmäßig mit den Lieferungen verfahren wurde, und doch hat das Land sich über­raschend schnell von den Kriegslasten erholt. ?) Napoleon hat dim verarmten und verkleinerten Preußen nach dem unglücklichen Kriege von 1806/07 bekanntlich 1 Milliarde Frank, nach dem damaligen Geldwert eine unerhörte

9 Somit schon damals annähernd bis auf den heutigen Kleinhandelspreis, wenn nicht darüber hinaus.

2) Odeleben, Napoleons Feldzug in Sachsen.

Summe, abgepreßt. Allein Ostpreußen hat bis l 1807 durch den Krieg einen Verlust von 245 312 h den, 137 616 Ochsen, 206 109 Kühen, 878 719 Sch erlitten.8) Im Jahre 1812 sind dann noch in i Provinz von den Franzosen 26 579 Wagen und 70 Pferde gewaltsam mitgeführt worden. Zu alledem noch, daß das Jahr 1811 eine arge Mißernte geb hatte, so daß es für 1812 vielfach an dem erfordert Saatgut fehlte. Und diese ausgesogene Provinz 1813 zuerst selbständig mit der Errichtung der L wehr auf ihre Kosten vorgegangen.

Auch unsere materiellen Nöte werden nicht - Dauer sein, wir werden sie überstehen, und das Hilfe der heutigen Wirtschaftsbedingungen leichter das Geschlecht der Befreiungskriege. Es kommt allem darauf an, daß der Geist unseres Volkes s durch den Krieg leidet. Das annehmen hieße gera- am Deutschtum verzweifeln. Wer dies stärken s höre aber auf mit dem Klagen, Zanken und Verdächh anderer, er übe Zurückhaltung im Urteil.

3) Dropsen, Iorks Leben II. >

Vermischtes.

— Hamburg. Bei einem hiesigen Kauft wurden 100 Sack Kaffee, die derselbe auf die W gebracht hatte, beschlagnahmt.

— In ganz Oberitalien herrscht starker Schuft verschiedentlich liegt der Schnee meterhoch. Dieb bindungen mit Mailand sind unterbrochen.

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.

Evangelische Gemeinde:

Sonntag, den 21. Januar 1917.

Vormittags 10 Uhr: Herr Pfarrer Rollmann Nachmitttags '/, 2 Uhr: Herr Superjut. Orth.

Wochendienst: Herr Pfarrer Rollmann.

Evangelisch Kirchlicher Blaukreuz-Verein.

Versammlung nachmittags 5 Uhr in der Kleinkinderst

Katholische Gemeinde.

Sonntag, den 21. Januar 1917.

Vormittags 10 Uhr: Amt mit Predigt.

Herr Kaplan Ramb.

Nachmittags 2 Uhr: Bittandacht.

Gedeutet der huugcrndcu WO

SALAMANDER STIEFEL sind ^

B erzeichttis der am 16. Dezember 1916 in Schlüchtern der Körungs-Kommission vorgeführten resp, angekörten Zuchtbullen.

Lfde. Nr.

Standort.

Besitzer.

Abstammung.

Alter.

Monate

I Zuchtwert

11. Körperbau

III. Zeichen der Milcher gtebig- keit Punktz

Nutzwert

IV. Ge- samlein- druck

Punktzahl

Ist an­gekört mit Punkten

Be­merkungen

Schlag, Farbe, Ab- stammung«- nachwei«

Punktzahl

Wüchsig- teit

Punkt­zahl

Gesund- beit, Wieder- standS- kraft Punktz.

Kopf u.

Hatt

Punkt­zahl

Rumpf

Punkt­zahl

Glied- maßen Gang

Punkt­zahl

Haut u. Haar

Punkt­zahl

Zeichen der

Fleisch- leistung

Punktz.

Zeichen der Arbeit«, leistung

Punktz.

1.

Elm

BürgermeisterGärtner

S. R.

16

8

7,5

8

3

7

3,5

3,5

8

7

7,5

10

73

2.

//

A. G. Gerlach

//

17

7

7

8

2,5

7,5

3,5

4

8

6,5

7

9

71

3.

H

Johs. Gerlach

ff

14

8,5

8

8

3,5

7

3

4

8

8

7 5

9,5 10

75

4

Ramholz

Gutsverwaltung

//

14

7,5

8

8

3

8

3,5

2,5

6,5

8

8

73

5.

Ahtersbach

. Roth

//

15'/,

8

7,5

8

3

7,5

3,5

3

7

8

8

10

73,5

Ohrm. 469

„ 387

6.

//

//

//

15

8

6,5

8

3,5

7,5

3

3,5

7,5

7,5

7

8,5

70

Schlüchtern, den 16. Dezember

1916.

Ein tüchtiges

Mädchen welches etwas kochen kann, bei gutem Lohn gesucht. Zu mel­den bei Frau A Steinmeyer.

Ordentliches, braves

Mädchen

gesucht.

MMpp Molen der,

Fuldaerstraße 4.

Hekanntmachnng.

Das Modeln auf den öffentlichen Straßen, Plätzen nnd Vürgersteigen der Stadt ist verboten. Die Hausbesitzer werden aufqefarbeit, bei Eintritt von Glatteis die Straßen zu bestreuen.

Schlüchtern, den 18. Januar 1917.

Die Polizeiverwaltung: Stückrath.

Die Körungs - Kommission.

Bekanntmachung.

Die Zahl der zur Frühjahrs- Bestellung und sonst in der Landwirtschaft nötigen Kriegs­gefangenen ist in der Kanzlei des Rathauses anzumelden.

Schlüchtern, den 15. Jan. 1917

Der Bürgermeister: Stückrath.

Margarete Janzen, Musiklehrerin,

ausgebildet am Konservatorium

Klindworth — Scharwenka in Berlin

Ahtersbach, Telefon Nr. 28, gibt wöchentlich zweimal in Schlüchtern Hausunterricht in Gesang und Klavier.

>

Bekanntmachung

Zum 1. April 19 i 7 wird zur Bewirtschaftung der Kriegsver- pflegungSanstalt Salmünster— Soden ein neuer Vertrags- nehmer gesucht.

Geeignete Personen wollen sich beim Proviantamt Hanau unter Einreichung eines entsprechenden Gesuches melden.

Schlüchtern, den 16. Jan. 1917.

Der Magistrat: Stückrath. Bekanntmachung- Auf die Bekanntmachung des Königlichen Herrn Landrats hier vom 5. Januar 1917 I -Nr. 105 betreffend den Verkehr mit ..Kriegsgefangenen veröffent­licht in Nr. 3 des Kreisblatts vom 10. Januar 1917 wird hiermit nochmals ausdrücklich hingewiesen.

Schlüchtern, den 18. Jan. 1917 Der Bürgermeister: Stückrath.

Der Frankfurter Ha frauenbund, Frankfurt a. Goethestraße 10', sucht | weibliche

HausailgesteM jeder Art. Die Vermittlun für Mädchen kostenfrei.

Bekanntmachuns

I r e i ö a n k.

Am Sonnabend, den 20. Ja« abends von 7 Uhr ab wird der Freibank Fuldaerstraße 37 Fleisch einer als minderrvN abgestempelten K U h in r« Zustand das Pfund zu 1 und 1,20 Mk. verkauft.

Die Ausgaben der KartcH dem Fleischverkauf erfolgt | gleichen Tage mittags vo»" bis 1 Uhr im Rathaus Kali - Schlüchtern, den 19. Jan.

Der Magistrat: StückE