mit „Amtlichem Kreisblatt". — Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
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Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1,50 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.
^M 6. Samstag, den 20. Januar 1917. 68. Jahrgang-
Amtliches.
L. „t. „ t m 24 677/7453 - 111 ^^ ' "' 24 660,7440
Vetr.: Schriftliche Mitteilungen in Paketen ; nach dem Ausland.
Bekanntmachung.
' Das stellvertretende Generalkommando weist erneut i auf die Verordnungen vom 27. 2. 1915 betr. Verbot ' des Besorgens von Briefschaften der Kriegsgefangenen durch Privatpersonen und vom 12. 1. 1916 betr. ( Sendungen nach dem Auslande hin.
Nach der ersteren Verordnung ist jede Besorgung seiner schriftlichen Mitteilung von Kriegsgefangenen ver- > ^. boten. Insbesondere ist es strafbar, wenn den von ! hier aus an deutsche Kriegsgefangene ins Ausland ab- Igehenden Paketen schriftliche Mitteilungen hier befindlicher feindlicher Kriegsgefangenen beigefügt werden.
Die Betreffenden würden sich unter Umständen da- ( bei auch der Beihilfe zum Landesverrat schuldig machen und Bestrafung wegen dieses Verbrechens zu gewärtigen haben.
Die Verordnung vom 12. 1. 1916 verbietet es, . Paketen ins Ausland irgendwelche schriftliche Mitteilungen beizusügen, die nicht ausdrücklich als in dem Paket befindlich angegeben sind.
Demgemäß ist es auch strafbar, wenn den von hier aus an deutsche Kriegsgefangene ins Ausland abgehenden Paketen schriftliche Mitteilungen beigefügt werden.
Frankfurt a. M., den 30. Dezember 1916.
18. Armeekorps. Stellv. Generalkommando.
Betr. Heuablieferung.
Nr. 638 K. G. Die mit der Meldung der sichergestellten Heumengen noch rückständigen Herren Bürgermeister werden an die Einsendung der Meldung erinnert. Gleichzeitig gebe ich bekannt, daß der höhere Preis für ab Januar zur Verladung kommendes Heu erst dann von der Heeresverwaltung gezahlt werden wird, wenn die bis Ende Dezember zur Ablieferung aufcrlegte Menge voll zum Versandt gekommen ist.
■ Schlüchtern, den 18. Januar 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.
Die Verbaudsantloort an Wilson.
(Havasmeldung.)
W Paris, 12. Januar 1917.
Die Antwort der alliierten Regierungen auf die Note Wilsons vom 19. Dezember lautet folgendermaßen: Die alliierten Regierungen haben die Note, welche ihnen am 19. Dezember 1916 im Namen der Regierung der Vereinigten Staaten übergeben wurde, erhalten. Sie haben sie mit der Sorgfalt geprüft, welche gleichzeitig ihre richtige Empfindung von dem Ernst der Stund«. und ihre aufrichtige Freundschaft für das amerikanische Volk gebot.
Die Alliierten empfinden ebenso tief wie die Regierung der Vereinigten Staaten den Wunsch, möglichst bald diesen Krieg beendet zu sehen, für den die Mittelmächte verantwortlich sind, und welcher der Menschheit grausame Leiden auferlegt; aber sie sind der Ansicht, daß es unmöglich ist, bereits heute einen Frieden zu erzielen, welcher ihnen die
Wiedergutmachungen, Rückerstattungen und Bürgschaften
schert, auf welche sie ein Recht haben infolge des An- griffs, für welchen die Mittelmächte die Verantwortung tragen und der im Ursprung gerade darauf abzielte, die Sicherheit Europas zugrunde zu richten.
Eine historische Tatsache steht gegenwärtig fest, nämlich der Angriffswille Deutschlands und Oestereich- Ungarns, um ihre Vorherrschaft in Europa und ihre wirtschaftliche Herrschaft über die Welt zu sichern. Deutschland hat durch die Kriegserklärung und die sofortige Verletzung der belgischen und luxemburgischen Unabhängigkeit, durch die Art, wie es den Kampf Sesührt hat, eine
systematische Verachtung aller Grundsätze der Menschlichkeit
und der Rechte der kleinen Staaten gezeigt. Je mehr ber Konflikt sich entwickelte, wurde die Haltung der Mittelmächte und ihrer Verbündeten ein ständiger Hohn
auf Menschlichkeit und Zivilisation. Ist es nötig, an die Greuel zu erinnern, welche den Einfall in Belgien und Serbien begleiteten, die schamlose Verwaltung der besetzten Länder, die Zeppelinangriffe auf offene Städte, die Zerstörung von Postdampfern und Handelsschiffen unter neutraler Flagge durch Unterseeboote, die grausame Behandlung der Kriegsgefangenen, die Justizmorde an Miß Cavell und Kapitän Fryat, die Verschleppung der Zivilbevölkerung in die Sklaverei usw., die Hinrichtung von Parwille und die Reihe von Verbrechen, die ohne Rücksicht auf die allgemeine Mißbilligung begangen wurden, erklären dem Präsidenten Wilson vollständig den Protest der Alliierten.
Präsident Wilson wünscht, daß die kriegführenden Mächte offen die Ziele bekannt geben, welche sie sich bei der Fortführung des Krieges setzen. Die Alliierten können auf diese Forderung ohne Schwierigkeit antworten.
Ihre Kriegsziele
sind wohl bekannt. Diese Ziele werden in den Einzelheiten mit allen Kompensationen und gerechtfertigten Entschädigungen für den erlittenen Schaden erst in der Stunde der Verhandlungen auseinandergesetzt werden. Aber die zivilisierte Welt weiß, daß sie alles Notwendige einschließen und in erster Linie die Wiederherstellung Belgiens, Serbiens und Montenegros, die ihnen geschuldeten Entschädigungen, die Räumung der besetzten Gebiete von Frankreich, Rußland und Rumänien mit den gerechten Wiedergutmachungen, die Reorganisation Europas, Bürgschaft für ein dauerhaftes Regime, das sowohl auf die Achtung der Nationalität und die Rechte aller kleinen und großen Völker begründet ist wie auf territoriale Abkommen und internationale Regelungen, welche geeignet sind, die Land- und Seegrenzen gegen ungerechtfertigte Angriffe zu schützen, die Zurückgabe ser Provinzen und Gebiete, die früher den Alliierten durch Gewalt oder gegen den Willen ihrer Bevölkerung entrissen worden sind, die Befreiung der Italiener, Slaven, Rumänen, Tschechen und Slovaken von der Fremdherrschaft, die Befreiung der Bevölkerungen, welche der blutigen Tprannei der Türken unterworfen sind, und die Entfernung des osmanischen Reiches ans Europa, weil es zweifellos der westlichen Zivilisation fremd ist. Die Absichten Seiner Majestät des Kaisers bezüglich Polens sind klar und durch die Proklamation kundgegeben, welche er an seine Armeen gerichtet hat.
Wenn die Alliierten Europa der brutalen Begierde des preußischen Militarismus entreißen wollen, so war es selbstverständlich niemals ihre Absicht — wie man vorgegeben hat — die Vernichtung der deutschen Völker und ihr politisches Verschwinden anzustreben. Was sie vor allem wollen, ist die Sicherung des Friedens auf der Grundlage der Freiheit und Gerechtigkeit, der unverletzlichen Treue, welche die Regierung der Vereinigten Staaten stets beseelt hat. Die Alliierten, einig in der Verfolgung dieses hohen Zieles, sind jeder einzeln und gemeinsam entschlossen, mit ihrer ganzen Kraft zu handeln und alle Opfer zu bringen, um den Streit zu einem siegreichen Ende zu führen, von welchem ihrer Ueberzeugung nach nicht blos ihr eigenes Heil und ihre Wohlfahrt, sondern die Zukunft der Zivilisation selbst abhängt.
Lokales und Provinzielles.
Schlüchtern, den 19. Januar 1917.
—* Vortrag. Wir gestatten uns nochmals ganz besonders auf den Vortrag am kommenden Montag in der Deutschen Kolonialgesellschaft hinzuweisen.
- * Berichtigung. Die Prüfungstermine am hiesigen Königl. Lehrerseminar finden statt: Aufnahmeprüfung schriftlich am 28. Sptember, mündlich am 29. September und nicht wie früher berichtet am 29. und 30. Mstrz. Entlassungsprüfung schriftlich am 3. September, mündlich am 13. September.
—* Die Versteuerung der Pacht- und Mietverträge für das Kalenderjahr 1916, sowie der Automate und Musikwerke für das Kalenderjahr 1917 hat bei Ver- meidung der gesetzlichen Strafen bis spätestens Ende dieses Monats zu erfolgen.
—* Der Kommunallandtag des Regierungsbezirkes Caffel ist zum 26. Februar und der Kommunallandtag von Wiesbaden zum 30. April einberufen worden.
—* Austausch tragender Stuten gegen krirgsbrauch- barc Pferde. Voraussichtlich werden noch in diesem Monat tragende, belgische Stuten in den Bezirk des 11. Armeekorps überwiesen, die im Austausch gegen
kriegsbrauchbare Wallache und Stuten an Pferdebesitzer abgegeben werden sollen. Gewerbsmäßige Pferdehändler sind ausgeschloffen. Gegen die tragenden Stuten sind einzutauschen in erster Linie schwere Zugpferde und soweit diese zu erlangen Stangenpferde. Reit- oder Vorderpferde sind ausgeschlossen. Der Austausch der Pferde erfolgt in Form einer schriftlichen Vereinbarung mit der die Pferde abgebenden militärischen Stelle. Pferdebesitzer, welche bereit sind, kriegsbrauchbare Pferde der vorgeschriebenen Art gegen tragende Stuten einzutauschen, werden hiermit aufgefordert ihre Anmeldungen an die Landwirtschaftskammer in Cassel zu richten. Die eingehenden Anmeldungen werden dann an die Inspektion der Ersatz - Eskadrons in Cassel, Husaren- Kaserne weitergegeben, welche mit der Durchführung der weiteren Angelegenheit beauftragt ist.
—* Beschaffung von Fischereibedarf. Um eine möglichst sparsame Verwendung der für die Herstellung von Fischnetzen erforderlichen Rohmaterialien an Baumwolle, Hanf, Flachs usw. zu gewährleisten, hat die Kriegs- Rohstoff-Abteilung angeordnet, daß alle bei den deutschen Netzfabriken eingehenden Bestellungen an Fischernetzen dem Reichskommissar für Fischversorgung (Ausschuß für Fischereibedarf), Berlin W. 8, Behrenstraße 14—16, Fernruf Ztr. 11888, zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden müssen. Den Netzfabriken ist durch die Kriegs-Rohstoff-Abteilung verboten, Netzbestellungen ohne Genehmigung dieses Ausschusses auszuführen. Um Verzögerungen zu vermeiden und den Fischern den Gang der Bestellungen zu erleichtern, sind überall in den einzelnen Fischereigebieten besondere Vertrauensmänner bestellt worden. Die Fischer werden daher zweckmäßig alle Netzbestellungen den zuständigen Vertrauensmännern einreichen, diese werden die Bestellungen auf dem richtigen Wege weitergeben. Die Fischer werden gut tun, sich rechtzeitig nach Namen und Wohnort der zuständigen Vertrauensmänner bei den Fischerei- Aufsichtsbehörden und den Fischereivereinen zu erkundigen. Als Vertrauensmann für den Regierungsbezirk Cassel ist Herr Geheimer Regierungsrat Eberts in Cassel, Humboldtstraße 4, und für die Provinz Hannover Herr Geheimrat Recken in Hannover, Wiesenstraße 22, bestellt worden. Netzgarne können von den Fabriken bis auf weiteres ohne Zustimmung des Ausschusses für Fischereibedarf unmittelbar bezogen werden. Der Reichskommissar für Fischversorgung (Ausschuß für Fischereibedarf) wird, soweit möglich, auch sonstigen Fischerei- bedarf vermitteln.
* Breitenbach (Kreis Schlüchtern). Der Holzhauer Nikolaus Kreß von hier, welcher mit noch drei anderen Holzhauern im Gemeindewald beschäftigt war, verunglückte am vergangenen Freitag tötlich. Eine angegrabene Fichte fiel durch heftigen Windstoß um und begrub Kreß unter sich. Nach Entfernung derselben, kurze Zeit darauf, gab Kreß seinen Geist auf. Er hinterläßt eine Frau ryit 2 erwachsenen Kindern.
* Sanncrz. Gefreiter Franz Seipel, der jüngste Sohn der Witwe Seipel, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
* Soden. Die am Sonntag, den 14. ds. Mts. von der Ortsgruppe des Heimatbundes unter Mitwirkung des Volksbildungsvereins Rhein - Mainischer Verband veranstalteten Lichtbilder - Vorträge im Kurhaus erweckten bei den Besuchern eine lebhafte Anteilnahme. Am Nachmittage konnten sich die Kinder an zum Teil altbekannten, eigenartig von Künstlerhand gezeichneten Märcycnbildern erfreuen, zu denen Großmütterchen klar und deutlich zu erzählen wußte, — vom Froschkönig, von Brüderchen und Schwesterchen, Dornröschen, Schneewittchen, von Schneeweißchen und Rosenrot, — und ganz zuletzt die schöne Geschichte von den sieben Geiß- leim die in ihrer ganzen Munterkeit bei ihrem Erlebnis mit dem bösen Wolf in köstlichen Bildern gezeigt wurden. Den Beschluß der Vorstellung machte eine Folge von Bildern aus dem Leben der heiligen Familie von Meister Dürer. Am Abend sprach Herr Lehrer Spen- kuch vor einer zahlreichen Zuhörerschaft sehr anschaulich und volkstümlich über „Unsere Flotte, besonders die H-Boote". Der Vortragende gab einen Ueberblick über das Werden des Gedankens der Schaffung unserer Seemacht int Konkurrenzkampf mit dem neidischen, doppelzüngigen Nachbar England zum Schutze des deutschen Ueberseehandels und Deutschlands Weltgeltung, indem er wesentliche Momente und Krisen in der geschichtlichen Entwicklung besonders hervorhob. Darauf erläuterte er