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mit amtlichem Rreisblatt.
Telefon Nr. 65.
Postscheckkonto Frankfurt a. M 11408.
tVochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
Telefon Nr. 65.
Erscheint Mittwoch und Samstag. — preis mit „Rreisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Aeile oder deren Raum 12 pfg.
3s 1. Mittwoch, den 3. Januar 1917.
68. Jahrgang.
2lmtlid?e».
I - Nr. 14364. Die Wehrpflichtigen des Jahrgangs 1897, d. s. alle im Jahre 1897 geborenen männlichen Personen, und die Militärpflichtigen der Jahrgänge 1896, 1895, sowie aller älteren Jahresklassen, die eine endgültige Entscheidung über ihr Militärverhältnis noch nicht erhalten haben, haben sich sofort, spätestens bis zum 15. d. Mts. bei dem Gemeinde-Vorsteher ihres Aufenthaltsortes zur Rekrutierungsftamm- rolle anzumelden.
Diejenigen Wehrpflichtigen des Jahrgangs 1897, welche außerhalb ihres Aufenthaltsortes geboren sind, haben bei dieser Anmeldung ihre Geburtsurkunde, die Militärpflichtigen der älteren Jnhresklassen 1896, 1895 usw. ihre Musteruugsausweise (Losungsscheine) vorzulegen.
Die Nichtbefolgung dieser Anordnung wird nach den gesetzlichen Bestimmungen bestraft.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche-ich, Vorstehendes sofort und wiederholt in ihren zGemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.
Sodann ersuche ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher die Rekrutierungsstammrolle für das Jahr ‘1917 sorgfältig aufzustellen und mit den nötigenfalls Izu verständigenden RekrutierungSstammrollen für die kJahre 1915 und 1916 bestimmt bis zum 20. d. Mts. »hierher einzusenden.
s Indem ich im übrigen wegen der Aufstellung der Ntekrutierungsstammrollen auf meine Verfügung vom PO. Dezember 1913 J.-Nr. 13361 (Kreisblatt Nr. 1913) verweise, mache ich noch besonders darauf aufmerksam, dob Qwrr><K+nr^.Ä,;~ «... >x«qAsdr *** du ganz dringenden Fällen stattfinden dürfen. Etwaige Einträge (Reklamationen) sind mit den Rekrutierungs- liammrollen vorzulegen.
Schlüchtern, den 2. Januar 1917.
Der Zivilvorsitzende der Ersatzkommission des Aushebungsbezirks Schlüchtern.
von Trott zu Solz.
die Herren Standesbeamten des Kreises.
Unter Hinweis auf die Kreisblattverfügung vom 10 ember 1913 J.-Nr. 13361 (Kreisblatt Nr. 50/1913) che ich die Herren Standesbeamten, die Anszüge aus Geburtsregister über die im Jahre 1900 geborenen mlichen Personen den Herren Bürgermeistern uud isvorstehern sofort zu übersenden.
Zugleich ersuche ich die Herren Standesbeamten, ber jede verstorbene männliche Person, welche das 25.
Zm Schatten der Ueterpaulsfestung.
Roman von Hermann Gerhardt. 47
Nachdem Mtschas Schritte verklungen waren, ging Server, seine Schwester aufzusuchen.
Es war niemand bei ihr. Sie trat ihm lebhaft ent- egen
„Hast Dn sie?" war ihre erste Frage. Statt der Ant- Dort, holte er die Pässe hervor.
„O, Gott sei Dank!" rief sie aus. „Nnn können wir heilte abend fort und die furchtbare Spannung hat ein Ende. Wenn es noch länger dauern sollte, würde ich, glaube ich, den Verstand verlieren. Sieh mal! Hie zeigte auf ein wundervolles Blumenarrangement. „Die hat er geschickt, bald uachdemDu heute morgenweg- Hegavgen warst. Aber das ist noch nicht das schlliinnste: er war auch selber hier, um sich nach meinem Befinden |u erkundigen 1 Und dann kam die liebe, kleine Katm Hub blieb bis vor einem Augenblick. Sie war zu nett, - so besorgt um mich! Ich kam mir so schlecht vor, Werner!"
Bei Nemuma dou Katias Namen ging es Rittberg wie ein Stich dnrchs Herz. So hatte er sie gerade ver- fehlt! Ex hätte weinen mögen. Und doch sagte ihm die Vernunft, daß es so am besten sei. Besser, er »lahm eine bittersüße Erinnerung weniger mit auf den -Weg, als daß er in Gefahr kam, Gefühle zu verraten, die ebenso unangebracht wie aussichtslos waren!
| 23. Kapitel.
| Es war elf Uhr abends und das gastfreie HauS der Präfekten erstrahlte im Glänze festlicher ^eleuch- ^"g; denn eine ungewöhnlich große Zahl von Galten stillte die Empfangsrännle nnb scharte sich um ihren Mittelpunkt, General Birnleff, der sich noch nie so char-
Lebensjahr noch nicht vollendet hatte, einen Auszug aus dem Sterberegister des Jahres 1916 bestimmt bis zum 15.^Januar d. Js. hierher einzusenden.
Schlüchtern, den 2. Januar 1917.
Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz.
Abt. III d. Nr72407Ö/72297
Betr. Polizeistunde.
Mit Rücksicht auf die Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 11. d. Mts. betr. die Ersparnis von Brennstoffen und Beleuchtungsmitteln (Reichs - Gesetzbl. S. 1355) wird die Verordnung des stellvertretenden Generalkommandos vom 27. 4.1915 betr. Polizeistunde — III b. 8826/3968 — aufgehoben.
Frankfurt a. M., den 16. Dezember 1916.
18. Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando.
HI b. 23714-7196.
Betr. Modeblätter des feindlichen Auslandes.
Die Verordnung vom 19. 6. 1916 betr. Verbot der Einfuhr und des Vertriebes von Modeblättern des feindlichen Auslandes - Ib. Pr. III b. Nr. 2431/3323 - nürd hiermit wieder aufgehoben.
Frankfurt a. M., den 15. Dezember 1916.
18. Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando.
A. II. G. 7784.
Bekanntmachung.
Die mit Wirkung vom Beginn 1917 ab eintretende Erhöhung der Brennstoffpreise um je eine Mark für die Tonne Brennstoff rechtfertigt für den Handel nur einen Aufschlag von je 5 Pfennig für den Zentner, sind daher durch jene Erhöhung allein nicht gerechtfertigt. Die örtlichen Preisprüfungsstellen sind angewiesen, etwaige Preiserhöhungen im Platz- und Kleinhandel auf ihre sachliche Berechtigung hin nachzuprüfen.
Cassel, den 26. Dezember 1916.
Preisprüfungsstelle für den Regierungsbezirk Cassel und das Fürstentum Waldeck.
Lewald, Ober - Regierungsrat.
Nr. 10301 K. G. Durch die in der vorliegenden Dir. des Kreisblattes enthaltene Bekanntmachung über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk-', Strick- und Schuhwaren vom 10. Juni 1916 und 23. Dezember 1916 wird die Ausstellung von Bezugsscheinen auch für Schuhwaren vorgeschrieben. Den Herren Bürgermeistern der Landgemeinden (als Prüsungsstellen) wird die genaueste Beachtung dieser Bekanntmachung zur Pflicht gemacht. Für die Folge ist die Frage des Be dürsnisses einer Anschaffung weit schärfer als bisher zu
mant, so geistreich unb so anziehend gezeigt, wie gerade heute! Die Frauen verfolgten ihn mit ihren Bullen unb tauschten flüsternd schmeichelhafte Bemerkun- gen über ihn ans: „Wie liebenswürdig er mal wieder 'ist! Dieser Esprit! Dieser unwiderstehliche Charme!"
Auch Litschkoff war da, glatt, verbindlich und lächelnd wie immer. Dein verschleierten Blick seiner mandelförmigen Augen war nicht entgangen, daß Rittberg ganz im stillen den Saal verlassen hatte; und jetzt beobachtete er verstohlen seinem Chef, der den General ßieoen in Beschlag genommen und denselben in ein angelegentliches Gespräch verwickelt hatte. Sie standen dicht bei der Tür, die nach dem großen Vestibül führte.
Vom Spieltische her, wo es am vierteil Mann fehlte, spähte man erwartungsvoll nach ihm aus; aber er rührte sich nicht vom Platze, auch bann nicht, als der General ihn verlassen hatte, fonbern vertiefte sich anscheinend in die Betrachtung einer seltenen exotischen Blume.
Inzwischen hat Margarete sich fertig gemacht und steht zum Ausgeheu bereit in ihrem Zimmer, horchend, ob nicht des Bruders Schritte hörbar werden. DaS Herz klopft ihr so laut, daß sie nichts vernimmt und durch seinen Eintritt überrascht wird.
„Komm," flüsterte er, „die Droschke steht vorder Tiir." Er faßt ihre Hand unb drückt sie ermutigend. Samt treten sie auf den Gang hinaus unb gehe» leise, ohne sich zu überlasten, nach der großen Treppe. Sie Türen zum Empfangssalon sind nur angelernt; man hört das ©mimten vieler Stimmen, Gelächter und das Klimpern von Geldstücken. — Indem die Geschwister die große Eingangshalle betreten, öffnet sich eine Tür, es ist Jivan; er bleibt stehen, um sie vorbei zu lassen, dann geht er mit seinen lautlosen Schritten auf die Treppe zu. „
Im nächsten Moment stehen sie draußen. Der Dwor- uik, der im Portal auf und abgeht, sagt „guten AMd,"
prüfen und es wird die Abstempelung der Bezugsscheine in der Regel in allen den Fällen abzulehnen sein, wo angenommen werden kann, daß ein Auskommen oder Behelf mit den vorhandenen Vorräten bis zum Ende des Jahres 1917 möglich ist.
Schlüchtern, den 2. Januar 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschuffes.
Betr. Speck - Ablieferung.
Nr. 12 K. G. Da von jetzt ab die Ablieferung von Speck Voraussetzung jeder Schlachterlaubnis ist, mache ich darauf aufmerksam, daß der Speck nur in tadelloser Beschaffenheit zu liefern ist. Zu heiß und zu lang geräucherter, schwarz verbrannter Speck, solcher, der in nicht richtig hergestellter Lake Geruch angenommen hat, muß zurückgewiesen werden. An Stelle solchen nicht abnehmbaren Specks ist alsdann Wurst oder Schinken zu liefern.
Schlüchtern, den 2. Januar 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschuffes. von Trott zu Solz.
Bekanntmachung. betreffend die Entrichtung des fWarenumsatzstempels.
Aus Grund des § 161 der Ausführungsbestimmungen zum Reichsstempelgesetze werden die zur Entrichtung der Abgabe vom Warenumsätze verpflichteten gewerbetreibenden Personen und Gesellschaften in den Landgemeinden des Kreises aufgefordert, den gesamten Betrag ihres Warenumsatzes im ^alenberiaBr 1916 füP^.icte %Wef'' des Kalenderjahres 1916 bis spätestens zum Ende £ des Monats Januar 1917 der unterzeichneten Steuerstelle schriftlich oder mündlich anzumelden und die Abgabe gleichzeitig mit der Anmeldung an die Kasse der Steuerstelle (Kreis-Kommunal- kasie in Schlüchtern) einzuzahlen.
Die Veranlagung der Warenumsatzsteuer in den Städten Schlüchtern, Steinau und Salmünster erfolgt durch die Magistrate, und werden Steuerpflichtige dieser Städte von dieser Bekanntmachung nicht betroffen.
Als steuerpflichtiger Gewerbebetrieb gilt auch der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft, der Viehzucht, der Fischerei und des Gartenbaues, sowie der Berg- wcrkbetrieb.
Beläuft sich der Jahresumsatz auf nicht mehr als 3000 Mark, so besteht eine Verpflichtung zur Anmeldung und eine Abgabepflicht nicht, es empfiehlt sich jedoch, zur Vermeidung von Erinnerungen eine die Nichteinreichung einer Anmeldung begründende Mitteilung zu machen.
unb Werner erwidert den Gruß. Dort steht die Droschke; Werner hilft Margarete hinein und setzt sich neben sie; der Kutscher treibt das Pferd an und sie rasen dahin, den Newski-Prospekt entlang.
Da sinkt Margaretes Kopf an des Bruders Schulter und er legt den Arm um sie. Jetzt, da sie glücklich unterwegs sind und die furchtbare Spannung nachgelassen hat, überfällt sie ein Schwächegefühl, dem sie nach- geben darf. Die Tränen stürzen ihr auS den Augen; dicht an ihrem Ohr flüstert Werners Stimme: „Mutk Mut!«
Doch die Ohttmachtsauwaudlnuggehtvorüber; Margarete richtet sich auf unb blickt umher. Schon liegt die Stadt hinter ikneu; nur noch vereinzelte Gebäude steht man, dazwischen vom Mond beschieduene Gärten und Felder. Bald wird die Station erreicht sein!
Kein Laut ist zu hören, außer dem Schellengeläut ihres eigenen Schlittens, da plötzlich Pferdegetrappel auf der beschneiten Straße, und ans dem tiefen Schatten eines Hauses taucht ein zweiter Schlitten auf unb hält eine kurze Strecke vor dem ihrigen. Vier Männer sitzen darin, von denen einer herausspringt und die Hand hochhebt.
„Halt!" schreit er.
Das Pferd des DroschkenschlittenS springt entsetzt zur Seite. Einer von den Männern nimmt eS beim Kopf und beruhigt es.
Margarete hat einen leisen Schreckensruf anSge- stoßen unb klammert sich an Werners Arm. Der ist aufgesprungen und blickt mütenb von einer der in bieten Friesröcken steckenden Gestalten zur andern.
„Weg da!" schreit er, „laßt daS Pferd los!" Plötzlich besinnt er sich, daß er dentsch gesprochen und daher schwerlich verstanden worden ist; so ruft er dem Kutscher auf russisch zu, er solle zufahreu. Aber dieser, verwirrt und eingeschüchtert durch den Anblick der Gendarmen, sitzt regungslos auf seinem Bock. 231,18