mit amtlichem Kreisblatt
Telefon Nr. 65.
Postscheckkonto Frankfurt a. M. 11408.
Vochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt
Monatsbeilage: tandwirtschaftlicher Aatgeber.
Telefon Nr. 65,
Erscheint Mittwoch und Samstag. — preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1,20 Alk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg.
Samstag, den 25. November 1916
67. Jahrgang.
kartoffelMMmcht abwiegt oder Mißt, handelt leichtsinnig.
llmtli^e».
abt. ld. Tgb.-Nr. 11980. J.-Rr. 13017
Betr. Russische Arbeiter.
Es liegt Veranlassung vor, darauf hinzuweisen, daß der Befehl des Generalkommandos vom 1. November 1915 I d 8757, wonach den russisch-polnischen Arbeitern die Rückkehr in ihre Heimat verboten ist, nach wie vor in Kraft ist.
Frankfurt a. M., den 20. November 1916.
18. Armeekorps. Stellv. Generalkommando.
Das Kriegsernährungsamt gibt bekannt: Eine irrige Auffassung findet sich wiederholt bei Erörterung der Frage, welche Kartoffelmengen dem Landwirt belassen werden müssen, sofern er es zur Enteignnug kommen läßt. Hierzu wird bemerkt, daß im Falle der Enteignung der Kartoffelerzeuger keinen Anspruch darauf hat, daß ihm Kartoffelmengen, sei es zur Ernährung seiner selbst und seiner Angehörigen oder als Saatgut belassen werden. Außerdem ist darauf hinzuweisen, daß im Falle der Enteignung nach der Bundesratsverordnung vom 2. März 1916 der Uebernahmepreis um 1.50 Mk. für den Zentner gekürzt wird.
Betr. Ausdreschen.
Nr. 8671 K. G. Auf Grund des § 3 der Verordnung über Brotgetreide und 9JW ^ der <5«^ 1916, vom E Juni 1916 (R.G.Bl. S. 613, <82) odne ich hiermit an: „
Der Endtermin für das Ausdreschen aller Frucht wird auf den 10. Dezember 1916 festgesetzt.
Die Nichteinhaltung des TerminS wird gemäß § 57 obengenannter Verordnung bestraft.
Königl. Landrat.
Weihnachtspakete für Angehörige des 2. Kurhessischen Infanterie-Regiments Nr. 82.
Weihnachtspakete für bestimmt bezeichnete Angehörige des 2. Kurhessischen Infanterie,Regiments Nr. 82 im Felde wollen — gut verpackt — bis, spätestens 5. Dezember unter der untenstehenden Anschrift, unter Hinzusetzung des Namens des Empfängers im Felde, abgesandt werden. Das Bataillon wird für rechtzeitige Weitersendung an das Regiment 82 sorgen.
1. Ersatzbataillon 2. Kurhessischen Infanterie-Regiments 9lr. 82.
„Herrn Hermann Kraetzschmar Kürschnermeister in Göttingen Kornmarkt 5,
Bestimmt für: Gefreiten August Meyer 12.Kompagnie.
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5
Handelskammer zu Hanau.
Bekanntmachung.
Im dienstlichen Interesse führen wir für unsern
Syndikus, Herrn Dr. phil. Grambow,
Sprechstunden ' ein; sie werden bis auf weiteres folgendermaßen gelegt: Montags bis Freitags 11—12 Uhr V. u. 4—c» Uhr A>, Sonnabends 10—12 Uhr Vorm.
Hanau, den 24. November 1916.
Die Handelskammer zu Hanau.
Eanthal.
Der Syndikus: Dr. phil. Grambow.^
Marmladensaumlims-
Die Marmeladensammlung ergab auch in diesem iÄahre ein erfreuliches Resultat und zeigt von der ^pser- Wigfeit unserer deutschen Hausfrauen, es gingen ein.
Gläser Gelee und Marmelade
56
20
12
20
4
118
3
1
2
Büchsen Marmelade
Eimer Marmelade
Flaschen Saft große Eimer Mus
Steintöpfe Mus über 3 Zentner Dörrobst Pfund getrocknete Erbsen Stück Speck , .
Kisten Mus und Marmelade der Gemeinden
Alten- uud Neuengronau.
In anerkennenswertester Weise haben sich besonders auch die Dorfgemeinden an der Sammlung beteiligt.
Ein Teil der Gaben gelangte in den hiesigen Lazaretten zur Verteilung, während der größte Teil an die Feld- und Etappenlazarette versandt wird.
Allen freundlichen Gebern herzlichsten Dank: Für den Vaterländischen Frauenverein
Frau von Trott zu Solz.
Patenschaftshilfsfonds für den Kreis Stallupönen.
Auf unseren Aufruf vom 7. August ds. Js. sind uns an Spenden zugegangen:
1. 500 Mark von Sr. Exzellenz dem Kaiserlichen Botschafter Herrn Dr. von Kühlmann.
2. 100 Mark von Sr. Exzellenz Herrn Grafen von Suiten. Czapsky.
Wir danken den edlen Gebern, hoffen aber noch auf weitere Spenden, da der Kreis sich zu einem Beitrag von 5 300 Mark verpflichtet hat.
Schlüchtern, den 22. November 1916.
Der Männer-Verein vom Roten Kreuz.
Goldsammelstklle.
Vorletzter Goldannehmentag am Dienstaa. dp« 2S. 9>nt** P?«'<?-<»» ;«.» ',u um '•-hw a*» angegebenen Goldsachen nebst Ketten und Gedenkmünzen kann abgeholt werden. Der Betrag für die später ab- gelieferten Sachen erfolgt am 5. Dezember.
Auch dieses Mal wurden Goldsachen im Goldwerte von 450 Mark abgegeben.
Kaiser Franz Joses t
Wien, 21. November (W. B.) Eine Extra-Ausgabe der kaiserlichen Wiener Ztg. meldet, daß Seine Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät Franz Joseph I. heute 21. November, 9 Uhr abends, im Schloß Schönbrunn sanft dem Herrn entschlafen sind.
Politische Uebersicht.
Der Sonntag unserer Gefallenen.
Die Sonne, die so golden klar über unsern Feldern brannte, scheint ihnen nicht mehr. Die Fruchtbarkeit der heimischen Erde durften sie nicht auskosten, dafür destomehr Furchtbarkeiten des Krieges. Und doch hatten sie in ihren Briefen nichts als Trost für uns Zurück- bleibende. „Liebe Mutter, liebe Frau, gräme dich nicht!" hieß es immer am Schluß der Zeilen. „Wir stehen in Gottes Hand". Der das geschrieben, ruht heute unterm Rasen in Feindesland. Sein Trostwort aber klingt in aller Seelen fort: .... „in Gottes Hand!" Kann es wohligere Obhut geben? Wir wollen nicht trauern und zagen angesichts der Tapferkeit und Gottesliebe unserer Gefallenen, die sicher über den Tod hinausreicht. Wir wollen dankbar ihrer gedenken und zusehen, wie wir ihnen, deren Gräber wir nicht schmücken können, nach Kräften Ehre erweisen. Heut ist ihr Tag-- Totensonntag!----Wer hätte gedacht, daß soviel Men chen noch daheim sind! Unter den kahlen Bäumen, von denen der Herbstwind daS letzte Blättchen gezupft, bewegt sich ein Strom von Andächtigen. Heute ist nicht allein der Kirchhof ihr Ziel. Sie wandern in Scharen der Kirche zu. Die weite Halle füllt sich. Auch feldgraue Urlauber sind unter den Harrenden. Blicke aus umflorten Frauenaugen suchen die umflorte Fahne, die im Altarraum entfaltet aufgestellt worden. Zitternde Finger halten sich eng in einander. Aber es scheint, als träufle irgend woher Kraft zum Tragen in die schmerz- bewegte Seele. „O du mein Schmerz, du meine Lust, du Himmelsträn in meiner Brust---!" Es ist, als wehe der tapfere Geist der Gefallenen um die Stätte, an der die Heimat sie ehren will. Die Tränen in den Frauenaugen versiegen. Stolz legt sich über blasse Stirnen. ' „Er war mein--. Was ich liebe, kann mir nie verloren sein, denn in der Ewigkeit die ohne
Anfang und ohne Ende ist, sind wir geeint". Der Pastor erscheint. Orgelklang! — „Ein feste Burg ist unser Gott". Das alte Lied! Wie es von Trotz und Kraft und unerschütterlicher Zuversicht spricht! Gebeugte richten sich auf. „Das Lied hat er am meisten geliebt!" — — „Und wenn die Welt voll Teufel wär!" Das haben unsere Lieben an der Somme und in Rußland wohl auch gedacht. O, und nun ruhen sie. Kein Trommelfeuer schreckt mehr ihre himmlich freien Seelen. — — Der Orgelklang verstummt. Feierlich still wird es in der Kirche. Mit weitoffenen Augen schauen alle auf die Eichenkränze, die durch den Gang in den Altar- raum getragen werden. Nun beginnt ■ die Totenfeier der Gefallenen. Jeder hat seinen Kranz. Leises Schluchzen hier und dort. Leise und nur allmählich anschwellende Orgelmusik. Der Pastor spricht von jedem der Heimat-Gefallenen. Wie er in unserer Mitte gelebt, steht er plötzlich vor uns da. Wieder will Wehmut die Augen verschleiern, aber die Gewißheit siegt von neuem! „Was an ihm Ewigkeitswert hatte, ist unverloren. Gott weiß, warum er ihn zu sich nahm". Die Orgel spielt: „Es ist bestimmt in Gottes Rat--". Ergriffene, bewegte Menschen gehen mit leuchtenden Augen aus der Kirche. „Euch zu Ehren, ihr lieben Toten!" — — ^n jeher (SSeef» W k qi • ^ - v^yuvtcii mit Der gleichen Festigkeit, die du getreu bis in den Tod geübt. Ich will die Liebe zu den Menschen, den warmen Opfersinn nicht erkalten lassen, will meine Pflicht tun — wie du — bis zum letzten Hauch--dir zu Ehren, teurer Gefallener!"
Die Schuldigen am Weltkrieg.
Die Beweise, daß der Weltkrieg von der Entente freventlich aiigezettelt wurde, häufen sich von Tag zu Tag. Der frühere französische Kriegsminister Millerand hielt am 22. Oktober in Versailles eine Rede, worin er u. a. erklärte: „Frankreich hat gesagt, daß Deutschland durch Belgien und Luxemburg aufmarschieren würde. Die französischen Gegenmaßnahmen waren schon immer daraus berechnet. Hätten wir nur 4 Tage mehr Zeit gehabt, dann würden die Deutschen weder Belgien noch Frankreich betreten haben. Die großen Manöver im Jahre 1912 an der elsaß-lothringischen Grenze, welche auch Großfürst Nikolai Nikolajewitsch besuchte, beruhen ganz und gar auf der Basis der gegenwärtigen Umstände. Die Generäle Joffre, Michel und Pau haben damals die kommenden Ereignisse genau vorausgesehen". In Verbindung mit der russischen Mobilmachungsanweisung von 1912, worin die Verkündung der Mobilisation zugleich auch als die Verkündung des Krieges gegen Deutschland bezeichnet wurde, ist dies eine wahrlich sehr bemerkenswerte Aeußerung. Man sollte es nach all den erdrückenden Beweisen nicht mehr für möglich halten, daß unsere Feinde immer noch mit der Lüge operieren, Deutschland habe den Krieg begonnen, aber unsere Gegner haben sich nun einmal in diese Lüge so fest gebissen, daß sie sie verteidigen werden, und wenn mir noch tausend neue Beweise für's Gegenteil zu liefern vermögen. Wir lassen besser schon die Zukunft für uns sprechen. Einmal muß ja die Wahrheit an den Tag kommen!
Der Abtransport der belgischen Arbeiter vollzieht sich in aller Ruhe!
In ihrer Wut über den Abtransport der beschäfe tigungslosen belgischen Arbeiter lischt die feindliche Press- tagaus tagein ihren Lesern neue Schauermären auf. Da die Verdrehung der völkerrechtlichen Verhältnisse und der Gründe, die zur Ueberführung der belgischen Arbeiter nach Deutschland Veranlassung gaben, nicht mehr überboten werden kann, berichtet sie jetzt von Aufständen, schweren Zusammenstößen zwischen Arbeitern und deutschem Militär und von blutig -verlaufenen Massenfluchtversuchen. In Antwerpen, in Brüssel und anderen Orten soll nach diesen Meldungen das deutsche Militär auf die der Abfahrt sich widersetzenden Arbeiter geschossen haben.
Alle diese feindlichen Alarmnachrichten sind, wie wir aus bester Quelle erfahren, erlogen. Weder in Antwerpen noch in Brüssel, noch anderswo ist es zu Zwischen- fällen gekommen. Der Abtransport vollzieht sich viel