zuckt es vorne auf. Es pflanzt sich fort bis ins letzte Glied: „Soldatenheim".
Wie ein einziges, aufatmendes „Gottseidank!" geht es durch die Reihen. Die offene Tür der Heimat, der geliebten Heimat tut sich auf — mitten im Feindesland.
Herein! — Essen, trinken, waschen, ausruhen, Briese schreiben nach Hause, und lesen, lesen, wie es daheim steht und an den anderen Fronten.
Ja, unser Hindenburg hat gewußt, was er wollte, als er uns rufen ließ: „Schafft mir Soldatenheime für meine Braven!"
Vater Hindenburg nennen sie ihn draußen. Und väterlich wohlwollendem Herzen für den einzelnen Krieger war auch seine Aeußerung bei der Einweihung des Soldatenheims für das östliche Hauptquartier entsprungen : „Legen Sie auch etwas Lustiges zum Lesen aus, damit die Soldaten etwas zu lachen haben". Wieviel Exz. Ludendorff für die Errichtung und Förderung der Soldatenheime getan hat, wird erst deren Geschichte kundtun. Allerdings mußten wir feine Frage, ob nun bald auf jede Division ein Soldarenhetm komme, leider mit Nein beantworten. Aber daß wir dieses Ziel erreichen, und vielleicht noch mehr, dazu soll jetzt ein gewaltiger Anlauf unternommen werden.
Ihr alle daheim müßt mithelfen, denn es gilt allen da draußen und darum auch jedem Einzelnen eurer Lieben. Ist der Kriegshimmel noch so dunkel für das menschliche Gemüt, Soldatmheime sind Sterne in der Nacht! Ihr — daheim, — entzündet solche Sterne; wir werden sie hinaus tragen bis in die vorderste Stellung, dorthin, wo man sehnend nach den Sternen der Heimat blickt. EinFeldgrauer schrieb andieWand einesSoldatenheims
Hier legt man ab jedwede Last,
Es finden Aff! und Mantel Ruh' Und wenn du sonst noch Sorgen hast, So lege sie auch gleich dazu.
So werden die Frontsoldatenheime von unseren Kriegern empfunden. Bis jetzt sind 400 solcher Stätten für Heer, Flotte und Eisenbahn ins Leben gerufen, und mehr als eine Viertelmillion Mann gehen täglich dort aus und ein. - Häufig müssen einzelne Heime wegen I Ueberfüllung geschlossen werden.
Weihnachten naht. Sollten eure Teuren da draußen an diesem Feste nicht besonders Hcimatgeist verspüren? Schafft ihnen Soldatenheime in der Ferne, tragt die Heimat zu ihnen hinaus!
Auch der kleinste Beitrag hilft dazu mit. Jede Postanstalt nimmt ihn kostenlos auf dem Postscheckformular an, das mit einem neuen Hindenburg - Bildnis unserem Blatte beigefügt war. Fördere jeder dieses Werk der Liebe durch Gaben, die von Herzen kommen.
Keine Hand ist zu klein! Jedes Herz sei groß! Den Ehrenvorsitz des Ausschuffes hat Frau General- feldmarschall Exzellenz von Hindenburg übernommen; den Vorsitz führt Unterstaatssekretär Wirkt. Geh. Rat Dr. Michaelis.
Nutzbarmachung der Wrauereisiefe zur menschlichen Ernährung.
Von Dr. phil. A. Kraus, DireUor des Chemischen Unter- suchungsamtes des Land- und Stadtkreises Neust
Die bei der Bierbereitung in den deutschen Brauereien im Ueberschuß erzeugte Hefe, deren Menge zu Friedenszeiten von sachverständiger Seite auf 70 Millionen Kilo- I gramm Frischhefe*) geschätzt wurde, wird zwar bereits zum Teil in Hefetrockenanstalten zu Futterhefe verarbeitet, zur menschlichen Ernährung wird sie jedoch bisher nur in beschränktem Umfange herangezogen.
Die durch sorgfältige Reinigung, Entbitterung und I ■ Trocknung der Bierhefe gewonnene Nährhefe stellt nach den durch neue Untersuchungen bestätigten Literaturangaben ein gehaltreiches, für die menschliche Ernährung I vorzüglich geeignetes Nahrungsmittel dar, welches eine chemische Zusammensetzung von rund
54 Prozent Eiweiß,
3 „ Fett,
7 „ Mineralbestandtellen,
28 „ stickstoffreien Extraktstoffen und
8 „ Wasser
I besitzt und dessen Nährstoffe nach vorliegenden Stoff- ! wechselversuchen vom menschlichen Organismus in hervorragendem Maße ausgenutzt werden. _ Da überdies sowohl die Trockennährhefe selbst, als auch die unter Zusatz von Nährhefe hergestellten Suppen, I Tunken, Gemüse- und Kartoffelgerichte von besonderem Wohlgeschmäcke sind und gut bekömmliche Speisen darstellend so ist namentlich im Hinblick auf die derzeitige | Fleischknappheit die restlose Verarbeitung der in den I Brauereien entfallenden Ueberschußhefe zu einem enveiß reichen Nahrungsmittel von weitgehender Bedeutung. Trotz des eingeschränkten Betriebsumsanges sind die | deutschen Brauereien zur Zeit noch in der Lage, > I Millionen Kilogramm Nährhefe mit über 50 Prozent I Eiweißgehalt im Jahre herzustellen und der direkten I menschlichen Ernährung nutzbar zu machen. Bei ange- g Messener Preisfestsetzung der Naßhefe wird der Klein-
Handelspreis der Nährhefe sich auf etwa 2 Mark für das Pfund belaufen. Hierbei handelt es sich alsdann um trockene, bei der küchengemäßen Zubereitung der Speisen zur Erhöhung des Eiweißgehaltes und des Wohlgeschmackes bestimmte und in der Benutzung sparsame Kraflhefe.
Die fertige Trockennährhefe besitzt, wie an von uns vor mehreren Jahren hergestellten Proben nachgeprüft werden konnte, eine vorzügliche Haltbarkeit und stellt je nach der bei der Trocknung innegehaltenen Temperatur ein hellgefärbtes oder dunkleres Pulver von eigenartigem, angenehmen Geruch und kräftig-würzigem Geschmack dar.
Da hier durch experimentelle Versuche die Möglichkeit der Verwertung der Bierhefe zur menschlichen Ernährung sowohl nach den in der Fachpresse bekannt gegebenen, als auch nach eigenen Entbitterungsverfahren nachgeprüft wurde, so kann bestätigt werden, daß die insbesondere auch vom Institut für Gärungsgewerbe in Berlin geförderten Bestrebungen zur umfangreicheren Erzeugung von Nährhefe gerade in der gegenwärtigen Zeit für die Volksernährung von größter Bedeutung sind. Diese Bestrebungen können ohne größere Schwierigkeiten verwirklicht werden, weil die gewerbliche Erzeugung der Nährhefe sich bei Großbrauereien leicht angliedern läßt und für kleine Brauereien die Möglichkeit der Verarbeitung in einer gemeinsamen Anlage gegeben, oder aber die Naßhefe an eine Nährhefetrocknerei veräußert werden kann.
Auch aus anderen Nebenerzeugnissen der Lebensmittelindustrie können noch wesentliche Mengen von vom nahrungsmittelchemischen und hygienischen Standpunkte einwandfreien Nahrungsmitteln gewonnen werden.
*) entsprechend 10 Millionen Kilogramm Trockenhefe.
Nacht an der Somme.
Ich lausche dumpf in banger Nacht Den wilden Feuerbränden, Des Himmels jäher Flammenmacht Aus öffnen, blut'gen Händen.
Aus Wut und Groll erbebt die Stirn Die Hand in lehm'ger Erde;
Und droben ruhvoll hoch am Firn Der Sternen sel'ge Herde.
Eisern das Lied, das Todeslied Braust unter Sternen voll Zagen So, als wenn es dem Schöpfer verriet Rinnende, menschliche Klagen.
Weitaus in Brausen und Dampf gehüllt
Ein Land, von Eisen umschlungen,
Wo trotzende Männer, vom Tode gestillt Bebend ringen — und rungen.
Wo blutende Wunden endlos entstehn, Die kräftigsten Nerven verschütten;
Wo Menschen kommen und Menschen gehn Fern aus Palästen und Hütten.
Mein Ohr es klingt und wirbelt laut
Hinter Gedanken, die irren--
Von Morgenluft der Himmel schon blaut
Im tönenden Fliegerschwirren, —
Weit drüben ber Heimat friedliches Bild
Mir winkt an sel'gen Gestaden; —
Mein Leib wie Lehm — das Auge wild, Und das mordende Rohr geladen.
Ein jeder Schuß als gält es mir
Jagt in die Erde, die wunde
Und trotz so wogender Sturmbegier
Träumt sich eine Friedenskunde.---
Konr. Hahn- Oberzell z. Zt. Lazarett.
Vermischtes.
— Ein Helfer in der Not. Aus dem Großen Hauptquartier wird dem Deutschen Verein für Sani- tätshunde mitgeteilt: „Am 21. Mai ds. Js. hatte der Sanitätshundeführer Unteroffizier Sicks aus Leipzig einen Geländeabschnitt von Verdun mit seiner Sanitätshündin „Freya" abzusuchen. Nach dreistündiger Arbeit kam die Hündin zu ihrem Führer mit einem Stein im Fang zurück. Angeleint führte sie zu einem etwa 150 Meter entfernt liegenden Granattrichter. Hier scharrte sich die Hündin ein Loch und schlüpfte hinourch. Der Unteroffizier vergrößerte das Loch, kroch ebenfalls hin. durch und gelangte in einen vollkommen verschütteten Unterstand. Dort fand er einen bewußtloßen Verwundeten, den Soldaten Tesch, 10. Komp Jnf.-Regts. . ., den er durch Wiederbelebungsversuche und Einflüssen von Kaffee wieder zu sich brächte und von Krankenträgern abholen ließ. — Der Verwundete wäre ohne den Sa- nitätshund nie gefunden worden, sondern unweigerlich umgekommen.
— Geschieht ihnen recht! Vor einem Hotel in der Neuen Königstraße in Berlin fuhr ein Rollwagen vor,
der mit Tilsiter Käse schwer beladen 'war. Es regte sich der Verdacht, daß ein großer Kollidiebstahl vorliege, worauf die Polizei einen Wink bekam. Ihre Vermutung traf nicht zu. Ein geschäftstüchtiger Mann der sonst nicht daran dachte, mit Käse zu handeln, hatte einmal in Ostpreußen eine ganze Ladung aufgekauft, in der Erwartung hoher Preise lagern lassen und jetzt nach Berlin gebracht. Statt seiner Abnehmer, die er ohne Zweifel schon gefunden hatte, bekam die „Z.E.G." den Käse. Ein Kriegsspekulant hatte es mit Streichhhölzern versucht. Man entdeckte, daß er für 60 000 Mark für „bessere Zeiten" aufgestapelt hatte. Seine Spekulation schlug aber fehl. Sein Einkaufspreis deckt sich gerade mit dem Höchstpreise, der jetzt festgesetzt ist. Nicht besser ging es einem anderen, der für 80 000 Mark Zwiebeln auf Lager hatte.
g. Heimlicher Lebensmitteltransport. In Regensburg wurde ein nach Leipzig aufgegebener großer Dienstbotenkoffer geöffnet, in dem sich ein ganzes geschlachtetes Schwein im Gewicht von 115 Kilo befand. Aus anderen nach Sachsen aufgegebenen Gepäckstücken kamen 120 Kilo geschlachtete Gänse zum Vorschein.
— Kiel. (Ergiebige deutsche Fischerei im Skagerrak). Zur Zeit wird von deutschen Reedereien in Geestemünde der Fischfang in dem fo ungemein fischreichen Skagerrak lebhaft betrieben. Die Fischdampfer gehen von Lübeck aus durch den Bell in See und kehren alle zehn Tage mit reichen Fängen — ein Dampfer bringt stets über 400 Zentner Fische im Werte von über 40 000 Mark nach Lübeck zurück. Gefangen werden hauptsächlich Schellfisch, Kabeljau und Steinbutt. Die Fänge gehen von Lübeck mit der Eisenbahn nach Geestemünde, wo sie auf großen Fischauktionen zur Versteigerung kommen. Hier gelangen sie zum Teil in die Hände der für Fischindustrien tätigen Aufkäufer, die hohe Preise bezahlen. Die Fische gehen dann in die Fabriken, die Fischfleisch, Fischkonserven, Fischwurst und^auch Fischbutter daraus fabrizieren, wozu sich Schellfisch und Kabeljau vorzüglich eignen. Nicht nur von Geestemünde, sondern Tuch von den Ostseefangplätzen aus gehen große Posten genannter Fischarten in die Fischfabriken, was auch mit zu der Knappheit auf den Fischmärkten der Großstädte geführt hat. Daß die Fifchzüge den Fischern bezw. Unterrehmern enorme Gewinne einbringen, ist ja bekannt, sonst könnte zum Beispiel die Geestemünder Reederei für zehntägige Fahrten bezw. Fangdauer im Skagerrak dem Schiffskapitän nicht 2000 Mark für jede Fahrt bezahlen, ungerechnet die hohen Ausgaben für die anderen Schiffsmannschaften.
— Hameln. (Der weibliche Husarenleutnant). In einem Hameler Kaffeelokal wurde, wie die „Deifter- und Weserzeitung" meldet, die 26 jährige Schwindlerin Elsbeth Schünemann aus Braunschweig verhaftet, die vor längerer Zeit in Bielefeld, dann nach Begehung neuer Schwindeleien in Bad Eilsen aus dem Gefängnis in Bückeburg ausgebrochen war und seitdem steckbrieflich verfolgt wurde. In Hameln trat sie in männlicher Kleidung als Husarenleutnant Hans von Gellermann auf und verstand es, sich das Vertrauen der Inhaberin des betreffenden Lokals zu erwerben. Sie wird verschiedener neuer Betrügereien beschuldigt.
— Neustrelitz. (Man muß Spaß verstehen). Der Rittergutsbesitzer Plüskow auf Buddow in Pommern erließ, wie die „Mecklenburgische Landeszeitung" mitteilt, folgende nette Bekanntmachung: „Der Bürgermeister empfiehlt den hiesigen Einwohnern, sich nach Möglichkeit Wruken zu besorgen, um die Kartoffeln zu strecken. Dieses Besorgen ist gleichbedeutend mit Kaufen, nicht aber, wie es anscheinend viele Einwohner verstanden haben, mit „Nehmen" ohne Bezahlung. Bei dem Aus- nehmen meiner Wruken hinter dem Schloßgarten und an der Tempelburger Chaussee haben sich so viele freundliche Helfer gefunden, daß ich denselben, wenn sie es am Tage und gegen Bezahlung gemacht hätten, von Herzen dankbar gewesen wäre. Um dieses scheinbare Mißverständnis in der Auffassung der Verordnung des Bürgermeisters zu beseitigen, gebe ich, soweit der Vorrat reicht, auf Bestellung beim hiesigen Hausfrauenverein Eßwruken zu 2.50 Mark für den Zentner ab".
Ss. „Ein guter Rat für eine Mark". In einer Zeitung fand sich kürzlich ein Inserat, in dem gegen Einsendung von einer Mark ein Rezept zur Herstellung von Honig angeboten wurde. Eine Dame, die das verlangte Honorar an die nur durch Chiffre gekennzeichnete Adresse einsandte, erhielt darauf das Rezept. Es lautete: „Werden Sie eine Biene".
Wer über das gesetzlich zulässige Maß hinaus Hafer, Mengkorn, Mischfruchl worin sich Hafer besindet, oder Gersie verfüttert, versündigt sich am Vaterlands ...........................
IMWTaWTM^WMMMB—MiMiH i Mi 4
O$F
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weis ses Lieh/