mit amtlichem Kreisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
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Mochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblcrtt.
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Lrscheint Mittwoch und Samstag. - preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1,20 M?. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg.
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Weihnachts-Lieb^sgabell
gingen bis jetzt ein:
1. aus
Schlüchtern . . .
. . 798.— ^
2. „
Bellings ....
. . 55.- „
3. „
Elm .....
. . 227.60 „
4. „
Herolz.....
. . 57.30 „
Ö. „
Heubach ....
. . 58.20 „
6. „
Hütten.....
. . 44.65 „
7. „
Jossa.....
. . 40.10 „
8- „
Klosterhöfe . . .
. . 40.70 „
9. „
Mottgers ....
. . 38.— „
10. „
Neuengronau . . .
. . 30— „
11. „
Qberkalbach . . .
. . 64.35 „
12. „
Oberzell ....
. . 48.80 „
13. „
Ramholz (Freifrau v. Stumm) 500.— „
14. „
Sannerz ....
. . 40.- „
15. „
Schwarzenfels . .
. . 106.40 „
16. „
Sterbfritz ....
. . wo— „
17. „
Ramholz (Ortsteil) .
. . 7o— „
18. . „
Hinkelhof ( „ ) .
. . 24.70 „
19 „
Weiperz ....
. . 30— „
20. „ Zünterbach . . . Den Gebern herzlicher Dank.
45— „
Schlüchtern, den 17. November
1916.
Die beiden Vereine vom Roten Kreuz.
Unsere Erwartungen auf neuen Zugang von Goldsachen sind am letzten Einkaufstage übertroffen worden. Es wurden uns große und kleine Schmucksachen und wieder eine Anzahl Herren- und Damen-Uhrketten gebracht. Die Goldsachen hatten einen Wert von etwa 850 Mark.
' BesondeK^versvollen Familienschmuck hat uns Frau Baronin von Stumm Ramholz mit der Bestimmung übergeben, daß der Erlös der Säuglingsfürsorge im Kreise zu Gute kommen solle. Wir danken ihr von Herzen.
Der nächste Goldankaufstag findet am Dienstag, den 21. d. Mts. nachmittags 3—5 Uhr im Kreishaussaale statt. Alle unsere Mitglieder nehmen aber gerne auch zu jeder anderen Zeit Goldsachen von denen zur Ablieferung an, die verhindert sind, sie persönlich abzugeben.
Da wir bei dem Herannahen des Weihnachtsfestes die Goldannahine unterbrechen müssen, wird die Hilfsstelle vor dem Feste nur noch am 28. November und am 5. Dezember geöffnet sein.
Wir hoffen am 5. Dezember den Wert aller uns am 21. November und früher übergebenen Goldsachmauszahlen und die Gedenkmünzen, Gedenkblätter und Uhrketten aushändigen zu können.
Der Erlös der vor zwei Wochen eingegangenen Goldsachen, eiserne Uhrketten und Denkmünzen bitten wir recht bald in Empfang zu nehmen.
Alle die uns noch Goldsachen bringen wollen — und wir hoffen noch besonders auf manche Uhrkette —, bitten wir daher, wenn irgend möglich, uns schon am 21. November aufzusuchen.
Schsüchtern, bin 17. November 1916.
Der Vaterländische Frauenverein Goldankaufshilfsstelle.
Politische Uebersicht.
Die Beisetzung des Prinzen Heinrich von Bayern.
München, 14. Nov. (WTB.) Die Beisetzung des Prinzen Heinrich von Bayern in der Wittelsbacher-Gruft der Cajetanshofkirche fand heute Mittag unter überaus großer Teilnahme aller Schichten der Bevölkerung und der offiziellen Welt statt. Das Königspaar hatte sich zu der Trauerfeier eingefunden, ebenso die in München weilenden bayerischen Prinzen und Prinzessinnen, der Herzog von Braunschweig und Prinz Franz von Lichten- stein. Stiftsprobst v. Hecher leitete die Trauerseier mit einer Ansprache ein, indem er die Tugenden des gefallenen jungen Helden pries unb den Verstorbenen dem Gebete der Trauerversammlung empfahl. Nach der feierlichen Totenmesse, die Kardinal Erzbischof v. Vet- tinger hielt und nach der Einsegnung der Leiche wurde der Sarg unter Ehrensalut von Infanterie und Artillerie unter feierlichem Glockengeläute nach der Gruft getragen, wo der Gefallene neben seinem Vater, dem vor neun Jahren in Venedig gestorbenen Prinzen Arnulf, bei gesetzt wird.
Samstag, den 18. November 1916.
Es steht gut auf dem Balkan.
Der Sofioter Sonderberichterstatter des Budapester Blattes „Az Est" hatte mit denn bulgarischen Oberkommandierenden Jekoff eine Unterredung. Dieser sagte darin u. a.: Unsere Feinde haben mit Unrecht behauptet, daß die Zeit ihr bester Bundesgenosse sei. Ich glaube im Gegenteil, daß die Zeit den Zentralmächten und ihren Bundesgenossen sich hilfreich erweist, namentlich die bulgarische Armee ist heute wertvoller und leistungsfähiger als zu Beginn des Krieges. Ferner hat sich nicht nur die militärische, sondern auch die politische Lage sehr gebessert, namentlich durch den Sieg bei den Dardanellen und die Proklamierung der Unabhängigkeit Polens. Was Sarrails angekündigte Offensive betrifft, so müßte seine Armee doppelt so stark sein, als sie ist, um die Aussicht eines Erfolges zu haben. Der Winter ist für die Truppen Sarrails viel ungünstiger als für die unsrigen, die das Balkanklima gewöhnt sind. Auf die Verbindung zwischen den italienischen Truppen und Sarrails Armee haben wir gerechnet. Diese Vereinigung hat keine große Bedeutung. Die Italiener werden übrigens den größten Teil ihrer Kräfte nach dem Epirus senden, anstatt sie für fremde Interessen in Mazedonien zu fesseln. Auf die Frage nach der Lage in der Dobrudscha sagte Jekoff: Die Serben zählen hier nicht mehr, denn ihre Truppen sind größtenteils vernichtet. Die Rumänen bewähren sich besser, als wir es gedacht haben, obschon das nicht allzuviel heißen will. Die Qualität der russischen Truppen ist minderwertig, und wir haben sie überschätzt. Die russophile Idee hat in Bulgarien ausgespielt. Unsere Operationen nehmen mit der Pünktlichkeit eines Uhrwerkes ihren Fortgang. Der langsame Fortschritt der aus Siebenbürgen eingeleiteten Offensive ist keine Ueber- raschung, da das Gelände sehr schwierig ist und die' Russen und Rumänen dort ihre Hauptkräfte zusammenziehen.
England in der Defensive.
Die englische Preffe drückt sich an dem sachlichen Inhalt der Kanzlerrede vom 9. November scheu vorbei. Der schlagende Nachweis, wo der Vorgrund alles Unheils dieses Krieges zu suchen ist, nämlich in der englischen Begünstigung französischer und russischer Eroberungsziele, paßt ihr nicht. Als Grey in seiner letzten Bankettrede die russische Gesamtmobilmachung auf ein „deutsches Manöver" zurückzuführen suchte und diese Angelegenheit durch ein unparteiisches Tribunal untersucht zu sehen wünschte, wurde der Gedanke wie eine Erleuchtung in Leitartikeln gefeiert. Nachdem ihn Herr v. Bethmann Hollweg als eine lächerliche Ausflucht gekennzeichnet hat, ist jetzt die Frage der schweren russischen Schuld am Kriege zu einer ganz unwichtigen „Nebensache" herabgesunken. Was erst oben war, ist nun unten.
Ganz besonders unbequem scheint der Northcliffe- presse die Erklärung des Kanzlers zu sein, daß Deutschland trotz seiner Zweifel daran ob der Friede künftig durch internationale Organisationen, wie Schiedsgerichte, dauernd gesichert werden könnte, doch angesichts der abschreckenden Furchtbarkeit dieses-Krieges bereit sei, jeden Versuch einer praktischen Lösung zu prüfen. Einzelne Blätter bringen es fertig, aus der Wendung des Kanzlers, daß Deutschland sogar gern sich an die Spitze eines Bundes gegen Friedensstörer stellen werde, einen Beweis für das Streben Deutschlands nach Weltherrschaft entnehmen zu wollen. Mit dieser Verdrehung wird deutlich bezweckt, den starken Eindruck, den das vom Kanzler beigebrachte reiche Tatsachematerial über die Mitschuld Englands auf jeden unparteiischen neutralen Leser machen muß, nach Möglichkeit abzuschwächen.
Die große Bedeutung der Kanzlerrede kann durch solche Kunststücke nicht beseitigt werden. Englische Reden und Artikel haben lange genug mit großer Ge- schicklichkeit unter fortgesetzter Wiederholung alter Schlagworte, wie dem vom Schutz der kleinen Nationen, Deutschland als den wahren Friedensfeind angegriffen. Die Zeit ist vorbei. Mehr und mehr wird die englische Propaganda bei den Neutralen in die Defensive gedrängt. Es läßt sich nicht mehr aus der Welt schaffen, daß Die Entente unter englischer Führung eine Koalition aggressiver Natur war. Grey hat schon zur Verteidigung seiner eigenen zweideutigen Politik die resignierte Behauptung aufstellen müssen, daß wir über Frankreich herfallen wollten, um ihm seine Kolonien zu rauben.
Wie der Anschluß Englands an den Zweibund auf den öffentlichen Geist in Frankreich gewirkt hat, weiß jeder, der nur einige Kenntnis der Aeußerungen dieses
67. Jahrgang.
Geistes in Schrift und Wort besitzt. Der Revanchegedanke, früher nur in den Herzen gepflegt, trat immer offener unzweideutiger zutage. Milliarden über Milliarden wurden an Rußland geliehen, und der Zweck dieser Freigebigkeit drückte sich immer deutlicher in den Anleihebedingungen aus. Ein halbes Jahr vor dem Kriege erschien in der Pariser Zeitschrift „Le Corre- spondant" der mit vielen Materialien und Kartenskizzen versehene Artikel eines Eingeweihten, der angab, welche strategischen Bahnen und Straßen Rußland für die neuen französischen Anleihen zu bauen habe. Vorläufig wurde ausgeführt, daß nicht Warschau, sondern Grodno- Kowno als Basis für den russischen Aufmarsch dienen werde, weil von hier aus die preußischen Korps in Königsberg und Allenstein am schnellsten aufgerollt und der Weg nach Berlin zur Entlastung des französischen Heeres frei gemacht werden könnte. Und heute will man noch den Völkern einzureden versuchen, daß Deutschland sich gerüstet habe, nicht zum Schutze gegen eine aggressive Koalition, sondern um Frankreich zu zerschmettern? In solcher Fälschung geschichtlicher Tatsachen kann kein ehrlicher Mann eine nützliche Vorbereitung für die erstrebte künftige Aera von Schiedsgerichtsverträgen erblicken.
Aus dem Königreich Polen.
Wenn Deutschland an der Wiege eines neuen selbständigen Reiches als Pate steht, dann sorgt es auch dafür, daß der Täufling mit rechter Kraft seine Lebensaufgabe erfülle. Als die beiden Monarchen das Königreich Polen proklamierten gaben sie den Polen nicht ein Fetzen Papier, sondern ein Gelöbnis der Tat. Und rasch folgte dem Wort die Tat des polnischen Aufbaus im neuen Königreich. Jetzt schon wird ein Staatsrat in Warschau und ein Vereinigter Landtag ^ Köttig- reich gebildet. Das polnische Volk will an den Aufgaben der Landesregierung mitarbeiten, auch schon jetzt, d. h. bevor ein geordnetes, verfassungsmäßiges Staatswesen Platz greifen kann.
Im Generalgouvernement Warschau finden die Wahlen zum Staatsrat in folgender Weise statt: In den ländlichen Bezirken wählen die Kreistage, in den Stadtkreisen Warschau und Lodz die städtischen Körperschaften insgesamt 70 Abgeordnete. Diese Abgeordneten wählen ihrerseits nach den Grundsätzen der Verhältniswahl acht Mitglieder des Staatsrats, vier weitere Mitglieder werden von dem Generalgouverneur ernannt werden, der auch den Vorsitz übernimmt. Der Staatsrat berät die ihm vorgelegten Gesetzentwürfe hat das Recht von Initiativanträgen und bereitet die Beschlüsse des Landtages vor. Dem Landtag können ebenfalls Gesetzentwürfe und sonst für das Land wichtige Fragen zur Beratung und Beschlußfassung vorgelegt werden. Ihm steht ein Steuer und Anleiherecht zu. Die Verhandlungen des Staatsrats und Landtages, an denen der Verwaltungschef als Kommissar der Regierung teil- nimmt, werden in polnischer Sprache geführt.
Auch der zukünftigen polnischen Armee sind zielbewußt die Grundlage gegeben. Die Uniform läßt die Erinnerung an die ruhmvollen polnischen Soldaten Napoleons I unb an die heutigen polnischen Legionen wieder aufleben. Die Bluse ist ähnlich der der Soldaten der letzteren. Auf dem linken Oberarm befindet sich der polnische Adler in Metall in einem amarantroten Stern. Als Kopfbedeckung dient die Konfederatka mit dem polnischen Adler in arnarantrotem Felde. Die Wickelgamaschen der polnischen Legion sind beibehalten. Als Kopfbedeckung der Kavallerie dient, außer der Konfederatka die Czapka der polnischen Ulanen mit dem weißen Adler. Die bisherige Legion wird als Grundstock der neu zu bildenden Armee dienen. Damit werden die von der Legion in zweijährigem ruhmvollen Kampfe erworbenen hervorragenden soldatischen Eigenschaften der neuen Armee voll und ganz zugute kommen.
Die Polen aber werden aus alle dem immer wieder aufs neue den Beweis schöpfen, daß eS den Mittelmächten wahrhaft ernst ist mit der Wiedererrichtung des polnischen Reiches, das unter der Anleitung der geschultesten Organisatoren, die die Welt je sah, einen andern glückhäften Weg nehmen wird, als der sein mußte, auf den die Polen durch ihre innere Zwietracht und unklaren politischen Leitung dereinst geführt wurden.
Zollpflichtige Sachen nach Belgien.
Bis auf weiteres dürfen zollpflichtige Gegenstände in eingeschriebenen Briefen oder eingeschriebenen Warenproben unter der Bedingung nach Belgien versandt werden, daß der Absender auf der Außenseite der