und Einteilung der Verbände wußte jeder Gruppenführer und Musketier genau Bescheid über die Aufgabe, die jedem Einzelnen bei dem Unternehmen zufiel. Am 29. Oktober, 8 Uhr vormittags, begann das Artilleriefeuer aller Kaliber, das seinen Höhepunkt von 2 Uhr 45 Minuten ab erreichte. Um 3 Uhr 55 Minuten flutete die erste Angriffswelle aus deu Schützengräben gegen die feindlichen Linien. Die Sturmwellen stürzten, afs ob es einen Wettlauf gelte, ohne Atempause zum ersehnten Ziele, und 4 Uhr 15 Minuten nachmittags war die ganze feindliche Stellung in unserem Besitz, unter dem erstaunlich geringen Verlust von ungefähr 30 Mann. Um 4 Uhr 30 Minuten nachmittags hatte das Generalkommando bereits volle Klarheit über die Gesamtlage. Der Gegner war durch die Schnelligkeit und Wucht des Angriffs derart überrascht, daß es ihm nicht möglich gewesen war, Maschinengewehre in Stellung zu bringen. Die Beute, die den siegreichen 359 ern zufiel, betrug über 15 Offiziere, 500 Mannschaften und eine größere Anzahl Maschinengewehre.
Die Besatzung der Maisonette-Ferme bestand aus hervorragenden französischen Kerntruppen, namentlich Alpenjägern, die zum großen Teil bereits bei Verdun gekämpft hatten. Der Kommandant, eine große, prächtige Soldatenerscheinung, sowie die anderen Offiziere, unter denen sich auch der Leutnant Humbert, ein Sohn des Kommandierenden Generals und ein Neffe des bekannten Senators Humbert, befand, konnten der Art und Weise dieses Angriffs und der völligen Ueberraschung ihre Anerkennung nicht versagen. Nach dem Grundsätze des Oberbefehlshabers, des Generals der Artillerie v. Gallwitz: „Schweiß spart Blut" arbeiteten die 359 er in der Nacht in hingehendster und unermüdlichster Arbeit an der neuen Stellung, sodaß am 30. französische Angriffe siegreich abgeschlagen werden konnten.
Das Unternehmen aber beweist, daß unsere wackeren Sommekämpfer und ihre seit 4 Monaten Tag und Nacht aufs schärfste in Anspruch genommene Führung im mörderischen, nervenzerreißenden Trommelfeuer den alten Angriffsgeist nicht eingebüßt haben, sondern mit grimmiger Sehnsucht des Augenblicks harrten, da die all- D gemeine Lage es ihnen gestatten würde, sichs aufs neue auf den Feind zu stürzen, statt lediglich seinen wütenden Angriffen die Stirn bieten zu müssen.
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Ein Somme-OroMampftag erster Ordnung.
Großes Hauptquartier, 6. November.
Das in den letzten Tagen zu beobachtende feindliche Verfahren an der Somme ging darauf hinaus, durch lokale Einsetzung einer durch gewaltigen Artillerieaufwand unterstützten Uebermacht eine oder mehrere schwache Stellen an unserer Front zu finden und einzudrücken, aber der Feind fand keine schwache Stelle! Ueberall jninnte er. gegen rmülurrwlndüch^ -Widerstand, überall' wurde er unter blutigsten Verlusten zurückgeworfen. Die Rechnung, daß sich doch irgendwo an der deutschen Front ein Kompagnieabschnitt finden müsse, wo keine Helden stehen, erwies sich als falsch. Es standen Helden als Verteidiger in jedem Grabenstück, wo der Feind die Uebermacht zum Angriff ansetzte. Am gestrigen Tage, dem denkwürdigen 5. November 1916, versuchten Engländer und Franzosen nun ihr altes, aus dem Beginne der Sommeschlacht bekanntes Verfahren. Nach ungeheurer Trommelfeuervorbereitung mit schwersten Kalibern, aus denen ein einziger Einschlag ganze Strecken von Schützengräben einebnen und rings im Umkreise , von sechshundert Metern durch Splitterwirkung das Leben vernichten kann, rafften sie einen ungewöhnlichen Einsatz an Menschen zum Durchbruch der deutschen Front zw ; I sammen. Viele Divisionen traten eng aufgeschloffen in | dem ganzen Raume von Le Sars bis nach Bouchaves- nes hin an und sollten die, wie der Feind meinte, durch die tagelange Vorbereitung und das stundenlange Trommelfeuer sturmreif geschossenen deutschen Linien überrennen. Vom frühen Vormittage an fluteten die dichten Sturmwellen gegen unsere Linien. Die Ma- ■ | schinengewehre der Grabenverteidigung schössen sich kochend heiß und die Rohre der Geschütze brannten unter den Anstrengungen, die ihnen diese ungeheuere Bluternte ausgab. Nordöstlich von Le Sars kam der Feind bis in unsere Linie, dann warf ihn der Gegenangriff zurück in-die Sperrfeuerzone, die unsere Kanoniere unentrinnlich dicht zwischen unsere und seine Linien
Die Landwirtschaftskammer für den Regierungs-Bezirk Caffel versteigert gegen Barzahlung am Dienstag, den 14. November d. Js., vormittags 10 Uhr in Niesig bei Fuloa ' Bahnhof Fulda) 87 Schweizer-Ziegen, darunter Böcke, iegen und weibliche Lämmer.
Zugclassen zum Kaufe sind Kreise, Gemeinden, Ziegenzucht- Vereine und Mitglieder von Ziegenzuchtvereinen, welche sich als i°M)e ausweisen können.
Die näheren Bedingungen für den Verkauf werden vor Be- >>mFer Versteigerung bekannt gegeben.
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Die Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Caffel versteigert gegen Barzahlung am Sonnabend, den 11. No vember d. Js., vormittags 10 Uhr, in Caffel auf dem Qnellhofe (Nähe der Holländischen Straße) 100 Schweizer- Ziegen, darunter Böcke, Ziegen und weibliche Lämmer.
Zugelassen zum Kaufe sind Kreise, Gemeinden, Ziegenzuchtvereine und Mitglieder von Ziegenzuchtvereinen, welche sich als solche auswKsen können.
Die näheren Bedingungen für den Verkauf werden vor Beginn der Versteigerung bekannt gegeben.
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legten. Bei Gueudecort brach sein Angriff schon in unserem Feuer nieder. Südöstlich von Sailly drang er ein und konnte sich in einem engen Zipfel behaupten. Nordwestlich von Sailly mußte er nachdem er vorübergehend Raum gewonnen hatte, unter blutigen Verlusten zurückweichen. Gegen Transpoy warf er dreimal seine Sturmmassen, dreimal zerschellten sie vor unserer Verteidigung. Auch diesmal haben die Engländer und Franzosen anscheinend mit Versprechungen gearbeitet, die sich dann an den kämpfenden Truppen bitter rächten. So fuhren im Gefühl des zweifellosen Sieges feindliche Batterien auf offenem Felde auf, um die Vernichtungsarbeit an den geschlagenen Deutschen im großen Stile verrichten zu können, aber noch ehe sie zum ersten Schusse kamen, zerschmetterten unsere Geschütze sie. Die Franzosen hatten wieder einmal die Siegeszuversicht so weit getrieben, daß sie hinter ihrer Front Kavallerie zur Verfolgung der geschlagenen Deutschen aufgestellt hatten. Ob diese armen zuversichtlichen Reiter wieder Quartierzettel für Bapaume bekommen hatten, wie in früheren Fällen, ist nicht bekannt. Abends um halb neun Uhr war der Feind mit seiner Kunst am Ende, er zog sich nach den entsetzlichen Verlusten des langen Kampftages in seine Linien zurück, ohne die deutsche Front an einer Stelle zum Wanken gebracht zu haben. Unsere Verteidiger hatten übermenschliches an Heldentum vollbracht. Gegen diesen zähen Mut ist Trommelfeuer und Uebermacht verloren, das ist abermals die Lehre des jüngsten gewaltigen Großkampftages an der Somme! Wenn sie dem Feind nicht genügt, wird er sie wieder lernen müssen. W. Scheuermann.
Großes Hauptquartier, 6. November.
Der am gestrigen Tage unter schwersten Opfern unternommene und so kläglich gescheiterte Durchbruchsversuch der Engländer und Franzosen wird durch zwei sicher verbürgte Einzelheiten in ein eigentümliches Licht gerückt. Erstens haben die Engländer darauf verzichtet, ihren Anteil an der Offensive in voller Breite aufrecht zu erhalten. Sie haben vielmehr den Franzosen bis über Lesboeufs hinauf gestattet, die Kosten des Kampfes zu übernehmen. Hält man vor Augen, daß die englischen Mitteilungen dieser Tage das Gelände der Sommeschlacht als ein Gewirr von Seen und Teichen bezeichneten, die aus den durch Herbstregen gefüllten Granattrichtern entstanden, und daß ein Angriff durch diese Schlammwüste fast unausführbar sei, so kann man den Gedanken nicht von der Hand weisen, daß die Engländer streckenweise nicht zuin Angriff zu bewegen gewesen seien und die Franzosen dafür einspran- gen. Da wo die Engländer angriffcn, wurden sie restlos abgewiesen oder durch unser Sperrfeuer am Verlassen der Gräben verhindert. Nicht einen Zoll Gelände haben sie erobert. Das zweite sehr merkwürdige .Momruü ist die- von-ietten der FeniNNfem- weiter einmal angeordnete Bereitstellung der Kavallerie und Auffahren von Batterien im Feuer. Es gibt sicher in der ganzen französischen Sommearmee keinen Ober- oder Unterführer, der heute noch ein Durchbrechen unserer Front für möglich hielte, so wird die Bereitstellung berittener Truppen als Reserve zum Theatercoup, zu einer Charlatanerie, die geradezu freventlich ist! Denn abgesehen davon, daß die Batterien noch nicht abgeprotzt hatten, als sie unser Feuer bereits erledigt hatte, konnte die Erscheinung der Berittenen wohl nur den Zweck haben, die dauernd gegen uns gehetzten Divisionen mit falschen Vorstellungen zu erfüllen und zu neuem todesverachten- bem Sturm durch die Vorspiegelung eines sicher er- wartetestsiegreichen Durchbruchs ins Verderben zu jagen.
Hermann Katsch.
Lokales und Provinzielles.
Schlüchtern, den 7. November 1916.
—* Trauergeläute zu Ehren der Gefallenen. Das Konsistorium hat ungeordnet, daß am Totensonntage von 12—12’/, Uhr mittags zum Gedächtnis der im Weltkrieg Gefallenen ein feierliches Geläute mit allen Glocken stattfindet.
—* Hagebutten für Marmeladezwecke. Hagebutten finden seitens der Marmeladenfabriken Verwendung. Angebote an die Fabriken vermittelt die Kriegsgesellschaft für Obstkonserven und Marmeladen, Berlin, Kochstr. 6/7, auch wenn es sich um kleinere Mengen handelt. Wir empfehlen den Herrn Lehrern, durch die Schulkinder Hagc-
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butten zu sammeln was sie, wofern sie nicht in den Familien eingekocht werden, der Kriegsgesellschaft anzu- bieten die den großen Bedarf des Heeres und der Be-> völkerung der Städte zu decken hat.
—* Verkauf von Schweizer-Ziegen. Die Landwirt« schaftskammer für den Regierungsbezirk Caffel wird am Sonnabend, den 11. November d. I., vormittags 10 Uhr in Caffel auf dem Quellhofe (Nähe der Holländischen Straße) 100 Schweizer-Ziegen, darunter Böcke, Ziegen und weibliche Lämmer gegen Barzahlung versteigern.
—* Die Landwirtschaftskammer für den RegierungsBezirk Caffel wird am Dienstag, den 14. November d. I., vormittags 10 Uhr in Riesig bei Fulda (2 km vom Bahnhof Fulda) 87 Schweizer-Ziegen, darunter Böcke, Ziegen und weibliche Lämmer gegen Barzahlung versteigern. — Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu entnehmen.
pr. Hanau. Die Stadtverordneten haben in ihrer letzten nichtöffentlichen Sitzung beschlossen, das Hanauer Stadttheater auf vorläufig 2 Jahre, vom 15. Septbr. 1917 ab an Direktor Ludwig Spannuth-Bodenstedt, derzeitigen Leiters des Neuen Theaters in Hamburg, zu vergeben. Eingelaufen waren 43 Bewerbungen aus allen Teilen Deutschlands. Der derzeitige Leiter des Hanauer Stadttheater, Direktor Adalbert Steffter, tritt demnach mit Ende der Winterspielzeit 1916/17 von der Leitung des Hanauer Stadttheaters zurück, wird aber die Direktion des Stadttheaters in Offenbach a. M., sowie des Kurhaustheaters in Bad Homburg v. d. H., die seither mit der Direktion des Hanauer Stadttheaters vereinigt waren, allein weiterführen.
pr. Hanau. Die städtischen Körperschaften haben den langjährigen Bürgermeister der Stadt Hanau, Carl Hild, auf die Dauer von 12 Jahren zum Oberbürgermeister der Stadt Hanau mit 12 000 Mk. Jahresge- gehalt und 1000 Mk. Wohnungsgeldzuschuß gewählt, nachdem der bisherige Oberbürgermeister Dr. Gebeschus aus Gesundheitsrücksichten am 1. Januar 1917 vom Amt zurücktreten wird. Der neue Oberbürgermeister Hild steht seit 1907 im Dienste der Stadtverwaltung Hanau, vorher war er Stadtrat in Nordhausen.
Goldankaushilfsftelle
im Kreishaufe in Schlüchtern geöffnet jeden Dienstag nachmittag 3—5 Uhr.
Der letzte Ankaufstag brächte uns wieder eine Anzahl Goldsachen, darunter mehrere Herren- und Damen- uhrketten. Wir hoffen allen Spendern den Erlös für ihre Gabe dazu die Denkmünze, das Gedenkblatt und die eisernen Uhrketten schon am nächsten Goldankaufstag aushändigen zu. können.
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.
Evangelische Gemeinde:
Sonntag, den 11. November 1916.
Vormittags 10 Uhr: Herr Pfarrer Rollmann.
Nachmittags 722 Uhr: Herr Superint. Orth.
Wochendienst: Herr Pfarrer Rollmann.
Evangelisch Kirchlicher Blaukreuz-Verein.
Versammlung nachmittags 5 Uhr in der Kleinkinderschule.
Katolische Gemeinde.
Sonntag, den 11. November 1916.
Vormittags 10: Uhr Hochamt und Predigt.
Herr Kaplan Ramb.
Nachmittags 2 Uhr: Bittandacht.
Heeresgruppe Kronprinz.
I
SALAMANDER STIEFEL
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:: Am Untertor::
ist Sonntag, den 12. und Montag, den 13. d. Mts.
Julius Levi's
Schlachten- «Panorama • aufgestellt. Dasselbe ist . der Kriegszeit entsprechend eingerichtet. Das Panorama enthält Sie neusten Schlachten vom Volker-Krieg 1914,15 und 16.
Um zahlreichen Besuch ladet ergebenst ein
Witwe Levy.