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* Am 20. Oktober fand im Reichstagsgebäude eine recht gut besuchte Mitgliederversammlung des Ver­eins^Vaterlandsspende" E. V. statt, die von dem Ersten Vorsitzenden, Generalleutnant von Mülmann, geleitet wurde. Man bemerkte unter den Anwesenden ' Frau General v. Falkenhapn, Exzellens Daube, Landeshaupt­mann v. Hepking-Posen und andere namhafte Persön­lichkeiten. Aus dem Bericht des GeschäftSführenden Vorsitzenden, Ersten Bürgermeister Dr. Velian-Eilenburg, ging hervor, daß der Verein im besten Einvernehmen mit dem Reichsausschuß der Kriegsbeschädigtenfürsorge, dem Roten Kreuz und anderen Organisationen arbeitet, daß das Vereinsvermögen z. Zt. 300 000 Mk. beträgt und daß die rege Betätigung in allen Landesteilen an der VereinSarbeit die Bildung von Provinz- und Landesausschüssen notwendig gemacht hat. Eine ganze Reihe von leichtkranken Kriegsteilnehmern hat bereits Erholungskuren bewilligt erhalten. In Punkt 2 der Tagesordnung nahm die Versammlung einige Aender­ungen der Satzungen vor. Da der Verein keine eigenen Heime errichtet, wurde der dies angebende Zusatz aus dem Namen des Vereins gestrichen. Ferner wurde die Möglichkeit geschaffen, daß der Erwerb der Mitgliedschaft für die Dauer nur eines Jahres erfolgen kann. Für den Ehren- und Arbeitsausschuß wurden eine große Anzahl von nahmhaften Persönlichkeiten zugewählt, darunter der Oberquartiermeister des Oberkommandos Ost, G-.neral von Eisenhart-Rothe.

* Soden. Unter der bewährten Leitung ihres schnei- digen Führers, Herrn Lokomotivführer SpiegelSal' minister statteten am verflossenen Sonntage die Jung- mannschaften von Salmünster und Soden der Frank­furter Vereinigung einen Besuch ab. Als Vertreter des verhinderten Herrn Bürgermeisters von Salmünster nahm Herr Kantor Frischkorn teil, während Herr Bürger­meister 9iabtte aus Soden sein warmes Interesse für die Jugendvereinigung durch persönliche Teilnahme be­kundete. In liebenswürdiger Weise wurden die Mann­schaften am Frankfurter Hauptbahnhofe abgeholt und nach einem passenden Gelände geleidet. Hier führte nach kurzer Begrüßung Herr Kompagniesühnr Räch seine achte Kompagnie vor. Alle Uebungen wurden mit großer Geschicklichkeit in mustergültiger Weise ausgeführt, sodaß die Darbietungen vonvorzüglicherSchulungund reichlichem Können beredtes Zeugnis ablegten. Herr Professor Bender brächte in markiger, kerniger Rede den Gruß der Stadt Frankfurt dar und wies darauf hin, daß bei rechtem Streben und Schaffen die Jugendwehr dem Vaterlande namentlich in so schwerer und ernster Zeit die Männer gebe, deren es so dringend bedarf. Seine Ausführungen endigten in der festen Hoffnung auf den Endsieg und einem begeisterten Hoch auf unseren obersten Kriegsherrn. Herr Spiegel stattete den Dank der Be­sucher ab und gab dem Wunsche Ausdruck, recht bald )er Frankfurter Jugendwehr bei einem Besuche in unse­rm! Kreise Aehnliches bieten zu können. (KLrvrrrdLLcr- Wunsch geäußert, bei dieser Gelegenheit neben bem Be­uche aus Frankfurt auch sämtliche Jugendwehren des Kreises zu einer Besichtigung des Truppenübungsplatzes bei Bad Orb zu vereinigen und alsdann zu zeigen, was auf diesem Gebiete geleistet worden ist. Es schloß sich eine Besichtigung der Kriegsausftelung, sowie der wich­tigsten Sehenswürdigkeiten Frankfurts an. Alle Teil­nehmer kehrten mit voller Befriedigung und von den besten Vorsätzen erfüllt zurück.

| * Fulda. Der Förster Fauch ist am Spießberg mit .einer Schußwunde in der Brust tot aufgesunden worden. »Es wird vermutet, daß es sich um ein von Wilddieben Verübtes Verbrechen handelt.

* Cassel. Zu denen, die unter dem Kriege schwer W leiden haben, gehören auch die Anstalten der inneren Mission, wie das Diakonissenhaus in Cassel, die An- Malt Hephata bei Trapsa, das Hessische Siechenhaus in Msgeismar und andere. Diese Anstalten wurden sonst M Herbst für ihre zahlreichen Insassen immer reich be­wacht mit Kartoffeln, Getreide und anderen Lebensrnitteln, von den Landwirten aus Dank für die Ernte ge- Mict wurden. Jetzt hat das alles aufgehört, denn den Banbleuten ist ihr Teil zugemessen, und was übrig ist, Muß für die Allgemeinheit abgeliefert werden. Für

Anstalten, die unter der Höhe der Lebensmittelpreise Muehm schwer zu leiden haben, bedeutet das eine große Mbuße, über die sie so leicht nicht hinwegkommen. »un gibt es aber viele in Stadt und Land denen ge- die Kriegszeit reiche Einnahmen gebracht hat, und W dafür gern sich erkenntlich zeigen wollen. Alle diese Wm auf die Notlage der obengenannten und anderer Wen nahe liegenden Anstalten der Barmherzigkeit hin- Miesen, insbesondere aber werden die Landleute, die Wher so freundlich die Anstalteu mit Lebensmitteln Wacht haben, gebeten, dafür einen entsprechenden Geld- |hag an die Anstalten zu schicken und so ihnen zu Wen, ihre vielen, hilfsbedürftigen über die schwere hinweg zu bringen.

| * Gelnhausen. Am Mittwoch ist dahier eine Mol- Wi unter dem NamenKreismolkerei Gelnhausen" für Wnung des Kommunalverbandes Gelnhausen in Be- W gesetzt worden.

I * Frankfurt a. M. (Ungeheure Petroleummengen »Konstanza.) Nach derF. Z." sind bie, von den ^bündeten Truppen in Konstanz« angetroffenen Men- von Leuchtöl, Benzin und anderen Petroleum- Wukten mit annähernd 2CO 000 Tonnen anzunehmen. Bunter befinden sich nicht nur Vorräte der rumäni- M Petroleumgesellschast, sondern besonders der Steaua Mana mit etwa 60 000 Tonnen und der stattliche Wen von 40 000 Tonnen desjenigen Benzins, welches

der Vierverband in einem gegen sDeutschland gedachten Schachzug nach Kriegsbeginn aufkaufte.

* Bad Orb Der Kommandant des Truppenübungs­platzes, General von Kracht, ist in den Ruhestand ge­treten. Die städtischen Körperschaften richteten aus diesem Anlaß an den Scheidenden ein sehr herzlich ge­haltenes Abschiedsschreiben, für das General von Kracht in warmer Weise dankte. Herr von Kracht hat der Armee als Offizier 54 Jahre angehört. Sein Nach­folger als Kommandant des Uebungsplatzes wurde Oberst von Barsewitsch.

ZUM ^cformationsfeft M6.

Wenn in diesem furchtbaren Weltkriege die evange­lische Christenheit sich zum dritten Male um das große Luthererbe der Reformation sammelt und ihrem Ge­denktag eine besondere Bedeutung für die Gegenwart beimißt, so tut sie recht daran; denn in diesem uner­hörten Ringen geht es nicht nur um militärische Macht, um politischen Vorrang und um materiellen Wohlstand, sondern um das deutsch-evangelische Christentum, das unserem Volke die ungeheure Triebkraft verliehen hat, nach langer Zerrissenheit unter Führung der pretestant- ischen Hohenzollern sich die nationale Einheit zu er­streiten. Es steht für uns gegenwärtig der gesamte Besitzstand an geistigen und kulturellen Gütern auf dem Spiele, die seit 400 Jahren auf dem Boden der Re­formation emporgesproßt sind, damit unsere deutsche Bildung, die ihren Wert vor allem durch die Lebens­gedanken des wiedererwachten Gotteswortes gewonnen hat. Wider uns im Felde stehen nicht nur einige Völker, die im Waffengange mit uns sich messen wollen, sondern gegen deutsch evangelisches Wesen stürmt dumpfe russische Beschränktheit, zersetzender französischer Atheis­mus und gieriger britischer Mammonismus an, um alles zu zertreten, was Gott an uns edlen und innerlich erhebenden Geistesgaben geschenkt hat. Und daß Eng­land wider uns kämpft, ist das besonders Schmachvolle. Schien doch dieses Land durch lange Zeit berufen zu sein, mit uns vereint die Sache des Evangeliums und den Bau des Reichs Gottes unter den Heiden zu trei­ben und dadurch das Werk der Reformation auszubauen. Indem aber England asiatische und afrikanische Barbarei um schnöden weltlichen Gewinnes willen aufbot, die Heimat Luthers zu zerstören, hat es seine Unfähigkeit bewiesen, weiter ein Salz der Erde, ein Licht der Welt und ein Zeuge der Wahrheit zu sein. Um so treuer muß jetzt Deutschland dieser Aufgabe eingedenk sein, hochherzig den Geist des Glaubens zu pflegen, die Hin­gabe an das Evangelium betätigen und an den großen Aufgaben weiterarbeiten, welche die Reformation ihm ge­stellt hat. Das ist unsere gerechte Sache, zu der Gott stets sich bekennen wird. Mit diesem Gott aber wollen mir Taten tun, und er er wird unsere Feinde unter­treten, weil sie seine Feinde.LM«Unser Sieg aber liegt im Evangelium, das niemals untergehen kann.

Vermischtes.

Heringen. Eine große Freude wurde der Frau Jßleib geb. Schäfer zuteil. Ihr Mann, der Unter­offizier Jßleib, Inhaber des Eisernen Kreuzes, war bei den schweren Kämpfen an der Somme vermißt worden. Die Kameraden, die gesehen hatten, wie er schwerver­wundet zusammengebrochen war, glaubten, daß er tot sei. Auch zu der Frau, wie zu den Eltern war schon die Nachricht von dem Tode desselben gedrungen. Da erhielt nun die Frau vorige Woche von ihrem Mann die "Nachricht, daß er am rechten Bein und Arm ver­wundet in englischer Gefangenschaft sich befinde.

In Lienzingen in Württ. mußte ein Geißbock geschlachtet werden, da er mehrere Hundert Mark Pa­piergeld, die im Heu aufbewahrt wurden, gefressen hatte. Die Schlachtung war zwecklos, da der Bock die Hun­derter zum größten Teil gut verdaut hatte.

Buer. Ein hiesiger Landwirt hat sowohl in diesem als auch im vergangenen Jahre seine Kartoffeln zu ben Preisen verkauft, wie sie vor dem Kriege herrschten, er hat ferner Kriegerfrauen, die die Kartoffeln nicht;auf einmal bezahlen konnten, mit den Worten nach Hause geschickt:Bezahlt mir die Kartoffeln, wenn euere Männer nach dem Kriege wieder da sind, bis dahin hat's Zeit!"

Aus Sachsen. Aus Großlübars (Sa.) standen vier Brüder im Felde bei demselben Geschütz. Dieser Tage kam nun bie Schreckensbotschaft: Alle vier Brüder waren samt dem Geschütz durch einen Granatvolltreffer in die Luft gesprengt worden.

Bekanntmachung betr. Ukibnacbtsliebesgaben.

Das Bataillon hat für

Reserve-Jnfanterie-Regiment Nr. 234

eine Sammelstelle für Liebesgaben allgemeiner Natur eingerichtet, die unseren in treuer Pflichterfüllung in Feindesland stehenden Angehörigen vorstehenden Regi- ments zugedacht sind.

Freundlichst zugedachte Liebesgaben, auch Geldbeträge, werden bis 10. November ds. Js. erbeten. Sie sind entweder durch die Post ober durch Boten an die Sammelstelle zu senden. Quittung wird übersandt oder bei persönlicher Abgabe ausgehändigt. Erwünscht sind auch Pakete mit verschiedenen Gegenständen (siehe unten), deren Inhalt den Wert von 5 Mk. nicht übersteigen soll. In diesem Falle empfiehlt es sich, den Paketen eine Antwortkarte beizufügen, auf der der Empfänger bem Spender seinen Dank aussprechen kann.

Es ist nun der Versand folgender Dinge erwünscht: Hosenträger (ohne Gummi), Zahnbürsten, Zahnpulver, Haarbürsten, Taschenspiegel, Kleiderbürsten, Stiefelbür­sten, Brustbeutel, Geldtäschchen, Notitzbücher, Briefpapier, Postkarten, Beistifte, Brieftaschen, Taschenmesser, elektr. Taschenlampen, Ersatz-Batterien, Eßbestecke, Löffel, Büchsenöffner, Mundharmonikas, Nähkästen, Sicherheits­nadeln, Hosenknöpse, Zigarren, Zigaretten, Rauchtabak, kurze und lange Tabakpfeifen, Zigarrentaschen, Karten­spiele, Taschenuhren, Konserven (nicht Weißblechdosen), Marmelade, Fruchtsäfte, alkoholfreie Getränke, Fleisch, brühwürfel, eingemachte und gedörrte Früchte, Nüsse ohne Schale, Bier, Rotwein, leichter unverfälschter Landwein, Lesestoff, Spiele (Schach, Domino, Halma) usw.

Die Sammelstelle ist von 812 Uhr vorm. und 26 Uhr nachm. und an Sonntagen von 812 Uhr vorm. geöffnet.

Pakete, die persönliche Gaben der Angehörigen an ihre im Felde stehenden Verwandten enthalten, dürfen in der Sammelstelle nicht angenommen werden, weil solche Privatpakete bestimmungsgemäß durch die Post befördert werden müssen.

Eisenach, den 25. Oktober 1916.

2. Ersatz Bataillon Jnf.-Rgt. 167

Nährhefe-Kochrezepte- Suppen.

Sauerampfersuppe: Sauerampfer und Salatblätter werden gebrüht, durch ein Sieb abtropfen lassen und fein gewiegt. Die Sauerampfermasse gibt man, mit 25 g Nährhefe und einem Eßlöffel Mehl vermengt, in 1 bis 1'/, Liter kochendes Wasser unter Zusatz von etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer und kocht die Suppe noch etwa '/, Stunde.

Rezepte für Kaninchensleischzubereitunz.

Kaninchen gefüllt.

Kopf und Hals entferne man, Vorder- und Hinter­füße werden eingebogen und mit Dressiernadel ange­bunden. Dann wird in den Leib des Kaninchens eine Fülle wie zu Kalbsbrust oder Fleischfülle getan, zuge­näht, außen mit Salz und Pfeffer eingerieben und wie Kalbsbrust gebraten.

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.

Evangelische Gemeinde: Sonntag, den 5. November 1916.

i (Reformationsfest.)

MogWltpM.M Herr .Superint. -Drch.

Nachmittags ^2 Uhr: Herr Pfarrer Rollmann.

Wochendienst: Herr Superint. Orth.

Evangelisch Kirchlicher Blaukreuz-Verein.

Versammlung nachmittags 5 Uhr in der Kleinkinderschule.

Katolische Gemeinde.

Sonntag, den 5. November 1916.

Vormittags 10: Uhr Hochamt und Predigt.

Herr Kaplan Ramb.

Nachmittags 2 Uhr: Bittandacht.