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Telefon Nr. 65. Postscheckkonto Frankfurt a. M 11402. Telefon Nr. 65.

Wschsnbeüage: Illustriertes Sonntagsblatt.

Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg.

M 89. Samstag, den 4. November 1916. 67. Jahrgang.

Amtliches

Gbstbäumchen

eder Art, besonders Aepfel- und Birnbäumchen, gibt ab zu mäßigen Preisen. Vorherige Bestellung mit Angabe der Stückzahl ist erforderlich. ^Rentmeister Pfalzgraf.)

Die Kreisbaumschulverwaltung.

A-Nr^WO^R^R ~

HLoter Kreuz Kalender 1917.

Das Zentralkomitee vom Noten Kreuz gibt auch für das Jahr 1917 den Noten Kreuze Kalender heraus, der gegenüber der vorjährigen Ausgabe in erheblich er­weiterter und verbesserter Gestalt erscheint. Es ist jetzt die Form eines Tagesabreiß-Kalendres gewählt, der mit Bildern aus der Kriegsgeschichte nebst den entsprechenden Erläuterungen versehen ist und unter der Schrifllcitung des Königlichen Hausbibliothekars. Dr. Bodgan Krieger steht. Einen besonderen Wert verleihen dem Kalender 12 Kunstblätter mit Bildnissen und schriftgetreu wieder­gegebenen Sinnsprüchen führender Männer Der Preis des Kalenders beträgt 3 Mk.

Wir empfehlen die Anschaffung des Kalenders aufs beste und bitten, recht zahlreiche Bestellungen binnen . 10 Tagen bei unserem Geschäftsführer (Sekretär Schaefer) machen zu wollen. Die Hälfte des Ertrages kommt dem Roten Kreuz zugute.

Schlüchtern, den 2. November 1916.

Der Männerverein vom Roten Kreuz.

Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen.

Provinzialausschuß der Provinz pep^u-Nassau.

Die vornehmste Dankespflicht des deutschen Volkes gegen seine im Kriege gefallenen Söhne ist die Fürsorge für die Hinterbliebenen, insbesondere für die Witwen und Waisen der auf dem Felde der Ehre gestorbenen . Helden. Die Nationalstistung hat sich die Erfüllung dieser Pflicht zur Aufgabe gesetzt. Sie erstreckt ihre Tätigkeit bereits über das ganze Reich. Auch in unserer Provinz hat sie schon warniherzige Förderer gefunden. Um aber allen Anforderungen, die mit der Dauer des Krieges und der zunehmenden Zahl der Hinterbliebenen fortgesetzt wachsen, genügen zu können, ist die Stiftung auf die Mitarbeit aller angewiesen. So wenden " wir uns denn im Vertrauen auf die oft bewiesene Opfer­freudigkeit an die gesamte Bevölkerung unserer Provinz mit der herzlichen Bitte:

Gebt für die Witwen und Waisen; gebt für alle hilfsbedürftigen Hinterbliebenen der tapferen Söhne Hessen-Nassaus, die ihr Leben nicht nur für das Vaterland, sondern auch für Euch da- hingegeben haben, denen Ihr es allein zu danke» habt, daß Ihr ungestört Eurem Erwerb, Eurem Beruf «achgehen sönnt! Vergeht die teuren Tote» nicht! Dankt ihnen ihre Trene durch treue Fürsorge für ihre Hinterbliebenen! Spendet Geld und Wertpapiere, und spende ein jeder nach feinen Kräften gern im Gedanken, wie ge­ring doch solche Opfer an Geld und Gut sind gegenüber dem Opfertod so vieler Tausender unserer Brüder!"

Namens des Provinzialausschusses der Nationalstiftung.

Der Vorsitzende.

Hengstenberg,

Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau.

Wirklicher Geheimer Rat.

Für den Kreis Schlüchtern hat der Kreisausschuß die Aufgaben des Ortsausschusses der Nationalstiftung übernommen. Er wird bei Prüfung der Gesuche durch die Herren Pfarrer Kurz und Pater Pastor Schu­macher in Salmünster unterstützt werden. Wir sind überzeugt, daß wir bei dieser Fürsorgearbeit auf die tatkräftige Mithilfe aller Vereine, Körperschaften und Personen im Kreise rechnen dürfen, um die großen Auf­gaben der Hilfe und Fürsorge für alle Opfer des Krieges erfüllen zu können.

Wir fordern unsere Mitbürger auf, die National- sttftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen jeder nach seinem Vermögen mit reichen einmaligen und laufenden Spenden zu bedenken,

nachdem sie jetzt ihre Tätigkeit auch im Kreise Schlüch­tern ausgenommen hat.

Spenden werden von der Kreiskommunalkasse, der Landesrenterei (Rentmeister Barthelmes) in Schlüchtern und von den Sparkassen des Kreises entgegengenommen.

Spenden, die vor dem 1. Januar 1917 gegeben werden, unterliegen nicht der Kriegsgcwinnsteuer.

Schlüchtern, den 29. Oktober 1916.

Namens des Kreisausschusses.

Der Vorsitzende: von Trott zu Solz.

Das dritte Weihnachtsfest naht.

Und immer noch toben die Feinde an den Grenzen des Reiches, mit der Absicht, unser Vaterland zu ver­nichten und das deutsche Volk zu Sklaven niederzuringen.

Tag für Tag setzen unsere tapferen Soldaten todes­mutig und todesfreudig diesem Willen der haßerfüllten Feinde, einem lebendigen Walle gleich, ihre Leiber ent gegen, zu schützen Weib, Kind und Vaterland.

Für uns, die wir daheim unter schützendem Dache wohnen und friedlich unserer Arbeit nachgehen können, ist es daher Pflicht, den lieben Vaterlandsstreitern eine Weihnachtsfreude zu bereiten.

Wir wissen, daß sich jeder Deutsche dieser Pflicht bewußt ist und gern an seinem Teil zu ihrer Erfüllung beiträgt. In diesem Gedanken treten wir abermals an die Kreisinsassen mit der Bitte heran, die schon so oft er­probte Opferwilligkeit auch diesmal zu betätigen und uns durch eine, wenn auch kleine Geldgabe instand zu setzen, möglichst allen aus dem Kreis Schüchtern

Kriegern im Kelde eine Weihnachtsliebesgabe

zu beschaffen.

Wir wissen, daß Naturalien sehr knapp sind und sehen deshalb von Hergabe von solchen ab, hoffen aber, daß die eingehenden Barmittel so reichlich fließen, daß wir dafür Liebesgaben wie in den früheren Jahren kaufen können. Sollten Einzelne es aber vorziehen, uns auch kleinere Gegenstände schenken zu wollen so würden wir auch diese gern annehmen, bitten aber, sich dabei auf solche Sachen zu beschränken, die sich in kleinen Päckchen versenden lassen.

Da die Herren Bürgermeister mit dienstlichen Ange­legenheiten schon schwer belastet sind, richten wir an die Herren Lehrer die Bitte, an einem Tage der nächsten Woche eine Haussammlung durch Schüler zu veranstalten und die eingehenden Gaben an unseren Schatzmeister Herrn Rentmeister Barthelmes abzuliefern. Durch die Zeitung wird über die eingegangenen Spenden quittiert werden.

Schlüchtern, 24. Oktober 1916.

Die beiden Vereine vom Roten Kreuz,

von Trott zu Solz, Vorsitzender vom Männerverein.

Frau von Trott, Vorsitzende vom Frauenverein.

Bon Goldmünzen und anderem Golde.

Als Joseph I., des römisch-deutschen Kaisers Leopold I. ältester Sohn, am 9. Dezember 1687 zum König von Ungarn gekrönt wurde, ließ er zur Erinnerung an die­sen Tag eine goldene Gedenkmünze schlagen. Sie zeigt auf der Vorderseite das Bild seines Vaters; die Rück­seite ziert, medaillonförmig angeordnet, eine Reihe seiner Ahnen, der Rand trägt die Wertangabe mit 100 Du­katen in Gold. Eine solche Münze wurde kürzlich durch die Goldankaufsstelle Hannover der Reichsbank über- wiesen, die dafür den Goldwert im Betrag von 940 Mark auszahlte. Damit wurde der Allgemeinheit ein Stück Gold nutzbar gemacht, das bislang zwar die Zierde einer Münzensammlung gebildet, im übrigen aber als zinsloses, totes Kapital ein stilles Dasein geführt hatte. Von der Höhe solcher Zinsverluste macht man sich in Laienkreisen schwerlich einen Begriff. Beispiels­weise würden diese 100 Golddukaten von dem Augen­blick ihrer Enstehung an, also in 230 Jahren, bei einem Zinssnße von nur 3% mit Zins- und Zinses­zinsen heute auf 826 000 Mark angewachsen sein, bei 4 °/0 auf 7 640 000 Mark und bei 5%, unserem heut­igen Zinssätze, würden sogar fast 40 '/, Millionen Mk. daraus geworden sein. Was hier als vereinzelter Fall bei einer größeren Goldmünze vorkommt, geschieht heute

in noch größerem Umfange mit den deutschen Gold stücken des Jahres 1888. Trotzdem Millionen Kronen und Doppelkronen mit dem Bildniffe Kaiser Friedrichs gepräpt worden sind und diese Stücke in Friedenszeiten täglich vorkommen jeder Kassenbeamte wird das be­stätigen, glauben viele Leute damit eine Seltenheit in der Hand zu haben, die sie schleunigst in Sicherheit bringen müssen und damit aus dem Verkehr ziehen. Sie berücksichtigen dabei wiederum den Zinsverlust nicht, der seit 1888 bei nur 3 % heute schon mehr als den vollen Wert der Münze ausmacht, abgesehen davon, daß jedes der Reichsbank vorenthaltene Goldstück seinen Zweck verfehlt. Daß in letzter Zeit die Reichsbank sich verpflichtet, derartigeSeltenheiten" innerhalb 12 Mo­naten nach Friedensschluß wieder zurückzugeben, dürfte in weiteren Kreisen noch nicht genügend bekannt sein. Das gleiche Verfahren gilt auch für ausländische Gold­münzen, die häufig als liebe Reiseerinnerungen Mo­naco aufbewahrt werden, falls der Besitzer es nicht vorziehen sollte, bei den heutigen hohen Kursen sich von seinem Goldschätze dauernd zu trennen. Hoffentlich gibt dieser Hinweis die Anregung, alte Schatullen und Truhen daraufhin nochmals zu untersuchen. Vielleicht findet sich bei dieser Gelegenheit auch noch Gold in anderer Form vor, alte Ohrringe aus Großmutters Zeiten, unmoderne Ringe, Medaillons mit und ohne Inhalt. Gewiß, sie sind häufig liebe Andenken an die Großeltern öder Angehörige noch früherer Zeiten. Aber man sollte jetzt die Vaterlandsliebe vor die Pietät setzen und derartige Goldsachen den über das ganze Reich verteilten Goldankaufsstellen bringen. Neben dem vollen Geldwert erhält der Ueberbringer dort ein ge­schmackvoll ausgeführtes Gedenkblatt, bei Einlieferungen im Werte von 5 Mark und mehr außerdem eine künst­lerisch. ausgeführte eiserne Denkmünze, .die ein wert­volles Erinnerungszeichen an diele ernste Zeit sein k H?. Da sollte jeder ein solchesOpfer" schnell und gern bringen und damit dazu beitragen, daß unser Vaterland sich auf seinegoldene Rüstung" ebenso verlaffen kann wie auf seineeiserne".

MS-Maus-Stellt Schlüchtern im Sreishanse.

KO Ankauf zum Zweck der Verstärkung -es KMestnn-es -er Aeichsbanl. Geöffnet jeden Dienstag Nachmittag von 3-5 ö|r.

Goldankaufshilfstelle.

Unter der Devise:Alles Goldgeld zur Reichsbank" erlebten wir die Verdoppelung unseres Goldschatzes.

Diese gewaltige Verstärkung unseres Währungsrück-' grates war der erste Sieg auf wirtschaftlichem Gebiete.

Ungläubiges Erstaunen und schließlich Nachahm­ung bei unseren Feinden.

Die erste, zweite, dritte, vierte und fünfte Kriegsan­leihe waren die ferneren Keulenschläge für die Feinde. Ihre traumhaften Vorstellungen von unseren finanziellen Verhältnißen zerflossen dadurch in ein Nichts.

Wie auf militärischem, so hegen sie auch auf wirt­schaftlichem Gebietemur noch eine Hoffnung :Die Dauer des Krieges werde'unsere WährungSverhältnisse denn- noch erschüttern, was uns für lange Jahre nach dem Kriege den gewinnbringenden Zutritt zum Außenhandel verschließen würde". Das ist ja das Hauptziel Eng­lands.

Was schert es John Bull, wenn Russen, Franzosen und seine Kolonialvölker sich für dieses sein Ideal ver­bluten !

Nun! Auch diese Hoffnung werden wir unserem besten Freunde zu Schanden machen.

Reiche Schätze an Goldschmuck und Goldgerät, an­gesammelt in gesegneten 40 Friedensjahren, sind reiche und ergiebige Geldquellen. Diese zu erschließen und auch sie der Reichsbank nutzbar zu machen, ist heute vater­ländische Pflicht. Daher soll der Ruf nicht ungehört verhallen:

Bringt Euern Goldschmuck den Goldankaufsstellen!"

Nicht groß genug kann unser Goldschatz sein! Ein gewaltiger Goldschatz in den Panzerkellern der Reichs­bank ist uns beim Erklingen der Friedensglocken die