g chen der Hilfe und Fürsorge für alle Opfer des Krieges erfüllen zu können.
Wir fordern unsere Mitbürger auf, die Nationalst ftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen jeder nach seinem Vermögen mit reichen e nmaligen und laufenden Spenden zu bedenken, ridjbein sie jetzt ihre Tätigkeit auch im Kreise Schlüch- l.m ausgenommen hat.
Spenden werden von der Kreiskommunalkasse, der Landesrenterei (Rentmeister Barthelmes) in Schlüchtern, und von den Sparkassen des Kreises entgegengenommen.
Spenden, die vor dem 1. Januar 1917 gegeben werden, unterliegen nicht der Kriegsgewinnsteuer.
Schlüchtern, den 29. Oktober 1916.
Namens des Kreisausschilffes.
Der Vorsitzende: von Trott zu Solz
w -»,-.nc*w< **»•■ "^ 'tw-riw T«^»-- -»:>« - wws»«ai»wwiwM»'j|»'ii r ■■•_<-—JZT»» . ■ inwsTM.i Städtisches Arbeitsamt Hanau
Arbeitsnachweis für Stadt und Landkreis Hanau und die Kreise Gelnhausen und Schlüchtern.
Gesucht werden im Kreise Schlüchtern:
1 Schmied oder Schlosser, 2 Elektromonteure und einige Erdarbeiter.
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Hauptmann Bölcke t
Wi’. Berlin, 88 Oktbr. Hauptmann Beeide ist im Verlauf eines Luftkampfes am 28. Oktober mit einem anderen Flugzeug zusammengestohen und bei der darauf erfolgten Landung hinter unseren Linien tödlich verunglückt. Am 27. Oktober hatte er sein 40. feindliches Flugzeug abgeschossen.
Lokales und Provinzielles
Schlüchtern, den 31. Oktober 1916.
—* Milchversorgung. Auf die in heutiger Nummer veröffentlichte Bekanntmachung des Magistrats, betr. Milchversorgung der Stadt Schlüchtern, wird hier- mit nochmals besonders aufmerksam gemacht.
—* Die Kartoffeln unter den Dickwurzen. Aus Marjoß wird uns geschrieben, daß dort am Donnerstag nadFreitag voriger Woche von zwei Kommissionen unter Leitung des Gendarmerie-Wachtmeisters zu Mottgers eine Kellerrevision nach Kartoffeln vorgenommen wurde. Hierbei wurden bei elf, zum Teil sehr wohlhabenden Landwirten, Kartoffeln unter den Dickwurzen versteckt rorgefunden, um sie dem Genusse ihrer Mitmenschen zu entziehen. Diese Taten legen erneut Zeugnis davon 16, wie wenig Gefühl mancher Landwirt in dieser s hweren Zeit gegen seine Mitmenschen hegt. Hoffentlich schält jeder „Kartosfelverstecker" eine recht angemessene Strafe, damit ihm dieselbe in steter Etinnerung bleibt.
—* Gasgefüllte Wotan-Lampen in kleinen Licht- f ärfen find eine neue Erscheinung auf dem Gebiete der i lektrischen Glühlampen. Mehr als 30 Jahre hielt die Technik an dem Gedanken fest, daß gute elektrische Glühlampen nur in luftleer gepumpten Glasglocken, elso im Vakuum, hergestellt werden könnten. In höchster Vollendung wexden auch die letzten Spuren der Luft e"s den Glocken entfernt. Verschiedenartige Gase, welche ß eus den für die Herstellung der Lampen verwendeten H Materialien infolge der großen Erhitzung beim Brennen i ntweichen, werden sorgfältig aus den Glocken gepumpt, L . m deren schädliche Einwirkungen auf den Leuchtdraht ' 51 verhindern. Es mag daher sonderbar erscheinen, daß s wan heute durch Füllen der Glasglocken mit Edelgasen gerade einen wirksamen Schutz des Leuchtdrahtes erreicht. Eben dieser Schutz ermöglicht bei den gasgefüllten Lampen eine stärkere elektrische Beanspruchung des Leuchtdrahtes durch erhebliche Erhöhung der infolge des Stromdurch eanges erzeugten Temperatur, welche in der Vakuum- | Gimpe ein alsbaldiges Versagen hervorrufen müßte. Ladurch wird in den gasgefüllten Wotan-Lampen nicht ’ r ein schöneres weißes Licht, sondern auch eine mit . Größe der' Typen bedeutend steigende Ersparnis im | L erbrauch elektrischen Stroms pro Lichteinheit erzielt. 7ie Siemens & Halske A.-G. hat jetzt ihre Wotan- . „G"-Lampcn (G----Gasfüllung) in solchen Lichstärken in den Verkehr gebracht, wie sie im Anschluß an eine beliebige elektrische Lichtleitung in jedem Haushalt Ver- wendung finden. Sie haben gegenüber den altbewähr- "N Drahtlampen weiterhin den großen Ersparnissen Echkommenden Vorteil, daß sie ihr Licht bei senkrechter Ärenulage hauptsächlich in der Züchtung der darunter lieg-nden Boden- oder Tischfläche ausstrahlen, sodaß ■ unnütze Lichtverluste vermieden werden. Der höhere 5 Preis und die mittlere Lebensdauer fallen gegenüber den verschiedenartigen Vorteilen nicht ins Gewicht. Wer • einmal das neue Wotan-Licht gebrannt hat, wird es nicht mehr entbehren wollen. Die Lampen sind bei I fast jedem Eli ktrizitätswerk oder besseren Installateur zu haben; man verlange aber ausdrücklich Wotan-„G".
Die Hesfenkirche in Assannen in Ostpreußen.
Für diejenigen unserer Leser, welche zu der auch von unserem Blatt empfohlenen Kirchenkollekte am Ernte
dankfest, deren Ertrag für den Bau einer Hessenkirche in Assaunen in Ostpreußen bestimmt ist, ihre Liebesgabe beigetragen haben, wird der nachfolgende Feldpostbrief ein gewisses Interesse haben.
Hochgeehrter Herr Pfarrer! In einer Caffeler Zeitung lese ich zufällig, daß sich unser Hessenland an einer Sammlung für die zerstörte Kirche in Assaunen in Ostpreußen beteiligt. Da mir dieses Dörfchen mit seiner Kirche eine allzeitige Erinnerung ist an den 9. Sep- tember 1914, freue ich mich, daß ich die Anzeige in der Zeitung gelesen habe und werde mich an diesem Liebeswerk mit einer kleinen Gabe beteiligen. Am 9. September 1914, erreichte die zweite Kompagnie das Dorf Assaunen, welches 700 bis 800 Meter vor der russischen Stellung lag im heftigen russischen Artillerie- feuer. Die Kirche war der Zielpunkt der feindlichen Geschütze. Drei Mann .wurden direkt an der Kirche verwundet, die Einj.-Freiwilligen Kunold und Simon, sowie der Reservist Peter, alle aus Cassel. Der Musketier Schwarz aus Niederzwehren liegt in Assaunen beerdigt Das ganze Dorf bot einen schauerlichen Anblick. Sämtliche Häuser, auch die Kirche, waren abgebrannt bis auf die Mauerrcste. Hier wurde Kosakenarbeit geleistet. Im heftigen Artilleriekampf lag am Nordrand des Dorfes die Kompagnie während des ganzen Tages, gequält von Durft und Pulverrauch. Am 10. September morgens krähte noch ein Hahn im Dorfe; ob er wohl mit dem Leben davongekommen ist?
Mit besonderer Hochachtung verbleibe ich Fhr
K. Stahl, Feldwebel.
Richtlinien für die Schweinemästung.
Von Tierzuchtinspektor M. W e rn er—Schmalkalden.
Das Schwein ist ein Allesfresser und nimmt bei guter Pflege schneller zu als alle andere Haustiere, es bedarf aber dadurch auch verhältnismäßig größerer Futtermassen. Wer sich ein Schwein aufftallen will, muß vor allen Dingen wissen, ob ihm die nötigen Futtermittel zur Verfügung stehen werden. Das Hauptnahrungsmittel für die Schweine ist in normalen Zeiten die Kartoffel, welche ja vorläufig noch an Schweine und Hühner verfüttert werden darf. Die Kartoffeln lassen sich aber vollwertig durch Futterrüben ersetzen, wenn diese in genügenden Mengen zu haben sind. Kartoffeln sowohl wie Futterrüben sind aber verhältnismäßig eiweißarme Futtermittel, welche in der Hauptsache nur kohle- hydrathaltige Nährstoffe enthalten, daher muß eine genügende Menge eiweißhaltiger Futtermittel beigefügt werden. Als solche stehen zur Zeit zur Verfügung Gerstenschrot, Nährhefe, Eiweißsparfutter, Fisch- und Blutmehl, allerdings auch nur in beschränkten Mengen. Zu den eiweißreichen Futtermitteln gehören ferner die Kastanien und besonders die Eicheln, auch Klee-, Luzerne-, Seradella-, Erbsenheu und Brennesselblätter lassen sich erfolgreich als Eiweißfutter benutzen, wenn sie vorher gehäckselt und dann evt. gedämpft werden. Das Häckseln kann in kleinen Haushaltungen mit dem Hackmesser oder geeigneten Brotmaschinen geschehen. Kartoffeln sollen im allgemeinen nicht mit anderen Fruchtmittel zusammen gedämpft werden, da das Fruchtwasser schädliche Stoffe enthält. Alle Futtermittel, wie Kartoffeln, Futterrüben, Eicheln und Kastanien dürfen nur gedämpft und zerkleinert gereicht werden, da sonst leicht schwere Schädigungen eintreten.
Das Mengeverhältnis der eiweißarmen (Kartoffeln, Futterrüben) zu den eiweißreiche Futtermitteln muß ungefähr 6:1 betragen, jedoch kann diese Zahl nur einen ganz unsicheren Anhaltspunkt bieten, da der Eiweißgehalt der eiweißreicheren Futtermittel zu unterschiedlich ist. Bei brei-, nicht suppenartig gereichtem Futter stellten sich die täglichen Bedarfsmengen bei Mastschweinen ungefähr folgendermaßen:
Alter in Monaten
Durchschnittsgewicht in kg
Tägl. Futtermenge, kg
2—3
20
2,5—3,0
3—5
50
5,0-5,5
5—6
65
6,0-6,5
6-9
90
7,5—8,0
9—12
130
9,5—10,0
Diese Zahlen, welche auch nur wieder dürftige Anhaltspunkte darstellen, zeigen, daß ein Tier verhältnismäßig um so mehr Futter gebraucht, je jünger es ist. Das Futter muß morgens, mittags und abends regelmäßig zu einer bestimmten Stunde sauber zubereitet in sauberen Gefäßen gereicht werden, wobei niemals mehr vorgelegt werden darf, als die Tiere wirklich auffressen. Richt gefreffene Reste müssen sofort aus dem Futtergeschirr entfernt werden, sie können, wenn sie einwandfrei geblieben sind, zur nächsten Futterzeit wieder vorgelegt werden. Dem Futter, besonders dem der jüngeren Tiere sind kleine Mengen, 2—10 Gr. Futterkalk im Notfalle auch einfache Schlemmkreide beizumischen, damit die Tiere den zum Knochenaufbau notwendigen Kalk erhalten. Kochsalz darf zweckmäßig gar nicht oder doch nur in äußerst geringen Mengen gereicht werden; Mengen, die der Mensch ohne weiteres vertragen würde, sind für das Schwein schon gesundheitsschädlich. Wenn
die Freßlust nachläßt, verändert man am besten die Futterzusammenstellung derart, daß man etwas mehr eiweißhaltiges Futter reicht.
Je reichhaltiger eine Futterzusammenstellung ist, um so größer wird die Freßlust der Tiere sein. Man zieht daher auch zweckmäßig alle Küchenabfälle zu Futterzwecken heran, wobei das Geschirr mit ganz wenig warmen Wasser abgespült werden muß, das man von Tovf zu Topf und von Teller zu Teller gießt. Dieses Spülicht wird dann manche wertvolle Bestandteile enthalten, so daß es als nicht zu verachtende Beigabe zum Futter zu betrachten ist. Alle Küchenabfälle, wie Kartoffelschalen, Obst- und Gemüsereste, Fischköpfe usw. müssen mit gedämpft und gründlich zerkleinert werden. Zum Schluß noch einige Futterzusammenstellungen wie sie sich mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln erreichen lassen.
1. Für ein Schwein von ungefähr 20 Kg. Lebendgewicht für den Tag:
Futterrüben oder Kartoffeln, Schalen, . Obst und Gemüscabfälle 2200—2400 Gr., Nährhefe 60— 100 Gr., Gerstenschrot 100— 200 Gr., Klee, Luzernenhäcksel usw. 200— 300 Gr., Futterkalk oder Schlemmkreide 3— 4 Gr., 2. Für ein Schwein von 65 Kg. Lebendgewicht für den Tag:
Futterrüben, Kartoffeln, Schalen, Obst- u. Gemüseabsälle usw. 4500—5000 Gr., Geschrotene od. gedämpfte Eicheln 500— 700 Gr., Blut oder Fischmehl 50— 70 Gr, Klee- und Seradellaheuhäcksel 700—1000 Gr., Brennesselblätter 100— 200 Gr., Futterkalk 5— 6 Gr., 3. Für ein Schwein von 100 Kg. Lebendgewicht (also am Ende der Mastzeit) für den Tag: Futterrüben, Kartoffeln, Küchenabfälle, usw. 6200—6700 Gr.,
Nährhefe 100— 150 Gr.,
Gerstenschrot 250— 300 Gr.,
Eiweißsparfutter 200— 300 Gr.,
Brenneffelblätter, Erbsen, Luzernen-, Kleeheuhäcksel usw. 1000—1500 Gr., Schlemmkreide 5 - 7 Gr.
Wegen Bezuges der eiweißhaltigen Futtermittel wende man sich an seinen Kommunalverband. Die empfohlenen Heusorten erhält man bei den Landwirten oder den Futtermittelhändlern, ebenso die Futterrüben.
Zum Schluß möchte ich nur bemerken, daß meine Ausführungen nur dem Laien wenigstens die gröbsten Richtlinien geben sollen damit er imstande ist, wenigstens einigermaßen vernunftgemäß zu füttern und dadurch vor schweren Fehlschlägen bewahrt bleibt.
Rezepte für Kaninchenfleischzubereitung.
Kaninchen auf Wildart gebraten.
Einbeizuug II.
Zu 1 Ltr. guten, nicht zu scharfen Weinessig nehme folgendes: Einige in Scheiben geschnittene Zwiebeln, zwei gelbe Rüben, etwas Selleriewurzel oder -Stängel einige Lorbeerblätter, 1 Stückchen fein abgeschälte Zitronenschale, 6 bis 8 Gewürznelken, Pfefferkörner, etwas Estragon und nach Belieben etwas Knoblauch (sehr gut ist, einen Zweig frisches Tannenreis beizugeben).
In diese bereitete Beize lege man das Kaninchen ganz oder, je nach Art der Zubereitung, in kleine Stücke zerteilt. Ersteres wird öfters gewendet. Letztere werden mit einem Brettchen beschwert und muß der Essig diese völlig bedecken. ,
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.
Evangelische Gemeinde:
Mittwoch, den 1. November 1916.
Abends 8 Uhr: Bittgottesdienst.
SALAMANDER STIEFEL
Wer über das gesetzlich zulässige Maß hinaus Hafer, MengKorn, Mischfrüchl worin sich Hafer befindet, oder Gerste verfüttert, versündigt sich am Vaterlande!