ZchlüchtemerMung
mit amtlichem Areisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
mit amtlichem Areisblatt.
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Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
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Erscheint Mittwoch und Samstag. — preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg.
M 68. Mittwoch, den 23. August 1916. 67. Jahrgang.
Amtliches
Nach § 82 der Kreisordnung bringe ich die Beschlüffe des Kreistages vom 12. August 1916 hiermit zur öffentlichen Kenntnis:
1. Die KreiSsparkafsenrechnung für 1914 wurde auf 1453 259,75 Mark Einnahme 1445160,62 „ Ausgabe
mithin auf 8 099,13 Mark Bestand
festgestellt. Dem Rendanten wurde Entlastung erteilt.
2. Die Kreiskommunalkassenrechnung für 1914 wurde auf
258 289,48 Mark Einnahme
234 860,53 „ Ausgabe mithin auf 23 428,95 Mark Bestand festgestellt. Dem Rendanten wurde Entlastung erteilt. Die Etatsüberschreibungen wurden genehmigt.
3. Der Landwegebauvoranschlag für 1917 wurde Siehmigt und auf den Betrag vow 42 000 Mark gestellt.
4, Die ausscheidenden Mitglieder der Kreisspar- kaffendirektion:
Rentmeister Pfalzgraf und Stadtkämmerer Zehner wurden wiedergewählt.
5. Die Aufnahme einer weiteren (5) Anleihe bis zum Betrage von 300000 Mk. zur Deckung der Kriegs- familen-Unterstützungen wurde beschlossen.
6. Der Kreistag beschloß einstimmig, von dem ihm nach § 24 der KreiSordnung zustehenden Recht für die erledigte Landratsamtsstelle geeignete Personen vorzu- schlagen, zugunsten des Herrn Regierungsrats von Trott zuSolz keinen Gebrauch zu machen und den Herrn Regierungs-Präsidenten zu bitten, den Herrn Regierungsrat von Trott zu Solz als Landrat des Kreises Schlüch- tern höheren Orts in Vorschlag zu bringen.
7. Der Kreisausschuß wurde ermächtigt, den Beitritt des Kreises Schlüchtern zu dem Kriegshilfsverein des Reg. Bezirks Cassel für den Land kreis Stallupönen zu erklären und einen Beitrag von 5300 Mk. zuzusagen." In Ergänzung der etwa durch Einzelgaben aufgebrachten Mittel soll der Betrag in den Voranschlag eingestellt und die Mittel dazu evtl. durch Anleihe aufgebracht werden.
Schlüchtern, den 15. August 1916.
Der comm. Landrat.
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Unser Vorrat an Hemden ist durch die starke Inanspruchnahme unserer Lazarette vollständig aufgebraucht. Da dringender Bedarf vorliegt und neue Hemden kaum oder nnrzu sehr teueren Preisen zu beschaffen sind, richten wir an die bessergestellten Kreisbewohner die Bitte, uns getragene Hemden schenken zu wollen.
Wir danken im Voraus.
Schlüchtern, den 28. Juli 1916.
Die beiden Rote Kreuz Vereine.
Bis jetzt gingen Hemden ein:
1. von W. M. in Elm 6 Stück
2. „ Frau Lüders Hier 3 „ 3. „ Ungenannt Hier 4 „ 4. „ Frau Hermann «Reiß Hier 1 „ 2 Unterhosen
J.-Nr. 2440 R. K.
Für Rote-Kreuz-Vereinszwecke gingen weiter ein: Ungenannt in Schlüchtern Mk.
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tf tf tf „ „ Salmünster
E. M. in Ramholz
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M. M. in Ramholz 20 „ E. M. Witwe in Ramholz 20 „ Frau K. Bolender in Schlüchtern 10 „ Ungenannt in Schlüchtern 10 „ „ „ Sannerz 50.05 „ „ „ Schlüchtern 2 „ tf // tf M tf Bürgermeisteramt in Sterbfritz für Frau M. Stock in Hanau 2 „ Frau Baronin von Stumm zu Schloß Ramholz 3000 „ Eduard Klug in Klesberg 30 „ Ungenannt in Schlüchtern 35 „ OK tf tf tf tf 2
Den edlen Gebern herzlichen Dank. Weitere Gaben werden gern entgegen genommen. Schlüchtern, den 19. August 1916.
Die beide» Vereine vom Roten Kreuz
Im Kreise Schlüchtern werden gesucht:
3 landw Knechte, 1 landw. Arbeiter der die Aufsicht übernehmen kann, 1 Zimmer- manu, 1 Bauschreiner und 1 Stempel setzer.
Hanau, den 19. August 1916.
Städtisches Arbeitsamt Hanau. Arbeitsnachweis für Stadt- und Landkreis Hanau und die Kreise Gelnhausen und Schlüchtern.
Der Stepauski-Höhenzug erobert. Amtlicher Tagesbericht.
WTB Großes Hauptquartier, 21. August.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Nördlich der Somme sind mehrfache zusammenhanglose, aber kräftige feindliche Infanterie-Angriffe aus Ovillers und Poziares, westlich des Foureaux-Waldes und an der Straße Clöry—Maricourt, sowie Hand- granatenangriffe bei Maurepas abgewiesen.
Rechts der Maas wurde der zum Angriff bereitgestellte Gegner nordwestlich des Werkes Thiaumont in seinen Gräbeu durch Artilleriefeuer niedergehalten, am Werke selbst und bei Fleury wurden stärke Handgra- natentrupps durch Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zusammengeschossen.
Zahlreiche Unternehmungen feindlicher ErkundungsAbteilungen blieben ergebnislos, deutsche Patrouillenvorstöße sind nordöstlich von Vermelles, bei Festubert und bei Embermenil gelungen.
In den Argonnen beiderseits lebhafter Minenkampf. Bei der Combreshöhe zerstörten wir durch Sprengung die feindliche Stellung in erheblicher Ausdehnung.
Vor Ostende wurde ein englisches Wafferflugzeug durch Feuer vernichtet und ein französisches Flugboot abgeschossen. Aus Luftkampf stürzte ein englischer Doppeldecker südöstlich von Arras ab.
Oestlicher Kriegsschauplatz:
Front des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.
Am Stochod sind russische Angriffe südwestlich von Lubieszer gescheitert, mehrfache, mit erheblichen Kräften unternommene Versuche des Feindes, seine Stellungen auf dem westlichen Ufer bei Rudka-Czerwiszeze zu erweitern, unter großen Verlusten für ihn abgewiesen. Zwischen Zarccze und Smolary nahmen wir bei erfolgreichen kurzen Vorstößen zwei (2) Offiziere und ein- Hundertundsieben (107) Mann gefangen.
Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
In den Karpathen ist der Höhenzug Stepanski (westlich des Czerny-Czeremosz-Tales) von uns genommen; hier und bei der Kreta-Höhe sind russische Gegenangriffe abgewiesen. Bet der Erstürmung der Kreta am 19. August fielen zwei (2) Offiziere, einhundertundachtund- achtzig (188) Mann und fünf (5) Maschinengewehre in unsere Hand.
Balkan-Kriegsschauplatz:
Südlich und südöstlich von Florina sind der Berg Vie und der Malareka-Kamm gewonnen, östlich von Banica die serbischen Stellungen bei der Malkanidze- Planina gestürmt. Alle Anstrengungen des Feindes, den Dzemiat-Jcri zurückzuerobern, blieben erfolglos. Bei Ljumnica wurde ein schwächerer feindlicher Vorstoß zu
rückgeschlagen. Südwestlich des DojranseeS lebhaft« Artilleriekämpfe.
Oberste Heeresleitung.
Lokaler und Provinzieller.
Schlüchtern, den 22. August 1916.
—* Hebt die Zeitungen mit wichtigen Bekanntmachungen auf! Sehr oft wird bei uns nach ZeitungS- Nummern gefragt, die eine bestimmte Bekanntmachung oder einen wichtigen Aufsatz enthalten. Wenn uns die Nummer nich^ genau angegeben wird, so ist das manchmal ein sehr mühevolles Suchen, das viel Zeit kostet. Außerdem sind auch oft bestimmte Nummern vergriffen. Also : Zeitungen oder Zeitungsausschnitte aufheben!
—* Stellt Schweine auf zur Mast! Da» beste Mittel, die Fettknappheit zu bekämpfen, ist die Aufstellung von Schweinen zur Mast. Wer immer dazu die Gelegenheit — einen Stall — und die Zeit hat, sollte jetzt noch ein oder mehrere Schweine zur Mast einstellen. Kein Schweinemäster braucht in Sorge zu leben, daß ihm verwehrt würde, den für seinen Haushalt benötigten Bedarf einzuschlachten, denn die Erlaubnis für Hausschlachtungen ist durch die Bekanntmachung des Herrn Vorsitzenden des Kreisausschusses im Kreisblatt 9tr. 36 vom 29. April ausdrücklich zugesichert. Es braucht aber auch niemand vor einer Hausschlachtung zurückzuschrecken in der Annahme, daß er dann für Wochen oder Monate auf frisches Fleisch verzichten müßte. Im Gegenteil, es wird jedermann, der eine Hausschlachtung vornimmt, auch die Berechtigung bleiben, frisches Fleisch zu kaufen ohne daß er Dauerware abzugeben braucht. Eine Einschränkung auf */, bis */• der Menge frischen Fleisches, die derjenige kaufen darf, der nicht selbst geschlachtet hat, wird der Selbstversorger sich-MtUrltö^gefallen lassen müssen^—eint solche Gin- schränkung wird man aber durchaus billigen müssen. Es ist ferner aber nicht nur erwünscht, daß Jedermann für seinen Bedarf Schweine zur Mast aufstellt, sondern darüber hinaus noch zum Verkauf, denn das liegt im wohlverstandenen vaterländischen Interesse. Man rede nicht ein, daß Schweine mästen ganz schön und bei den heutigen Preisen auch vorteilhaft sei, wenn nur auch Futter für die Schweine vorhanden wäre. Das Verbot des Kartoffelfütterns ist bereits aufgehoben, die HilfS- stoffe für die Mast werden bald auch wieder reichlicher zu haben und vom Kreise zu beziehen sein, sodaß auch diese Sorge nicht weiter davon abzuhaben braucht, Schweine zu mästen. Ferkel sind jetzt genügend und auch zu billigen Preisen im Kreise erhältlich, und somit sind alle Vorbedingungen gegeben, freudig mitzuaHeiten an der Bekämpfung des Fettmangels und an Zunichte- machung des verwerflichen AushungerungSplaneS, den unser Hauptfeind jenseits des Kanals gegen unser Volk aufgestellt hat und mit einer Hartnäckigkeit verfolgt, die einer edlen Sache würdig wäre.
—* (Versorgung der selbständigen Schuhmacher mit Sohlenleder.) Die Kontrollstelle für freigegebeues Leder und die ReichSlederhandelSgesell- schaft m. b. H. in Berlin teilen uns mit, daß die erste Verteilung von Bodenleder in aller Kürze erfolgen wird. Es ist deshalb Sache der Schuhmacher, mit der ihnen übersandten Lederkarte sofort zu einem Lederhändler zu gehen und sich in die Kundenliste einschreiben zu lassen. Der Besitz der Lederkarte allein gibt noch keinen Anspruch auf Sohlenleder. Voraussetzung hierfür ist vielmehr die Eintragung bei einem Lederhändler. Da die Frist für diese Einschreibung am 21. d. MtS. ab- läuft, muß sie umgehend bewirkt werden. Schuhmacher, die sich nicht rechtzeitig etntragen lassen, bleiben bei der ersten Lederverteilung unberücksichtigt.
—* „Die Heimat", Volkstümliche, durch Bildschmuck erläuterte Wochenschrift für Kurhessen, Thüringen mit dem Eichsfeld und Südhannover bringt in ihrer neuesten Nummer einen sehr interessanten Artikel über Sitten und Gebräuche im Heffenland (insbesondere im Gebiete von Oberhessen). Weiter bringt sie einen illustrierten Artikel über Gottfried August Bürger, ein Gedicht „Das Glück" von Herrmann Haase in Gelnhausen und die Fortsetzung des Romans Prin Rosa-Stramin. Die Zeitschrift, die bei der Post und im Buchhandel für den billigen Preis von vierteljährlich 1,20 Mark (Einzelnummer 10 Pfg ) zu haben ist, wird jetzt in fast allen Orten Hessens gelesen. In der nächsten Nummer bringt die „Heimat" einen kostenlosen Selbstunterrichtskursus in Stenographie und wird dann weitere Kurse in Buchführung und auf anderen Gebieten (auch in türkischer Sprache) folgen lassen.