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Zchluchterner Mung

mit amtlichem Areisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

mit amtlichem Areisblatt.

Telefon Nr. 65.

Postscheckkonto Frankfurt a. M- 11402.

lvochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

Telefon Nr. 65,

Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg.

X 61.

Samstag, den 29. Juli 1916.

67. Jahrgang.

AintUetzes

Unser Vorrat an Hemden ist durch die starke Inanspruchnahme unserer Lazarette vollständig aufgebraucht. Da dringender Bedarf vorliegt und neue Hemden kaum oder nur zu sehr teuren Preisen zu^beschaffen sind, richten wir^ an die bessergestellten Kreisbewohner die Bitte, uns

getragene Hemden

schenken zu wollen.

Wir danken im Voraus.

Schlüchtern, den 28. Juli 1916.

Die beiden Rote Kreuz Vereine.

J.-Nr. 2353 R. K.

Für Rote Kreuz- Vereinszwecke gingen weiter ein:

Ungenannt in Schlüchtern .... 5. Frau Weyrauch in Toledo (Amerika) 50. Schule zu Marjoß (Ergebnis des Aehrenlesens der Schulkinder) . . . 23.06 Ungenannt in Schlüchtern .... 5. Ungenannt in Schlüchtern .... 5. Firma Markus Goldschmidt II. zu Schlüchtern.........50. Ungenannt in Schlüchtern .... 5. Ungenannt in Herolz 10.

Herr Johannes Knauf in Vollmerz . 10.

Darlehnskassenverein in Vollmerz- Ramholz-Hinkelhof......48.74

Ungenannt in Niederzell.....5.

Ungenannt in Niederzell.....5. Ungenannt in Vollmerz.....3. Ungenannt in Hintersteinau.... 3, Ungenannt in Hintersteinau.... 3. Ungenannt in Schlüchtern .... 50. Ungenannt in Schlüchtern .... 5. Ungenannt in Mottgers.....15 Ungenannt in Neuengranau .... 10.

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Den edlen Gebern herzlichen Dank. Werben gern entgegengenommen.

Weitere Gaben

Schlüchtern, den 27- Juli 1916.

Die beiden Vereine vom Roten Kreuz.

Zlnterrichlskurse

für kriegsverlehte Schüler höherer

Lehranstalten. *

Das Großherzoglich Hessische Ministerium des innern in Darmstadt Abteilung für Schulangelegenheiten °t in den Städten Darmstadt, Gießen und Mainz unterrichtskurse für kriegsverletzte Schüler höherer Lehr­anstalten eingerichtet.

| Diese Kurse sollen durch unentgeltlichen Nachhilfe- Nnd Vorbereitnngsunterricht solchen ehemaligen Schülern 'kr Gymnasien, Realgymnasien und Oberealschulen, die ^her unter der Fahne gestanden haben, aber verwun- kt oder krank aus dem Felde zurückgekehrt sind, die Möglichkeit gewähren, für Versetzungs- und Reifeprü- ^gen die erforderlichen Schulkenntnisse kostenlos zu Werten.

Die Anmeldestelle für die Kursusteilnehmer sind nach Äer Wahl der zu Unterrichtenden folgende:

Darmstädter Oberlehrerverein: Professor Dr. Roller-Darmstadt,

Gießener Oberlehrerverein: Professor Dr. Dittmar-Gießen,

Mainzer Oberlehrerverein: Professor Dr. Mayer-Mainz.

Eine bestimmte Dauer der Kurse läßt sich noch nicht festlegen, jedoch ist für die Versetzungsprüfungen mit einem Zeitraum von 34 Monaten und für die Reifeprüfung mit einem solchen von 45 Monaten zu rechnen.

Die Unterrichtszeit vereinbaren die Kursteilnehmer mit ihren Lehrern.

Zwei Jahre."

Zwei Jahre sind es her da lohte

In wilden Gluten auf der Weltenbrand:

In Ost und West der grimme Feind bedrohte Voll Neid und Haß der Deutschen Vaterland.

Und immer höher loderten die Flammen.....

Mit seiner Ohnmacht wuchs des Feindes Wut Die deutsche Mauer schloß sich eng zusammen Die deutsche Grenze stand in treuster Hut..... Zwei Jahre sind es her viel Leid und Trauer Sah Deutschland über seine Gaue gehn-- Doch fest und eisern steht noch heut die Mauer, Im Ruhmesglänze Deutschlands Banner wehn. Von Völkerschlachten Heldensagen melden, Doch was die Welt an Heldentaten kennt, Weiß man erst jetzt, wenn man der Weltkriegshelden, Der deutschen Arieger, Hamen rühmend nennt. Zwei Jahre sind es her! .Zurück wir schauen Auf manches stille, tapfre Heldentum: In stolzer Trauer gehen Deutschlands Frauen, Ihr Trost ist der Gefallnen ewger Ruhm. Ob'bbitgeträiil.es JUb ob blaue Lüfte) Oder des weiten Meeres Wogenplan Obs Felsen sind und wildzerrissne Klüfte Es dienet alles deutscher Siegesbahn....... Und wenn dereinst der Schlachten Stimmen schweigen, Wenn Friedensbotschaft durch die Lande fliegt, So wird auch dann sich Deutschlands Größe zeigen, Wenn seiner Feinde Schar am Boden liegt. Zwei Jahre sind es her . . . Und aufrecht stehen Die deutschen Heere in dem Völkerstreit.

Zwei Jahre kämpfen wir ... In heilgem wehen Grüßt uns der Flügelschlag der großen Zeit.

Hedda v. Schmid.

Wicht müde werden!

In Zeiten der Not nahm schon mancher einen gewaltigen Anlauf und vollbrachte Aufgaben, derer man ihn nie für fähig gehalten hätte. Er erhob sich über sich selbst, indem er sich, seine Kraft und seine Intelligenz mit Freuden zum Opfer brächte. Er war treu im Kleinen und im Großen und ließ es an nichts fehlen, was weiterbrachte. Dann aber kam plötzlich eine große Ermüdung über den bisher so freudigen Menschen. Er meinte unter der Last seiner Pflichten erliegen zu müssen. Jede Stunde verlangt eine neue Arbeit, aber er fühlt sich ihr nicht mehr gewachsen. Wie die Schnecke in ihr Haus, so zog er sich von der Welt zurück. Er war der Not glücklicher Weise entronnen und glaubte, nun zur Belohnung für seinen Pflichteifer das Recht zum Ausruhen von der Lebensarbeit zu haben. Jetzt wollte er endlich einmal sein Dasein genießen.

Aber es kam ganz anders, als er es sich gedacht und so schön ausgemalt hatte.Der Mensch denkt, und Gott lenkt." Der Krieg brach aus, und da war keine Zeit mehr zum beschaulichen Ausruhen vorhanden. Nun hieß es abermals alle Kraft anspannen und dem Vaterlande dienen. Der Kaiser rief alle wehrpflichtigen Männer zu sich, und in unermeßlichen großen Scharen kamen sie von allen Seiten und aus allen Schichten der Bevölkerung herbei. Der schon lauge nicht mehr aktive General, der gemeine Stetrut, jeder bot ungesäumt seine Dienste an und wurde an seinen richtigen Platz gestellt. Sie konnten nicht mehr an sich und ihre kleinen Sorgen denken. Es handelt sich nicht um die alltäglichen Lebenserforderniffe, nicht um die Zeitfrage. Für alle jetzt fürs Vaterland Kämpfenden tritt alles das, was sonst ihren Lebensinhalt ausmachte, weit in den Hintergrund, und nur das große, heilige und hehre Ziel, Deutschland für alle Zeiten zu festigen und zu gründen, schwebt ihnen unverrückt vor Augen.

Wie aber alle unsere braven Soldaten ihr Aeußer- stes tun und nicht mübc noch matt werden, ob auch die Kriegsnöte sie rings umgeben, und so mancher

treuer Kamerad bereits den Heldentod gefunden hat, so sollen wir, die wir nicht mit hinausgezogen sind aus ihrem erhebenden Beispiele lernen, der Zeit eben­falls unsern Tribut darzubringen und bei ihren ernsten, uns jetzt ganz und gar in Anspruch nehmenden Forde­rungen nie zu erlahmen. Denn nur dann ist das Ziel zu erreichen, wennman unbeirrt den Weg dahin im Auge behält und, wie Kaiser Wilhelm I.keine Zeit hat, müde zu sein." Die Kraft dazu wollen wir uns an jedem Tage von neuem erbitten. Wie Gott das seine tut, sollen wir das Unsrige tun und wirken, so» lange wir es noch dürfen. Die Männer da draußen gegen die zahllosen Feinde, die Daheimgebliebenen im Kampfe gegen die Nöte der Zeit. So groß sie sind, umso eindringlicher fordern sie unsere tätige Fürsorge für die leidenden und kummergebeugten Nebenmenschen heraus. Zum Werk der Nächstenliebe, das nicht allein von größtem Nutzen für die Zeitlichkett, sondern von unvergänglichem Ewigkeitswert ist.

Lokales und Provinzielles.

Schlüchtern, den 28. Juli 1916.

* Die Getreideernte kommt langsam in Sicht. Schon färben sich draußen auf den Feldern die Halme golden und die Aehren nehmen an Umfang und Fülle zu. Und mit aufatmender Befriedigung wird der Rei­sende, der in diesen Tagen Deutschland kreuz und quer durchstreift, feststellen können, daß die diesjährige Ernte nicht enttäuschen wird. Wenn nicht noch im letzten Augenblick störende Witterungseinflüsse dazwischentreten und der Himmel, der immer mit uns war, möge uns gnädigst vor fetten bewahren dann zeitig? die dies­jährige Ernte ein befriedigendes Ergebnis. Gegenden, in denen die Halme fast 2 Meter hoch stehen, gehören nicht zu den Seltenheiten, und dieser starken Stroh­entwickelung entspricht im allgemeinen auch der Körner- ansatz. --Auch die Kartoffelernte scheint, so weit man bisher übersehen kann, sich gut anlaffen zu wollen ebenso sind Gemüse aller Art im besten Wachstum bezw. bereits in der Reife begriffen. Unsere Gegner werden, wenn die diesjährige Ernte mit Gottes Hilfe unversehrt hereingebracht werden kann, ihre Aushun­gerungspläne ein für allemal aufstecken können. Fast scheint es auch, als ob etwas wie eine derartige An­schauung bereits in ihren Köpfen spuke. Wenigstens könnte man die augenblickliche Gemeinschaftsoffensive an allen vier Fronten so deuten, als ob beabsichtigt sei, wenigstens noch einmal den Versuch zu machen, etwas militärisches zu erreichen, weil der Hungerkrieg unwirk­sam zu werden droht. Werden unsere Gegner, wenn auch ihre jetzige Offensive erst fehlgeschlagen sein sollte dann endlich die einzig möglichen Konsequenzen ziehen?

* Das Kriegsporto. Der nächste Monat wird von den Briefschreibern nicht gerade mit Ver­gnügen erwartet, mährend ihm die Briefmarkensammler wohl mit einer gewissen Spannung entgegensehen. Es wird uns nämlich die neuen Briefmarken und Postkar­ten bringen die uns teurer zu stehen kommen werden, als früher. Kriegsporto! Die neuen Freimarken unter­scheiden sich von den bisherigen dadurch, daß der Kopf der Germania frei in nicht gestricheltem Hintergrund steht. Die neuen Heftchen mit Marken zu 21/, Pfg. erhalten einen grauen Umschlag. Später werden auch Freimarkenheftchen mit Marken zu 7'/a Pfg. und 15 Pfg. hergestellt. Später sollen auch Kartenbriefe zu 15 Pfg. ausgegeben werden. Bis dahin werden die alten mit einer Fünfpfennigmarke beklebt von der Post verkauft. Dem Kriegsporto unterliegen Sendun­gen, die in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August um 12 Uhr 1 Min. und später eingeliefert werden. So hat der Groschenbrief, an den wir uns so ange­nehm gewöhnt hatten, sein Ende erreicht. Das Brief­schreiben ist teurer geworden, wie alles in der Kriegs­zeit. Der Deutsche nimmt auch das mit derselben hin­gebenden Ruhe hin, wie all' die andern Kriegsopfer, und betrachtet sie als ein Schcrflein auf dem Altar des Vaterlandes. Uebrigens sind uns unsere Gegner in der Erhöhung der Portokosten längst mit gutem Beispiel vorangegangen. Einzelne haben die Porto­kosten sogar so erheblich erhöht, daß unsere Erhöhung dagegen nur als recht unerheblich bezeichnet werden kann. *

-* (Die Rückkehr zur Morgensuppe.) Die Abnahme unserer Vorräte an Kaffee und Tee hat zu der Anregung geführt, .die Verbraucher möchten zu der