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Zchlüchtemer Zeitung

mit amtlichem Areisblatt. Alonatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

Telefon Nr. «5. Postscheckkonto Frankfurt a. M 11402. Telefon Nr. 65.

lvochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

i Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg.

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: Amtliches

J.-Nr. 7214. Tie amtstierärzlichen Geschäfte im Kreise Schlüchten mit Ausnahme der Ergänzungsflisch- ' beschau sind dem Herrn Kreistierarzt in Gelnhausen vertretungsweise ibertragen. Dem Genannten liegt insbesondere die Feststellung der Viehseuche« ob. Die Vornahme der Ergä«ztt«gssteischbeschau ist dem Tierarzt Dr. Cämmerer in Sieinau vertretungs­weise zugewiesen worden.

Schlüchtern, den 28. Juni 1916.

Der comm. Königl. Landrat. von Trott zu Solz.

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Kinderfürsorge.

2238 R. K. Zur unentgeltlichen Aufnahme und Verpflegung erholungsbedürftiger Stadtkinder während der Sommerferien (4 Wochen) haben sich bis jetzt bereit erklärt:

Rechnungsrat Schade, Schlüchtern 1 Kind

Fabrikant Karl Schäfer, 1

Frau Bettin, 1

Frau Fritz Denhardt 1 Frau Ww. Berg 1

Frau von Trott zu Solz 1

Frau Metropolitan Kienzler, Neuengronau 1 Frau Direktor Raupe, Sterbsritz 1

Frau Heinrich Löffert, 1

14 Familien in Weichersbach 15 Kinder

15 Familien in Ramholz und Vollmerz 15

Frau Stadtkämmerer Frischkorn, Schlüchtern 1 Kind 40

Die Kinder treffen voraussichtlich am 8. oder 9. Juli ein.

7 Wir würden uns freuen, wenn zu den vorstehenden Anmeldungen bis spätestens 7. Juli noch recht viele neue Meldungen hier eingingen.

Schlüchtern, den 4. Juli 1916.

Der Männerverein vom Roten Kreuz.

von Trott zu Solz.

Aufruf

zur Kilfe für deutsche Kriegsgefangene.

Sie zogen hinaus in Kampf und Tod, Sie trugen willig des Krieges Not;

Im Kugelregen, im Toben der Schlacht

Haben sie Alle nur eines gedacht: Und dräuen die Feinde auch noch so sehr, Wir kämpfen und siegen für Deutschlands Ehr.

Dank jenen, die starben voll Opfermut. Geheiligt der Boden, der trank ihr Blut! Die Heimgekehrten voll Weh und Wunden Dürfen auf deutscher Erde gesunden.

Sie werden gepflegt von sorgender Hand, Von Brüdern und Schwestern im Vaterland.

Doch die, die der Feind in Ketten legt, Die keine liebende Hand gepflegt, Die fern der Heimat in Knechtschaft schmachten, Dem Feind zum Spott, den sie verachten, Ihr Leiden ist unermeßlich groß, Unsagbar traurig und schwer ihr Los.

Denkt jener Aermsten! Vergeht sie nicht! Zu helfen ist jedes Deutschen Pflicht. Durch Geld und Gaben ihr Schicksal zu lindern, Das schulden wir Kindern und Kindeskindern. Tut auf die Herzen, tut auf die Hand, Helft unsern Gefangenen in Feindesland!

F. B.

Males und Provinzielles.

Schlüchtern, den 4. Juli 1916.

* In ganz besonders lobenswerter Weise sei hiermit auf die kräftige Mithilfe der Schüler vom hiesigen Lehrerseminar und der Präparandenschule beim withelfen und einbringen der Heuernte erwähnt. Er­weisen sie doch damit den hiesigen Einwohnern sowie dem Vaterland einen großen Liebesdienst.

* Im Schlachtbezirk Schotten wurde der Preis für das Pfund Rindfleisch mit 20 Prozent Knochen­beilage auf 1,40 Mark festgesetzt.

" Am Donnerstag, den 6. Juli abends 8'/, Uhr findet eine öffentliche Sitzung der Stadtverordneten­versammlung statt. Tagesordnung: 1. Einziehurg der Mindestgebühren für elektr. Stromverbrauch. 2. Nach-

Mittwoch, den 5. Juli 1916.

bewilligung von Kosten für Instandsetzung der Bürger­meisterwohnung. 3. Beschlußfassung über die Anordnung einer Ersatzwahl für das verstorbene Magistratsmitgliedes Wolf. 4. Festsetzung des Beginns des pensionsberech- tigten Dienstalters des Bürgermeisters Stückrath. 5. Betr. ein Gesuch um Verleihung des Bürgerrechts.

* Brenn-Spiritus. Wie wir hören, hat der Kreis eine geringe Menge Spiritus erhalten, welcher aber nur an die minderbemittelte Bevölkerung gegen Spiritus-Marken abgegeben wird. Die Marken werden von den Herren Bürgermeistern in Schlüchtern, Steinau, Sterbfritz und Altengronau für diese und die Nachbar­gemeinde ausgegeben. Für August wird voraussichtlich nochmals die gleiche Menge Spiritus eintreffen wie jetzt. Gewerbetreibende können Spiritus zu Brenn- und Ge­schäftszwecken direkt bei der Spiritus-Zentrale in Berlin beziehen.

* Verliehen worden ist: den Landgerichtsräten Metzig in Frankfurt a. M., Falckenheiner, Lahmeyer uud Dr. Volgenau in Cassel, Gieberich in Hanau, Dr. Gaebler in Wächtersbach, der Charakter als Geheimer Justizrat; dem Nechtanwalt und Notar Dr. Sondheimer in Gelnhausen der Charakter als Justizrat; dem Amts­gerichtssekretär Gibbert zu Birstein der Charakter als Rechnungsrat.

* Hauptversammlung des Bezirkvereins Hanau der evangelischen Gustav-Adolf Stiftung. Am Tage des Mordes von Serajewo hat der Hanauer Gustav- Adolf.Verein sein letztes Jahresfest gefeiert. Niemand ahnte damals, daß nun Jahre ohne Gustav-Adolf Feste kommen sollten. Im Jahre 1915 fand wieder Fest und Hauptversammlung statt. Nun glaubte man wenigstens mit einer Hauptversammlung die Tagungen der Mitglieder des Vereins wieder beginnen M sollen, um das Jntreffe an den Bestrebungen des Vereins wach zu halten, der durch den Krieg vermehrt Arbeit gefun­den hat. Diese Hauptversammlung fand am 28. Juni im Rauch'schen Saale zu Hochstadt statt. Der vielen Jahre hindurch den Versammlungen das Gepräge gege­ben hatte, der frühere tatkräftige Vorsitzende, Pfarrer Hufnagel Kesselstadt, weilt nicht mehr unter den Leben­den, der Versammlung gedachte seiner mit Wehmut und Verehrung. Der neue Vorsitzende Herr Pfarrer Wohl­fahrt, Hanau leitete die Verhandlungen. Herr Me­tropolitan Reich begrüßte die Versammlung namens seiner Gemeinde, die außerdem noch durch die Ge­meindebehörde und einige Mitglieder auch aus der Jugend vertreten war und deren Schulen die Tagung durch trefflichen Gesang verschönte. Von der Gesamt­einnahme von 3420 Mark, die sich hauptsächlich aus Hauskollekten zusammensetzt, standen 7s dem Verein zwecks Verteilung zur Verfügung. Aus dem Bezirke selbst wurden die Gemeinden Großauheim, Salmünster, Niedermittlau, Tann und Aufenau z. T. reichlich mit Unterstützungen bedacht, von auswärtigen Gemeinden Groß-Steinheim, Hamm, Godesheim, das Liebeswerk des Pfarrers Zöckler. Auf Antrag des Herrn Metro- politan Reich wurde beschloffen, die noch zu erwarten­den Einnahmen zum Besten der durch den Krieg im Osten und Westen und in den deutschen Kolonien not­wendig gewordenen Diasporawerke zu verwenden. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheit hielt Herr Pfarrer Henß-Windecken eine auf einem eingehenden Quellenstudium beruhenden fachkundigen, anschaulichen und lehrreichen Vortrag über das Thema: Aus der Jugendzeit der evang. Gemeinde Hochstadt. Mit dem Gesang des Liedes :Eine feste Burg ist unser Gott" schloß die wohlverlaufene Hauptversammlung im zweiten Kriegsjahre.

* Die jüngst gegründete Vereinigung der Für­sorgestellen für Kriegshinterbliebene im Bereiche des 18. Armeekorps veranstaliet zur Förderung,der Hinter- bliebenen-Fürsorge im genannten Bereiche einen kosten­losen Ausbildungskursus, der am 10. und 11. Juli d. Js. in Frankfurt a. M. stattfinden soll. Bürgermeister Dr. Luppe von Frankfurt a. M., der Abteilungsvorstand der stellv. Intendantur des 18. Armeekorps, Dr. Große und der Leiter der städtischen Beratungsstelle für Kriegs­hinterbliebene Dr. Kraus werden über alle einschlägigen Fragen Bericht erstatten und mit den Kursusteilnehmern eingehende Aussprachen abhalten, ferner Besichtigungen wichtiger Fürsorge Einrichtungen in Frankfurt a. M. vornehmen. Es liegen bereits zahlreiche Anmeldungen zur Teilnahme an dem Kursus aus Städten und Land­gemeinden des Armeekorpsbereiches vor. Die Geschäfts­stelle der genannten Vereinigung, Frankfurt a. M.,

67. Jahrgang.

Braubachstr. 5 übersendet gerne genauere Auskunft über den Kursus und erteilt auf Wunsch auch Auskunft be­treffs Uebernachtungsgelegenheiten in Frankfurt a. M.

* Vor Kurzem weilte der Leiter und Organisator des gesamten Vogelschutzes im ehemaligen Kurheffen, Herr Professor Schwarz aus Rotenburg, in Gersfeld, um nach Besichtigung der Gemarkung unserer Stadt festzustellen, welche Möglichkeiten für den praktischen Vogelschutz sich hier bieten. Das Ergebnis dieser sBe- sichtigung wird er schriftlich der Stadtverwaltung mit- teilen und die zweckmäßig erscheinenden Maßnahmen empfehlen.

* Gemeinnützige Zuschüsse. Der Landesausschuß hat der Handwerkskammer zu Cassel zur Förderung der Meisterlehre und des gewerblichen Unterrichts einen Zuschuß von 500 Mk. und der Landwirtschaftskammer zur Unterstützung des Hessischen Bienenzüchtervereins einen solchen von 200 Mk. bewilligt.

* Hk. (Preisbeschränkungen für Textilwaren.) Die Vorschriften der Bekanntmachung über Preisbe­schränkungen bei Verkäufen von Web-, Wirk- und Strick­waren vom 30. März d. Js. gelten auch für Waren, die ganz oder teilweise aus Zellstoff- oder Papiergarnen hergestellt sind.

* Freie Fahrt bei Urlaubsreifen der Angehörigen der freiwilligen Krankenpflege. 1. Die Mitglieder der freiwilligen Krankenpflege haben bei Urlaubsreifen zur Wiederherstellung der Gesundheit auf Grund eines Zeugnisses der beteiligten militärärztlichen Dienststelle Anspruch auf freie EisenbahnfahrtMilitärfahrschein. Bei allen Beurlaubungen aus anderer Veranlassung sind die Fahrkosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten. 2. Für die übrigen Angehörigen Personal der frei­willigen Krankenpflege gelten die Festsetzungen der Verfügung vom 30. August 1915. 3. Für die Hin- und Ruckreise ist ein besonderer Fahrschein auszustellen. 4. Bei Entfernungen über 100 km ist Schnellzugbe­nutzung gestattet. 5. Sollte für die unter Ziffer 1 be­zeichneten Mitglieder mit Rücksicht auf den Gesundheits­zustand die Benutzung des Schlafwagens geboten sein, so ist die Notwendigkeit auf dem Militärfahrschein aus­drücklich zu bescheinigen. 6. Rundreisen sind ausge­schlossen.

* Iossa, (Kr. Schlüchtern.) Postschaffner Zeber von hier stellte in unerschrockener Weise ohne jede Waffe gegen Mitternacht des 28. Juni 2 ihm verdächtig vor­kommende Wanderer auf dem einsamen Wege am Walde zwischen dem Bahnhöfe und dem Orte. Auf Anruf des Zeber ergriffen die Beiden die Flucht. Zeber verfolgte die Fliehenden und verhaftete sie mit Hilfe des Weichenstellers Schäfer in der Nähe des Bahnhofs. Hier entpuppten sich die Flüchtlinge als zwei am 18. Juni von ihrer Arbeitsstätte im Kreise Homberg ent­wichene französische Kriegsgefangene des Lagers Nieder- zwehren bei Cassel. Der eine war ein Lehrer, aus Lyon, der andere ein Juwelier aus Paris. Wie die Flüchtlinge angaben, waren sie nur bei Nacht durch Wälder gewandert und wollten bei Basel die Grenze überschreiten.

* Fulda. Eine in der Bahnhofstraße wohnende Frau ist nun nuch an den schwarzen Pocken erkrankt.

* Aschaffenburg. In letzter Woche mußte dahier ein Stier notgeschlachtet werden, der auf dem Transport nach der Pfalz zur Fleischversorgung der pfälzischen Städte hier durchkam. Dabei wurden als Ursache der Krankheit im Magen des Tieres 24 Pfund Korn ge­funden, um ein hohes Schlachtgewicht zu erzielen. Der Lieferant des Tieres wird gerichtlich belangt werden.

Cassel. Die Kaiserin ist Sonnabend vormittag kurz nach 8 Uhr in Begleitung der Prinzessin Adalbert auf Bahnhof Wilhelmshöhe eingetroffen. Die Fahrt zum Schloß ging in offenem Zweispänner vor sich. Ein strahlender Tag leitete mit guter Vorbedeutung den diesjährigen Sommeraufenthalt der hohen Frau ein. Wie verlautet, ist in kurzem das Eintreffen der Prin­zessin Eitel Friedrich zu erwarten. U. a. dürfte dem­nächst auch die Herzogin Viktoria Luise von Braunschweig der Stätte, an der sie in ihren Kinderjahren oft geweilt hat, einen Besuch abstatten.

Cassel. Hochherzige Kinderfürsorge. Sonnabend vormittag kurz nach 8 Uhr reisten unter Führung eines Lehrers, einer Schwester und einer Erzieherin 75 er­holungsbedürftige Kinder von Henschelschen Arbeitern auf Kosten der Firma auf 4 Wochen nach Bad Orb ab. Die Firma hatte auch für jedes Kind einen gut ausgestatteten Reisekorb anfertigen lassen.