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mit amtlichem Areisblatt.

Telefon Nr. 65.

m . r ., _ . , rNonatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

Wochenbellage: Illustriertes Sonntagsblatt. r-<-f° Nr. 65.

Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1.20 Mk.

M 45.

Samstag, den 3. Juni 1916.

- Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.

67. Jahrgang.

Wer über das g-setzlich zulässige Maß hinaus Hafer, MengKorn, Mischfruchr worin sich Hafer befindet, oder Gerste verfüttert, versündigt sich am

Vaterlande!

Preußischer _B.

Landesvereing1

vom

Aufruf.

Sammelt ausländisches Geld!

Die lange Dauer des Krieges nötigt zu immer heiterer Ausdehnung der Liebestätigkeit. Nicht nur Während die Kämpfe toben, sondern auch später, auf lange Zeit hin, müssen noch ungeheure Aufwendungen gemacht werden, um die Schäden, die der Krieg ver­ursacht, zu heilen. Auch zur Pflege und Versorgung der verwundeten und erkrankten Krieger bedarf das Rote Kreuz noch großer Mittel. Diesem Zwecke vornehmlich gilt unsere Sammlung.

Jeder, der von einer Auslandsreise Geld mitge- brachl hat oder sonst in den Besitz solcher Gegenstände gekommen ist. stelle sie uns zur Verfügung. Zu großen Mengen vereinigt, haben sie bedeutenden Wert.

Wer nmlanffähige ausländische Geldstücke (auch Papiergeld) im Betrage von wenigstens 25 Mark einsendet, erhält als

eine vtzr^j ufennttn TÜLiu- > i ' '!>v tR^n.

Gaul

Verwendung von Geschoßm e. allyeMst? u. tstr eine, Schulen, Stammtische und jeder ein zelne werden herzlich gebeten, sich der Sammeltätigkeit zu widmen.

Zentral-Komitee des Preußischen Landesvereins vom Roten Kreus.

Sammelstellen für den Kreis Schlüchteru:

Kreissparkasse, Schlüchtern, Stadtsparkasse, Landesrenterei, Stadtsparkasse, Salmünster, Vorschußkasse in Steinau, Kreis-Ausschußbüro.

Vorn Ariegsschauplatz.

Siegreiche Seeschlacht öei Jüttand.

Tieg der deutschen Hochseeflotte über den ^^^^^ *>" englichen Kampfflotte. Ver- ^!AEuus des englischen Grotzkampfschiffes ''Warspite', der Schlachtkreuzer , Queen Mary^ undJndefatigable", 2 Panzer- Jreuaer, eines kleinen Kreuzers, 3 Zerstörer fühv^^schl^se, $o^tddj^t $ot^>#i>06x>ot$tßött und eines Unterseebootes Auf deutscher Se ts verloren: S. M S. Pommern und der kleine KreuzerWiesbaden'«. Vermißt S. M S. Frauenlob und einige Torpedoboote.

*

Jer SchlachLkericht.

WTB. Berlin, 1. Juni. (Amtlich.)

Unsere Hochseeflotte ist bei einer nach Norden ge- richteten Unternehmung am 31. Mai auf den uns er­heblich überlegenen Haupteil der englischen Kampf- flotte gestoßen. Es entwickelten sich am Nachmittag zwischen S t'agerak und Horns Riff eine Reihe schwerer für uns erfolgreicher Kämpfe, die auch während der ganzen Nacht andauerten.

In diesen Kämpfen sind, soweit bisher bekannt, von uns vernichtet worden: Das GroßkampfschiffWar-- b-e SchlachtkreuzerQueen Mary" und ^ndefatigable", zwei Panzerkreuzer, anscheinend der Achillesklasse, ein kleiner Kreuzer, die neuen Zerstörerführer-SchiffeTuobulent",Nestor" und Ulcaster ', sowie eine große Anzahl von Torpedo­bootszerstörern und ein Unterseebot. Nach ein­wandfreier Beobachtung hat ferner eine große Reihe enaftftöer Schlachtschiffe durch die Artillerie unserer

Erfundene französische Fliegererfolge.

Amtlicher Tagesbericht.

WTB. Großes Hauptquartier, 1. Juni. (Amtl.) Westlicher Kriegsschauplatz:

Nördlich und südlich von Lens herrschte auch gestern lebhafte Artillerietätigkeit.

Links der Maas setzten die Franzosen abends erhebliche Kräfte zum Angriff gegen denToten Mann" und dieCauretteshöhe" an. Am Südhange des Toten Mannes" gelang es ihnen, in etwa 400 Meter Ausdehnung in unserem vordersten Graben Fuß zu fassen, im übrigen sind die mehrfachen feindlichen An­stürme unter den schwersten Verlusten abgeschlagen, fortgesetzt^ bet 3X11(15 tourben die Artilleriekämpfe

Oestlich von Obersept drang eine deutsche Er­kundungsabteilung in etwa 350 Meter Breite und 300 Meter Tiefe in die französische Stellung ein und kehrte mit Gefangenen und Beute zurück.

*

Ein englischer Doppeldecker wurde westlich von Cambrai imLufikampf abgeschossen. Die Insassen (Offtziere) sind verwundet gefangen genommen.

Im französischen Tagesbericht vom 29. Mai, 3 Uhr nachmittags, wird behauptet, am 28. Mai seien fünf deutsche Flugzeuge durch die Tätigkeit der französischen Flieger und Abwehrgeschütze vernichtet worden. Wir beschäftigen uns seit langem nickt mehr mit der Rich. tlgstellung feindlicher Berichte, möchten in diesem Falle aber, wo es sich um die Leistungsfähigkeit der jungen Fliegerwaffe handelt, doch bemerken, daß weder an dem genannten Tage, noch in der vorhergehenden Woche uberhaupk irgenb ein deutsches Flugzeug durch feind- uche Einwilkung vorloren gegangen ist.

Oestlicher Kriegsschauplatz: Die Lage ist unverändert.

Großkampfschls. _

aussagen 6( [tätigen, Torpedotrcffer erhalten. Durch mehrere unserer Schiffe sind Teile der Besotzungenunterge- gangener englischer Schiffe aufgesi!cht worden, darunter die beiden einzigen Ueberlebenden derJndefatigable".

Auf unserer Seite ist der kleineKreuzerWiesbaden" während der Togesscklacht durch feindliches Artilleriefeuer und in der Nacht S. M. S.Pommern" durch Torpedo­schuß zum Sinken gebracht worden. Ueber das Schicksal S. M. S.Frauenlob", die vermißt wird und einiger Torpedoboote, die noch nicht zurückgekehrt sind, ist bis­her nichts bekannt. Die Hochseeflotte ist im Lause des heutigen Tages in unsere Häfen eingelaufen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

des Doiransee« wu ___

östlich des Sees) wurden Serben in englischer Umform gefangen genommen. ,

Oberste Heeresleitung. * *

*

Kaiseröesuch im Kauptqualier-Hfi.

WTB- Berlin, 1. Juni. (Nichtamtl.)

Berichte aus dem Osten erzählen von einer Reise des Kaisers in das Hauptquartier Ost. Die Nachricht von seinem Kommen traf dort erst in letzter Stunde ein, aber trotzdem legte der Ort reichen Fahnen, und Blnmenschmuck an. Am Bahnhof umsäumten

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Im Schatten der Ueterpaussfestung.

Roman von Hermann Gerhardt. 10

Dann wurde auch nicht Karten gespielt son­dern der Abend wurde im Garten genossen; tue Ju­gend begab sich an den Teich hinunter, zen Schwäne, ein Geschenk des Zaren. » PrOkt freute sich an seinen Rosen und811 LeiS stete ihm Gesellschaft, während Litschkoss mit 1 einer Schwester aus einer Bank in der Nähe Platz genommen

",^Eben fällt mir ein," begann Biruleff,Ihre Schwe­ster, wann dürfen wir sie erwarten?"

Wie sie mir schreibt, beabsichtigt sie, am Dienstag *Ä^ n»d wi- Ich -»».^».»-dm«« gern persönlich zu ihrem Empfang am Bahuhofe se.n?

Allerdings wäre mir das sehr angenehun .

; .®«MI«'* ich »"^Ä^Ä begleiten uns Montag nach der Stadt z uuck es w ro Ihnen ja wohl nichts ausmachen, ein pam Tage stu her dort zu sein? Und «.eine Tochter «t sich uns gleichfalls an. Mignonne! ^nef er d w er zu, dre oe den die breiten Stufen mr Terrasse hera" ^,tomm doch mal her! Du möchtest doch gern einmal wiever ,£Äm -hn- «i« Spur °°u m-ud- J«

-^ÄALL, w. ®rxjä£ 'Ich wünsche es allerdings! Du sollst Fräul^n R .Berg bei ihrer Ankunft begrüßen. Du und Herr Ritt g j begleiten mid) morgen nach Peter. durg. , , ßerre

Rittbera der sie verstohlen beobachtete, sah die yeue iÄÄ wWtt»"»

Rittbera, iRöte bei 91

Sie freut sich, daß ich mit von der Partie bin!" jubilierte er inuerlich. r m .

Da wir die Kalesche nehmen, so wird auch Platz für "Deine Jungfer sein," setzte Biruleff hinzu. Katia machte ein enttäuschtes Gesicht.

Muß ich Amalie wirklich nntnehmen? wandte sie ein, obivohl sie ebenso gut, wie alle Welt, wußte, daß für gewöhnlich an ihres Vaters Entschließungen nicht ru rütteln war. Da er aber weber erstaunt noch unzu­frieden schien, Hr sie mutig fort :Ich möchte sie nanu lich? sehr viel lieber zu Hause lassen I Ich kam» mich wirklich ganz gut ohne sie behelfen." , .

Wie Du meinst, mein Kind ! Da jetzt 'uemaud m der Stadt ist, und Dir and) nirgends hmgehen wirft, konnut es ja nicht darauf an Es ist "nr sogar lieb daß mein Töchterchen so selbststandig ist. Während dieser Unterrebung war die Pilsontsky heraugekoimnsn, hatte aber bisher schweigelid zugehört, während rn rh- rer Stuft ein wahrer Sturm von Eifersucht und Ein- pönmg tobte. Was wurde nur für ein.Wesen aus der Deittschen gemacht! Nicht einmal ihr hätte der Prä- fekt so viel zarte Aufmerksamkeiten erwiesen. Jhrb schma- leu Lippen schlösse., sich fester aufeinander. Mtd ein kal­ter Strahl blitzte unter den gesenkten Lidern hervor. Kätia, das war wieder einmal recht unüberlegt ge­sprochen !" mischte sie sich jetzt ein.Du, bie Du so unselbständig bist wie nur möglich, willst Dich tage­lang ohne 'Jungfer behelfen? Ich gebe Dir den guten Rat, tu das nicht."

Aber Madame, diesmal sind Sie es, die unüber­legt spricht I" platzte Katia heftig heraus, woher wissen Sie denn, daß ich so unselbstäudig bin? Hat Amalie , das gesagt? Dann hat sie gelogen, und ich werde sie foctf (bieten!"

Katia! - was fällt Dir ein ?" fuhr der Vater sie an. ;Aber wirklich, Papa!" , . ,. ..

einer Dame, wie eine lose Zunge! Nicht wahr, Ma­dame, Sie verzeihen gütigst? Geh mein Kind, und küsse Madame die Hand, ehe Du Dich auf Dein Zim- Ue Das aller s war zu viel fürKatias Selbstbeherrschung. Sie warf einen geängsteten Blick umher, als wollte sie die Flucht ergreifen, und dann blieb ihr Blick an Nittberg haften, der, um der peinlichen Situation zu entrinnen, sich durch die offenstehende Verandatür mj den Salon begeben hatte und von dort auS, ibo ihn- außer Katia niemand sehen konnte, mit regster Teil- j nähme der Entwicklung der Dinge folgte. Jetzt versucht, < er ihr durch allerhand Pantomimen begreiflich zu machen, j daß sie sich fügen möchte.

Und stehe da, sie bezwäng sich wirklich, ging autz Madame zu, blickte sich und küßte ihr die Hm^. Mae dame hob sie auf und schloß .sie in die Arme. Es war überftanben! Mt starrer Miene und tonloser (Stimme sagte sie ihrem Vater und Litschkoss gute Nacht. Da.u» stürmte sie ins Haus.

Rittberg hatte seinen Lauscherposten verlassen und. sich klopfenden Herzens in dem Vorzimmer aufgestellt. daS ste passieren mußte. Und wie er fte daherkommen- sah, schluchzend, in Tränen aufgelöst, da überkam ihnj ein so heißes Mitleid, sie erschien ihm so ganz wie em^ Kind das einen schweren Kummer hat, daß er für den Augenblick alles andere vergaß, und plötzlich hielt er, sie in seinen Slrnisn und ihr Kopf ruhte an seiner Brüstt!

Ar.nes Kind, mein armer Liebling!" murmelte er, und" dabei strichen seine Finger leise über ihr welliges Haar.Meinen Sie doch nicht so, eS ist ja alles vor­über!" Ich kann Sie nicht so weinen sehen I"

O, wie ich sie hasse, rvie ich sie hasse!" schluchzte sie noch immer an feinem Herzen. Sie fühlte sich so ge- borsten und ahnte in diesem Moinent nicht, welch ge- ährlichen Zufluchtsort sie sich erkoren. Erst als sie enten leisten Kuß auf ihren: Haar fühlt«, fuhr sie m bt«,

dir Ar»re. Es war