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ZchlüchternerMung

mit amtlichem Areisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

Telefon Nr. <»i». Wochenbsilage: Illustriertes Sonntagsblatt. Telefon Nr. «s.

Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.

Mttwsch, den 24. Mai 1916.

67. Jahrgang

Wer über das gesetzlich zulässige Matz hinaus Hafer, Mengkorn, Mischfruchr worin sich Hafer befindet, oder Gerste verfültert, versündigt fich am

Vaterlandes

Amtliches.

Nachstehenden Personen ist für langjährige treue Dienstzeit eine Prämie von je 10 Mark aus Kreis­mitteln bewilligt worden:

1. Anna Noll in Mahlert, bei dem Landwirt Christoph Noll in Diensten stehend.

2. Margaretha Euler in Marjoß, bei der Witwe Heinbuch in Diensten stehend.

Schlüchtern, den 23. Mai 1916.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.

Preußischer J.

Landesverein ^

vom

Roten Kreuz

Sammett ausländisches Held!

Die lange Dauer des Krieges nötigt zu immer Weiterer Ausdehnung der Liebestätigkeit. Nicht nur während die Kämpfe toben, sondern auch später, auf lange Zeit hin, müssen noch ungeheure Aufwendungen gemacht werden, um die Schäden, die der Krieg Per*

der verwundeten und erkrankten Krieger bedarf das Rote Kreuz noch großer Mittel. Diesem Zwecke vornehmlich gilt unsere Sammlung. ^M

Jeder, der von einer Auslandsreise Geld mitge­bracht hat oder sonst in den Besitz solcher Gegenstände stkcmmen ist, stelle sie uns zur Verfügung. Zu großen ! Mengen vereinigt, haben sie bedeutenden Wert.

Wer umlanffähige ausländische Geldstücke : (auch Papiergeld) im Betrage von wenigstens p5 Mark einsendet, erhält als

Ehrenpreis leine von dem bekannten Tierbildhauer Professor Gaul Ikntworsene Erinnerungsmünze, die aus Eisen unter »Verwendung von Geschoßmetall hergestellt ist. Ver Idne, Schulen, Stammtische und jeder ein

Im Schatten der Weterpantsfestung.

Roman von Hermann Gerhardt.

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' Katia ,var ganz bleich geworben. D" Lippen fest »ilfeinandergepreßt, die Hände krainpfhaft oeischlnngen, »nurmelte sie mit gefeitstem Kopse unverstälidliche Worte, während sie eS ,licht verhindern konnt^ daß rhr der Dorn die Tränen in die Augen trreb. Die Pilsoutsky »iiigegen war wie neu belebt, war e» ihr doch ge- Migen, das süße Gesicht, das ihr estl Dorn rm Auge war, wieder einmal zu entstellen. Seit Katias Herm kehr war sie entthront, der ailmiltigen Tochter deS Hau- |e8 huldigte alles und für sie blieben mit kärgliche «rocken. So konnte sie es doch nicht versagen, ab und

p> heimliche Rache zu üben. _

I An Rittberg wandte sie sich jetzt voll LiebenSwür Hielt:Sie sind zu freundlich I Sert Katm das Kloster »erließ, hat sie keinerlei Pflichten;ihr ist asio de Zeit cht. Wie wäre es denn mit der jetzigen Stunde. Es st die ruhigste unb beschaulichst, am ganzen Tage.

Rittberg erklärte sich einverstanden, lehnwuberdan end ab, als ihm Madame eure rhrer parfümierten Z

So und nun kann ich wohl gehen F fragte Katia nit monotonem Stimmfall.

, .Gewiß, mein liebe« Kind, wenn Du un« schon hebet verlassen willst. Aber sie stifte den Arm U6 und zog die Widerstrebende mit sanfter Gewalt i sich heran,nicht wahr, meine Katanka Du wirst lese böse, kleine Falte wegwischen und wieder ganz kranttgt fein? Dn weißt ja, wie er mich »mm« b«. Übt, wenn ich Dich so übellaunig sehen muß. Glaube 'ir, ich bin einzig auf Dein Wohl bedacht und würde leine Pflichten gröblich vernachlässtaen, wollte ich Det-

ur, ich bin eh. leim Pflichten gröblich vernachlässiw an Eigensinn die Zügel schieben lassen.'

$eltte werden herzlich gebeten, sich der Sammeltätigkeit zu widmen.

Zentral-Komitee des Preußischen Sandesvereins vom Roten Kreuz.

Sammelstellen für den Kreis Schlüchtern:

Kreissparkasse, Schlüchtern, Stadtsparkasse,

Landesrenterei, Stadtsparkasse, Salmünster, Borschußkasse in Stetnau, Kreis-Ausschußbüro.

vom Kriegsschauplatz.

Amtlicher Tagesbericht.

WTB. Großes Hauptquartier, 25. Mai. (Amtl.)

Westlicher Kriegsschauplatz:

Englische Torpedo- und Patrouillenboote wurden i an der flandrischen Küste von deutschen Flugzeugen an­gegriffen.

Westlich der Maas scheiterten drei Angriffe des Feindes gegen das von ihm verlorene Dorf Cumieres.

Oestlich des Flusses stießen unsere Regimenter unter Ausnutzung ihrer vorgestrigen Erfolge weiter vor und eroberten feindliche Gräben südwestlich und südlich der Feste Douaumont.

Der Steinbruch südlich des Gehöftes Haubromont ist wieder in unserem Besitz.

Im Cailette-Wald lief der Feind während deS ganzen Tages gegen unsere Stellung völlig vergeblich an. Außer schweren blutigen Verlusten büßten die Franzosen sldjtbunb^^^

Ber* St. Souvlet und über dem Herbe Bois wurde je ein feindlicher Doppeldecker im Luftkampf abge- schoffen.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Keine besondere Ereignisse.

Balkan-Kriegsschauplatz:

Uesleb und Gsivgel wurden von feindlichen Fliegern erfolglos mit Bomben beworfen.

Oberste Heeresleitung.

* *

*

Die neuen Männer

Der Kaiser hat dem Vizepräsidenten des StaatS- ministeriums und Staatssekretär des Innern Dr. Del- brück die nachgesuchte Entlassung unter Verleihung des hohen Ordens vom Schwarzen Adler erteilt und in einem Handschreiben der hervorragenden Kraft und der

Wie ein Marmorbild stand Katia während dieser

Nnn, betomme ich keine Antwort?" klagte die Pil­soutsky. Eine Träne, die sie sich nnihsanrabgezwnngen wischte sie hastig weg, bevor dieselbe ihren Weg über die rosige Wange nehmen konnte.

Was soll ich denn sagen?" klang es gequält.

O, nichts, mein Kind, wenn Du es nicht von selbst weißt"

Also, ich kann gehen ?" halb erstickt kamen die Worte

Gewiß." Madame zog das marinorkalte Gesicht- chen zu sich herab mib applizierte ihm einen Kuß.

Rittberg hatte empört dieser Szene beigewohitt, und während die Pilsoritsky in dem erhebenden Gefühl schwelgte, eine rühreilde Szene zu seiner Erbanung im­provisiert zu habell, verglich er sie mit einer ißantber» katze und kribbelte es ihm in den Ringern, sie t chtig durchzuschütteln. Er hätte gar zu gern dem armen Op­fer seine Teilnahine dnrch Blicke zu erkennen geg^en, doch nermieb es Katia geflissentlich ihn anzusehen. End­lich erlöst, wandte sie sich, zur Tür, und obwohl Ritt bera ihr ziworkam und bte Portiere zur Seite scho , blickte sie mit dein Ausdruck einer Meduse vor sich hin.

Armes, geliebtes Kind!», feinte Madame als er sich ihr wieder zuwandte,wie schmerzlich ist es doch, an einem Menschen, der einem nahe steht, so viel T delnSiverteS sehen z,t müssen! Und dennoch b te ich sie dringend, sie nicht nach bem zu beurteilen, wie sie sie eben gesehen haben. Sie dürfen es nur glauben, sie kann wirklich reizend sein, wenn sie nur wl

DaS glaube ich Ihnen gerne, Madame, gab Ritt berg trocken zurück; dann verbeugte er sich und verließ

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, die kleine Russin reizend sein konnte, wenn sie woMe? ward Rittberg schon beim Betreten deS Speise*

aufopferungsvollen Treue des aus dem Amte Geschic« denen Anerkennung und Dank ausgesprochen. Zum Nachfolger hat der Kaiser den Reichsschatzsekretär Dr. Helffrich ernannt und ihn mit der allgemeinen Stellvertretung des Reichskanzlers beauftragt. Zum Staatssekretär des Reichsschatzamtes wurde der Staats­sekretär für Elsaß-Lothringen Graf von Roedern er­nannt. Zugleich wurde der Staatsminister Dr. von Breitenbach zum Vizepräsidenten des StaatsministeriumS ernannt. Minister von Breidenbach durfte>or kurzem auf eine 10jährige Tätigkeit als Eisenbahnminister zu­rückschauen, in der er sich so hervorragende Verdienste um den Ausbau unserer Eisenbahnen erwerben konnte, wie kaum einer vor ihm. DaS unsere Eisenbahn im Weltkriege das leistete, was sie zum Staunen unserer Feinde an Truppenverschiebungen leistete, ist nicht zu­letzt das Verdienst des Ministers von Breitenbach.

Lokales und Provinzielles.

Schlüchtern, den 26. Mai 1916.

* Die hiesige Stadtverordnetenversammlung wählte den Regierungssekretär Konrad Stückrath aus Cafsel einstimmig zum Bürgermeister anstelle des auf dem Felde der Ehre gefallenen Bürgermeisters Oberleutnant a. D. Albrecht.

* Nachdem der Fw. Leutnant Lecher von hier im vorigen Jahre das Ehrenkreuz für Verdienste im Kriege erhalten hatte, wurde ihm jetzt an der Ostfront dasEiserne Kreuz 2. Klasse" verliehen.

* Wie aus dem Jnserateil ersichtlich ist finden kommenden Sonntag in der hiesigen Turnhalle zwei L»AN7gS i^ÄNW ungen an den Hauptereignifsen einen Eindruck mit nach

der vielen Bruchleidenden sei an dieser Stelle nochmal ganz besonders auf das Inserat in heutiger Nummer hingewiesen.

* (Kirchliche Fürsorge für bte ausländischen Kriegsgefangenen außerhalb der Gefangenenlager). Das Königliche Konsistorium zu Cassel hat den Pfarrern seines Bezirks die Seelsorge an den Kriegsgefangenen übertragen, welche in ihrer Gemeinde m Arbeit stehen. Die Arbeitgeber können bei dieser Fürsorge m sofern mithelfen, als sie den Gefangenen selbst auf ihre nächste Konfessionskirche und den zuständigen Seelsorger auf­merksam machen, vor allem aber dem Gemeindepfarrer Mitteilung machen, wenn Gefangene desgleichen Be­kenntnisses vorhanden sind; notwendige Pflicht ist, daß saaleS hm«. Herzerfrischendes Lachen tönte ihm entge­gen und er sah sie hinter ihrem Stuhl stehen, in eif­rigster Unterhaltung mit einem bildhlibschen Leutnant, den der Präfektihm als seinen Neffen, Grafen AleLai Tobiesen vorstellte. Die beiden saßen bei Tisch neben, einander und schienen ganz vertieft m,^ Unterhaltung. Sonderbarerweise fühlte sich Rlttberg da­durch 9 irritiert, und immer hörte er Katlas Stimme aus dem übrigen Stimmengewirr heraus.

Wie albern dies französische Geschwätz klingt!" dachte er bei sich und spitzte dabei doch die Ohren, um wo­möglich etwas von demGeschwätz" zu erhäschen. Das Diner «lahm heute gar sein Ende; "^ ^dame end­lich das Zeichen zum Aufbruch gab, wollte er sich rasch entfernen, da legte sich eine Hand anf fernen Arm und die Pilsoutsky mnrmelte mit einem ihrer schmelzende» Blicke:Wollen Sie sich uns benn immer entziehen?

Ich hoffte, Sie würden entschuldigen" stotterte er.

Es sollte ja kein Borwurf sein! Ich beneide Sie nur um den Äorzng, lästigen gesellschaftlichen Zwang gau» nach Belieben abzustreifen. Wäre ich doch auch m dieser glücklichen Lage. Gute Nacht und angenehm« Träume!" damit schwebte sie von danuen. 231,18

In seinem Zimmer angelangt, fand Rittberg auf dem Tische einen Brief vor, von dem emzigeu We en, das ihm verwandtschaftlich nahe stand' semer Schwe­ster Margarete. Er erbrach ihn Jmfhg und laS. ES wa, den Evisteln, wie sie bte Frauen gern schrei­be, ausführlich und voll unterhaltender Einzelheiten über Menschen und Vorkommnisse. Keine Zeit« ver- riet daß die Schreiberitt nicht immer auf Rose.» wan- delt'e der Schluß aber lautete:Also wird mir zum Auau'st wieder einmal der Stuhl vor bte Tür gesetzt, liebster Werner I Ich kann eigentlich nicht umhin, bis Eri tenz dieser fremchlichen Tante zu bedauern, die sich Seli hat, meine Schülerinnen für bte Zeit ihre- Pariser AnfellthaltS uilter ihre Fittige zu nehmen.