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mit amtlichem Areisblatt.
Telefon Nr. 65.
Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt
Monatsbeilage: tandwirtschaftlicher Ratgeber.
Telefon Nr. 65.
Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.
Mittwoch, den 24. Mai 1916
67. Jahrgang
Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlandes
Preußischer —■ Ändesverein "g
vom
Aufruf.
Sammelt ausländisches Held!
Die lange Dauer des Krieges nötigt zu immer weiterer Ausdehnung der Liebestätigkeit. Nicht nur oährend die Kämpfe toben, sondern auch später, auf ange Zeit hin, müssen noch ungeheure Auswendungen ewacht werden, um die Schäden, die der Krieg ver- rsacht, zu heilen. Auch zur Pflege und Versorgung der verwundeten und erkrankten Krieger rdarf das Rote Kreuz noch großer Mittel. Diesem froetie vornehmlich gilt unsere Sammlung.
Jeder, der von einer Auslandsreise Geld mitge- racht hat oder sonst in den Besitz solcher Gegenstände ekommen ist, stelle sie uns zur Verfügung. Zu großen lengen vereinigt, haben sie^ bedeutenden Wert.
Wer ««Kauffähige ausländische Geldstücke auch Papiergeld) im Betrage von wenigstens 5 Mark einsendet, erhält als
ne von dem bekannten Tierbildhauer Professor Gaul tworfene Erinnerungsmünze, die aus Eisen unter 'erwendung von Geschoßmeiall heraestellt ist. Ver *rr-'eii)«$riTr-'1®i«m ««v Kote ei« l»e werden yerzlich gebeten, sich der Sammeltätigkeit widmen.
Zelltral-Komitee
des Preußischen Landesvereins vom Boten Kren;.
Hammelsteve« für de« Kreis Schlüchtern:
Kretssparkasse, Schlüchtern,
Stadtsparkasse, „
Landesrenterei, „
Stadtsparkasse, Salmünster, Vorschußkasse in Steinau, Krets-Ausschußbüro.
I. Nr. 2103 R. K. Von dem östlichen Kriegs-
ZM Schatten der Ueterpauksfestung
Roman von Hermann Gerhardt.
4 Biruleff de Pil.
»Ganz nach Deinem Belieben," versetzte dthin. Und er eilte hinaus.
Mit einer Handbewegung lud Madame t$h) Rittberg ein, auf einem Stuhl ihr zur Seite ’fl zu nehmen, wobei sie ihn bezaubernd anlächelte: ^en Sie sich und trinken Sie eine Tasse Tee mit '! Ich denke, wir werden gute Freunde werden, müssen mein mangelhaftes Deutsch verbessern, und | werde mich dafür revanchieren, indem ich Sie lehre, I zu langweilen, ohne sich» merten gu lassen! Sre |tn meine Wolle wickeln und meinen Tee dazu üen und sich angewöhnen, ein immer liebenSwürdi- Gesicht zu machen." Damit gab sie dem jungen um einen leichten KlapS auf lyn Arm und warf lhm «>' halb schelmischen, halb schmachtenden Blick zu. Rittberg lachte und wurde rot. Die Situation war 1 neu und setzte ihn in Verlegenheit. Dennoch fand kasch eine Erwideruilg: „Sie sind wirklich zu glitig, baute, und ich verspreche, mir alle Mühe zu geben, «r Erziehung Ehre zu machen."
So begann für den jungen Deutschen die Unterweis i 1 im gesellschaftlichen Schliff, indem er aus winzr- Porzellanschälchen bernsteinfarbenen Tee schlürfte seine langen Beine sv gut eS gehe» wollte, unter
1 zierlichen Sesselchen versteckte. Doch bald si"llZ^^ ^ an, ihn zu ermüben. WaS waren baS für Men» i, unter die er da geraten war, was steckte wohl er bet glatten, lächelnden MaSke? Schon hatte er r Kvinpliwente und tiebenSwürbige Redensarten tommen, alS in seinem ganzen, bisherigen Leben, rb? er hier niemals ein grades, ehrliches Wort, ein« MfteKW» gJSÜMMl
schauplatz sind in letzter Zeit öfters dringende Anforderungen, betreffs Zusendung weiterer Liebesgaben eingegangen.
Gewünscht werden in der Hauptsache: leichte Unterkleidung, Zigarren, Zigaretten, Schnupf- und Kautabak, alle Nahrungsmittel, besonders Konserven, Marmeladen und Stärkunngsmittel für Kranke, Notizbücher, Messer, Feuerzeuge, Taschenlampen, Musikinstrumente, Nähzeuge, Knöpfe, Tabakspfeifen und Beutel usw. Ferner sind zur Bekämpfung der lästigen und gefährlichen Fliegen und Mückenplage in den Sumpfgebieten bei der herannahenden warmen Jahreszeit dringend nötig: Fliegenfänger, Fliegenleim, Fliegen- Papier, Insektenpulver mit Pulverblasen und Gace- schleier.
Mit unserem herzlichen Dank für die seitherigen Spenden verbinden wir die Bitte um weitere Liebesgaben der vorausgeführten Art. Ablieferung kann jederzeit im Kreisausschußbüro erfolgen.
Schlüchtern, den 17. Mai 1916.
Die beiden Rote Kreuz Vereine
J.-Nr. 2120 R. K. Die auf Veranlassung der hiesigen freiwilligen Sanitätsabteilung veranstaltete Sammlung zugunsten der Beschaffung einer neuzeitlichen fahrbare« Krankentrage mit Zubehör ergab die erfreuliche Summe von
506 Mark.
Die Spender sind folgende:
10 c^, Firma A. u. W. Thaler 20 ^, Firma I Fehl 10 M, Herr Heinr. Kohlenbusch 10 J&, Firma M. Neuhof 20 M, Herr Friedrich Pfeifer 10 ^, Firma Noßbaum u Sohn 10 ^, Herr C. Hadermann 30 J£, Firma August u. K. Schäfer 50 M, Herr Friedr. Gutermuth 10 ^, Herr Hirsch Grünebaum 20 M, Herr Wilhelm Gutermuth 10 ^, Frau Steinmeyer 10 JL, Herr J. Wolf 20 c^L, Herr August Müller 15 ^, Herr K. Sondheimer 10 ^, Herr Viktor Wolf 50 cM, Herr Dr. Freudenthal 15 M, Herr Seibert u. Frau Denhard 10 ^, Herr Leo Stern 10 <X, Herr Kohlstädt 5 J6, Herr I. Gutermuth 10 ^., Herr N. Basermann 5 J6, Herr Jean Leipold 6 ^.
Das Gerät, welches inzwischen eingetroffen ist, bedeutet eine weitere Vervollständigung unserer besseren Krankentransportmittel. Es steht jedermann unent-
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tuet von neuem schweifte sein Blick zu dem jungen Mädchen hinüber, das, ein wenig abseits sitzend, ganz in ein Buch vertieft schien. Ihr Anblick wirkte förmlich erfrischend! Die roten Lippen trotzig geschürzt, ließ das ganze, reizend kindliche Gesichtchen unverkennbare Verstimmung inerten. Die war doch wenigstens ehrlich und aufrichtig!
Einige Stunden später, Rittberg befand sich wieder in seinem Zimmer, trat Litschkoff bei ihm ein. Der Sekretär sah im GesellschaftSanzuge sehr gut aus; seine Figur war, wenn nicht korpulent, so doch von behäbi- ger Shmbnnq; er hatte mehrere Orden angelegt und schien mit sich und aller Welt zufrieden. „Kommen Sie," Ker, als das Tamtam erscholl, und schob seinen in den feines Hausgenossen; „daS Diner ist serviert."
Madame war bereits im Speisesaal, als die beiden eintraten. Das schleppende schwarze Spitzeukleid stand ihr vorzüglich, schelmisch winkte sie mit dem Fächer und lud Rittberg ein, zu ihrer Rechten Platz gu nehmen.
Während des Diners verbreitete sich der Hausherr über politische Themata, speziell des AuSlandeS — Litschkoff gab sich augenscheinlich mit feinem Verständnis den kulinarischen Senüffen hin und raunte zwischendurch Katia irgend eine scherzhafte Bemerkung zu, die sie gum Lachen brächte, während sie wie ein Bö- gelchen von den verschiedenen Speisen naschte.
AlS sich die Pilsoutsky oom Tisch« erhob, legte sie ihre Fingerspitzen auf Rittbergs Arm und ließ sich von ihm in den Salon führen. Der große, stattliche Raum war hell erleuchtet und einzelne Gäste trafen bereits ein. Da war der französische Botschafter, ein beweglicher, amüsanter alter Junggeselle, mehrere hohe Staatsbeamte, ein paar junge Kadetten und einige Damen. Letztere führten lebhafte französische Konversation, bis die eine oder die andere sich an den Flügel entführe» ließ, um ein effektvolles Bravourstück oder eine fran- »hm zysische FhMoMv"LMMM? .....L—vA Aster,
geltlich bei Bedarf zur Verfügung und befindet sich im «eue« Kreiskrankenhaus.
Den vorstehend benannten edlen Gebern, wie auch denjenigen, welche sich um das Zustandekommen der Ausführung besonders bemüht haben, hiermit herzlichen Dank.
Schlüchtern, den 18. Mai 1916.
Der Mänuerverei« vom Rote« Kreuz.
Dom Kriegsschauplatz.
Amtlicher Tagesbericht.
WTB. Großes Hauptquartier, 22. Mai. (Amtl.)
Westlicher Kriegsschauplatz:
Oestlich von Nieuport drang eine Patrouille unserer Marine-Jnfanterie in die französischen Gräben ein, zerstörte die Verteidigungsanlagen des Gegners und brächte einen Offizier und zweiunddreißig Mann gefangen zurück.
Südwestlich von Givenchy-en-Gohelle wurden mehrere Linien der englischen Stellung in etwa zwei Kilometer Breite genommen und nächtliche Gegenstöße abgewiesen. An Gefangenen sind acht Offiziere, zweihundertzwanzig Mann, an Beute vier Maschinengewehre, drei Minen- Werfer eingebracht. Der Gegner erlitt ganz außergewöhnlich blutige Verluste.
In Gegend von Berry-au-Bac blieb in den frühen Morgenstunden ein französischer Gasangriffsversuch ergebnislos.
Links der Maas stürmten unsere Truppen die französischen Stellungen auf den östlichen Ausläufern der Höhe 304 und hielten sie gegen wiederholte feindliche Angriffe. Neben seinen großen blutigen Verlusten büßte der Gegner an Gefangenen neun Offiziere, fünfhundert- unserer Hand. Dre Beute aus unserem Angrffs am Südhange des „Toten Mannes" hat fich auf 13 Geschütze, 21 Maschinengewehre erhöht. Auch hier und aus Richtung Chattancourt hatten Versuche des Feindes, den verlorenen Boden zurückzugewinnen, keinen Erfolg.
Rechts der Maas griffen die Franzosen mehrfach vergebens unsere Linien in der Gegend des Steinbruche» (südlich des Gehöftes Haudromont) und auf der Vaux- Kuppe an. Beim dritten Ansturm gelang es ihnen aber, im Steinbruch Fuß zu fassen. Die Nacht hindurch war die beiderseitige Artillerietätigkeit im ganzen Kampfabschnitt außerordentlich heftig.
Unsere Fliegergeschwader wiederholten gestern nachmittag mit beobachteten! großen Erfolge ihre Angriffe auf den Etappenhafen Dünkirchen. Ein feindlicher Doppeldecker stürzte nach Kampf ins Meer. Weitere vier Flugzeuge wurden im Luftkampf innerhalb unserer Linien außer Gefecht gesetzt und zwar in Gegend von Wervicq, bei Noyon, bei Maucourt (östlich der MaaS)
Katia sang mit leiser, weicher Altstimme ein kleine», russisches Lied: es klang wie das Säuseln bei Winde» in ihren heimischen Föhren, Rittberg, der im Begriff gewesen, sich zurückzuziehen, blieb an der Tür steh«^ um daS Lied zu Ende zu hören. Ein eigene» Gefühl d« Wehmut überkam ihn dabei. Er blickte sich in der großen, fremden Gesellschaft um. An einem der Spieltisch« stand Madame de Pilsoutsky, lebhaft redend und die; Karten mit geübter Hand mischend; man hörte da«. Klirren der Goldstücke, daS Rascheln der Banknoten., Die Hauptunterhaltung des Abende sollte beginne«. Katia, nachdem sie ihr Lied beendet, ließ sich auf einem Diwan nieder und war sofort von bewundernden Kadetten umringt. Unwillkürlich mußte Rittberg dies«« glänzend« Bild mit seiner schlichten Stud«nt«nbude oe». gleichen, die er in Berlin vor kurzem verlaffen. Lebhafter Heimweh nach der vertrauten Umgebung ergriff ihn. Katia vermochte ihn in diesem Moment nicht zu fesseln. Verstimmt und traurig wandt« er sich zum we»
„Wollen Sie sich nicht am Spiel beteiligen, mein Herr?" tönte LitschkoffS weiche Stimme an sein Ohr.
„Ich bitte, mich zu entschuldigen," entgegnete «^ ich spiele nicht." ... .
„Sie werden von der langen Steife ermüdet sein und sich zurückziehen wollen?"
„Offen gestanden, ja, und ,ch hoffe, Sie halten mich deswegen nicht für ungesellig!"
„Aber gewiß nicht, mein Lieber, nur hoffe ich, daß Sie uns ein anderes Mal mehr von Ihrer Gesellschaft gönnen! Ich werde Sie beim General entschuldigen."
AlS Rittberg in die wohltuende Ruhe und Einsamkeit seines Zimmers trat, schüttelte er sich zunächst wi«, ein Hofhund, der soeben von der Kette loSgekommen. Dann aber, in dem unabweisbaren Bedürfnis, sich einer perftäiibiiiSoöHeii Seele mitzuteilen, setzte er sich hin