Einzelbild herunterladen
 

Ichlüchterner Zeitung

mit amtlichem Areisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

Telefon Nr. <*5. Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt. Telefon Nr. «3.

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Saum 12 Pfg.

3£ 39. Samstag, den 13. Mai 1916. 67. Jahrgang,

Wer über das gesetzlich zulässige Maß hinaus Hafer, MeugKorn, Wifchftuchl worin sich Hafer befindet, oder Gerke verfüttert, versündigt sich am Patertande!

Amtliches. Liweiß-Strohkraftfulter.

Unter dieser Bezeichnung liefert die Bezugsvereinig' ung der deutschen Landwirte, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Berlin, in Zukunft ein vorfilgliches Fuiter- Mittel für Pferde, Rindvieh und Schweine. Das Futter besteht aus aufgeschlossenem Stroh, unter Zusatz von Melasse und Eiweiß.

Die unter sachverständiger Leitung stallgehablen um­fangreichen Fütteiuagsversuche, auSgejühn in der Land- wirtschaft und bei der Militärbehörde, haben sehr be» friedigende Resultate gezeitigt. Nach den vorliegenden Gutachten steht daS Futter im Werte gutem Maieschrot nicht nach.

Die zur 8 blieb tun f gelangende Ware enthält ungefähr 557. Ltrohstoff Trockevsvhstanr,welche M 9o'/. verdaulich ist,

227, stiek-Offreie Bestandteile, davon 13»/.Zucker, 1® . Rohprotei«, darin 6'/, verlauiichts Eiweiß, 2/, Mineralbestandteile

Der Wassergehalt üdrrsteigt nicht 147,.

Kein Lar.:virt und Viebbetitrer sollte N «^.e^e -Wferw wrmane». Benevunge» fiEaMM an die Herren Bürgermeister in den Gemriodeo zu richten und von diesen bis spätestens zum 18. Mai hierher einzu- reichen.

Schlüchteru, den 12. Mai 1916.

Der Vorstände bei Kieis Ausschusses. v. Trott zu Solz. 2439 S. A.

Kostenlose, Kartoffel-Land

In der Grmarkung Wallroth liegen rd. 4 ha Ackerland unbebaut. Die an mehreren Stellen liegen« den Fl chen werden ganz oder geteilt an Kreisbewohner ««entgeltlich zur Nutzung für dieses Jahr cb^ geben.

Liebhaber wollen sich bis zum 16. Mai im KreiS- auSichußbüro melden.

Dom Ariegsschauplatz.

Amtlicher Tagc-bericht.

WTB. Großes Hauptquartier, 11. Mai. (Anul.)

Westlicher Kriegsschauplatz:

Deutsche Flug-euge belegltn Dünkirchen und die Bahnanlagen bei Admkerke mit Bomben.

Aus dem westlichen MaaLufer griffen die Franzosen nachmittags beimToter Mann" abends südöstlich der Höhe 304 unsere Stellungen an. Beide Male brcch ihr Angriff im Maschinengewehr- und Sperrfeuer der Artillerie unter benachtlichen Verlusten für den Feind zusammen.

Eine bayerische Patrouille nahm im Camardwald vierundfünszig Franzosen gefangen.

Die Zahl der bei den Kämpfen seit dem 4. Mai um Höhe 304 gemachten unverwundeten gefangenen Franzosen ist aus dreiundfünfzig Offiziere eintausend- !ünjhundertundsünfzehn Mann gestiegen.

Auf dem östlichen MaaSuser fanden in der Gegend des LaillelttwaldeS während der ganzen Nacht Hand- granaleniämpfe statt, ein französischer Angriff in diesem Walde wurde abgeschlagen.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

RSdlich deS Bahnhofs Erlburg wurden 500 Meter der feindlichen Stellung erstürmt. Hierbei fielen drei- hundertundneun unverwundere Gelange«« in unser Hand. Einige Mafchineng«weh7e und Minenwerser werden erbeutet.

Balkan-Krleg-schauplatz:

Keine besonderen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

Vit« Prisenkommando gefangen

Ein eigenartiges Abenteuer, wie es wohl nicht all« täglich terfemmt, streß einem unserer N-Bcot« an ter englischen Küste zu. Am 22. März hielt dort, 140

Seemeilen westlich der Hebriden, das U Boot die nor­wegische BarkPestalozzi" an. Dabei wurde festge- stellt, daß an Bord der Bark ein englisches Prifrnkom» mando in Stärke von einem Seeoffizier, einem Unter- o-fizier und vier Mann sich befand, die Aufgabe hatten, die Bark in einen englischen Hafen einzubringen. DaS Schiff hatte Zement von Malwö nach Santa Fe in Argentinien geladen. Das englische Priseukommando war in Zivil und mußte nun dem deutschen U-Boot seine Waffen in Gestalt von zwei Pistolen und vier Ge­wehren abliefern. Dann wurden der Offizier und der Unteroffizier als Gefangene an Bord des U-Bootes ge« nommen, während gleichzeitig der englische Priseubesehl aufgehoben wurde. Die an Bord des Norwegers blei­benden vier Mann der ursprünglichen Prisenbesatzung konnten nun als Privatpersonen eine unfreiwillige Reise nach Sama Fe machen.

Die Beute vm» Kut-el Amara

Die Namen der höheren Kommandeure, die bei Kut- el-Amara von den Türken gefangen genommen wurden, sind folgende: Außer dem General TownShend der Kommandant der 6. Infanterie Division Powna und der Divisionär Mafios, die Kommandeure der 16., 17. und 18. Brigade, nämlich die Generäle Dakmack und Hamilton, sowie Oberst Evens, ferner der Kommandeur der Artillerie Smith, sodann 551 sonstige Offiziere niederen Grades, darunter die Hälfte Europäer, der Rist Inder. Von den gefangenen Soldaten sind 25 Prozent Engländer, die übrigen Inder. Obwohl der Feind vor der Kapitulation einen Teil der Geschütze, Gewehrrund Kiiegsmaterial zerstörte und dasübrigeiu den Tigris warf, verblieb noch eine Beute, die bis jetzt noch 7?:;M wird und mit inchten AuSbefferu - ver- Venddar ist, nämlich 40 Rcnsnen verschiedenen Kalibers, 20 Maschinengewehre, fast 5000 Gewehre, und eine große Menge Artillerie- und Jnsanleriemunifion, ein großes und ein kleines Schiff, dir gegenwärtig wieder verwendet werden, 4 Automobile, 3 Flugzeuge und eine Menge KriegSgerät, daS noch nicht gezählt ist. Die Waffen und die Munition, die in den Fluß ge­worfen wurden, werden »ach und nach geborgen. Die- jenif.cn Einwohner von Kut-el-Amara, dir nicht zu den Türken kommen konnten, empfingen die rinziehenden Türlen mit großer Fiftlichkeit und vergossen Freudeu- träneu beim Einzüge der Truppen, die sich vor allem damit befaßten, den Belagerten Lebensmitteln auszu« teilen.

Der Heilige Krieg

Die Folgen der Entfaltung der grünen Fahne deS Propheten machen sich immer mehr bemerkbar. Der heilige Krieg" dehnt sich immer «uhr aus. Nach in Kenstantinopkl erngeiroffenen Nachrichten hat der Jmam von Darfur, Ali Dinar, den Heiligen Krieg gegen die Engländer verkündet. Er marschiett mit feinen Trup­pen und 8000 Kamelen gegen den nördlichen Sudan und treibt die englischen Streitkräfte, denen er auf seinem Marsche begegnet, in wilder Flucht vor sich der. Er plant im Vereine mit den Senussi vorzugehen Die in einer Proklamation Vorn 5. April enthaltene Mit- teilung, daß die Engländer die Truppen bei Jmam geschlagen hätten, ist falsch. Vielmehr befinden sich die Engländer in wilder Flucht aus dem Rückzüge gegen den Ntl, seitdem Truppen deS Jmam ihren Vormarsch gegen Norden fortgesetzt haben.

Eine serbische Marine!

Französische Blätter melden aus Rom, jeder der Entente-Staaten werde Serbien zwei Schiff-einheiten überlassen, die den Kern einer serbischen Marine bilden sollen. Man wird danach nicht mehr sagen können, daß die Serben in allen ihren Wünschen von der Entente enttäuscht worden sind. Ihre langjährigen Aspirationen auf einen eigenen Hafen haben sich zwar nicht erfüllt, im Gegenteil, durch die Helfe des VierverbandeS haben sie mit dem Äüftenraum auch ihr ganzes Land einge- büßt ; aber dafür schenken ihnen jetzt die BundeSgenoffen eineMarine" waS eine wahrhaft symbolische Hand­lung ist, die man kaum ander- als ironisch auffaffea und bewerren kann. Was will ein Staat, der nicht mehr besteht, mit einer Marire i

Schweizer t« Ltbiricn

I« S»acktzolm kamen dieser Tagen 3 Schweizer an die 20 Mona»« rusficher Kriegtgesangeulchast hinter sich haben. Sie wurden seiner Zeit von Kosaken in Ostpreußen nach Rußland gefchleppt, wobei man ihre Schweizer Pässe zerriß. Sie mußte« in Sibirien härteste Sklavenarbeit au-sühren. Obwohl sie schon

im Oktober 1915 ihre Schweizer Pässe wieder erhielten, wurden sie erst jetzt freigelaffen, wobei man sie wie Verbrecher behandelte. WaS würden dir Neutralen sagen, wenndeutsche Barbaren" sich solch' einen ekla­tanten Utbergriff gegen Neutrale gestatteten! ?

Der Ba»de«krieg in Mexiko.

Fünfzig Anhänger Villas zogen Freitag Nacht über den Rio Grande bei Glenssprings und überneien den auS zehn Mann bestehenden Wachtposten. Die Banditen töteten vier Soldaten und einen Jungen, verwundeten vier Soldaten und enttarnen dann.

Lokales und Provinzielles.

Schlächter«, des 12. Mai 1916.

* Erntebütgottesdieaß. Am Sonntag Rogate (28. Mai) wird in allen deutschen evangelischen Kirchen ein Erntebittgotteedienst abgehalten werden.

Eine gute JohanniSbeerernte steht, wie man sich jetzt überzeugen kann, zu erwarten. Die SttSucher find mit den Trauben, die schon sehr gut entwickelt find, dicht behängen. Auch die Stachelbeersträucher weisen einen guten Behang auf.

* Die Aussichten auf »in reiches Honigjahr 1916 find gut. Der Tisch ist für die Bienen reich gedeckt.

Die Notwendigkeit der Preiserhöhung im Buch» druckgrwerbe. Im VerhältoiS zu den Preise« faßt aller anderen Jndustrieerzeuguiffe habe« die Druck- sachespreise auch gegenwärtig noch einen auffallend niedrigen Stand. Ganz ohne Preisaufschläge taun aber auch das Buchdruckgewerbe nicht mehr auskommen. Papier, Metalle für Typen und Platten, Walzenwaffe, vm|iM«ta, «.Mt*uats, £bujaU, )i>fw^M P-V» tücher, Schwämme, Seifen, Klebstoffe, Heftzwirn, Heftdraht, Bänder, Heftgazr, Brudsadru, Packstticke und alle», was sonst noch die Buchdruckereieu brauche«, bevor sie ihre Arbeiten größere Druckwerke wie die verfchiedtven kleineren Drucksachen fertig an ihre Kundschaft abliefern können, muffen sie um die Hälfte, das Doppelte und mehrfache ^'öher als vor dem Kirege bezahlen. Manche- ist überhaupt urcht mehr käuflich, sodaß zu minderwertigen Ersatzstoffe« gegriffen werden muß. Die neuerlich eingetretenen weiteren Verteuerun­gen der Herstellungskosten zwingen aber die Buch- brueferden, Satz, Druck und Buchbiaderarbeü minbe- ftcnS 20 Prozent höher als in FriedeuSzeit zu berech­nen. Außkrdem müssen die Buchdruckerkien bei der Berechnung des verwendeten Papiers, weil bei diesem die Einkaufspreise meist um 100 Prozent und mehr gestiegen sind, entsprechende Aufschläge in Ansatz brin­gen. Möge diese Krie?<smaßnahme bei ben Druckauf- traggebern daS rechte Verständnis finden'

* Unter den Bestrebungen, die daS durch ben Weltkrieg erstarkte deutsche Selbstbewußtstin belebt hat, ist ganz besonders die Pflege der Muttersprache in weiteste Kreise gedrungen. ES handelt sich dabei nicht allein um den Kampf gegen den Fremdwörter-llufug. sondern vitlmehr noch kommt rS darauf an, durch guten Ausdruck und vollendete Form die Schönheiten der Deutschen Sprache zur Geltung zu bfingen. Wie jede lebende Sprache ist auch die deutsche Schwankungen unterworfen; sie besitzt zudem noch zahlreiche descadekt Schwierigkeiten und Unklarheiten, die leicht Zweif«! und llnsicherheit in der richtigen Schreib- und Redeweise entstehen lassen. Ein zuverlässiger, wissentschastlich anerkannter Führer auf diesem Gebiete ist daher über­all unentbehrlich, wo jene Bestrebungen gefördert wer­den. Ein solcher Führer ist Weffelv-Schmidt tDeut­scher-Wortschatz, grammatisch, stilistisch, ortographischeS Wörierbuch der deutschen Sprache nebst Fremdwörter« buch". Jedes Wort ist in feiner Bedeutung, in seinen verschiedenen Stellungen im Satz«, sowie in feiner fotutf,ertöten Anwendung erklärt und an Beispielen erläutert. Die Schreibweise entspricht den letzten amt­lichen Bestimmungen und folglich ist bai Werk zugleich ein Wörterbuch der Rechtschreibung. Außerdem enthält eS die gebräuchlichen Fremdwörter, deren Abstammung und Aussprachebezeichnung: ihre Verdeufichusg ist in zweckmäßiger Weise durchgeführt, hält sich aber fernten Uebertreibungen. Ebenso roabei ei sich gegen Mode Wörter und willkürücheu Wortbildnugro. Zusammen- saffend ist «S die glücklich gelöste, einzig dastehende Bererotgung eines Lehrbuche» der Grammatik, Stttiftit und Rechtschreibung in Form eines erschöpfend«« Württrbuch«-, ein gewissenhafter Ratgeber in allen Frage« her deutsch«« Sprach«. ®tr mach«« unsere