Eisenbahndirektionspräsident Vollgold übermittelte dem Jubilar die Glückwünsche der Staatseisenbahnverwaltung und überreichte ihm den Roten Adlerorden 4. Klasse mit der Zahl 50.
* Bad-Nauheim. Ein auswärtiger Eierhändler wollte entgegen dem Verbot des Kreisamtes das Ei nicht unter 20 Pfg. verkaufen. „Für 14 Psg. verkaufe ich die Eier nicht, eher schmeiße ich sie an die Wand", äußerte der Mann zu dem Marktbeamten. Der Händler wurde schließlich samt den 100 Eier, die er bei sich führte, auf das Polizeiamt geführt. Hier nahm man ihm, als er obige Drohung mit der „Wand" wiederholte, kurzer- Hand die Eier ab, gab ihm 14 Mark dafür und verkaufte in wenigen Augenblicken die 100 Eier Stück um Stück für 14 Pfg. — Da die Händler sich überall gegen das Höchstpreisgebots des Kreisamtes versündigen, wird wahrscheinlich für den Kreis Friedberg ein Eier- ausfuhrverbot erlassen.__
vermischtes
— In den Straßen von Paris sieht man schon zahlreiche serbische Soldaten, die offensichtlich für die Westfront bestimmt sind.
— Die Gesamtzahl der seit Kriegsbeginn eingegangenen deutschen Zeitungen und Zeitschriften ist auf 3000 gestiegen.
— Kriegsbäume. Der „Unterfränkische Schulan- zeiger" fordert auf, in diesem Jahre 1916 allerorten Kriegsbäume zu pflanzen. Auf jedem Bauernhöfe, aus dem ein Familienangehöriger ins Feld zog, sollte man zur Erinnerung an den Krieg, an die glückliche Heimkehr oder an den Heldentod des Galten, Vaters, Bruders oder Sohnes einen Kriegsobstbaum setzen. In der Schule soll Anleitung gegeben werden, wie das am besten zu machen sei. Jedes Dorf endlich solle seine Kriegseiche erhalten als Wahrzeigen deutscher Kraft und Einigkeit, als lebendes Mal, das eindringlich und mit jährlich neuer Kraft das Andenken alles dessen hoch hält, was uns lieb und teuer ist, eindringlicher als das ja leider so häufig mit zweifelhaftem Geschmack aufgebaute „Kriegerdenkmal".
— Durch eine Ohrfeige erschlagen. In Potsdam hat eine Auseinandersetzung zwischen zwei Albeitern einen traurigen Abschluß gefunden. Beide Arbeiter waren in einer Gastwirtschaft in Streit geraten. Sie verließen gemeinsam das Lokal; auf der Straße versetzte der eine dem andern plötzlich eine so derbe Ohrfeige, daß dieser umfiel und sofort tot auf dem Pflaster liegen blieb. Der Täter wurde verhaftet.
— In Bayern wird die Fleischkarte vom 26. April ab eingeführt. Mit dieser Einführung ist eine Bestandsausnahme der vorhandenen Fleisch', Wild-, Geflügel- usw. BorräiL . verbunden^--------—-— __
—. Von falschen Samantern ausgeplündert »um ein hilfloses Mädchen in Lichtenberg. Eine Korrespon- dentin Jobanna K. wurde in der Müaoelstroße von
Herzkrämpfen befallen und brach ohnmächtig zusammen. Alsbald kamen mehrere Leute und bemühten sich um die Unglückliche. Am eifrigsten betätigten sich eine Frau mit einem Umschlagtuche und ein achtzehnjähriger Bursche, die zusammen kamen, aber plötzlich wieder weg- gingen, noch bevor die Kranke wieder zu sich gekommen war. Als diese sich dann erholt hatte, entdeckte sie zu ihrem Schrecken, daß ihr aus der Handtasche die Geldbörse mit 806 Mark in Papiergeld gestohlen war.
— Weil sie es ihrem Manne versprochen hatte, nahm die 27jährige Kriegerwitwe Maria He, sing zu Weißensee bei Berlin sich und ihrem sechs Jahre alten Sohn das Leben. Als Hersing im Februar vorigen Jahres eingezogen wurde, verabredete er mit seiner Frau, daß ' sie, wenn er fallen sollte, ihm mit dem Jungen in den Tod folgen solle. Seitdem trug sich die Frau mit dem Gedanken, ihr Versprechen einzulösen. Jetzt fanden Hausgenossen Mutter und Sohn in der Küche tot auf. Die Frau hatte den Schlauch vom Gaßkocher herabgenommen und sich dann angekleidet mit dem Söhnchen hingelegt, um den Tod zu erwarten.
Zur Konfirmation.
Abermals tönt der Lärm des Weltkrieges in die stillen Einsegnungsfeiern junger Christen hinein, die vor Gottes Angesicht zum großen Lebenskämpfe sich rüsten. Die ZFtlage ist für sie ernster denn je; denn viele Häuser entbehren des teuren Hauptes, seies, daß der Vater draußen vor dem Feinde steht, sei es, daß eine mörderische Kugel ihn hinweggerafft hat. So senken sich dunkle Schatten auf viele junge Häupter, und schwere Sorgen verbauen den Lebensweg. Aber falsch wäre es, wollten sie unter solchen Erwägungen verzagen. Je größer die Lebens- schwierigkeiten sind, um so fester muß das Christenherz sein; und solche Festigkeit zu gewinnen, dazu betet ge» rode die Gegenwart die reichste Gelegenheit. Treiben nicht die vielen Nöte uns mehr denn je in die Arme des allmächtigen und barmherzigen Gottes, dessen Walten die größte Mutterliebe an Fülle und Innigkeit übertrifft?
Bei der Konfirmation soll nicht ein unverstandenes Gelübde obenan stehen, sondern der Tag bedeutet völlige Hingabe an Gott, der ein Vater aller Menschenkinder ist und ihr Bestes auf treuen Herzen trägt. Er will den jungen Christen Führer, Berater, Verfolger, Schützer und Vollender sein. Mit ihm immer völliger eins werden, das verleiht die rechte Festigkeit zum Lebenskämpfe. Diese ist aber kein selbst- ermühter Besitz, sondern ein freies Geschenk seiner unendlichen Gnade. Darin liegt eine große Kraft der Bewahrung. Daraus quillt auch herzliche Dankbarkeit, die einem Christen es unmöglich macht, wissentlich und absichtlich gegen Gottes Willen zu fehlen. Und kommen deren Gnadenflut alle Flecken und Fehler getilgt werden. Zu ibr führt der Weaweiser mir der Inschrift: Das
Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.
Im ständigen Gottesverkehr wächst der Christ in immer besseres Gotlerkennen hinein, das schließlich alles Unverstandene ausklärt und alle Zweifel löst. Wer je erfahren hat, was für eine Seligkeit in der Gottesge- meinschaft liegt, der begehrt mehr und mehr mit seinem Gott zusammenzuwachsen und findet in ihm Leben und volle Genüge. Fortan ist kein Kamps zu schwer und keine Last zu groß; denn der Gottesstreiter ist des Glaubens voll, der die Verheißung der Weltüberwindung hat. Solcher Glaube tut unserer Znl not. Möge das junge Geschlecht ihn fröhlich lernen und mutig bezeugen! Dann wird es wohl geraten.
MrHÜchrr Steiger für Ichlüchtern.
Evangelische Gemeinde.
Sonnabend, den 15. April.
Nachmittags 1 Uhr: B.ichtgottesdienst.
Sonntag, den 16 April 1916.
Morgengottesdienst: Herr Pfarrer Rollmann. Konfirmation. — Hl. Abendmahl.
Nachmittagsgottesdienst fällt aus.
Katholische Gemeinde.
Sonntag, den 16. April 1916.
Vormittags 10 Uhr Herr Kaplan Ramp.
Nachmittags 2 Uhr Andacht.
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1 Bekanntmachung.
| Die Kontrollversammlungen finden am 28. und 39. d. Mts. statt.
| Auf die Bekanntmachungen des l Königlichen Meldeamts Gelnhaufen wird besonders hingewiesen.
Schlüchtern, den 14. April 1916.
Der Magistrat.
J. V.: G u t c r m u t h.
Bekanntmachung-
Es ist wiederholt beobachtet worden, daß hiesige Einwohner die städtischen Bekanntmachungen überhaupt nicht gelesen haben. Der Magistrar weist wiederholt daraus hin, daß die Stadtverwaltung ihre Bekanntmachungen z. Zt. nur noch durch die ,Schliichterner Zeitung' veröffentlicht.
Schlüchtern, den 14. April 1916.
Der Magistrat:
I. V. Gutermuth.
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