Telefon Nr. 65. Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt. Telefon Nr. 65.
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M 29. Samstag, den 8. April 1916. 67. Jahrgang.
AmMches.
J.-Nr. 4854. Der Herr Landwirtschaftsminister hat die Revierverwalter der Königlichen Forsten angewiesen, der Abgabe von Farnwurzeln als Schweinefutter in jeder tunlichen Weise Vorschub zu leisten. Die Abgabe wird durch Ausgabe von Erlaubnisscheinen für das Sammeln in bestimmten Revierteilen oder durch Ueberlassung kleinerer, abgegrenzter Flächen zur Ausnutzung erfolgen. Die für diese Abgaben festzusetzenden Taxpreise sind niedrig zu bemessen, so daß sie mehr den Charakter einer Anerkennungsgebühr, als den einer Vergütung für den Futterwert der Wurzeln geben. Die Erlaubnisscheine können ebenso wie die für das Sammeln von Beeren und Pilzen auf ganze Familien für denselben Preis ausgestellt werden, den einzelne Personen bezahlen müssen.
Auf die im redaktionellen Teil abgedruckte Mitteilung über den Futterwert des Adlerfarns wird hingewiesen.
Ich ersuche die Herren Bürgermeister, dies bekannt zu machen.
Schlächtern, den 3. April 1916.
Der komm. Königliche Landrat. von Trott zu Solz.
Dom Kriegsschauplatz.
Erstürmung von Kaucourt.
543 unverwundete Franzose« gefangen Amtlicher Tagesbericht.
WTB. Großes Hauptquartier, 6. April.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Westlich der Maas verlief der Tag zunächst durch
die Tätigkeit unserer Infanterie rege. Sie stürmte das Dorf Haucourt und einen stark ausgebauten französischen Stützpunkt östlich des Ortes. Abgesehen von sehr erheblichen blutigen Verlusten büßte der Hemd >elf Ossiuere fünfhunderteinunddrerßlg Mann an unver- wundeten Gefangenen, die zwei verschiedenen Divisionen °°°K°d!m" -»Im Maasujer luuibe ein erneutet Angriffsversuch der Franzosen gegen die von uns rm Caillette-Walde und nordwestlich davon am 2. April genommenen Stellungen schnell erstickt. . Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Es hat sich nicht« von besonderer Bedeutung ereignet. w 9 Oberste Heeresleitung.
Deutsche Martrreluftschiffe über Whitby, und LeedS.
WTB. Berlin, 6. April (Amtlich).
Marineluftschiffe haben in der Nacht vom o. zum 6 Avrtt ein großes Eisenwerk bei Whitby mit Hoch- Öfen und ausgedehnten Anlagen zerstört, nachdem oor- btt eine Batterie nördlich von Hull mit Sprengbomben bdw in» * G-I-ch. oeiegt »t S'-»°- würd?
^dabrikanlangen von Leeds und Umgebung, sowie eine Anzahl Bahnhöfe des Industriegebietes ange- arisien wobei sehr gute Wirkungen beobachtet wurden. 9 Die Luftschiffe wurden heftig beschossen; sie sind alle unbeschädigt gelandet. . Marine.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Kaiser und Kanzler WTB. Berlin, 6. April-
Seine Majestät der Kaiser hat den Reichskanzler unsere Stellung zur Vergangenheit und Zutunsl
(Amtlich).
gelegt hat. * *
Eine Stunde früher.
WTB 6. April. (Amtlich.) an StaWrot Hai h-m- b->chl°ss-"! bah m d-r
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191b bereits am V ß um etne Stunde beginnen, der au. ^epiemutr ± . l9!6 die
verlängert werden, damit am 1- Oklobe i mitteleuropäische Zeit wieder in Kraft treten kann.
Lokales und Provinzielles.
Schlü chtern, den 7. April 1916.
—* Die Gemeinde Altengronau, welche ihre Opferwilligkeit während des Krieges schon so oft und reichlich betkitigt hat, überwies der Rotekreuz-Kriegskasse den ihr aus der freiwilligen Metallablieserung zustehenden Betrag von 56 Mk. 10 Pfg. Herzlichster Dank hierfür.
—* Der Offiziers-Stellvertreter Adam Leipold von hier, Waffenmeister in einem Fußartillerie-Bataillon, erhielt bei den jüngsten Kämpfen vor Verdun das „Eiserne Kreuz 2. Klaffe".
- * Die Eier und die Osterbräuche. Es ist hier Sitte, zu Ostern Eier bunt zu färben und an die Kinder zu.n Spielen zu verschenken. Wenn auch anzunehmen ist, daß bei den hohen Mietpreisen ein Verschenken von Eiern an Kinder in diesem Jahre kaum in erheblichem Maße statifinden wird, so muß dennoch darauf hingewiesen werden, daß das Ei heutzutage ein wichtiges Nahrungsmittel ist und jede Eiervergeudung unbedingt zu vermeiden ist. Auch Osterbräuche müssen während des Krieges aufgegeben werden.
—* Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums über die Wurzeln (Rhizome) des gemeinen Adlerfarns (Pteris aquilina) und deren Wert als Schweinefutter. Der gemeine Adlerfarn ist durch ganz Deutschland verbreitet und tritt in unseren Wäldern oft auf großen Flächen und in dichten Mengen auf. Er ist der einzige größere Faxn Deutschlands, der seine Wedel (Blätter) nicht zu einer Rosette zusammengestellt hat, sondern einzeln aus dem Boden hervortreiben läßt und ist schon hieran leicht erkennbar. Die Wedel erreichen
Die wie bekannt, von den Wildschweinen gern genommenen Wurzeln des Adlerfarns liegen wagereckt im Boden, etwa 20-25 cm unter der Oberfläche, werden bis 4 m lang und etwa 1 cm starb sind schwärzlich gefärbt, wenig verzweigt, ziemlich saftig und von etwas bitterlichem Geschmack. Sie durchziehen den Boden oft so massenhaft, daß sie, aufgedeckl, das Aw leben eines losen Geflechts bieten. Durch dw Unter uebungen des Geheimen Regierungsrats Dr. Han en, Direktors des landwirtschaftlichen Instituts der Universität Königsberg, und des Professors. Dr. Mez, Direktors des botanischen Instituts derselben ^u^rsi" tät, ist festgestellt worden, daß diese Wurzeln reich an Stärke sind, auch nicht unerhebliche Mengen von Eiweiß enthalten und als ein wertvolles Ersatz utter fur Schweine zu betrachten sind. Die in dem Komgsberye Institut mit den Wurzeln gefütterten Lauferschweme nahmen die ihnen zunächst in geringen und dann allmählich sich verstärkenden Gaben gereichten Wurzeln bei langsamer Gewöhnung gut an, erhielten zuletzt bei Entziehung aller Kartoffeln täglich 2'/, Pfund Wurzel- und haben sich durchaus wohl dabei befunden. Für Läufer und Zuchtschweine stellen die Farnwurzeln hiernach ein unbedingt brauchbares Futter dar; s-ir Mastschweine können sie mindestens einen Teil des Futter- bedaris decken. Als Futter für Rindvieh kommen die Wurzeln wegen ihres bitteren Geschmacks nicht in Betracht. Die Gewinnung der sich unschwer vom o^n ablösenden Wurzeln ist leicht. Ein Arbeiter sticht den Erdboden mit dem Wurzellager um, während ein weiter Arbeiter — hierfür genügt ein Kmd die Wurzeln aus dem umgeflochenen Boden herauSstest.
I Die Wurzeln müssen gewonnen werden, ehe Sobald die Wedel treiben, verringert sich der Futter- wert der Wurzeln erheblich. Vor dem &J « hie Wurzeln durch Abspülen von der anhaftenden E^de ru befreien. Einer weitgehenden Zerkleinerung oder sonstigen Zubereitung bedürfen sie für die Verfuttcrung nicht. In lustigen Räumen, insbesondere in Scheunen, lassen sie sich gut aufbewahren. Den schwemehaltenden Wirten wird dringend empfohlen sich das Gewmnen von Farnwurzeln noch während des Monats April zur Streckung ihres Futtervorrats angelegen sein zu lassen. Die preußische Slaatssorstverwoliung ist bereit das Graben der Wurzeln in weitestem Umfange zu gestatten, auch steht zu hoffen, daß die übrigen ForstverwalMitgen das gleiche Entgegenkommen zeigen werden.
—* Vorhandenes Fett muß von den Metzgern unbedingt und an jeden, der es zu kaufen wünscht, abgegeben werden. Ein Mann, welcher unlängst in einer Metzgerei in Wiesbaden Fett liegen sah, betrat den Ver-
kaufsraum und verlangte 2 Pfund. Als er abgewiesen wurde, rief er einen Schutzmann herbei; diesem gegenüber stellte sich der Metzger auf den Standpunkt, daß er jemand, der Fett in einer solchen Menge verlange, überhaupt nichts zu verkaufen brauche, und daß er das noch am Fleisch befindliche Fett für seine regelmäßige Kundschaft zurückhalten müsse. Ein Strafbefehl nahm den Metzger in 30 Mark Geldstrafe wegen Vergehens wider die bekannte Bundesratsverordnung und das Wiesbadener Schöffengericht bestätigte diese Strafe, ob» wohl der Metzger einen Sachverständigen brächte, der aussagte, daß das frische Fleisch durch das Wegschneiden des Fetts sein Ansehen verliere. Nach der Ansicht des Gerichtshofs hätte der Verkäufer, wenn nicht die ganze verlangte Menge, so doch eine geringere unbedingt abgeben müssen.
—* Personalnachricht. Zum Amtsgerichtssekretär ernannt: Aktuar Kunze in Wächtersbach. —Versetzt: Gerichtsvollzieher Lenz von Allendorf a. Werra nach Gelnhausen. — In den Ruhestand getreten; Amtsgerichtssekretär Rechnungsrat Kohlhepp in Steinau, Gerichtsvollzieher Schulcheis in Gelnhausen.
—* Der Fall eines großen Meteors wurde auch hier und im hiesigen Kreise bemerkt. Die große Feuerkugel bewegte sich von der Himmelshöhe in nordöstlicher Richtung rasch zur Erde. Die Erscheinung fand nachmittags gegen 4 Uhr statt. Trotz der Tageshelle war der Schein des Meteors sehr grell.
—* Die Schiefertafel kommt wieder zu Ehren. Um der Papierverschwendung in den Schülerheften vorzubeugen, hat der Unterrichtsminister v. Trott zu Solz unter dem 18. März eine Verfügung erlassen,
der WÄ
halten, daß die Schüler und Schülerinnen nur oviel Hefte führen, als für den Unternchtszweck un. umgänglich nötig ist, und daß sie ferner die Hefte vollausnutzen, also bei den schriftlichen Darstellungen jede Raumverschwendung vermieden und die Hefte auch regelmäßig ausbrauchen. Die Forderung, daß die Hefte noch mit besonderen Umschlägen zu versehen find ist sth°n"i» g-w°bnlich°n Berhülinifsen nicht durchweg berechtigt, kann aber jedenfalls während des Krieges nicht beibehalten werden. In geeignewn Klassen und Fächern ist statt der Hefte in möglichst weitem Umfange die Schiefertafel zu benutzen . Wir möchten wünschen, daß die sehr vernünftigen , Vorschriften der Verfügung den Krieg überdauerten.
_* Wie kann ich dazu beitragen, den Goldschatz der Reichsbank zu stärken, auch wenn ich keine Goldmünzen mehr abzugeben habe - Der Kampf, den uns unsere Feinde aufgenottgt haben, wird nicht nur an der Front, sondern auch hinter der Front geführt. England sucht uns auszuhungern und wirtschaftlich zu vernichten; aber es wird ihm nicht gelingen, wir werden den wirtschaftlichen Kamps mit demselben Erfolge führen, wie den mlUtanschen. ^ diesem wirtschaftlichen Kampfe ist es von der aller, größten Wichtigkeit, unsere Goldreserven der ^chsbank 'umführen • deshalb gebe, wer entbehrliches Gold und stellen für Postsendungen: Berlint^ H, P"Nj Albrecht-Straße 7, und Crefeld, Ostwall ob) Das Gold wird der Reichsbank verkauft und der Erlös für die Witwen und Waisen der gefallenen Soldaten ver wendet. Jeder Spender hat Anspruch auf einen wie Platin glänzenden Erinnerungsring aus einem von der Firma Krupp gestifteten und nichtrostenden Eisen, Feingemahlener Kamst (Sondermarke 1 ohne Zusatz Sondermarke 2 mit Zusatz von Kieselgur zur Verhütung des Zusammenballens) hat sich seit «nigen Labten als das beste Mittel gegen Hederich und auch ricbtiaer Anwendung mit Sicherheit und bringt om Hafer und andere Getreidefrüchte zur üppigen Entwickelung und namentlich auch nachfolgende Hackfrüchte.
; S s"-Ä» im H-s-r bei «««fiel» t°» 91*») auf d-n Nist feinnmablenem Rainit bestreuten ParMn, ' ““ t i, " ™ tercdjtici, 12'/. 3»' Kn-ll-n Mihr ab «um R Ä W* betäniVft würbe.
—* Daß das Heidekraut, zumal in den jüngeren Trieben ein wertvolles Futter für Schafe, Kühe, Pferde und Schweine abgibt, ist noch nicht genügend Maut. Die im Winter und zeitigen Frühjahr gehauene Heide