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Telefon Nr. «5. Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt. Telefon Nr. es.

Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.

X 27.

Amtliches.

Bekanntmachung.

J.-Nr. 3673. Am 26. April d. Js. von 10 Uhr vormittags ab findet in der Werkstätte des Schuh- machermeisters Philipp Werner hier die Gesellenprüfung für Schuhmacher kund am 27. April d. Js. von 10 Uhr vormittags ab in der Werkstätte des Schneider­meisters Ludwig Freund hier die Gesellenprüfung für Schneider statt.

Anmeldungen zu den Prüfungen sind an Herrn Schneidermeister Johannes Alt hier einzusenden, bei dem auch die Anmeldungsformulare abzuholen sind.

Schlüchtern, den 29. März 1916.

Der komm. Königliche Landrat. von Trott zu Solz.

Der allwöchentliche Amtstag am Montag-Vormittag wird auf Anordnung der Königlichen Regierung bis auf weiteres ausgehoben.

Rücksprachen mit dem Amtsvorstand sind einzelfällig vorher nachzusuchen.

Schlüchtern, den 16. März 1916.

Königliches Katasteramt.

A. 513. gez. Momsen.

Dom Kriegsschauplatz.

Amtlicher Tagesbericht.

WTB. Großes Hauptquartier, 30. März.

Westlicher Kriegsschauplatz:

In der Gegend von Lchons brächte eine kleine deutsche Abteilung von einem kurzen Vorstoß in die französische Stellung einen Hauptmann und siebenund­fünfzig Mann gefangen zurück.

Feuer vorbereitete sranzostichr Angrrffe^ie Wiedernahme der Waldstellungen nordöstlich von Avocourt zum Ziel. Sie sind abgewiesen. In der Südostecke des Waldes ist es zu erbitterten, auch nachts fortgesetzten Nah- kämpfen gekommen, bis der Gegner heute früh auch hier wieder hat weichen müssen. Der Artiüer'ekampf dauert mit großer Heftigkeit auf beiden MaaS:-' an.

Leutnant Jmmelmann fitzte im Luftkampf östlich von Bopaume das zwölfte Flugzeug außer Gefecht, einen englischen Doppeldecker, dessen Insassen gefangen in unserer Hand sind. Durch feindlichen Bombenabwurf auf Metz wurde ein Soldat getötet, einige andere wurden verletzt.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Südlich des Naroczsees ließen gestern die Russen von ihren Angriffen ab, ihre Artillerie blieb hier, so­wie westlich von Jakobstadt und nördlich von Widsy noch lebhaft tchig ; bei Postawy ist Ruhe eingetreten.

Irauensieöe.

Roman von Clara Anlepp-Stübs. 56

Lotti wußte ja nur zu gut, was es bedeutete, aus sorglosen Daseinsfreuden herausgeschleudert zu werden, o, sie kannte sie, die duuklen Boten der Finsternis: das Leid und die Sorge!

Und aus impulsivem Herzeusdrang herauss streckte sie Maud nun doch beide Hände entgegen; sie hatte auch das Verlangen, ihr einige Trostivorte zu sagen, obwohl sie zuerst einen Allgenblick gezögert, quasi ab» wartend, wie von Mailds Seite die Begrüßung aus­fallen würde.

Deren weißes Gesicht veränderte sich jedoch kaum. Kühl und formell legte sie ihre Fingerspitzen in Lottis ihr so warm entgegengestreckten Hände nnb kühl und formell war auch ihr ganzes Wesen allen anderen ge­genüber.

War es Absicht? Verschloß sie in herbem Trotz, in ohnmächtigem Zorn gegen das Schicksal ihr Inneres absichtlich den mitfühlenden Freunden, oder war diese kühle Rnhe eine erkünstelte? War ihr wirklich alles so unentwegt gleichgültig? .,

Sie kommt mir vor wie eine Sphmx, äußerte sich Heinz Holm Giovanni gegenüber über sie, und dieser neigte nachdenklich den Kopf.

Es stellte sich heraus, daß von der Wenges auch einige Tage in Kairo zu bleiben gedachten, und war es nur natürlich, daß man zusammen verkehrte.

So hatte Giovanni ganz für sich schon fast genau dasselbe gedacht wie Heinz, der doch nicht einmal Alands leidenschaftliches Herz kannte und auch nicht den bunt: len Blick sah, mit welchem sie ihn zuweilen fixierte. Wenn dann seine Augen den ihren begegneten, dann flackerte es in ihren Tiefen auf wie Haß. Und gleich lenkten sich schwere, müde Lider, als ob nichts geschehen wäre. - - - - - . ' ,

Samstag, den 1. April 1916. $

Balkan-Kriegsschauplatz: Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung. * *

Der Ring um Verdun.

Die französische Presse sucht ihre Leser über die Gefahr von Verdun mit bombastischen Worten hinweg« zutäuschen, objektiver behandelt man die Lage schon in einigen italienischen Blättern. So schreibt derEser- cito Jtaliano" unterm 23. März:Man wundert sich, daß schon einen Monat ohne Entscheidung um Verdun gekämpft wird, vergißt aber, daß ein solcher riesiger fester Platz auch mit stärksten Mitteln nicht in 1 bis 2 Monaten genommen wird. Man redet über Artillerieaufwand und Riesenverluste und vergißt die Geschichte der Belagerung von Port Arthur. Man spricht vomAngriff" auf Verdun, von Aenderungen des deutschen Plans und bemerkt nicht, daß die Deutschen es auf eine Einschließung von Verdun abgesehen haben, um eine große Bresche in die französische Front zu legen. Die französischen u. a. Militärkritiker wundern sich, daß Verdun nicht in einem Monat fiel, und sie haben recht, wenn sie an die Überraschungen bei den belgischen Festungen denken. Aber eine nüchterne Betrachtung ergibt daß die Deut­schen methodisch und mit größter Tapferkeit unb Kriegserfahrung die Belagerung von Verdun einleiteit. Freilich ist auch die Verteidigung glänzend organisiert. Wenn es ihr gelingt, die völlige Einschließung zu verhindern, kann sie sich eines ungeheuren Vorteils rühmen. Wenn die Besatzung lange Widerstand zu leisten vermag, kann sich das Feldheer auf den kommenden Vorstoß dercheutschen Offensive vorbereiten. Auch die Verbündeten anf den anderen Fronten ver- ^bcvMv zu diesem Zwecke ihre Anstrengungen. Als uypürieisiche Kritiker müssen wir eingestehen, daß die deutschen es sind, die angreifen, und daß sie den Ring " enge- »m Verdun schließen. Ob es ihnen D' b -feiner Woche, noch in einem Monat

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K r. ^Provinzielles.

f ' "ichterü, den 31. März 1916.

Salatöl-rsak. DiePreis- Prüfungsstelle ..' teiln... ^at durch das ''städtische Nah- rungsmittel-Untersuchungsamt verschiedene Liebesgaben und Nahrungsmittel untersuchen lassen. Das Ergebnis war fol des: Salalölersatz. Inhalt der Flasche 500 Gr. Preis einschließlich Glas 1,10 SJIt. Dieser Salatölersatzbe- stand aus 99,10 Proz. Wasser, welches durch einen Pflan- zenschleim verdickt war und einem geringeren Zusatz von Säure, Farbstoff- und Armostoffen erhalten hatten. Der Nährwert dieser Flüssigkeit ist gleichNull". Der

Und in völlig gleichgültigem Tone fragte sie auch eines Tages:Sie erzählen Ihrer Frau alles?"

Er machte ein erstauntes Gesicht.Ja, gewiß, das ist doch selbstverständlich!"

Ach? Ich dachte bloß" Ihre Hände spielten nun doch nervös mit den dicken, schwarzen Wachsperlen ihrer Uhrkette; sie zog dieselben hastig hin und her auch das vor der Verlobung?"

Ich glaube, das tut kein Mann, gnädiges Fränlein!"

Und dabei sah Giovanni sie an und Maud Merteus ihn uub zwischen ihnen war ein Schweigen.

Auch Maud war totenblaß, und doch empfand sie eine heimliche Genugtuung. So ! Nun besaß sie doch Ge­wißheit, daß Lotti nichts wußte von seinem Kuß, den sie nicht empfangen, sondern gegeben hatte, und den sie fast wie eine Entehrnng empfand.

Gio hatte nichts gesagt, also hatten sie beide mitein- anber nun ein Geheimnis vor aller Welt, auch vor sei­ner Frau, seiner Frau unb das empfand sie wie eine Genugtuung. Es fuhr ihr durch den Kopf: Sie konnte ja auch von ihm verlangen, daß er schwieg. Es war doch einfach Kavalierpflicht, daß er eine Dame nicht bloßstellte auch seiner Frau gegenüber nicht!

Es gab also ein Band zwischen ihnen--

Giovanni empfand es im Laufe der nächsten Tage mehr und mehr, und in einer Art feindseligen Trotzes ließ er die Dinge gehen, wie sie wollten.

Mein Gott, was war ihm ein Kuß? Wieviel süße, junge Lippen hatte er damals berührt, flüchtig, tänzelnd, im leichten Spiel, wie viele aber hatten sich mit sehnsüchtigem Verlangen aus die seinen gepreßt und waren daran hängen geblieben?

Seine Augen blitzten dunkel auf. Was wollte Maud Merteus mit ihrem Forschen? Pah, er würde doch mit einer solchen Lappalie seine Frau nicht beunruhigen, seine süße Lotti, sein angebetetes Weib.

Hub als der Aufenthalt in Kairo sich seinem Ende uähUte M v^derWpgeK MMLjtMH^mn^.

67. Jahrgang.

Wert der angewendeten Stoffe beträgt etwa 1 Pfg- Ein Salatölersatz von dieser Zusammensetzung ist als ein ganz gemeines Schwindelprodukt zu bezeichnen, durch welches einzig und allein die Notlage des Volkes aus« genutzt wird, um den Käufern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Vor dem Verkaufe derartiger Ersatzmittel muß deshalb dringend gewarnt werden. Gegen den Fabrikanten ist Strafantrag gestellt. Gleichzeitig sind verschiedene angepriesene Liebesgaben als unangemessen teuer bezeichnet worden; z. B. Armee-Tee-Pastillen, Atrol-Kaffee-Tabletten, Kaffee-Bomben, Hamburger Sauerflüsch und Casfeler Rippe in Gelee in Blechbüchse.

* Die in der letzten Nummer der Schlüchterner Zeitung veröffentlichtenDurchschnittsbeträge der höchsten Tagespreise für Hafer, Heu und Stroh" beziehen sich auf die Kosten, welche der Militärbehörde bei Bezug obiger Artikel aus dem Kreise Schlüchtern erwachsen sind. Die Höchstpreise, welche beim Verkauf von Heu und Stroh maßgebend sind, und die nicht überschritten werden dürfen, wenn man vor Strafe bewahrt bleiben will, sind in der heutigen Nummer des Kreisblattes veröffentlicht.

* Die lange Dauer des Krieges hat die Kräfte der ehrenamtlichen freiwilligen Mitarbeiterinnen, vor allem der Helferrinnen und Hifsschwestern vom Roten Kreuz, bei ihrer aufopfernden und unermüdlichen Ar« beit so stark in Anspruch genommen, daß sich bei ihnen vielfich ein dringendes Bedürfnis nach Erholung ge­zeigt hat. Sie sind indessen vielfach nach ihrer Ver- mögmslage nicht imstande, sich die nötige Erholung auf eigene Kosten verschaffen zu können. In dankens­werter Weise haben auf diesem Gebiet bereits im vorigen Jahre Frau von Wartenberg, Berlin und ihr Bruder Herr Major von Unger, durch persönliche Be-

eine große Anzahl von Persönlichkeiten in Bäoecu anb auf dNn Lande ermittelt, die bereit waren. Hilssschwestern und Helferinnen vom Roten Kreuz kostenlos für ci.iige Wochen aufzunehmen. Von der Möglichkeit, auf diese Weise eine geeignete Erholung zu erhalten, haben zahlreiche Hilfsschw " '. ^d Helferinnen Gebrauch gemacht. Die NoKornv^^. ~ Erholungsbeschaffung für sehr viele Hilssschwestern r Helferinnen legtdie dringende Pflichtuf, weitere Kresi «ve,. diesewichtige Aufgabe zu gewinn. Sicherlich wer. ^"rn ^ die auf dem Lande, an der See, in Bäo^ ^tguaimi r im Gebirge wohnen, in der Lage und b den kommenden Frühlings- und SommefL-uaut einige Wochen erholungsbedürftige Hilssschwestern und Helferinnen vom Roten Kreuz in ihr Haus aufzunehmen. Da, wo der Mann im Felde ist, wo das Zimmer des Sohnes, der draußen kämpft oder sein Leben für daS Vaterland geopfert hat, leer steht, wird manche Frau und Mutter freudig die Gelegenheit ergreifen, durch

teren Verlauf der Reise auschlossen, da stampfte er zor­nig mit dem Fuße auf, und wieder meinte er:Die brauchen uns hier auch nicht gerade über den Weg zu laufen!"

Lotti lächelte, sagte aber jetzt nichts. Eine schwere Beklommenheit lastete auf ihr. Sie wußte selbst «licht, warum Maud Merteus Anwesenheit sie so bedrückte, das junge Mädchen betrug sich doch tadellos! Sie war sich nicht klar über ihr Empfinden. Es war ihr nur stets, als verändere und entwickele sich da ganz in der Stille etwas in ihrein Leben; alles unter einem Zwange, gegen den sie nicht antämpfen konnte, weil nichts Po­sitives da war, und wenn es dann auf einmal da ivar, dann würde es zu spät sein, bann würde sie sich da­mit abfinden müssen.

Und ihre Beklommenheit steigerte sich zur wirklichen Angst. Sie hatte fortwährend Herzklopfen, wenn sie Gio und Maud zusammen sah. Und das geschah oft!

Wenn Gio es ermöglichen konnte, musizierte er auch auf der Reise, und Maud hatte sich schon so manches Mal oft wie magisch angezogen von bett wunder­vollen Tönen in seine Nähe gesetzt. Den Oberkörper vornübergebeugt, die schlanken, weißen Hände um die Knie geschlungen, saß sie dann gewöhnlich unweit des Flügels auf einem niedrigen Sessel oder Tabouret, ver­lorenen Sinnes zuhörend.

Eines Tages brach Gio sein Spiel kurz ab, drehte sich um und meinte, mit dem Finger auf die vor ihm liegenden und von ihm geschriebenen Noten tippend: Wer mir das mal vorspielen könnte, traust Du Dir es zu, Lotti?" z

Die junge Frau erhob sich von ihrem Platz auf dem Sofa.

Die beiden Brautpaare waren spazieren gegangen und die zwei älteren Herren hatten glücklich einen drit­ten Mann zum Skat erwischt. Also Frau von der Menge war deshalb allein anwesend und hatte sich be-

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