mit amtlichem Areisblatt.
Telefon Nr. 65. I
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Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
: Illustriertes Sonntagsblatt. Telefon Nr. 65.
Erscheint Mittwoch und Samstag. — preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1,20 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.
M 22. Mittwoch, den 15. März 1916.
67. Jahrgang.
Amtlicher.
g..%. 1923 R s.
Papiersammlung
Wir bitten, die Herren Lehrer, die gesammelten Zeitungspopiere am
Donnerstag, den 16. oder
Areitag, den 17. März
hierher ab,zuliefern. (Wage«schuppen beiul KreiShause.
Abnahmezcit
vormittags von 10—12 Uhr nachmittags von 2—4 Uhr
Schliichtern, den 7. März 1916.
Der comm. Landrat. von Trott zu Solz.
J.-Nr. 1300 Ka. Ein Spezialfall veranlaßt mich, die Herrn Jagdvo.steher darauf aufmerksam zu machen, daß zu den Jagdverpachtungsbedingungen das von der Königlichen Regierung bei der Hof- und Waisenhaus- buchdruckerei in Casfel in Druck gegebene Formular zu verwenden ist. Das Formular wird auch beim Kreis-AuSschuß vorrätig gehalten.
Schlüchtern, den 7. März 1916.
Der komm. Königliche Landrat. von Trott zu Solz.
J.-Nr. 2780. Es haben sich in letzter Zeit die Fälle erheblich vermehrt, in denen aus unbewachten Wegeübergängen Fuhrwerke überfahren wurden, die von ortsunkundigen Leuten (Kriegsgefangenen usw.) gelenkt wurden.
Orr2pvlt^it»>ch0.d^« m»»6 S^utuuiuinie Lvacm- meister werden ersucht, die Fuhrwerksbesitzer auf die dadurch entstehenden Gefahren hinzuweisen.
Schlüchtern, den 9. März 1916.
Der komm- Königliche Landrat. von Trott zu Solz.
I -Nr. 2763.
Musterung 1916.
Die Musterung und Aushebung aller noch nicht eingestellten Militärpflichtigen, der Jahrgänge 1896, 1895, 1894 und der älteren Jahrgange, findet an den folgenden Tagen, jedesmal von 8,30 Uhr vor- mittags ab, im Saale des „Hessischen Hofes" hier statt und zwar:
Am Freitag, dem 17. März d. Js.
für die Militärpflichtigen aus den Gemeinden bezw. Gutsbezirken Ahl, Ahlersbach, Altengronau, Bellings, Breitenbach, Breunings, Eckardroth, Elm, Gundelm, Herolz, Heubach, Hintersteinau, Hohenzell, Hundsrück, Hütten, Jossa, Kerbersdors, Klosterhöfe, Kressenbach, Lindenberg, Maiborn, Marjoß, Mottgcrs, Neuengronau, Neustall, Niederzell, Niederkalbach, Oberkalbach, Ober- zeg, Reinhards, Romsthal, Salmünster, Sannerz, Sarrod mit Rabenstein und Rebsdorf und der Stadt Schlächtern;
Am Lonnabend, dem 18. März d. Mts.
für die Militä, Pflichtigen aus den G meirden bezw. Gutsbezirken Schwarzensels, Seidenrotb, Soden, Srcinau, Sterbfritz, Uezell mit Klesberg, Ulmbach, Uttrichshausen, Vollmerz mit Ramholz und Hinkelhof, Romholz, (Gutsbezirk), Wahlect, Wallroth, Weichersback, Waperz und Züntersbach. .
Zu den vorbezeichneten Terminen haben alle im Jahre 1896 und früher geborenen Militärpflichtigen zu erscheinen, die eine endgültige Entscheidung über ihr Militärverhältnis noch nicht erhalten haben, einschließlich der bereits für eine Waffengattung ausge- hobenen, aber bis zum Mustecungstermin noch nicht eingestellten Rekruten. .
Vom Jahrgang 1896 haben auch diejenigen Wehrpflichtigen zu erscheinen, die bei der Landsturm Musterung 1915 für Landsturm mit oder ohne Waffe, für arbeitsverwendungsfähig oder für dauernd untauglich befunden worden sind.
Militärpflichtige, dezw. Rekruten, welche bis zum Musterungstage vom Bezirks-Kommando einen Ge- stellungsbesthl erhalten, sind von der Musterung befreit. Endbunden von der Gestellung zur Musterung sind ferner diejenigen Militärpflichtigen des Jahrgangs 1896, die auf Grund eines treisärztlichen Zeugnisses oder wegen Verlustes eines größeren Gliedes, oder Blindheit auf beiden Augen bei der Landsturm- Musterung als dauernd untauglich befunden worden
sind. Wer durch Krankheit am Erscheinen verhindert ist, muß im Termin oder vorher ein ärztliches Zeugnis vorlegen.
Am 18., 20 und 21. d Mts von 8'/, vormittags ab findet auch die Musterung der zur Disposilion der Ersatz-Behörden Entlassenen, sowie der Beamten der Eisenbahn-, Post- und anderer Behörden sämtlicher Jahresklassen (1896 — 1870) des ungedienten Landsturms cinschl. der ehemals für dienstuntauglich befundenen Mannschaften statt. Sie erhalten dazu eine besondere Vorladung.
Die Herrn Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche ich, alle Gestellungspflichtiaen zu dem Musterungstermin pünktlich auf 7,45 Uhr vormittags zu laden und anzuweisen, mit rein gewaschenem Körper und in nüchterem Zustande zu erscheinen und ihre Militärpapiere mitzubringen. Unemschuldigtes Fehlen im Musterungs- termin oder ungebührliches Benehmen werden streng bestraft.
Befreiungsgesuche — Reklamationen — sind nur in ganz dringenden Fällen zulässig.
Nachträgliche Anmeldungen zur Rekrutierungsstammrolle sind unter Anschluß des Geburtsscheines pp. sofort mittelst besonderen Berichts hierher vorzulegen.
Die Herrn Bürgermeister und Gutsvorsteher müssen bei der Vorstellung der Militärpflichtigen ihrer Gemeinde im Musterungstermin anwesend sein.
An den Musterungstagen, am 17. und 18. d. Mts. nachmittags 3 Uhr ersuche ich die Herren Bürgermeister sich zu einer Besprechung im Kreishaussaale einzufinden.
Schlüchtern, den 6 März 1916.
des Aushebungsbezrrks Schluchtern. Trott su Solz.
Dom Kriegsschauplatz.
Amtlicher Tagesbericht.
WTB. Großes Hauptquartier, 13. März.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Bei günstigen Beobachtungsverhältnissen war die Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien auf einem großen Teil der Front sehr lebhaft und hielt sich beiderseits der Maas und bis zur Mosel hin auf größerer Heftigkeit.
Außer Patrouillengefechten an der Somme und dem Scheitern eines kleinen französischen Angriffs im Priesterwalde sind keine Ereignisse zu berichten.
Neben ausgiebiger Ausklärungstätigkeit griffen unsere Flieger feindliche Bahnanlagen und Unterkunfls- orte besonders an der Eisenbahn Clermont—Verdun erfolg' eich an. Es wurden drei feindliche Flugzeuge vernichtet, zwei in der Champagne u. eines im Maas-Gebiet.
Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz:
Die Lage ist im allgemeinen unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Mrpitz erkrankt.
WTB. Berlin, 13. März (Nichtamtl.)
Wie wir hören, ist der Staatssekretär des Reichs- marineamts, Großadmiral von Tirpitz seit einigen Tagen erkrankt. Die Geschäfte werden von dem dienft- ältesten Offizier geführt.
Kriegstrauung des Prinzen Joachim von Prentze».
T. U. Berlin, 11. März. Wie der Minister des Königlichen Hauses Graf Eulenburg bekanntgibt, hat im Schlosse Bellevue am heutigen Tage die Krieg- trouung des Prinzen Joachim von Preußen mit der Prinzessin Marie Auguste von Anhalt in Gegenwart der Kaiserin, des Herzogs und der Herzogin von Anhalt sowie der nächsten Angehörigen des Brautpaares stattgefunden. Der Kaiser war durch die Anwesenheit im Felde an der Teilnahme verhindert.
1 * *
Allgemeine Mobilisierung in Portugal.
TU. Christiania, 12. März. Aus Lissabon wird unter dem 10. ds. Mts. gemeldet: Die portugiesische Regierung hat heute demissioniert. Alle Reservisten säunlicher Jahrgänge wurden einberufen. Das Parlament tritt heute zu einer außerordentlichen Tagung zu- fammcn.
Italien. — Mintsierkrise.
WTB. Amsterdam, 11. März. Nichtamtlich. Einem
hiesigen Blatte zufolge erfahren die „Times" aus Rom, daß die Bewegung zu Gunsten einer Rekonstruktion des Kabinetts um sich greife, obwohl Salandra in Turin erklärt habe, daß das Kabinett entweder unverändert bleiben oder ganz abtreten müsse. Man halte eine Aenderung seiner Politik für möglich und erwarte mit Spannung die Debatten, die nächste Woche in der Kammer stattfinden werden.
* * *
Japans Kralleu.
Der frühere japanische Minister Iufaburo Takekoschi, ein in Tokio angesehener und einflußreicher Staats- mann, hat eine Broschüre veröffentlicht, in der er die eventuell durch eine Schutzherrschaft zu verhüllende Annexion der niederländischen Inseln durch Japan befürwortet. Wenn Japan nach der Besetzung von Java und Sumatra die Sundastraße befestigte, so könnte sich keine fremde Flotte den Weg nach Ostasien erzwingen. — Japan streckt also jetzt langsam, aber überlegt seine Krallen aus. Es ist deshalb auch sehr wenig darauf zu geben, wenn in amtlichen Austausch- ungen zwischen Washington und Tokio versichert wird, das Einvernehmen zwischen Armerika und Japan sei herzlicher als je. Amerika weiß sehr wohl, was ein Japan, das Ostasien und seine Vorgebiete beherrscht, für Amerika bedeutet. Eine große Gefahr!
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Schiffahrts Einstellung
England behauptet immer noch, die Meere unbestritten zu beherrschen. In Japan scheint man nicht dieses Vertrauen zu seinem Bundesgenossen zu haben. ?¥V.Ä^ _- eingestellt, weil die Versicherungsgesellschaften sich weigerten, das Risiko zu übernehmen, und die Regierung für die Fortsetzung des Dienstes keinen Beitrag zahlen will. * *
Keine Osterliebesgaven ins Feld.
Die Heeresverwaltung macht darauf aufmerksam, daß bei voller Anerkennung der Opserfreudigkeit der Bevölkerung besondere Osterliekesgaben-Sendungen aus Anlaß des bevorstehenden Osterfestes nicht zugelassen werden können. Sie würden eine außerordent» liche Belastung der Verkehrsmittel zur Folge haben, die unbedingt vermieden werden muß. Aber auch im Interesse der zur Zeit gebotenen Sparsamkeit wäre es unwirtschaftlich, aus Anlaß dieses Festes leicht verderbliche Dinge, wie Eier, Wurstwaren usw. zu verschicken. * *
Die Verjüngten
Das neue französische Gesetz über die Verjüngung des Marineoffizierkorps ist in Kraft getreten. Bonden vorhandenen 15 Vize Admiralen treten 7 zur Reserve über, unter ihnen Bous de Lapeyröre.________________
Lokales und Provinzielles.
Schlüchtern, den 14. März 1916.
—* Papiersammlung. Morgen, am 15. d. werden die Schüler eine Papiersammlung in unserer Stadt vornehmen. Es wird gebeten das abzugebende Papier bereit zu legen.
—* Herrn Seminardirektor Kolbe, der bekannt» lich als Feldpfarrer bei der 51. Division im Westen steht, ist das Eiserne Kreuz verliehen worden.
—* Der Gefreite Emil Backhaus Sohn des Kiefers Karl Backhaus von hier, z. Zt. in einem Jnf.-Reg. erhielt durch Tapferkeit vor dem Feinde im Westen das „Eiserne Kreuz 2. Klasse".
-* Die Butterknappheit in Schlüchtern hat ihre besonderen Ursachen. Man wird sich nicht wundern darüber, wenn man hört, daß tagtäglich ganze Scharen Schlüchterner Mitbürger und Soldaten auf die Dörfer laufen und unter dem Vorwande, ins Feld schicken zu wollen, Butter, Eier, Speck, Wurst und dergl. ein» hamstern. Das will man nicht so ohne Weiteres übel nehmen. Aber wenn man vernimmt, daß 10, 12 und mehr Pfd. Butter eingehamstert werden, daß man Pfd. auf Pfd. einkocht, daß Soldaten sie in Mengen mitnehmen nach Frankfurt, Darmstadt usw., dann läuft einem doch etwas Galle ins Blut. Die Folge dieses Egoismus, der da nur an sich selbst denkt, ist, daß die Butterfrauen keine Butter bekommen und ihre ständigen Abnehmer nicht mehr bedienen können. Durch solch rücksichtsloses Auskaufen steigert sich die Not feI6|f