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ZWchterner Zeitung

mit amtlichem Areisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeb^.

Telefon Nr. 6». Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt. Telefon Nr.«».

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg,

M 14.

Mittwoch, den 16. Februar 1916.

67. Jahrgang

Amtliches.

A. II. & 512. Da es nicht möglich sein wird, die Vorschriften der Anordnung der Landeszentralbe­hörden vom 19. Januar 1916 zur Regelung der Be­schaffung, des Absatzes und der Preise von lebendem Vieh für das Gebiet des Viehhandelsverbandes für den Regierungsbezirk Cassel (Amtsblatt der Königlichen Re­gierung zu Cassel S. 69 ff.) schon mit dem in § 8 der Anordnung bezeichneten Tage ihres Inkrafttretens, dem 15. Februar 1916, ganz zur Ausführung zu bringen, erlasse ich mit Genehmigung der Herren Ressortminister zu § 4 der Anordnung folgende Ueber- gangsvorschrift.

In den Tagen vom 15. bis einschließlich den 18. Februar 1916 sind Rinder, Schafe und Schweine auf Eisenbahnen, Kleinbahnen und Wasserstraßen zur Be­förderung auch dann anzunehmen, wenn der Versender zwar noch nicht im Besitz einer Ausweiskarte des Vieh­handelsverbandes für den Regierungsbezirk Cassel ist, jedoch durch Vorlage einer Bescheinigung des Landrates des Kreises, in dem er seine gewerbliche Niederlassung hat, (für die Stadtkreise Cassel und Hanau kdes Ma- gistrats) nachweist, daß er sich zur Mitgliederliste des Verbandes angemeldet (§ 3 der Satzung) oder einen Antrag auf Ausnahme in den Verband gestellt hat (§ 4 der Satzung.)

Die Vorlage dieser Bescheinigung kann durch eine telegraphische oder telephonische Bestätigung der Anmel­dung oder des Antrags durch den Landrat (Magistrat) auf eine Anfrage der Versandtstelle hin ersetzt werden. Die Versandtstelle ist auf Verlangen des Versenders ver­pflichtet, auf deffen Kosten eine solche Anfrage an den Landrat (Magistrat) innerhalb der für gewöhnliche Tele-

Zeit zu richten.

Cassel, den 12. Februar 1916.

Der Regierungspräsident, gez. Bernstorff.

Oom Kriegsschauplatz.

LeHafte Kämpfe an der Westfront.

Die Beute von Vimy.

Amtlicher Hagesöericht.

WTB. Großes Hauptquarüer, 13. Februar.

Westlicher Kriegsschauplatz.

In Flandern drangen nach lebhaftem Artillerie- kampfe Patroillen und stärkere Erkundungsabteilungen in die feindlichen Stellungen ein. Sie nahmen einige wirkungsvolle Sprengungen vor und machten südöstlich von Boesinghe über vierzig Engländer zu Gefangenen.

Englische Artillerie beschoß gestern und vorgestern die Stadt Lille mit gutem sachlichen Ergebnis; Ver­luste oder militärische? Schaden wurden uns dadurch nicht

^verursacht.

Auf unserer Front zwischen dem Kanal von La ZBaffee und Arras, sowie auch südlich der Somme litt Wie Gesechtstätigkeit unter dem unsichtigen Wetter. »In den Kämpfen in der Gegend nordwestlich und Mvestlich von Vimy bis zum 9. Februar sind im ganzen ßsechshundertzweiundachtzig Mann gefangen genommen Morden, die Gesamtbeute beträgt fünfunddreißig Maschinengewehre, zwei Minenwerfer und anderes Ge- |rät. Unsere Artillerie nahm die feindlichen Stellungen zwischen der Oise und Reims unter kräftiges Feuer; Patrouillen stellten gute Wirkung in den Gräben des Degners fest. . , _

In der Champagne stürmten wir südlich von Ste. Wlarie & Py die französischen Stellungen in einer Aus­dehnung von etwa 700 Metern und nahmen vier -Offiziere und zweihundertzwei Mann gefangen. Nord westlich 'von Massiges scheiterten zwei heftige feindliche Angriffe. An dem von den Franzosen vorgestern be- setzten Teile unseres Grabens östlich von Maison de Champagne dauern Handgranatenkänipfe ohne Unter­brechung fort. 1 ,

Zwischen Maas und Mosel zerstörten wir durch fünf große Sprengungen die vorderen feindlichen Gräben völlig in je 30 bis 40 Meter Breite. Lebhafte Artilleriekämpfe in Lothringen und in den Vogesen. Südlich von Lusie (östlich von St. Die) drang eine deutsche Abteilung in einen vorgeschobenen Teil der stanzösischen Stellung ein und nahm über dreißig Jäger gefangen. .

Unsere Flugzeuggeschwader belegten die feindlichen Etappen und Bahnanlagen von La Panne und Noperinghe ausgiebig mit Bomben. Ein Angriff der Kindlichen Flieger auf Chistelles (südlich von Ostende) rat keinen Schaden angerichtet.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist im Allgemeinen unverändert.

Oestlich von Baranowitschi wurden zwei von den Russen noch auf dem westlichen Schacaufer gehaltene Vorwerke gestürmt.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Arüsserie-und Kurvenkämpfe im Westen.

Amtlicher Tagesbericht.

WTB. Großes Hauptquartier, 14. Februar.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die lebhaften Artilleriekämpfe dauerten auf einem großen Teile der Front an. Der Feind richtete nachts sein Feuer wieder auf Lens und Liövin.

Südlich der Somme entwickelten sich heftige Kämpfe um einen vorspringenden erweiterten Sappenkopf unserer Stellung. Wir gaben den umfassenden Angriffen ausgesetzten Graben auf. »

In der Champagne wurden zwei feindliche Gegen­angriffe südlich von Ste. Marie-u Py glatt abgewiesen. Nordwestlich von Tahure entrissen wir den Frnnzosen im Sturm über 700 Meter ihrer Stellung. Der Feind ließ sieben Offiziere, über dreihundert Mann gefangen in unserer Hand und büßte drei Maschinen­gewehre, fünf Minenwerfer ein. Die Handgranaten- kämpfe östlich von Maison de Champagne sind zum Stillstand gekommen.

Südlich Lusse (östlich von St. Diö) zerstörten wir durch eine Sprengung einen Teil der feindlichen Stellung.

Bei Obersept (nahe der französischen Grenze nord­westlich von Pfirt) nahmen unsere Truppen die fran­zösischen Gräben in einer Ausdehnung von etwa 400 Metern und wiesen nächtliche Gegenangriffe ab. Einige Dutzend Gefangene, zwei Maschinengewehre und drei Minenwerfer sind in unsere Hand gefallen.

Die deutschen Flugzeuggeschwader griffen Bahnan­lagen und Truppenlager des Feindes auf dem nörd­lichen Teile der Front an.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Abgesehen von einigen für uns erfolgreichen Patrouillengefechten hat sich nichs von Bedeutung er­eignet.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

__________ Oberste Heeresleitung.

Deutsches Reich.

Bevorstehende Vermählung des jüngsten Kaiser­sohnes. Die Vermählung des jüngsten Kaisersohnes, Prinz Joachim, mit der Prinzessin Maria Auguste von Anhalt findet am 11. März in Potsdam statt. Das Prinzenpaar soll bekanntlich in Cassel im sogenannten Prinzenhause Wohnung nehmen.

Lokales und ProvinsieUes.

Schlüchtern, den 15. Februar 1916.

* Der Landwirt Ludwig Urbach von hier und dessen Ehefrau Maria Urbach geb. Schäfer feiern am 18. Februar das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Beide sind noch rüstig. Möge dem Jubelpaar noch ein recht langer und froher Lebensabend beschieden sein. Wir gratulieren! (Die Redaktion.)

* Das eiserne Kreuz erhielt Dr. Ernst Schäfer von hier, Vizefeldwebel in einem J»f. Rgt. im Osten.

* Bestellt Kartoffeln. Eine Bekanntmachung in der heutigen Nummer des Kreisblattes fordert zur Bestellung von Kartoffeln für Saat- und Verbrauch auf. Wegen der Dringlichkeit der Bestellung machen wir auch an dieser Stelle auf die Bekanntmachung aufmerksam.

* Preisregelung von lebendem Vieh. Vom 15. Februar ab tritt zur Regelung der Beschaffung des Absatzes und der Preise von lebendem Vieh für den Umfang des Regierungsbezirks Cassel ein rechtsfähiger Viehhändlerverband mit dem Sitze in Cassel in Tätig­keit.

* Das Schneiden der Hecken. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß das Schneiden lebender Hecken nur bis zum 1. März geschehen darf. Von da ab bis zum 31. Juli jeden Jahres ist es verboten. Das Abbrennen von Grasflächen und Rainen darf nur mit Genehmigung der Ortspolizeibehörde geschehen.

* Gehilsenprüfung. Diejenigen Buchdrucker-, Schriftsetzer- und Stempelsetzerlehrlinge von Stadt und

Landkreis Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern, welche sich der Gehilfenprüfung unterziehen jwollen, werden aufgefordert, ihre Gesuche bei dem Vorsitzenden des Gehilfenprüfungsausschusses, Herrn Philipp Reitz, Buch­druckereibesitzer in Hanau, bis zum 28. Februar ein- zureichen. Dem Gesuche um Zulassung sind beizufügen : 1. ein kurzer eigenhändig geschriebener Lebenslauf des Prüflings, 2. das Lehrzeugnis oder der Lehrbrief, 3. das Zeugnis über den Schulbesuch einer Fort- bildungs- oder Fachschule, 4. der Lehrvertrag bezw. ker Nachweis der Eintragung des Lehrlings in die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer. Die vorge­schriebenen Formulare für das Gesuch um Zulassung zur Gehilfenprüfung und zum Lehrzeugnis werden un­entgeltlich verabfolgt.

* Hk. Ausfuhrverbote für Werkzeuge. Unter Aufhebung der bisherigen Bestimmungen über die Aus» und Durchfuhr der im folgenden genannten Gegen­stände ist durch Bekanntmachung vcm 6. Februar 1916 verboten die Ausfuhr und Durchfuhr von Werkzeugen für Maschinen- oder Handgebrauch aus Eisen oder Stahl in fertiger oder halbfertiger Verarbeitung der Zolltarifnummern 806, 808, 810 bis 815, (Schraub- stöcke, Ambosse, Anker, Brecheisen, Hämmer; Spaten, Schaufeln, Blatthacken, Küchenpfannen, Kohlenlöffel, Schmelzlöffel, Feuergeräte; Sensen, Sicheln, Stroh­messer; Handsägen und Sägeblätter; Feilen und Raspeln; Bohrer, Zangen, Baum-, Hecken-, Rosen-, Reb-, Blech-, Schafscheren, Beitel, Stemmeisen, Hobel­eisen, Rohrschneider, Bohrknarren, Rohrdichter, Maschi» nenmesser, Gewindeschneidzeuge, Schneidzirkel; Reib­ahlen, Spiralbohrer, Fräser, Meßwerkzeuge; Aexte, Beile, Hacken, Zug-, Wiege- und Hackmesser, grobe Küchen- und Gartenmesser, Hand- <.& Kiöbschrauöen, Schraubzwingen, Spannwerkzeuge usw.), jedoch mit Ausnahme der nachstehend genannten Werkzeuge: Am­bosse, Anschraubstöckchen, Blumenkellen, Bohrwinden, Büchsenöffner, Drillbohrdreher, Durchschläger, Garten­rechen, Glaseraushaumesser, Glaserkittmesser, Gewinde­bohrer bis 3 mm Durchmesser, Hämmer im Stückge­wicht bis 500 Gramm, Handhobeleisen, Kindergarten­geräte, Kisteröffner, Klebschrauben, Körner, Laubsägen, Locheisen, Maurerkellen, Modiftinnenzangen, Mühlpicken, Nägeltreiber, Oesenzangen, Plombierzangen, Pflug­scharen und Pflugstreichbretter, Reibahlen bis 3 mm Durchmesser, Rohrzangen, Rohrschneider, Scharier- und Spitzwerkzeug, Scheren, sofern nicht zum Draht- oder Blechschneiden geeignet, Schneidkluppen, Windeisen, Halter und Backen zu Gewindebohrern und Reibahlen bis 3 mm Durchmesser und zu Spiralbohrern bis 1,2 mm Durchmesser, Schneckenbohrer, für Handbetrieb, Schraubenschlüssel, Schraubenzieher, Schrifteisen, Sperr- Hörner, Spiralbohrer bis 1,2 mm Durchmesser, Stein­sägen, Steinsägeangeln, Wetzstähle, Taster, Waben- zangen, Wiegemesser, Zahlen- und Buchstabenstempel, Ziehklingen, Zirkel, Zollstöcke, Zuckerzangen. (Der Abdruck der Bekanntmachung imReichsanzeiger" vom 7. d. Mls. nennt noch die Zolltarifnummer 678; diese umfaßt jedoch nicht Werkzeuge, sondern Edel­steine.)

* Fulda. Ober-Realschule. Als Oberlehrer an die hiesige Ober-Realschule ist der Kandidat des höheren Lehramtes, Herr Paul Brasching aus Metz, ab 1. April d. I. berufen worden.

* Gersfeld. Die Eierpreise im Schweinfurter Be­zirk sind erfreulicherweise von 18 auf 13 Pfg. zurück- gegangen.

* Wüstenfüchsen (Rhön). Neuerschlossenes Stück Vaterland. Am 1. Febr. konnte, die neugebaute Rhön- bahnstrecke HildersWüstensachsen dem Verkehr über- geben werden. Sie endigt in Wüstensachsen, dem früheren bayerischen Rhönflecken am Fuße der Wasser- kuppe. Dem Rhönwanverer sind damit die reichen Schönheiten des oberen Ulstertales erschlossen. Dieser Rhönwinkel mit seinen stillen Höhen wurde in früheren Jahren sehr stiefmütterlich behandelt, zeichnet sich aber durch große Naturschönheit aus. Wüstensachsen und seine Umgebung ist durch seine Berge und Wälder ein prachtvolles touristisches Gebiet, im Winter ein ideales Gelände zum Skrlauf und Rodeln.

* Eschwege a. d. Werra. Dem Besitzer der benach­barten Domäne Greifenstein wurde in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend der vorigen Woche ein wert­voller Zugochse gestohlen. Auf dem Viehmarkt in Eisenach gelang es der dortigen Polizei, den Spitz­buben in der Person eines hiesigen Einwohners zu er- buben in der Person eines hiesigen Einwohners zu rr-