SchlüchlemerMung
mit amtlichem Rreisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
Telefon Nr. es. lvochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt. Telefon Nr. es.
Erscheint Mittwoch und Samstag. — preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.
.^ 13. Samstag, den 12. Februar 1916. 67. Jahrgang.
König Ferdinand im deutschen Hauptquartier.
Berlin. 9. Februar.
Der König von Bulgarien ist im kaiserlichen Hauptquartier eingetroffen. In dieser Zusammenkunft kommt die unverbrüchliche Einigkeit zwrchen dem bulgarischen Heere und dem deutschen und österreichisch-ungari- schen Heere zum Ausdruck. Diese Zusammenkunft hat aber auch eine große politische Bedeutung. Das geht schon daraus hervor, baß neben dem bulgarischen Heerführer auch der Ministerpräsident den König begleitete. Ferner ist auch der deutsche Reichskanzler und der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Jagow im Hauptquartier cingetroffen.
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Auszeichnung des Generals P Követz.
WTB. Berlin, 9, Februar. (Nichtamtl)
Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Ortens Pour le merite an den österreichisch- ungarischen General v. Köveß.
Dom Kriegsschauplatz.
Amtlicher Tagesbericht.
WTB. Großes Hauptquartier, 10. Febr.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Nordwestlich von Vimy entrissen unsere Truppen den Franzosen ein größeres Grabenstück und gewannen in der Gegend von Neuville einen der früher verlorenen Trichter zurück. 52 Gefangene und 2 Maschinengewehre fielen dabei in unsere Hand. Südlich der Somme wurden mehrfache französische Teilangriffe abgeschlagen. Hart nördlich Becquincourt gelang es dem Feinde, in einem kleinen Teil unseres vordersten Grabens Fuß zu fassen. _ Combvks-Köbe aueischten wir durch Sprengung einen feindlichen MmenpoUen uKig-ruudujijait Sprengungen nordöstlich Celles (in den Vogesen) blieben erfolglos.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Bei der Heeresgruppe des Generals von Linsingen und bei der Armee des Grafen von Rothmer wurden Angriffe schwacher feindlicher Abteilungen durch österreichisch ungarische Truppen vereitelt.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
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Deutscher Sturmsteg Sei Wmy.
Amtlicher Tagesbericht.
WTB.) Großes Hauptquartier, 9. Februar. (Amtl).
Westlicher Kriegsschauplatz.
Westlich von Vimy stürmten unsere Truppen die erste französische Linie in 800 Meter Ausdehnung, machten über hundert Gefangene und erbeuteten fünf Maschinengewehre.
Südlich der Somme sind die Franzosen abends wieder in ein kleines deutsches Grabenstück einge- drungen.
Im Priesterwalde wurde von unserer Infanterie ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Es stürzte brennend ab. Beide Insassen sind tot.
Oestlicher Kriegsschauplatz:
Kleinere russische Angriffe in der Gegend von Jlluxt (nordwestlich von Dünaburg) sowie gegen die am 6. Februar von uns genommene Feldwachestellung von der Bahn Baranowitschi—Ljachowitschi wurden ab- gewiesen.
Balkan-Kriegsschauplatz: Die Lage ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
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Oesterreichs) ungarischer Tagesbericht Der Bormarsch in Albanien.
WTB. Wien, 9. Februar. (Nichtamtl.)
Amtlich wird verlautbart:
Russischer und italienischer Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Vortruppen der in Albanien operierenden k. und k. Streitkräfte haben den Jsmi Fluß überschritten und den Ort Preza und die Höhen nordwestlich davon besetzt. Der Feind, aus Resten serbischer Verbände, italienischen Abteilungen und Söldnern Effad Paschas bestehend, vermied den Kampf und wich gegen Süden und Südosten zurück. Nur bei der Besetzung des Ortes Baljas (8 Kilometer nordwestlich von Tirena)
kam es zu einem kurzen Gefecht, in dem der Gegner geworfen wurde. Unsere Flieger bewarfen in der letzten Zeit wiederholt die Truppenlager bei Durazzo und die im Hafen liegenden italienischen Dampfer erfolgreich mit Bomben.
In Montenegro ist die Lage unverändert ruhig. Die Entwaffnung ist abgeschlossen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: von Höser, Feldmarschalleutnant.
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Noch zwei Zerstörer von
Zeppelinen versenkt.
Köln, 9. Februar. (Zens.)
Ein Privattelegramm der „Köln. Ztg." vom 9. Februar meldet von der holländischen Grenze:
Außer dem englischen kleinen Kreuzer .,Karoline" sind bei dem letzten Zeppelinangriff auf England die beiden Zerstörer „Eben" und „Nith" auf dem Humber gesunken.
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Der „Lusttania" Fall sehr hoffnungsvoll.
New Aork, 9. Febr. (Zens. Bln.)
„Asscciated Preß" erfährt aus Washington, daß der „Lusilania"-Fall sehr hoffnungsvoll aussieht. Diese Feststellung wurde von einem hohen Beamten nach einer Beratung zwischen Wilson und Lansing gemacht. Es wurde erklärt, daß der Präsident den neuesten Vorschlag Deutschlands als nahezu, wenn nicht völlig annehmbar ansehe.
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Noch iu der Schwebe.
Berlin, 9. Febr. (Zens. Bln.)
In Berlin liegen irgend welche amtlichen Mitteilungen über eine Antwort aus Amerika, aus der zu erkennen wäre, ov Prafioent Wiffou oder Siautss^retär Lansing die deutschen Vorschläge der Fassung, die zuletzt von hier aus in dem Lusitaniastreitfalle gemacht worden sind, annehme, auch bis heute mittag noch nicht vor.
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Unsere Kriegsbeute.
Durch einen „Abnützungskrieg" glaubten uns unsere Feinde, die wohl von Anfang an fühlten, daß sie uns durch ihre kriegerische Kraft nie besiegen, zu Boden ringen zu können. Daß wir bis jetzt nicht die „Abgenützten" sind, dafür ist wvhl die Beute, die wir in den 18 Kriegsmonaten gemacht haben, kein schlechter Beweis. 1‘A Million Kriegsgefangene haben wir in Deutschland, fast 10 000 Geschütze und fast 1 */, Million Gewehre haben wir erbeutet. Was den Feinden sonst roch an Waffenzeug durch uns zusammengeschossen ist, was sie an Transportmitteln usw. verloren haben, ist hier nicht eingerechnet. Die die 1V, Million Gefangener nur die durch die deutschen Truppen gefangenen und nach Deutschland transportierten Gegners umfassen, so kann man sich ungefähr ein Bild davon machen, wie groß der Gesamtverlust nnserer Gegner ist. „Abgenützter als sie kann man kaum sein.
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Die Helden von Kamerun.
Nach 18monatiger heldenhafter Verteidigung sind unsere Truppen aus Kamerun in der Stärke von 900 Mann mit 14 000 Eingeborenen nach Spanisch Guinea übergetreren. Schritt für Schritt, sich heldenhaft wehrend sind die tausend Deutsche vor der englischen Uebermacht zurückgewichen. England hat nun einen neuen Sieg zu buchen! Einen „englischen Sieg", — das ist einer mit zehnfacher Uebermacht gegen ein Häuflein Deutsche! Ein neuer Posten ins englische Schuldbuch, — weiter nichts für uns. Vor den Helden von Kamerun aber senken wir unsere Fahne. Sie haben ihre Pflicht bis aufs äußerste getan wie ihre Brüder in Tsingtau und Südafrika — wie überall, wo die deutsche Flagge weit von der Heimat über deutschen Kämpfern wehte, die, von aller Hilfe abgeschnitten, gegen eine Riesenübermacht kämpfend, unterliegen mußten. Wir werden schon dafür sorgen, daß die deutsche Flagge überall da wieder gehißt wird, wo sie einstmal ihre stolzen Farben zeigte.
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Die molifforische Vorhut der Oesterreicher
DDP. Lugano, 9. Febr. (Zens. Bln.)
„Jdea Nazionale" berichtet aus Durazzo, daß alle Stämme der Mulissoren in Dukajni sich offen für Oesterreich-Ungarn erklärt haben. Die gut bewaffneten Stämme bilden die Vorhut der gegen Italien ziehenden K. und K. Truppen in Albanien. Größere Teile des K. und K. Heeres, begleitet von starken Trupps der
Malissoren, besetzten Kroja nnd rückten längs des Jsmiflusses bis zum Meere vor, wo sie bereits mit den Truppen Effad Paschas in Berührung kamen. Durazzo wird von den Verbündeten in Verteidigungszustand gesetzt.
Die neue englische Anleihe.
Wie über Amsterdam gemeldet wird, ist der englische Finanzminister mit den Londoner Großbanken über die Grundzüge der dritten englischen KriegSanleihe, die im März aufgelegt werden soll, zu einer Verständigung gekommen. Die Anleihe werde 400 Millionen Pfund Sterling betragen, der Zinsfuß 5 v. H., der Ausgabepreis etwa 99 v. H. Während 10 Jahren soll die Anleihe unkündbar sein.
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Prinz Danilo und seine Gattin haben Rom verlassen und begeben sich in ihre Villa Arethusa am Kap Martin.
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Die montenegrinische Königsfamilie
soll sich endgültig in einer Villa in der Umgebung von Lyon niederlassen. Die Gesandten Frankreichs und Rußlands und die beim Hofe von Montenegro beglaubigten Diplomaten sind in den letzten Tagen in Lyon angekommen. Der italienische Gesandte hat sich heute vormittag in der königlichen Residenz vorgestellt.
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Revolution in Portukal.
Die Unruhen in Portukal nehmen chen Charakter einer Revolution an. Die Menge griff die Polizei und Truppen mit Schießwaffen und Bomben an. Läden wurden ausgeplündert. Die Ursache der Bewegung liegt hauptsächlich in der wirtschaftlichen Krise und den an Hungersnot grenzenden Zuständen.
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Brand einer Munitionsfabrik.
Wie aus Hespeller (Ontario) gemeldet wird, steht die dortige Munitionsfabrik in Flammen. Nach einer anderen Meldung aus Ottowa ist eine Fabrik, die militärische Uniformen herstellt und 100 Personen, meistens Frauen, beschäftigt, durch Feuer zerstört worden.
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Die Gefahren der dunklen
Londoner Straßen.
Infolge der Beleuchtungseinschränkungen ist die Zahl der Straßenunfälle mit tödlichem Ausgang in London sehr gestiegen. Nach den „Times" vom 1. Februar handelt es sich, soweit Straßenbahnen in Frage kommen, um eine Steigerung von 135 v. H. 1913 kamen 579 tödliche Straßenunfälle vor, 1914 637, 1915 867. In der ersten Wochen dieses Jahres wurden 22 Personen in den Straßen getötet, in der zweiten Woche, in der viel Mondschein war, 15, in der dritten Woche 13 Personen. ___________________________
Lokales und Provinzielles.
Schlächtern, den 11. Februar 1916.
—* Von Breitenbach erhielten das „Eiserne Kreuz" der Unteroffizier d. L. Joachim Müller und der Unteroffizier Heinrich Jost (früher Jnf.-Rgt. Nr. 81). Beide wurden zu Unteroffizieren befördert. Die „Hessische Tapferkeitsmedaille" erhielt der Musketier Nikl. Kreß (Jnf.-Rgt. Nr. 118.)
—* Goldene Dienstbotenkreuze. Im Jahre 1915 wurden von der Kaiserin an weibliche Dienstboten für 40jährige Dienstzeit in derselben Familie 181 goldene Dienstbotenkreuze nebst Diplomen verliehen. Für 30jährige Dienste wurden 364 bronzene Denkmünzen verliehen. m ,
—* Anrechnung der Kciegsjahre. Das Reichsge« setzblatt veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, wonach den Kriegsteilnehmern, denen für 1914 oder 1915 oder für beide Jahre bereits Kriegsjahre anzurechnen sind, ein weiteres Kriegsjahr anzurechnen ist, wenn sie die Bedingungen auch für das Kalenderjahr 1916 erfüllen.
—* An Kirche und Schule richtete der Kultusminister einen Erlaß, ausklärend auf Erwachsene und Kinder zu wirken, daß sie sparsam mit dem Brot um- gehen, und daß kein Brotgetreide verfüttert wird, was trotz des bestehenden Verbots leider immer wieder vor- kommt. Dauernde Ermahnung und Aufklärung tut hier not. Wir müssen mit unserm Brotgetreide bis in die neue Ernte hineinreichen und, um auf alle Fälle- gerüstet zu sein, noch einen Vorrat in das neue Ernte- ^