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kein bestimmtes Ziel vor Augen hatte und es ihm leid tat, sich nach so kurzer Bekanntschaft wieder zu trennen, welch letzteres auch bei ihr der Fall gewesen war. Beide waren ausgestiegen, denn der Zug hatte eine halbe Stunde Aufenthalt. Damit ihr Hans nicht entschlüpfen konnte, bestürmte sie ihn gleich mit Fragen.

(Fortsetzung folgt)

(Ein Airchenschläfer.

in ehrsamer Weber hatte schon längst der christlichen Ge- E meinde ein Ärgernis gegeben, daß er in der Kirche regel­mäßig, nachdem der Text verlesen war, schlief, gleichsam als könne er das übrige träumen. Er störte__~ aber auch die Andacht aller durch ! höchst unharmonische Schnarch- töne, die er im Schlummer von sich gab und die an das Geräusch einer Holzsäge erinnerten.

Der Pfarrer schickte zwei der Kirchenältesten zu ihm ins Haus, die ihm seine unpassende Auf­führung vorstellen sollten und

ihm vorschlugen, wenn er nicht ^omebkNacht über sich habe, sich wach zu erhalten, sich wenigstens in einen Winkel zu setzen und nicht so frei hin, daß ihn alle sehen und hören müßten. Davon wollte der Weber nichts wissen.

Nun versuchte der Pfarrer selbst, den verstockten Sünder zu bessern; am nächsten Sonntage, als der Weber in der Kirche sein müdes Haupt wieder zur Ruhe niedergelegt hatte, rief er von der Kanzel mit donnernder Stimme: „Wach' auf, John Thomson!"

Frech.

Schloßdiener: „Früher wurde das Schloß von Raubrittern be­wohnt, die den Reisenden alles Wegnahmen. Die heutigen Herrschaften haben's besser; die geben Halt freiwillig das, was sie geben wollen!"

„Ich schlafe nicht, Herr Pastor!" antwortete John schlaftrunken. „Kann Er mir wiederholen, was ich zuletzt gesagt habe?" „Warum denn nicht, Herr Pastor! Sie haben gesagt: „Wach" auf, John Thomson!" ‘ T.

Sei Soissons da ritt der Tod Vom Morgen- bis zum Abendrot, Da brach manch Heldenauge. Da grüßten fern das Heimattal Die bleichen Lippen noch einmal Mit letztem, leisem Hauche.

Und einer lag dort auf dem Platz, Er hat nicht Heimat, Weib noch Schatz, Allein, wie er im Leben.

Er war ein Held, so brav und wert, Der Tod hat ihm, was er entbehrt, Die Heimat nun gegeben.

Bei Soiffons.

Stand neben ihm ein Blümlein blau, Das Köpfchen tief und naß vom Tau, Als ob es um ihn weine:

„Und hattest du auch keinen Freund, Kein deutscher Held bleibt un beweint; Auch du starbst nicht alleine!"

Und wer hat dieses Lied erdacht? Ein Achtundsechziger hat's gemacht, Ein preußischer Gefreiter. Er sang's mit schlichter Melodie Bei seiner neunten Kompagnie, Und diese sang es weiter.

Fr. P. Kürten-Düren.

Unsere Bilder

Das eiserne V-Boot in Hörnum. Ein originelles Kriegswahrzeichen ist aus der Nordsee-Insel Sylt zur Aufstellung gelangt: Ein Unterseeboot, das aus einem Strandgut-Eichenblock geformt ist, ruht auf einer ange­triebenen englischen Seemine. Diese ist aus einem Gerüst von Gruben­hölzern verankert, die aus torpedierten Schiffen herrühren. Das Stand­bild steht dicht am Meeresstrand zur dauernden Erinnerung an- die große Zeit und zur Nagelung zum Besten der Kriegshilfe.

Karl Neufeld, der berühmte „Gefangene des Mahdi", ist aus dem Orient in Deutschland eingetroffen und gab verschiedenen Tageszeitungen Berichte über die dortige Lage.

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Allerlei

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Abgeblitzt. Herr: „Mein Fräulein, darf ich Ihnen vielleicht mei­nen Arm anbieten?" — Dame: „Danke sehr, habe selbst zwei!"

Hohes Alter der Astronomen. Wer ein recht hohes Alter erreichen will, muß Astronom werden. Fast alle Astronomen sind alt geworden. Kopernikus starb mit 70, Heveling mit 76, Galilei und Gauß mit 78, Herschel der Vater wurde 84, sein Sohn ebenso wie Bode 79, Mädler 80 Jahre alt. Tycho be Brahe,-der ein Alter von 55 Jahren erreichte, und Kepler, der mit 61 Jahren starb, machten eine Ausnahme, aber ersterem brächte ein Zufall den Tod und letzterer war von Geburt an äußerst schwächlich.

Litauische Hochzeitseinladungen Die Einladungen zur Hochzeit in Li­tauen erfolgen durch einen „Platzmeister". Der Platzmeisterspruch, den et dabei aufsagt, lautet ins Deutsche übersetzt: „Guten Tag, guten Tag, liebe Freunde! Nehmt nicht übel, daß ich so dreist ins Haus geritten, nicht nur in? Haus, sondern auch in die Stube. Ick junger Platzmeister, mein kleines Pferd; das Pferd hat vier Füße und stolpert (strauchelt), und meine eine Zunge ver­fehlt und erholt sich auch wieder. Ich grüße euch vom Bräutigam und von bet Braut und labe zur Hochzeit auf den Freitag. Den Martin zum Marschall, die Anna zur Brautjungfer und die übrigen alle zum Abende (Abendbrotes wer einen Löffel und eine Gabel aufheben und einen Krug Allaus austrinkeii kann. Wenn wir werden reisen aus des Hochzeitsvaters Hause ins Hain Gottes, aus dem Gotteshause in des Königs bunten Krug (Gasthaus); dort werden wir tanzen und froh leben, jeder für seinen Groschen. Aber beim Zurückkehren in des Hochzeitsvaters Hause finden ivir weiße Tische, bunte

Krüge, umflochten, verzieret und mit Allaus gefüllet. Dort finden wir Ge­kochtes und Gebratenes, Essen und Trinken; für unsere Pferde Brücken von Eschen, Krippen von Eichen mit Hafer angefüllet. Nicht weit bin ich gereiset, nicht viel habe ich gelernt; wenn ich werde Weiterreisen, werde ich auch mehr erlernen. Für mich jungen Platzmeister ein Hemde; wenn nicht ein Hemde, dann ein Handtuch, wenn nicht ein Handtuch, inmn ein Paar Neinkleider; wenn nicht ein Paar Beinkleider, dann ein Hosenband, wenn nicht ein Hosen- band, dann ein junges Mädchen, wenn nicht ein junges Mädchen, dann ein grünes Blümchen an den Hut. Mil Gott, meine lieben Freunde!" E. K.

Ein wohlriechendes Erfrischungs- mittel zum Waschen oder Zerstäube» erhält man, ivenn man eine Flasche halb mit Veilchen füllt und dann Essig darauf gießt. Dieser färbt sich blau und nimmt den Geruch der Veilchen an.

Zum Fensterputzen darf man niemals Sodawasser oder Lauge be­nutzen. Das Glas wird hierdurch blind und bekommt ein schlechtes Aussehen.

Mäuseplage. Wer Winters über auf seinem

Bienenstand viel unter der Mäuseplage zu leiden hat, bem raten wir, statt des gewöhnlich als Köder verwendeten Speckes geröstetes Brot in die Fallen zu legen. Das lieben die Mäuse über alles. Selten kön­nen sie da der Lust zu naschen widerstehen.

Goldlack für Lederwaren. Wenn man in einer zwanzigprozentigen alkoholischen Schellacklösung so viel Fuchsin auflöst tote möglich und die Mischung mit Hilfe eines breiten Pinsels auf Leder streicht, so erhält dieses einen dem sogenannten Goldkäfer­

Auflösung.

A | D j M j I ~T R | A | f.

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glanz ähnlichen Schimmer. "

Gerste und Erbsen haben sich als bestes Körnerfutter bei der Schweine­mast erwiesen. Es wird eine Zugabe von Sauermilch gegeben. Aus diese Weise liefert das Schwein ein vorzügliches Fleisch. Werden viel Beigaben von Mais oder Ölkuchen gegeben, so werden Speck und Fleisch weichlich.

Logogriph.

Mit einem R zieht's stolz dahin, Mit h verrät es frohen Sinn. Und wird es mit dem L genannt, Jst's als - Geräte dir bekannt.

Julius F a l d.

Homonym.

Es ragt zum Himmel empor fein Haupt, Gleich einem Stiefen, doch nun glaubt Mir alle, wieder winzig klein, Wird's nach der Mahlzeit am Tische sein

Fritz Guggenberger.

Lchachlösungen:

Nr. 136. 1) T g 6—8 5 etc.

Nr. 137. 1) D h 7—f 5 etc.

Nichtige Lösungen:

tot.

Nr. 131 und 132. Von R. Franz, Kreuz-Spit. Ozd-Ung.

Nr..134. Von W. Schammberger in Pößneck

Briefwechsel.

Herrn G. in Wangeroog.

Aus D d 2 t folgt T b 2 mit Matt.

2

Problem Nr. 138.

Von O. Segler. Freiberger Anzeiger, 1908.

Schwarz.

A b c D e e Weiß.

Matt in 2 Zügen.

Auflösungen aus voriger Nummer:

Des Rätsels: Schnecke, Schnee.

Des Bilderrätsels: Der ist selig zu begrüßen, der ein treues Herze weiß.

t<eruntroorrnd)e Slynweilung von <$r n st P 1 enier, gedruckt und heraus- gegeben von ©reiner 4 Pfeiffer in Stuttgart.