Schlüchterner Zeitung
mit amtlichem Areisblatt. rNonatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
Telefon Nr. SS. Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt. Telefon Nr. «s.
Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.
.M 8. Mittwoch, den 26. Januar 1916.
67. Jahrgang.
Griff in gern vergessnen Jahren manches Wort dich heftig an, sollst du herrlich nun erfahren, , daß dein Volk auch lieben kann.
Andre lügen, andre fälschen, Wahrheit nur lenkt dein Gespann, und den Ruffen wie den Welschen gabst du dich als deutscher Mann.
Haß und Neid und Schmähsucht schweigen, jedermann kennt deinen Wert, und der Welt wird Deutschland zeigen, wie es seinen Kaiser ehrt.
Kaiser Wikßekm.
Kaiser Wilhelm, Hohenzoller, deutscher Ehre Schild und Schwert, würd' ein Herrscher liebevoller je von seinem Volk verehrt?
Zeit dem Kaiser!
Mit hohem Jubel und besonderer Begeisterung schlagen heute Millionen von Herzen dem Manne entgegen, den die göttliche Vorsehung in der Gegenwart mit einer Aufgabe betraut hat, wie sie schwerer
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3um Geburtstage unserer Kaisers
Unserem Kaiser.
; Zum 27. Januar im Kriegsjahr 1916.
Heil dir, o Kaiser! Fest und stark umschart dein Volk deinen Thron, Hohenzollernfürst aus Brandenburgs Mark, , Deiner Ahnen tapferer Sohn!
Du hieltest ba§. Schwert mit gewappneter Hand, Um Deutschland dem Frieden zu weih'n, Umtobt doch der Krieg unser Vaterland — Die Schuld trifft die Feinde allein.
Zum zweiten Mal jährt sich dein Ehrentag Unter Kriegstrompetenschall, — Doch stärker ist deutscher Herzen Schlag — Und dein sind die Herzen all!
Den letzten Blutstropfen gibt dahin Jeder Deutsche fürs heimische Land, Die schönste Gabe im heiligsten Sinn Beut dir deiner Krieger Hand.
Das herrlichste Gut — deines Volkes Treu —
Und Volksruf ist Gottes Stimm ■— Zu deinem Geburtstag, o Kaiser, aufs neu Deines Volkes Treuschwur vernimm: „Wir Deutsche, wie es mag kommen und sein — Wohin uns die Vorsehung stellt — Wir Deutsche, wir fürchten Gott allein Und sonst nichts mehr auf der Welt- Du bist unser Vorbild in selbstloser Tat, In Mut und in Gottesfurcht schlicht, Im neuen Lebensjahr sei dein Pfad, Trotz vieler Dornen, doch licht!
Die Dornen säete der Feinde Schar, Doch Rosen und Lorbeeren wand In Dank und in Treue unwandelbar
Um dich deines Volkes Hand. _ Wir grüßen dich, Kaiser, mit freudigem Sinn
Und hellem Hurragebraus: Gott führ' uns durch Steg zuni Frieden dahin
Und schirm unser Herrscherhaus.
und gewaltiger nicht gedacht werden kann. In einem Völkerbünde, der von Ostende bis zu den Dardanellen und von Riga bis zu den Vogesen reicht, ist er das leitende und maßgebende Oberhaupt eines einzigartigen Verteidigungskampfes von vier Völkern, die, durch die bitterste Not und die heiligsten Interessen mit einander geeint, um ihre nationale Selbständigkeit ringen.
Zum zweiten Male verlebt unser Kaiser seinen Geburtstag im Flammenbrand des Weltkrieges, er, der so ungern das Schwert gezogen, und der bereit ist, es jeden Augenblick wieder in die Scheide zu stecken, falls ein ehrenvoller Friede winken sollte. Aber trotz der achtzehn Kriegsmonate steht er fest und unerschüttert in der hohen Freude, das Zwanzig- millionenheer der Zentralmächte auf allen Fronten siegreich zu sehen. Und mit seinen hohen Verbündeten will er weiter Stand halten bis zum letzten Blutstropfen.
Wie hat die feindliche Presse ihn in Wort und Bild geschmäht und gelästert! Aber die Weltgeschichte hat ihn in seiner vornehmen Erhabenheit und schlichten Heldengröße gerechtfertigt als einen Mann, der sich den bedeutensten Hohenzollern getrost an die Seite stellen darf. Und so sehen wir ihn im Sonnenglanze reinen Heldentums' strahlen, von keinem Flecken getrübt. .
Und wie er nach außen hin die Gewähr des Erfolges bedeutet, leuchtet auch nach innen sein erhabenes Beispiel wider die heimlichen Feinde, -als da sind Ungeduld und falsche Sicherheit, Flaumacherei und Schlaffheit. Alle Parteien sehen in ihm den deutschen Gedanken verkörpert, der den Sieg behalten muß. Keines der feindlichen Völker hat einen derartigen Führer, der. so mit der ■ Nation fühlt, ihr mit Einsetzung der ganzen Persönlichkeit voranschreitet und in der Hingabe der besten Kräfte ans Vaterland aufgeht.
Weiter'stammt der Weltkrieg; aber wir verzagen nicht. Mit festem Vertrauen blicken wir auf
Kaiser Wilhelm. Sein Mut weckt den unsern zum Durchhalten, und sein Glaube ist der unsere, und unter solcher Führung sind Vaterland und Nation wohlberaten. Daher wird einmal der Sieg kommen damit er sein großes, herrliches Friedenswerk weiter führen kann, über alle Feinde des deutschen Namens und des Weltfriedens triumphierend um es dankbaren Nachkommen zu hinterlassen, die in glücklicheren Zeiten sicher unter dem Dache des deutschen Hauses wohnen. Das hoffen und erbitten wir im Aufblick zum ewigen und gerechten Gott, der das deutsche Volk erhören möge, wenn es heute ^glück- wünschend ausruft: Heil dem Kaiser!