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mit amtlichem RreisblatL. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

Telefon Nr. es. Wochenbeilage : Illustriertes Sonntagsblatt. Telefott Nr. «s.

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.

Samstag, den 15. Januar 1916.

67. Jahrgang,

Kirchliche Keier des AeöurLstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs.

Das Kgl. Konsistorium zu Cassel hat folgende Verfügung erlassen:

In dem Bewußtsein, daß es in dieser ernsten Zeit dem Bedürfnis aller Kreise unseres Volkes mitspricht, der Zusammengehörigkeit von Fürst und Volk erneut Ausdruck zu geben, ordnen wir an, daß der Ge­burtstag unseres Kaisers am 27. Januar wie im Vorjahr durch einen festlichen Gottesdienst gefeiert wird." Wir sprechen die Erwartung aus, daß die Bewohner unseres Kreises mit Freuden die Gelegen­heit ergreifen werden, um mit der gesamten Gemeinde Gott zu danken für den Kaiser, der unser Volk in seltenem Pflichtbewußtsein stark gemacht hat zu dem glänzenden Aufstieg in gottgewollter Stunde, und den Segen Gottes herabzuflehen auf unseren Herrscher, daß er unserem Lande erhalten bleibe und im neuen Frieden sich der Frucht seiner Lebensarbeit erfreuen und weiter einen Segen sei für das Volk.

In diesem Festgottesdienst soll eine Kirchenkollekte zum Besten der Nationalstiftung für die Hinter­bliebenen der im Kriege Gefallen erhoben werden. Das Kgl. Konsistorium schreibt dazu:Die National­stiftung, der Satzungen durch S. Majestät dem Kaiser und König genehmigt worden sind, hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Anschluß an die staatliche Hilfe für die Hinterbliebenen unserer Helden zu sorgen, eine Dankespflicht, welche das Gesamtvolk denen, die ihr Leben für uns geopfert, schuldet. Die National­stiftung soll zu einer Fürsorge im sozialen Sinne ge­stattet werden; die Kriegswitwen sollen in den Stand gesetzt werden, möglichst aus eigener Kraft ihren Haus­stand weiter zu führen.

Bei der gewaltigen Aufgabe, welche hier gestellt ist, gilt es, alle Kreise unseres Volkes opferwillig zu machen. Gerade am Geburtstage unseres Kaisers wird es nicht schwer sein, das Dankgefühl unserer i Gemeindeglieder wach zu rufen und ihre in der Kriegs- i zeit berührte Opferfreudigkeit auf diese von allen s Volksgenossen geforderte Liebespflicht hinzulenken."

Lokales und provinzielles.

Schlüchtern, den 14. Januar 1916.

* Die für das Jahr 1916 am hiesigen König- glichen Seminar festgesetzte Prüfungstermine finden statt: r Schriftliche Aufnahme Prüfung am 28. September j mündliche am 29. September. Entlassungsprüsung ! schriftlich am 11. September mündlich am 21. Sep- tember.

* Etatmäßig angestellt wurden die Postassisten- 1 ten Adolf Weber, Schlüchtern, Spangenberg, Sterbfritz.

* Eine Bekanntmachung, deren Anordnungen mit / dem 15. Januar 1916 in Kraft treten, betrifft Be- | schlagnahme und Bestandserhebung von Nußbaumholz I und stehenden Walnußbäumen. Durch diese Bekannt- I machung werden Vorräte an Nußbaumholz mit einer I Mindeststärke von 6 ein, einer Mindestlänge von 100 I cm und einer Mindestbreite von 20 cm, sowie alle Istehenden Walnußbäume, deren Stämme bei einer | Messung in Höhe von 100 cm über dem Boden einen | Umfang von mindestens 100 cm aufweisen, beschlag- nahmt Trotz der Beschlagnahme ist die Verarbeitung 8 zu Gegenständen des Kriegsbedarfs und i^e un- k mittelbare Veräußerung an staatliche Militärwerkstätten K gestaltet. Im übrigen darf ihre Verarbeitung oder Veräußerung nuv zur Erfüllung eines militärischen kLieferungsaustrages erfolgen. Als Nachweis hierüber gilt eine schriftliche Bescheinigung des Königlichen stell- U vertretenden Generalkommandos, in dessen Bezirk der UVerarbeiter oder Erwerber seinen Wohnsitz hat. Die KVeräußerung und Verarbeitung von Hölzern, die zur »Herstellung von Gegenständen des Kriegsbedarfs nicht 8 geeignet sind, ist allgemein gestattet, falls der Verkaufs- K preis für das Kubikmeter (Festmeter) der Ware 60 UMk. nicht übersteigt. .Die Bekanntmachung ordnet Waußer der Beschlagnahme eine Meldepflicht für alle Z vorbezeichneten Vorräte an Nußbaumholz und stehenden UWalnußbäumen an. Die Meldung hat in einer in der Bekanntmachung näher bezeichneten Weise auf be- Ksonderen Meldescheinen zu erfolgen und zwar bis zum )"25. Januar 1916. Die Meldescheine können vom Königl. Landratsamt Schlüchtern angesorvert werden. ßDer Wortlaut der Bekanntmachung, die u. a. auch eine Lagerbuchführung für diejenigen vorschreibt, die

Nußbaumholz des Erwerbs wegen in Gewahrsam haben, ist im Kreisblatt einzusehen.

* Der Stand der Wintersaaten wird aus ganz Ku-Hessen und dem benachbarten Westfalen, und Eichs- felde und Südhannover als durchaus befriedigend ge- melvet, gefördert durch das warme Wetter der letzten Zeit.

* Zu dem vom Reichsamt des Innern im Jahre 1906 unter dem TitelDie Handelsverträge des Deutschen Reichs" herausgegebenen Hauptwerke ist von dem genannten Amte eine Zusammenstellung der seither abgeschlossenen Verträge gleicher Art in Form eines Ergänzungsbandes nebst Sachverzeichnis für das Gesamtwerk herausgegeben. Er ist wie der Haupt­band im Verlage der Königlichen Hofbuchhandlung E. S. Mittler u- Sohn, Berlin S. W. 68 Kochstraße 68/71 erschienen. Preis geheftet 7 M., gebunden 8,50 Mk.

* Hk. Freigabe von Baumwolle und Baumwoll­garnen. Vordrucke zu Freigabe-Anträgen für Baum­wolle und Baumwollgaren können beteiligte Firmen unentgeltlich von der Handelskammer zu Hanau beziehen.

* Hk. Verbot gewisser Ausverkäufe. Durch An­ordnung des Königlichen Stellvertretenden General­kommandos des 18. Armeekorps vom 3. Januar sind, worauf wir die beteiligten Gewerbetreibenden nochmals ausdrücklich hinweisen wollen, für den Monat Januar Sonderausverkäufe jeder Art, wie Inventur- oder Saison-Ausverkäufe, sog. Weiße Wochen oder Tage, Propaganda- und Reklame- Wochen oder Tage, sowie Verkäufe unter Ankündigung von herabgesetzten Preisen für Web- und Wirkstoffe und hieraus konfek- ÜV^.»1^^1"t^ . f»* ^- ^l,!^>^.^, n-->-, boten.

* Hk. Ausfuhrverbote. Laut Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 23. v. M. ist verboten die Ausfuhr von: Formmaschinen, Preßluft- und elektrischen Sandstampfern, Sandausbereitungsanlagen und Teilen davon (Trockentrommeln, Kollergängen, Siebtrommeln, Saudwalzwerken, Magnetscheidern, Misch­maschinen usw.) für Gießereizwecke, Gebläsen aller Art, Kompressoren aller Art, Kältemaschinen, Anlagen und Apparaten zur Herstellung verdichteter oder verflüssigter Gase, Zerkleinerungsmaschinen aller Art (Schlagmühlen, Desintegratoren, Kugelmühlen, Kollergängen, Pulveri- siermühlcn usw.), Hydraulischen Pressen (ohne Rück­sicht auf den Verwendungszweck), Autogenen, Oxybenz- und elektrischen Schneide- und Schweißapparaien, Glühöfen und Härteöfen für Waffen-, Munit'ons- und W^rkzeugherstellung.

* Hk. Herstellung von Süßigkeiten. Gewerbe­treibende, welche Süßigkeiten, wie z. B. Bombons, Pralinees, Fruchtpasten, Geleefrüchte, gebr. Mandeln, Marzipan, Schokoladesachen mit zuckerhaltigem Ueber- zug oder solcher Füllung u. a. Zuckerwaren herstellen, wollen sich wegen Bezuges der erforderlichen Vordrucke an die Handelskammer zu Hanau wenden; und zwar handelt es sich um folgende: Erklärung über die Verarbeitung von Zucker vom 1. X. 1915 bis 30. IX. 1915, Erklärung über verfügbare Zuckermengen am 1. I. 1916 zur Süßigkeiten Herstellung und Antrag auf Ausstellung eines Zucker-Bezugscheines.

* Elm. Dem Flieger Heinrich Helfrich von hier, der für das Herunterschießen zweier englischer Offiziere das eiserne Kreuz erhalten hatte, wurde noch eine ganz besondere Auszeichnung zuteil. Er erhielt den wertvollen silbernen Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf für bewiesene Tapferkeit. Die Urkunde ist unterzeichnet von dem Chef des Feldflugwesens Major Thomsen aus dem Großen Hauptquartier.

* Hersfeld. Ehrenmeisterbrief der Handwerkskammer. Die Handwerkskammer für Hessen und Waldeck bat dem Schneidermeister Bernhard Vogel von hier, der kürzlich sein fünfzigjähriges Meisterjubiläum feiern konnte, den Ehrenmeisterbrief ausgestellt.

* Cassel. Aufhebung einer Spezialkommission. Mit Genehmigung des Ministers für Landwirtschaft, Do- mänen und Forsten hat die Königl. Generalkommission in Cassel beschlossen, die Königl. Spezialkommission zu Witzenhausen am 31. März d. Js. aufzulösen.

* Hanau. Von der Hanauer Zeichenakademie. Dem Lehrer Reisner, welcher seit Jahren an der Kgl. Zeichenakademie zu Hanau tätig ist, wurde der Charakter als Professor verliehen.

* Bellersheim (Großh. Hessen). Ein hiesiger Land­wirt, der zu Kriegsbeginn sein Pferd der Heeresver­waltung abgeben mußte, entdeckte das Tier durch Zufall bei einem Bauern in Feindesland, in dem er als Landwehrmann seiner Dienstpflicht genügt. Der Bauer hatte sich das zur Zeit herrenlose Tier ange« eignet, mußte es aber nun dem rechtmäßigen Besitzer wieder geben, der es dann mehrere Wochen pflegen und reiten durste.

npt. Der Höchstpreis für Milch und die Futternot. Man schreibt uns: In den Kreisen der großstädtischen Bevölkerung wird die Bedeutung der Höchstpreise für Milch insofern falsch eingeschätzt, als man von ihnen ein vermehrtes Angebot von Milch erwartet. Das würde unter Umständen für ein Er­zeugnis zutreffen, das sich ausbewahren und lagern läßt. Milch muß bekanntlich sofort geliefert oder ver­arbeitet werden; ein Zurückhalten von Vorräten ist hier ausgeschlossen. Der gegenwärtigen Milchknappheit ist nicht durch Höchstpreise, weder durch Erzeuger- noch durch Verbraucherhöchstpreise, zu begegnen, sondern lediglich durch die Beseitigung der eigentlichen Ursache des Milchmangels: der Futternot für das Milchvieh, das den Viehhaltern noch übrig geblieben ist. Infolge der Trockenheit und schlechten Weide dieses Jahres, des außerordentlich starken Mangels an Futtermitteln, ins­besondere an eiweißhaltigen Kraftfuttermitteln, geben die Kühe bedeutend weniger Milch als sonst. Bekannt ist aber, daß, wenn der Milchertrag einer Kuh erst infolge ungenügender Ernährung zurückgegangen ist, es auch bei reichlichem Futter nicht gelingt, die frühere Milchergiebigkeit wiederherzustellen. Daß die Milchnot nur durch eine ausreichende Versorgung der Landwirt- W»K «E'm -8.8"^.^.^ suchung überMilchteuerung und Höchstpreisfrage" in den Mitteilungen der Deutschen Landwirtschfftsgesell- schaft überzeugend nach. Er gibt an Hand von Zahlen ein Beispiel davon, wie die erzeugten Milchmengen z. B. in einer pommerschen Molkerei von Monat zu Monat in diesem Jahr abgenommen haben. Der Milchertrag fiel den ganzen Sommer hindurch nicht nur unter die sonstigen Mindestsätze, die gewöhnlich der Monat Februar ausweist, sondern überhaupt unter jedes bisher beobachtete Minimum. Da die Kühe jetzt möglichst lange auf der W-ide gelassen werden, die dann folgende Stallfütterung aber wieder unter dem Mangel an Futtermitteln leidet, gehen die Kuhhalter einem schweren Winter entgegen. Wenn nun für den Erzeuger Höchstpreise festgesetzt werden sollten, die seiner schwierigen Lage nicht Rechnung tragen, so ist kaum zu erwarten, daß die Milcherzeugung vermehrt wird. Für unsere Volksernährung ist es aber eine Notwen­digkeit, daß die Milchproduktion vermehrt wird. Hohe Milchpreise sind, wie R. Kindler weiter ausführt, selbst­verständlich ein großes Uebel, und es muß ein Mittel gesucht werden, durch das allen Teilen geholfen wird. Da die Wurzel des Uebels die Futternot ist, schlägt Kindler vor, soviel wie möglich ausländische Futter­mittel anzukaufen. Krastfuttermittel, die dem erwähnten Ausfall entsprechen, müssen vom Staate billig beschafft und allen Landwirtschaften und Viehhaltern zu wirt­schaftlichen Preisen überlassen; werden. Wären diese Voraussetzungen erfüllt, so müssen auch die Preise für Milch und Butter entsprechend zurückgehen. Das ist durchaus einleuchtend. Der Weg, ausländische Futtermittel, namentlich vom Balkan, heranzuschaffen, ist bereits beschritlen; es bleibt nur zu wünschen, daß er mit Stetigkeit erfolgreich weitergegangen werden möge._____________

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 16. Januar 1916.

Vormittags 10 Uhr: Herr Superint. Orch.

Nachmittags 7,2 Uhr: Herr Pfarrer Rollmann. Wochendienst: Herr Supennt. Orth.

Niederzcll 10 Uhr Herr Pfarrer Rollmann.

Nachmittags 4 Uhr: Versammlung des Evangel. Kirchlichen Blaukreuz-Vereins in der Kleinkinderschule.

Gäste sind willkommen.

Katholische Gemeinde

Sonntag, den 16. Januar 1916. Vormittags 10 Uhr Gottesdienst Herr Kaplan Ramb.