als Schinken und Speck zu hohen Preisen abgeben zu können. .Es wäre zu untersuchen, ob hierin nicht ein Verstoß gegen die Verordnung über strafbare Zurückhaltung von Lebensmitteln liegt. Aber abgesehen von dieser Beschränkung des Fleischverkehrs wird den Ladenschlächtern selbst der Einkauf von minderwertigen Fleischpartien dadurch wesentlich erschwert, daß er Preise bewilligen muß, die ihm beim Frischverkauf keinen Nutzen lassen. Der Großhandel mit Fleisch ist zwar bei seinem Einkauf auf dem Viehmarkte durch Höchstpreise geschützt, aber an solche beim Verkauf nicht gebunden. Dabei ist der Kleinschlächter auf den Großschlächter in Berlin angewiesen; denn dieser beherrscht durch seine engen Beziehungen zu den Kommissionären den Ma kt mit lebendem Vieh. Er hat die Schweine zum großen Teil bereits in der Hand, ehe sie auf den Markt kommen, so daß es dem Kleinschlächter äußerst schwer gemacht wird, ein Stück lebendes Vieh zu kaufen. Selbst bei ausreichenden Viehauftrieben ist es dem Ladenfleischer so unmöglich gemacht, sich mit hinreichendem Fleisch für seine Kundschaft einzudecken, und während der Großschlächter die amtlich festgelegte Preisspannung zwischen Lebendvieh und Fleisch fast nur zu seinen Gunsten ausnutzt, ist der Ladenfleischer gezwungen, um auf seine Kosten zu kommen, das Fleisch zum großen Teile zu verarbeiten und in dem Verkauf von Wurst- und Fleischwaren seinen Gewinn zu suchen. Hieran haben auch die Wursthöchstpreise nichts ändern können, weil keine Bestimmungen darüber erlassen sind, was von dem rohen Schweinefleisch in die Wurst verarbeitet werden darf, und weil auch die Zahl der Wurstsorten keiner Beschränkung unterworfen ist. Der Mangel an frischem Schweinefleisch und -fett in den Fleischerläden findet darin seine Erklärung. Aber mehr noch wird das frische Schweinefleisch dem Konsum dnrch die fab- rikationsmäßige Verarbeitung zu Wurstwaren und Fleischkonserven entzogen. Die Konservenfabriken, soweit sie nicht an das Heer liefern, sind weder bei ihren Einkäufen noch beim Verkauf ihrer Ware an Höchstpreise gebunden und entziehen dadurch den Großstädten ganz außerordentliche Mengen an Schlachtvieh. Die Volksernährung Wi d nun dadurch wesentlich beeinträchtigt, daß das frische Fleisch dem Verkehr entzogen wird, um es nach Monaten unter dem Einfluß der hohen Verarbeitungs- und Verkehrsspesen zu Preisen abzugeben, die für den kleinen Mann unerschwinglich sind. Würde das Schlachtvieh heute mit Ausnahme des für die Heeresverpflegung notwendigen Teiles so schnell wie möglich dem Konsum zugeführt, so wäre i eine ausreichende Versorgung der Großstädte mit fri- s schein Fleisch zu angemessenen Preisen nicht nur in s diesem, sondern auch in den nächsten Monaten gewähr- leistet. Der Uebelstand liegt in der Zurückhaltung in ; der Hand von Erwerbsgruppen, die aus der Vecar- I beitung übermäßige Gewinne [für sich herauszuholen i suchen. Die Gemeindebehörden haben es in der Hand,
fleisch so zu regeln, daß auch dem Bedürfnis der breiten Masse Rechnung getragen wird.
Vermischtes
— Wohltäler der Menschheit. Der schwedische Gelehrte Sven Hedin hat den Gesamterlös seines Buches: «Ein Volk in Waffen" in Höhe von Mk. 75 830.30 dem dentschen und österreichisch-ungarischen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt.
— Bei einer polizeilichen Durchsuchung eines Quartiers in einem .Bauerngute des Stadtteils Bonames entdeckte man durch Zufall bei vier polnischen Arbeitern über 800 Mark in Gold. Das Gold wurde natürlich der Reichsbank zugeführt.
— Passau. Eisenbahnunfall. Wie die „Donauzeitung" meldet, entgleiste zwischen Neu-Stift und Pfenning-Bach der aus dem Rotttal kommende Lokalzug und fiel die hohe Böschung hinab, Der Damm war durch das anhaltende Regenwetter unterspült worden. Der Lokomotivführer wurde getötet. Sechs Reisende sind schwer und zehn leichter verletzt.
— Urlaub aus französischer Kriegsgefangenschaft. Aus Leipzig wird geschrieben: Ein seit Jahresfrist in französischer Kriegs-Gefangenschaft befindlicher junger Leipziger Soldat, Sohn eines Leipziger Schuldirektors, hatte Urlaub auf einige Tage erhalten, um seinen schwerkranken Vater besuchen zu können. Der junge Krieger, der gleich nach Kriegsausbruch als Einjahrig- Freiwilliger mit nach dem Westen ausgerückt war, war in der Marneschlacht in Gefangenschaft geraten. Jetzt war es ihm, wenn auch unter traurigen Umständen, möglich, einige Tage in der Heimat bei den Eltern zu verweilen. Der junge Soldat hat bereits die Reise von Leipzig ins französische Gefangenenlager wieder angetreten.
— Ein französisches Spital niedergebrannt. Im Lyoner Vorort Monplaisir, wo tausend deutsche Kriegsgefangene beim Bau eines Spitals beschäftigt waren brach in den Untergrundbaraken der Gefangenen Feuer aus, welches das ganze Lager zerstörte. Unfälle sind nicht vorgekommen. Die Kriegsgefangenen beobachteten, wie die Zeitungen betonen, eine sehr korrekte Haltung.
— Berlin. Die Nachrichtenstelle der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg warnt vor den als „Eierersatz" und „Eierkuchenpulver" sowie unter ähnlichen Bezeichnungen neuerdings vielfach im Verkehr befindlichen Pulvern. Dieselben erwiesen sich im wesentlichen als gefärbte Mischungen von Kartoffel- »oder Maismehl mit doppelkohlenfaurem Natron und bisweilen mit kleinen, kaum nennenswerten Zusätzen von Trockeneipulver.
— In Mühlhausen machte ein Bürger bekannt, daß er Goldgeld für Papier- und Silbergeld ein» tausche und gegen jedes 10 Markstück 50 Pfg., für jedes 20 Markstück 1 Mark Aufgeld zahle; er konnte innerhalb zwei Wochen 4600 Mark an die Reichsbank
abfühE
-^"“
— Ein Blinder als Volksschullehrer. Der vor dem kriege an einer Volksschule in Görlitz tätig gewesene Lehrer Küche hatte im Feldzuge das Unglück die Sehkraft beider Augen völlig einzubüßen. Trotz dieses Gebrechens ist er vor kurzer Zeit wieder in den Volksschuldienst der Stadt Görlitz?eingestellt worden. Der blinde Lehrer unterrichtet mit großem Erfolge seine Schüler in Gesang, Geschichte und Religion, während i-lne junge Ehefrau dem Unterricht beiwohnt und — soviel es überhaupt notwendig ist — für Ruhe und Ordnung in der Klasse sorgt.
20,00 Mk.
Für Rote-Kreuz-Vereinszwecke gingen weiter ein:
Ungenannt Vollmerz
Frau Lehrer Wiffenbach-Hütten
Schiedsamt Neuengronau, Sühnegeld Adam Krack-Vollmerz Ungenannt Schlüchtern
Darlehenskassenverein-Vollmerz Schiedsamt Schwarzenfels, Sühnegeld
5,00 10,00 10,00 10,00. 57,86 10,00
Den edlen Gebern herzlichen Dank. Weitere Gaben werden gern entgegengenommen.
Schlüchtern, den 5. Januar 1916.
Die beiden Vereine vom Roten Kreuz.
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern. Evangelische Gemeinde.
Mittwoch, den 12. Januar 1916 abends 7,8 Uhr
Bittgottesdienst
Verlobungsund VermählungsAnzeigen
Trauerbriefe Einladungen Danksagekarten und Briefe empfiehlt die BucbMerei £. Bobmeister.
Bekanntmachung.
Diejenigen Familien, welche in der Lage und geneigt sind, deutsche Auslandsflüchtige (meistens Frauen und Kinder mittleren Standes) aufzunehmen, werben ersucht, dies bis Freitag abend 6 Uhr auf dem Bürgermeisteramt anzumelden.
Nähere Auskunft wird vom Bürgermeisteramt erteilt. Schlüchtern, den 11. Januar 1916.
Der Magistrat.
I. V.: Gntermuth.
Mahlscheine
neuestes Muster zu haben in der Buchdruckerei
. Hofmeister.
^* abonniert jederzeit auf das fdlöndt und billigste Familien-Witsblatt
Warner m Dertas. roh*«, UteatieerOr.«
Kein Befudur der Stadt Mönchen
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Venzsl!
Molorenöetriebsstoffe
sind in größerer Menge vorrätig. Es ist ratsam, die günstige Gelegenheit zu benutzen und den Bedarf sjetzt einzudecken. Es wird dieserhalb auf die amtliche Aufforderung aufmerksam gemacht.
A. Kroßmöach, Iulda.
Telephon 691.
Bekanntmachung.
Die Ausgabe der
Petroleumskarteu
erfolgt am Freitag, den 14. d. Mts. vormittags von 8—12 Uhr im Rathaus (Kanzlei). Schlüchtern, den 11. Januar 1915.
Der Magistrat.
I. B.: Gutermuth.
Bekanntmachung.
Heu und Stroh werden zu den jeweiligen Tages- bezw. Höchstpreisen ab Verladestation in jeder Menge gekauft. Angebote zu richten an
Xonigl. Proviantamt ^anau.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen zu Schlüchtern am Donnerstag, den 13. Januar
1916, nachmittags 3 Uhr folgende Gegenstände als:
2 Läuferschweme, eine Anzahl Mobitiargegenstttnde verschiedener Art und 1 Quantum kiefer- ne Bretter ° öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert werden.
Zusammenkunft der Kaufliebhaber nachm. 3 Uhr in der Wirtschaft „zum Adler" hier.
Schlüchtern, den 11. Januar 1916. Schreiber, Gerichtsvollzieher k. A.
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Für die Redaktion verantwortlich: Lina Hohweister, Druck und Verlag von L. Hohmeister in Schlächter».