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Außerdem hat er zwanzig Mexikaner hmnchten lassen. General Villa hat Kai fleute aller Nat-onen wissen lassen, daß sie große Sun nen zur Unterstützung der Rebellen zu zahlen haben. Nach amtlicher Meldung aus Mexiko ist bei der Besetzung von Cyihuahua durch Aufständische und von Torreon durch Bundestruppen deutsches Leben und deutsches Eigentum nicht geschädigt worden. Admiral Fletcher melde'e, daß er im Namen der Menschlichkeit gegen die Hinrichtung von Kriegs­gefangenen seitens der Aufständischen und der Bundes­truppen bei Tamvico protestiert habe. Bisher sind etwa 65 Personen hingerichtet worden; drei von ihnen sind weithin sichtbar gehängt worden. Alle Ausländer be inden sich in Sicherheit. Nach amtlich noch unbe­stätigten Berichten sind die Rebellen in Tampico durch das Bombardement aus die Stadt, das von zwei Kanonenbooten und von Artillerie der Bundestruppen ausgeführt wurde, vollständig vernichtet worden. Hunderte von ihnen sollen innerhalb einer Stunde ge­tötet worden sein.

Die Anfrage des Dreiverbandes wegen der deutschen Militärmission ging in der Hauptsache darauf, ob die Dardanellen und der Bosporus unter das Kommando deL Chefs der deutschen Militärmission ge­stellt seien. Der Großwesir hat diese Frage mündlich beantwortet und erklärt, daß die Truppen an den Meerengen nicht unter das Kommando von Limans gestellt seien. ,

Die Einverleibung Kretas in Griechenland ist erfolgt. Der König hat unter dem Jubel der Be­völkerung eigenhändig die griechische Fahne auf dem Fort Firka bei Kandia gehißt. Dem feierlichen Ast wohnten die Konsuln der fremden Mächte be Die griechische Regierung hat ihre diplomatischen Vertreter im Auslande beauftragt, den Regierungen, bet denen sie beglaubigt sind, den herzlichen Dank für die unver­geßlichen Dienste zu übermitteln, welche die Großmächte der kretischen Sache während der langen Periode der internationalen Besetzung Kretas, die der Vereinigung mit Griechenland vorangegangen ist, geleistet haben.

Zu den deutsch-russischen Handelsbeziehungen hat Ministerpräsident Kokowtzow in einer Unterredung mit dem Dumaabgeordneten Demtschenko erklärt, er halte es in Anbetracht der bevorstehenden Durchsicht des Handelsvertrages mit Deutschland nicht für wünschenswert, eine Herabsetzung des Zolles auf Maschinen anzuregen.

Lokales und Provinzielles.

Schlüchtern, den 19. Dezember 1913.

W Die wöchentliche illustriete Sonntagsbeilage wird der nächsten Nr. (1 Weihnachtstag) beigelegt werden.

* Wie alljährlich so geht auch jetzt vor Weih­nachten wieder die Notiz durch alle Lokalblätter: Kaufl am Platze!" Auch wir schließen uns dieser Mahnung an, indem wir bitten bei den Weihnachls- einkäusen auch die einheimischen Geschäfts- und Kauf­leute zu bedenken. Es ist nicht nur für den Einzelnen sondern für die Gesamtheit von großem Wert, wenn möglichst viel Geld in der Heimat zusammen gehalten wird. Es wird auch gar manche Enttäuschung erspart, wenn man bei bekannten Geschäftsleuten kaust. Wo käme z. B. die deutsche Landwirtschaft hin, wenn daS Volk seine Nahrungsmittel sämtlich vom Ausland be- zöge? Ebenso leiden die heimischen Geschäfte Not, wenn ihnen die Aufträge entzogen und insgesamt nach auswärts gehen.

* Salmiinster. Der Gastwirt Th. Weisbecker Sal- münster schlachtete am Montag ein 1 VZähriges Schwein welches ein Gewicht von 570 Psd. Halte. Der Kamm­speck hatte einen Durchmesser von 18 Zentimeter.

* Gelnhausen. In Kempfenbrunn hat sich ein Komitee gebildet, das den Plan verfolgen will, die im Besitze der Firma Fr. Krupp besindliche Spessartbahn (GelnhausenLochborn) bis nach Partenstein auszu- bauen, wo Anschluß an die nach Köln und München führenden Bahnlinien geboten ist. In Gelnhausen soll die Spessartbahn in die Strecke GelnhausenGießen einmünden. Für die gesamte Bewohnerschaft des Biebergrundes würde das Zustandekommen dieses Bahnprojelles lebhaft begrüßt werden. Bei der an der Spessartbahn belegenen Station Bieber besitzt die Firma Krupp ein großes Eisenerzbergwerk.

* Wächtersbach. Am 12. d. Mls. überraschten zwei Forstbeamten in dem Wildpark zwischen Büdingen und Wächtersbach zwei Wilderer, von denen der eine einen ei legten Damhirsch auf dem Rücken trug. Auf Anruf ließ der eine Wilderer den Hirsch fallen, während sein Komplize das Gewehr auf die Forstbeamten anlegte. Diese kamen ihm aber zuvor und gaben zwei Schrot­schüsse ab, worauf die beiden Wilderer die Flucht er­griffen. Nach 40 Schritten drehte sich der eine von ihnen noch einmal um und schoß auf die Förster, ohne indessen zu treffen. Während es der Gendarmerie von Wächtersbach gelang, am anderen Morgen in Wittgen- born einen der Wilderer festzunehmen, hat der andere, ein gewisser Friedrich Hermann Mann, geboren am 27. Septunber 1892 zu Delitzsch in Sachsen, die Flucht ergriffen und ist bis heute noch nicht dingfest gemach'. Auf die Ergreifung des Flüchtigen, der wie folgt be­schrieben wird, ist eine Belohuung von 100 Mark ausgesetzt. Der Flüchtige hat eine frische Narbe über dem eii en Auge und eine Schrotschußverletzung am linken Bein.

* Fulda. Vom Fuldaer Artillerieregiment haben sich 3 aktive Unteroffiziere als freiwillige Flieger nach

Johannisthal-Berlin gemeldet und sind angenommen worden.

* Fulda. In der gemeinschaftlichen Sitzung der beiden städtischen Körperschaften wurde Herr Dr. Antoni als Oberbürgermeister der Stadt Fulda auf 12 Jahre wiedergewählt.

* Fulda. Der Oberlehrer am Gymnasium zu Fulda, Professor Bernhard Heun, wurde zum Direktor des Gymnasiums in Hadamar ernannt.

* Hilders. (Rhön). Während des gegenwärtigen Bahnbaues nisten sich auch einzelne unsaubere Elemente in unserem Orte ein, denen die Begriffe von mein und dein gleichgüllig sind. So wurden in der Nackt zum Sonntag aus dem Keller eines Neubaues 28 mundgerechte Würste einer frischen Hausschlachtung gestohlen. Zwei nette Bürschchen von 15 und 16 Jahren hatten genau ausspekulirt, wo ihre Wirtin, die Witwe N., ihr Geld aufbewart. Während des gestrigen Hauptgottesdienstes erbrachen sie die Sluben- türe, eigneten sich den Schlüssel zu einem Wand­schränkchen an und hießen 49 M. als Taschengeld mitgehen. Noch ehe die hoffnungsvollen Früchtchen mit dem nächsten Zuge abdampfen konnten, waren sie erspäht und in sicheres Gewahrsam gebracht.

* Frankfurt a. M. Für die Mirakel-Aufführungen, die in der Festhalle zu Frankfurt a. M. unter _ per­sönlicher Leitung von Max Reinhardt am 23., 25. und 26. Dezember als Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin stattfinden, ist der dekorative Einbau nunmehr vollendet. Das Innere der Halle wird sich in gänzlich veränderter Gestalt präsentieren. Gegenüber dem Haupteingang ist ein Kircheneinbau errichtet worden, der in einer Breite von nicht weniger als 56 Meter die ganze Südfront der Halle einnimmt. Mit einer Höhe von 24 Metern erreicht dieser Monumentalbau die Maßverhältnisse eines fünfstöckigen Hauses. Das Seitenschiff der eingebauten Kirche wird durch Fenster von 8 Meter Breite und 18 Meter Höhe abgeschlossen. In diesen Dimensionen gleicht jedes Fenster der Bühnen- öffnung eines Normaltheaters. Die östlichen und westlichen Fenster der Halle sind gleichfalls zu riesigen Kirchenfenstern umgestaltet worden. Um die Ausstellung dieser Einbauten zu ermöglichen, mußten Gerüste mit einem Flächeninhalt von- 2542 Quadratmeter aufgestellt werden. Zur Beleuchtung des Einbaues bieten 8 große Marinescheinwerfer, zu je 80 Ampere, 7 Linsen- apparate zu je 50 Ampere, 10 farbige Effekllampen zu je 30 Ampöre und eine neue Glühlichtanlage von 5400 50kerzigen Lampen. Die Anlagen wurden von Rudolf Dworsky, dem technischen Oberinspektor des Deutschen Theaters errichtet, der auch den technischen Teil der Londoner und Wiener Aufführungen leitete. Die Frankfurter Aufführungen sind die einzigen in Deutschland, bei denen das Werk in dem gleichen Stile als seiner Zeit in London bei der Uraufführung zur Darstellung gelangen wird. Selbst in Berlin wird es nicht möglich sein, das Mirakel in ähnlicher Art auf- zuführen, da mau selbst dort über keinen Raum von der Größe und Eignung der Frankfurter Festhalle verfügt.

* Cassel. In hiesigen Offizierskreisen verlautet, daß anfangs kommenden Jahres Prinz Joachim von Preußen, der jüngste Kaisersohn, als Leutnant in das hiesige Husarenregiment Nr. 14 eintreten wird. Der Prinz hat dem Regiment bereits vorübergehend während der Korpsmanöver des 11. Armeekorps angehört. Zur Zeit wird für den Prinzen das in der oberen Königstraße gelegene sogenannte Prinzenhaus neu her- gerichtet.

* Cassel. Der Schlossergeselle als Hosopernsänger. Unter größter Anteilnahme des Casseler Publikums gastierte am Dienstag der 32jährige Maschinenschlosser- Franz Bachmann aus Cassel alsSalestro" in Mozarts Zauberflöle. Zum erstenmale betrat damit der schlichte Schlossergeselle, der seit Jahren zwar ein sehr geschätztes Mitglied eines hiesigen Männergesangvereins ist und durch einen früheren Casseler Hofopernsänger ausge­bildet wird, die Bretter, die die Welt bedeuten. Bach­mann ist im Besitze einer sehr seriösen und wohlge­bildeten Baßstimme von gewaltiger Kraft; das Spiel des jungen Anfängers war allerdings noch recht un­gewandt, ja linkisch, aber die prachtvollen Stimmittel, mit denen er wohlberechnend umzugehen wußte, ent­schädigten und trugen Bachmann jubelnden Beifall des völlig ausverkauften Hauses ein. Man wird das Endeurteil dahin zusammenfassen dürfen, daß Bachmann ein durcyaus guter Vertreter seriöser Baßpartien werden wird; allerdings wird er für Heldenrollen nicht über­all als guter Vertreter gelten können, weil er ziemlich klein ist. Nach einem weiteren Gastspiel am hiesigen Hoftheater soll Bachmann engagiert werden und man hofft, daß er alsbald nach seinem Engagement schon in größeren Rollen wird verwendet werden können. Begeisterten Beifall brachten dem angehenden Künstler insbesondere die Kollegen der großen Lokomotivfabrik von Henschel und Sohn, die sämtliche Galerie- und oberen Rangplätze innehalten. Der Vorstellung wohnte auch die Prinzessin Heinrich Reuß XXXIII, geborene Prinzessin Viktoria Margarethe von Preußen, bei, die sich gleichfalls lebhaft an dem Beifall beteiligte.

* Gersfeld. In einigen Teilen des Rhöngebirges ist die Holzschnitzkunst auf dem Lande seit etwa 10 Jahren in erfreulichem Aufschwung begriffen, vor allem, seitdem die Holzschnitzschulen in Bischofsheim und Empfertshausen die ausgebildeten Zöglinge in die einzelnen Gebiete entlassen haben. Vor einigen Tagen war nun in Tann a. d. Rhön ein wundervoller

Goblin (Wandteppich) in der Große von 7 ; 4 Metern ausgestellt, der in künstlerischer wie technischer Hinsicht, vor allem aber bezüglich seiner Herkunft die weiteste Beachtung verdient. Das Stück war in Oberweid, einem kaum 700 Einwohner zählenden Weimarischen Dorfe bei Kaltennordheim in der dor­tigen Gobelinmanufaktur von Karl Sauermilch ange­fertigt worden. Der Gobelin, der einen prächtigen Blumenteppich mit den 4 Jahreszeiten in den Ecken darstellt, ist von Prof. F. A. O. Krüger entworfen. Wenn dieses neue Kunstgewerbe dieselbe Unterstützung erfährt, wie die Holzschnitzkunst, so ist für diese alle Kunst eine neue heimische Blütezeit zu erwarten.

pernüschies.

(Sozialdemokratische Niederlagen). Daß auch die Bäume bet Sozialdemokratie nicht in den Himmel wachsen, beweist der Ausgang zahlreicher Stadtver­ordneten- und Gemeindevertreterwahlen, bei denen die Sozialdemokraten häufig fast vernichtende Nieder- lagen erlitten haben. In Elberseld wurden sie in der 3. Abteilung vollständig geschlagen, noch vor 2 Jahren vereinigten sie auf ihre Kandidaten 8560 Stimmen, die bürge, lihen erhiehlten dagegen nur 7100 Stimmen. Jetzt ist das Bild jedoch umgekehrt. Die Vereinigten Bürgerlichen gewannen einen Zuwachs von 1150 Summen, die Sozialdemokraten erlitten einen Verlust von rund 1800 Stimmen. In Ilmenau verloren die Sozialdenrokraten 8 Sitze, in Kiel 1, wodurch jetzt die bürgerlichen Parteien die Mehrheit haben, in Weida wurden die Genosfen aus dem Ge­meindeparlament völlighinauSgewähll", die Ersatz­wahl in Jena kostete den Sozialdemokraten, die bei der Hauptwahl bereits sieben Mandate verloren hatten, wiederum eins. In Dortmund erlitten sie einen Ver­lust von 1300 Stimmen; in Potsdam war leider die Wahlbeteiligung nur geling, zu leiden hatten darunter aber nur die Sozialdemokraten, die über 400 Stimmen verloren, während die vereinigten bürger­lichen Parteien noch keine 100 Stimmen einbüßten und auf der ganzen Linie siegten. In Apolda und in Merseburg konnten trotz aller Anstrengungen, trotz­dem in Apolda sogar die Bürgervereinigung an der bürgerlichen Sache Verrat übte und für die Soziademo­kralen eintrat, diese auch nicht einen ihrer Kandidaten durchbringen. Diese schönen Erfolge dürften in erster Linie darauf zurückzuführen sein, daß diesmal fast überall die bürgerlichen Parteien in stärkerem Maße als früher sich zusammenschlosfen und gegen die Sozialdemokraten eine gemeinsame Kampffront bildeten. Hoffentlich verbreitet sich die Erkenntnis, daß die Umsturzpartei nur durch gemeinsames Vor­gehen aller bürgerlichen Parteien zu überwinden sei, in immer weiteren Kreisen. Dann werden bei der nächsten Reichstagswahl auch die 110 Genossen wieder aus dem Wallolbau verschwinden.

Die beiden Häuser des preußischen Landtages werden aus den 8. Januar einberufen.

Glückliche Erbinnen. Ein Berliner Kurgast, der alljährlich ein paar Wochen in Bad Kissingen weilt, hat, sieben Mädchen, die ihn dort bedienten, je 30 000 Mk. vermacht. Fünf Erbinnen sind bereiis ermittelt, während eine Oesterreicherin und eine Unter« fränkin noch gesucht werden.

Das Postkuriosum vom 11. Dezember. Vor dem Postamt 14 in Berlin, das den interessantesten Poststempel9 10, 11. 12. 13. 14" ermöglichte, kam es in der bewußten Stunde des Donnerstags zu lolchen Menschenansammlungen, daß Polizeiaufgeboten werden mußte, um den Verkehr zu regeln. Dresden hatte sich besser vorgesehen, es ließ die Stundenangabe 910 den ganzen Tag über stempeln.

Posen. Folgenschwere Explosion. In dem Brennereibetriebe des Rittergutes Gosciszyn bei Woll- stein explodierte ein Kartoffeldämpfer, wobei zwei in der Nähe stehende Arbeiter von den heißen Breimassen überschüttet wurden; einer war sofort tot, der andere starb nach einigen Stunden.

Eine Rechenaufgabe.Hänschen," sagte die Lehrerin, kurz vor dem Weihnachtsfest,wenn du zum Christfest zwölf Aepfel bekommst und Karl vier, und du nähmest seine und legtest sie zu deinen, was würde das geben?" Hänschen (verständnisinnig):Streit!"

Schwieriges Problem. Der zerstreute Gatte: Meine Frau hat mich gebeten, ich möchte ihr zum Weihnachtsfest aus Paris eine Flasche Cau be Cologne mitbringen. Wenn ich nur eine Ahnung hätte, wie Cau de Cologne auf französisch heißt."

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.

Evangelische Gemeinde: Sonntag, den 21. Dezember.

Vormittags 10 Uhr: Herr Superint. Octh. Abends 7 Uhr : Herr Pfarrer Rollmann.

Text: Philipper, 2 j

Wochendienst: Herr Superint. Orth.

Nachmittags 4 Uhr: Versammlung des Evange!. Kirchlichen Blaukreuz-Vereins im Saale der Kleinkinderschule.

Gäste sind willkommen.

Katholische Gemeinde: Sonntag, den 21. Dezember.

Vormittags 10 Uhr Gottesdienst; Herr Kaplan Ramb.