yrte zur Stärkung her Zentrakverwaktung vor. China bedürfe für die Hebung der Bodenschätze und den Ausbau seines Eisenbahnnetzes des fremden Geldes- Juanschikai hoffe dabei auf die Hilfe Deutschlands.
— Die türkisch-französischen Verhandlungen haben bisher die vorhandenen Schwierigkeiten nicht beseitigen können. Insbesondere ist die Frage des Baues einer syrischen Eisenbahn noch nicht geregelt, die, wie in Kreisen der Pforte versichert wird, die Rentabilität der Hedschasbahn aufheben würde. Es dürfte vielleicht noch Wochen dauern, ehe über diese Frage ein vollständiges Einvernehmen erzielt wird. Dagegen haben die Verhandlungen zwischen dem Vertreter der Pforte Dschawid und dem russischen Botschafter über politische und wirtschaftliche Fragen, die beide Länder interessieren, zu einem befriedigenden Ergebnis geführt.
— Zur Präsidentenwahl in Mexiko wird gemeldet, Präsident Huerta habe vor versammeltem diplomatischen Korps erklärt, seine Regierung habe im Februar nur die Beruhigung des Landes übernommen. Er habe den Kongreß auflösen müssen, weil dieser angefangen habe, mit den Aufständischen zu konspirieren. Die Präsidentschaftswahlen würden stattfinden unbeeinflußt durch die Regierung. Er selbst werde die Präsidentschaft unter keinen Umständen annehmcn, weil das verfassungswidrig sein würde. Kein fremder Staat könne übrigens der Republik seinen Willen aufzwingen, außer durch Gewalt. Wenn die Vereinigten Staaten seine Regierung nicht anerkennen sollten, so würden sie Gefahr laufen, die mexikanische Krise zu verschärfen, was eine Gegenstellung zwischen der Regierung zu Washington einerseits und den Regierungen in London, Paris und Berlin anderseits herbeisühren und entweder einen Umsturz der Monroe-Doktrin oder die furchtbare Ungerechtigkeit einer Intervention der Vereinigten Staaten zur Folge haben würde.
— Die Verhandlungen zwischen Rußland und China über die Form der Erklärungen betreffend die Mongolei, die zwischen beiden Mächten ausgetauscht werden sollen, sind nahezu abgeschlossen. Die Erklärungen werden die Grundsätze des Abkommens von Urga enthalten und Rußland die dort vereinbarten Privilegien sichern. Die Souveränität Chinas wird anerkannt, anderseits wird China die Autonomie der Mongolei anerkennen und auf Kolonisierung und militärische Okkupation verzichten. Die Feststellung der mongolischen Grenzen bleibt einer späteren Konferenz in Kiachta zwischen Rußland, China und den Mongolen vorbehalten.
Lokales und Provinzielles.
Schlüchtern, den 28. Oktober 1913
—* Die Wandergewerbetreibenden werden in ihrem Interesse darauf aufmerksam gemacht, daß es sich empfiehlt, die Anträge auf Erteilung von Wandergewerbescheinen für das Jahr 19 14 möglichst frühzeitig, spätestens im Laufe des Monats November anzubringen, da die Betreffenden andernfalls nicht bestimmt damit rechnen können, gleich zu Anfang des neuen Jahres auch im Besitze des neuen Ge- werbescheineszu sein. Dem Anträge muß eine Photographie, die nicht über fünf Jahre alt sein darf, mit 1,5 Zentimeter Kopfgröße beigefügt werden. Auch muß in diesem Jahre zum ersten Male jeder Wander- gewerbetreibende vor der Stellung des Antrags auf Erteilung des Wandergewerbescheines die in seinem Wandergewerbebetriebe Beschäftigten, soweit er sie von Ort zu Ort mit sich führen will, ihrer Zahl nach bei der zuständigen Krankenkasse zur Krankenversicherung anmelden. Die Kaffenbeiträge sind bei der Anmeldung für die Zeit bis zum Abläufe der Gültigkeit des Wandergewerbescheines oder mit Erlaubnis des Kaffenvorstandes auch für kürzere Zeit an die Kran- kenkasfe im voraus zu entrichten. Ueber die empfangenen oder gestundeten Beiträgen stellt die Krankenkasse eine Bescheinigung aus, welche der Gewerbetreibende bei der Stellung des Antrages auf Erteilung des Wandergewerbescheines der Ortspolizeibehörde vorzulegen hat.
—* Der Frau Baronin Ludovica Freifrau von Stumm geborene von Rauch auf Schloß Ramholz ist auf Vorschlag Ihrer Majestät Kaiserin Auguste Viktoria durch die Gnade Seiner Majestät die II. Klasse des Luisenordens mit der Jahreszahl 1865 verliehen worden „wegen der von ihr den Leidenden und Hülfsbedürstigen in werktätiger Menschenliebe und selbstloser Opferwilligkeit geleiieien Dienste". Wenn je, so trifft diese Begründung der Auszeichnung bei der allseitig verehrten Freifrau von Stumm zu, deren werktätige Menschenliebe in der Stiftung des Kreis- krankenhauses, welches am 8. November eingeweiht undAem Kreise Schlüchtern übergeben wird, sich ein schönes Denkmal gesetzt hat.
—* Die am vergangenen Sonntag im Hessischen Hof stattgefundene Generalversammlung des „Heimatbundes" Schlüchtern war ziemlich gut besucht und
werden wir, wegen Platzmangel, erst in der nächsten Nummer einen ausführrichen Bericht hierüber ver- öffentlichen.
—* Gestern abend verendete dem Steinbruchbesitzer Herrn Zipf aus Gelnhausen ein wertvolles Pferd ; selbiges wurde den ganzen Tag über gefahren bis es gestern nachmittag auf der Niederzeller Straße im Fuhrwerk zusammen brach und gestern abend hierher gebracht wurde, wo es, wie verlautet, au einem Gehirnschlag verendete.
—* Nachdem der erste Obstmarkt der Zentralstelle für Obstverwertung in Frankfurt a. M. einen allgemein befriedigten Verlauf genommen hat, hat das Obstmarkt-Komitee beschlossen am 30. Oktober einen zweiten und letzten Obstmarkt in der Landwirtschaftlichen Halle, Ostendstraße zu veranstalten. Da die Preise auf diesen Märkten im allgemeinen recht gute sind, dürfte die Beschickung für die Obstzüchter von größtem Interesse sein. Oie Anmeldungen müssen mindestens zwei Tage vorher bei der Geschäftsstelle zu Frankfurt a. M. Fichardstraße 58 erfolgt sein.
—* Benz auf der Leipziger Baufachausstellung. Mit ihrer Beteiligung an der Internationalen Bau- fachausstellung, Leipzig, welche bekanntlich die Vor- führung einer großen Teeröl-Dieselmotoren Anlage und zahlreiche Verbrennungsmotoren mannigfacher Art für baugewerbliche Zwecke in vollem Betrieb umfaßte, haben bei der Preisverteilung die Mannheimer Benzwerke einen würdigen Abschluß erreicht, durch die Erlangung des Königl. Sächsischen Staatspreises. Eine weitere hohe Auszeichnung wurde zu gleicher Zeit den Benzwerken auf der Deutsch-Böhmischen Handwerker- und Industrie-Ausstellung Komotau, zu teil, wo ihnen die Goldene Ausstellungsmedaille mit besonderer Anerkennung verliehen wurde.
—* Die Revolverseuche. Die Bestimmungen über den Handel mit Waffen sollen sehr verschärft werden, der Reichstag wird sich bald nach seinem Wiederzu- sammentritt mit einer entsprechenden Vorlage des Reichsamts des Innern zu beschäftigen haben. Eine solche Vorlage ist ja schon seit langem gefordert worden; die erschreckende Häufung der Revolvertaten in den Großstädten im Laufe dieses Sommers aber hat zur Beschleunigung ihrer Herstellung geführt.
* Salmünster. Sonntag den 2. November findet in Salmünster auf dem schönen Sportplätze in der Hirschbach ein interessantes Fußball Wettspiel zwischen der 1. Mannschaft des Fußball-Klubs „Victoria" Langenselbold und der 1. Mannschaft des Sport- Vereins Salmünster statt.
* Birstein. Ein heiteres Stückchen hat sich jüngst hier zugetragen. Ein älterer schlichter Landmann sollte sich im Hanauer Krankenhause einer Operation unterziehen. Der. Mann hatte bis jetzt mit Wasser und Seife auf Kriegsfuß gestanden und außer den 3 Häuten, die jedes andere Menschenkind besitzt, hatte sich mit der Zeit bei ihm noch eine vierte — sogenannte Schmutzhaut gebildet. Als nun die Aerzte den Mann operieren wollten, hielten sie es geraten, den unglücklichen Patienten vorerst von der überflüssigen Schutz- bezw. Schmutzhaut zu befreien und ordneten vorerst eine gründliche Voroperation mit Striegel, Seife und Gänsewein an. Nachdem dies geschehen war, begaben sich die Aerzte in das Operationszimmer, um die erforderliche Operation zur Ausführung zu bringen. Wer aber nicht kam, das war der Patient. Derselbe glaubte, daß mit dem erwähnten Bade der eigentliche Operations- akt vollzogen sei und verduftete sich aufs schnellste. Als man den so geheilten Patienten nach dem Verlaufe der Operation fragte, erwiderte er schlau: „die Operation war gar nicht so schlimm, wie ich geglaubt hatte. Ich san in eine Badewanne gelegt worden — und do hon se mich ein paar mol hin nnd her ge- bürst und dann wars fertig." So geschehe im Jahre des Heils 1914.
* Fulda. Unter Vorsitz des Königl. Kreisschul- inspektors Herrn Wulf fand heute im hiesigen Gesellen- vereins-Hause die diesjährige amtliche Konferenz der Lehrer und Lehrerinnen des Kreisschulinspektionsbezirks
1 statt. Punkt 3’/4 Uhr eröffnete der Konferensleiter die Versammlung und erteilte Herrn Rektor Kolle Fulda das Wort zu seinem Vortrage: das Taktschreiben in der Volksschule, der Referent hielt das Takischreiben für ein vorzüglichs Mittel zur Erzielung einer gewandten Handschrift. Auch leistet dasselbe wesentliche Dienste zur Aufrechterhaltung der Disziplin. Immerhin darf das Taktschreiben den Schönschreibunleccicht nicht ausschließlich in Anspruch nehmen. Als zweiten Punkt der Tagesordnung wurde auf den Erlaß des Herrn Unterrichtministers betr. Verwarnung der Jugend sich den Kraftwagen zu nähern hinweist. Im Anschluß daran hielt Herr Lehrer Schmitt einen Vortrag über die Gefahren, die der Jugend durch den Alkoholmißbrauch, Werfen nach Eisenbahnen, elektrischen Drähten, nähern bezw. Anhängen an die Kraftwagen erwachsen und richtete den Appell an die Kollegen, in der Schule
auf diese Gefahren hinzuweisen. Nach Bekanntgabe einiger amtlicher Verfügungen schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Kaiserhoch.
* Frankfurt a. M. (Zusammenstoß zweier Güterzüge). Am Montag nachmittag 33/4 Uhr stieß bei der Ueberführung der Franken - Allee zwischen hier und Bockenheim ein von Mannheim kommender Güterzug mit einem ausfahrenden Güterzug zusammen. Das Personal stürzte teils ab, teils wurde es zwischen den Wagen eingeklemmt. Außer den beiden Maschinisten wurden vier Bremser und Schaffner verletzt. Die Verletzten wurden mit mehreren Krankenwagen in das Krankenhaus gebracht. Der Materialschaden ist groß, der Verkehr jedoch nicht gestört.
* Hcrsfeld. An der hiesigen Volksschule ist eine besondere Klaffe für Minderbegabte Schüler eingerichtet worden.
* Eschwege. Veränderungen im Lehrkörper des Seminars. Die vom 1. November d. Js. am hiesigen Kgl. Lehrerseminar neu errichtete Prorektorftelle ist Herrn Seminaroberlehrer Böhmer aus Frankenberg übertragen worden. Herr Dr. Henkel ist von dem gleichen Zeitpunkte ab nach Usingen im Taunus Verses_____________________________________
Auszug zur Geschichte der französischen Ketirade durch die Stadt Schlüchlem
Ende Oktober 1813.
Nach den blutigen Tagen in Leipzigs Ebenen hatte sich Kaiser Napoleon über Erfurt nach Fulda gezogen, indem er stets der großen Heerstraße folgte. In Schlüchtern, das erste Städtchen auf Hanauischem Gebiete, kam am 26. Oktober schon ein Teil der Avantgarde an, und am 27. war der Durchzug so stark, daß von Morgens frühe 9 Uhr an bis in die sinkende Nacht die ganze Breite der Straße von Truppen, teils ohne, teils mit Waffen, bedeckt war. Kanonen, Munitions- und Bagagewagen kamen in häufiger Menge durch. Die Soldaten quartierten sich schon militärisch ein; weil aber noch Lebensmittel in hinreichender Menge vorhanden waren, ließen sie sich keine Gewalttätigkeiten zu Schulden kommen. Am Abend des 27. bivouakierten in Schlüchtern und um die Stadt herum 12 bis 15000 Mann. Abends gegen 11 Uhr brächte ein Adjutant des Marschalls St. Cyr die Botschaft, die Kosaken seien nur noch Eine Stunde entfernt, er selbst wäre von ihnen verwundet worden. Großer Allarm unter den Französischen Aruppen, und noch in derselben Nacht um 3 Uhr allgemeiner Aufbruch nach Gelenhausen.
Am Morgen des 28. sah man über die Gebirgs- Höhen zur linken Seite von Schlüchtern eine bedeutende Anzahl Österreichischer und Baierischer Kavallerie und Infanterie ziehen. Sie hatten die Absicht bei Salmünster auszubrechen und die Frau« zosen abzuschneiden. Um 7 Uhr sprengten die ersten Kosaken zur Stadt hinein. Ihnen folgten mehrere einzelne Abteilungen, und nicht lange darauf das ganze fliegende Korps von Czernitschef und Orloff- Dcnisow, worunter Preußische und Oesterreichische Kavallerie war. Sie führten viele gefangene Frau« zosen mit sich, und nötigten diese ihnen zu Fuße im vollen Trabe zu folgen. Oberhalb Schlüchtern wurde auf der Chaussee ein Verhau von Bäumen angelegt, um den Rückzug der großen Französischen Armee aufzuhalten. Diese drang indessen unaufhaltsam vor. Mit Gewalt wurden nun alle Wohnungen sammt ihren Umgebungen eingenommen. Vier Tage hindurch währte der Rückzug. In dieser Zeit wurde im Städtchen alles rein ausgeplündert. Durch Vorsatz und Unachtsamkeit brach an mehreren Orten Feuer aus, welchem indessen durch die Tätigkeit der Einwohner Schranken gesetzt wurde.
Kaiser Napoleon kam den 28. Oktbr. Nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr in Schlüchtern an. Mit einer eigenen Vorsicht hatte man zum Aufenthaltsorte für den Monarchen nach einem feuerfesten Gebäude geforscht. Das Kloster wurde bestimmt, ihn aufzunehmen. Die daranstoßenden Gärten, der Klosterhof, selbst die Mauerwiese usw. bildeten den Bivouak der Garde, welchen die in der Stadt und in den nahegelegenen Dörfern befindlichen Truppen mitgerechnet, wohl 50 bis 60,000 Mann getragen haben mag. In den Umgebungen der Kaiserlichen Wohnung herrschte die größte Ruhe. Der Fürst von Neufchatel, welcher sein Zimmer auf dem ersten Vorplatz der Klosterwohrung hatte, ging ab und zu. Er und der Großstallmeister speisten mit dem Kaiser. Für das übrige zahlreiche Gefolge waren in anderen Zimmern und Häusern Tafeln bereitet.
Hier trug sich eine Anekdote zu welche mitgeteilt zu werden verdient.
Der Kaiser unterhielt sich eine geraume Zeit mit seinem Wirte, dem Professor am dortigen Gymnasium. „Welche Stelle bekleiden Sie?" fragte Er den Ein- t.etenöen, „lesen Sie die Messe? Wie lange ist das
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