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mit amtlichem Areisblatt. Alonatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
Telefon Nr.«». Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt. Telefon Nr.«5.
Erscheint Mittwoch und Samstag. — preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 Pfg.
Samstag, -den 12. Juli 1913.
Jahrgang.
Amtliches.
SimmettiaUt ^schM^t.
1. Trächtige Kuh oder Kalbin (Herdbuchtier) wird zu taufen gesucht. Angebote können im Kreis-
-•*< ausschußbüro gemacht werden. ^^prungfähige erstklassige Reinzuchtbullen stehen ^ Verkauf bei:
Xdebrand — Schlächtern (1 Stück.) '^oth - Ahlersbach (3 „) 'freist — Vollmerz (3 „) Xbe — Ramholz (2 „) — Sterbfritz (1 „) — Dietershof (1 „)
fortgesetzte Klagen und Be- fdjtt ^ltung veranlassen mich, die zum l -d Wege erlassene Kreis- polizest iruar 1^1 und die Be- zirkspoli. April erneut in Erinnerm ^.^nach ist i Weiden von Vieh in den ^^», graben und auf den Banketten und Böschungen gänzlich verboten. Ferner aber müssen beim Austrieb zur Weide die Tiere zusammengekoppelt uno so geführt werden, daß sie die Bankette nicht betreten. Die Landwirte des Kreises ersuche ich, die Vorschriften gewissenhafter als seither zu beachten. Uebertretungen müßte ich in Zukunft bestrafen- Schlächtern, den 24. April 1913,
Der Königliche Landrat: Valentiner.
Der Balkankrieg.
Rumänien und die Türkei gegen Bulgarien.
Das Einrücken der mobilisierten rumänischen Armee nach Bulgarien steht binnen kurzem bevor. Trotzdem haben die Staatsmänner in Sofia noch immer keine Anstalten gemacht, um eine friedliche Verständigung mit Rumänien herbeizuführen. Von militärischen Vorbereitungen zur Abwehr des rumänischen Heeres kann überhaupt keine Rede sein, sämtliche verfügbaren Streitkräfte stehen im heißen Kampfe im Westen und Süden gegen Serben und Griechen. Es ist auch nicht daran zu denken, daß die Bulgaren hoffen könnten, nach diesem zweiten Kriege, der unmittelbar auf den Türkenkrieg mit seinen gewaltigen Anstrengungen und Opfern gefolgt ist, nun auch noch einen dritten gegen Rumä-
Mröotene ^fabe.
Kriminalroman von Otto Viehofer. 48
„Der Herr draußen bittet, den Herrn Grafen selber sprechen zu dürfen, eine Offerte ist es, des Getreides wegen," sagte er.
Graf Peter las: „Emil Würzberg, Vertreter der Ge- treidefirina Mann u. Comp., Hamburg." Seine Augenbrauen hatten sich drohend zusammengezogen, er hob den Kopf: „Was schert mich denn eine Getreideofferte, wie kommt so ein Kerl nur dazu, mich damit zu belästigen. Weiß er denn nicht, daß ich in meinem Hofe einen Oberinspektor habe? Er soll sich an den wenden."
Unmutig fuhr die Hand des Grafen zu seinem Diener herum, um diesem die Karte zurückzugeben.
Der fing sie mit dem Tablett auf und wendete ein: „Verzeihung, gnädiger Herr Graf, der — der Herr sagte, er käme mit einem außerordentlich günstigen Angebot, und darum bäte er dringend, den Herrn Grafen selber sprechen zu dürfen."
Graf Peter stutzte, und überlegte einen Augenblick. Dann sagte er zu dem Diener: „Gib die Karte her, Wilhelm! Der Mann soll warten, ich komme gleich!"
„Sehr wohl, Herr Graf. Soll ich Licht machen im Borzimmer?"
»Bein, ist noch nicht nötig."
Der Diener war schon wieder draußen.
.. „Siehst Du, Peter," sagte mahnend die Gräfin, als
Am sich kaum geschlossen hatte, „siehst Du, immer gunstrger gestalten sich hier die Dinge, immer bessere Preise erzleleft Du für die Produkte des Majorats, also tft es «eit, daß Du mit einer anderen teilest."
U^®'6 lächelte dann lieb und mütterlich zu ihm hin-
»Ja, ja, Mama," erwiderte rätselhaft der Graf, „sollst 4st recht haben, nur warte noch ein Weilchen, warte nur
nien zu führen, selbst wenn sich das Kriegsglück in kürzester Frist bei Pirot, Köprülü und Seres wieder zu ihren Gunsten entscheiden sollte. Ihre Reihen sind auf alle Fälle dezimiert, ihre Reserven erschöpft, und bei einem Ringen mit einem neuen im Rücken der bulgarischen Feldarmee auftretenden Gegner, wäre es auch noch so heroisch, hätte der Angreifer alle Vorteile auf seiner Seite.
Wie erklärt es sich also, daß die Bulgaren, statt über die verlangte Abfindung zu unterhandeln, das von Norden drohende Unheil dickfellig über sich ergehen lassen ? Rumänien fordert die Abtretung eines Stückes Landes an der Küste des Schwarzen Meeres, das von einer oberhalb Silistrias an der Donau ausgehenden und bis Balschyk nahe bei Warna reichenden Linie begrenzt wird. Die Bewohner dieses Gebiets sind, abgesehen von eingesprengten Mohammedanern, durchweg von altersher Bulgaren. Es muß der Regierung in Sofia um so härter ankommen, diesen alten Besitz, den man etwa mit der Provinz Ostpreußen vergleichen kann, gutwillig herzugeben, als die junge Dynastie des Koburgers Ferdinand trotz aller friedlichen Erfolge und kriegerischen Lorbeeren doch noch keineswegs so fest mit dem bulgarischen Bauernvolke verwachsen ist. Dieses Volk soll erfahren, daß sich sein Herrscher nur unter dem äußersten Zwang der Umstände in einen unabwendbaren Verlust fügen wird.
Viel ungefährlicher ist die Drohung der Pforte, die noch am Marmarameer verbliebenen bulgarischen Besatzungen gewaltsam mit Hilfe der noch immer nicht entlassenen Tschataldschaarmee zu vertreiben. Eine energische militärische Ausbeutung des Gemetzels unter den siegreichen Balkanbundsbrüdern ist der Türkei ver- fdbt. Dazu steht sie zu stark unter dem Drucke der Großmächte und der Sorgen um die Reorganisation ihres asiatischen Besitzes. Was sie tun kann, ist nur dies, die günstige Gelegenheit zur Erleichterung der Londoner Friedensbedingungen auszunutzen, die die Fragen der Kriegsentschädigung und der Inseln im Aegäischen Meere offen gelassen haben. Es ist möglich, daß alsbald nach Beginn des Beutestreits von Griechenland angeknüpfte geheime Verhandlungen mit der Pforte zum Abschluß eines Abkommens führen, das der Türkei wenigstens einen Teil der dem kleinasiatischen Festland nächstgelegenen Inseln sichert. Mehr ist für die Pforte aus der gegenwärtigen Kriegslage schwerlich herauszuholen.
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Paris, 10. Juli. (Bulgarien legt sein Schicksal in Rußlands Hände). Die „Agence Havas" meloet aus Petersburg: Bulgarien erklärte, um Blutver-
noch, bis ich wenigstens — wenigstens den aufdringlichen Menschen da draußen abgefertigt habe."
Er stand auf, die Sporen klirrten über den dicken Teppich, und hinter ihm schloß sich die Tür.
Im Vorzimmer lag schon eine leichte Dämmerung, so daß der Graf den Fremden da nicht mehr recht in Augenschein nehmen konnte, soviel sah er aber, daß er fuchsrote Haare, einenebensolchen VollbartundeineBrille trug. Und das genügte ihm vollkommen, was kümmerte ihn auch der Mann da weiter, mit ein paar Worten würde er den abgefertigt haben.
Ohne den andern, der sich tief verneigt hatte, zu Worte kommen zu lassen, sagte der Graf kurz, herrisch und vorwurfsvoll: „Ich pflege nach sonst mit derlei Dingen nicht zu befassen, mein Herr, so etwas liegt stets vertrauensvoll in den Händen meines Oberinspektors. Ich mache heute einmal eine Ausnahme aus dem Grunde, weil, wie ich hörte, Sie mir mit ganz besonders guten Bedingungen kommen. Was zahlen Sie denn nun für Preise?"
Der Detektiv Herbert Balthasar — denn er war der rotbärtige „Vertreter" — wollte zunächst ein paar Worte der Entschuldigung vorausschicken, indefsenderGrafwehrte mit der Hand energisch ab, und so gab er ihm denn ohne weitere Umstände, aber mit derselben Baßstimme, die er dem Trampitzer Diener Johann gegenüber angewandt hatte, klar die Antwort: „Herr Graf, für Weizen bezahle ich hundertneunundachtzig bis Hundertsechsund- neunzig Mark per tausend Kilo, für Roggen hundert- achtundvierzig bis hundertvierundfunfzig, für Gerste hun- derteinnndsiebzig bis hundertsechsundachtzig,und furHa- fer hundertachtundsechzig bis hundertfunfundstebzig Mark, e nach Qualität. Hallen Sie auch Mars zum Verkauf, o zahle ich dafür hundertvierzig bis hundertvierundvier- zig Mark per tausend Kilogramm. Die Preise verstehen sich rein netto und ab Bahnstation."
Graf Peter war enttäuscht. „Nun, das sind die Preise, die mein Oberinspektor von einer anderen Firma »chon
gießen zu vermeiden, überlasse Bulgarien es völlig Rußland, die Einstellung der Feindseligkeiten herbeizuführen.
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Athen. (Griechenland gegen die Intervention.) Die griechische» Blätter sagen, daß das griechische Land niemals die von Bulgarien gewünschte Intervention bet fremden Mächte zum Zwecke der Einstellung der Feindseligkeiten annehmen würde vor allem aber deshalb nicht, weil die bulgarische Armee jetzt geschlagen sei.
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Wien. (Einmarsch der Rumänen in Bulgarien.) Nach hier eingetroffenen Meldungen haben rumänische Truppen am Donnerstag nachmittag 4 Uhr die bnlgarische Grenze überschritten.
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Die Verbündeten, Serbien, Griechenland, Rumänien und Montenegro haben die bulgarische Armee gänzlich geschlagen und die Bulgaren befinden sich auf dem Rückzüge. Sämtliche bulgarische Grenzen sind von den Verbündeten überschritten und rücken auf das Innere von Bulgarien los. Somit hat der türkisch-bulgarische Krieg ein anderes Ende bekommen.
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Paris, 10. Juli. (Zar Ferdinands Entschluß). Der Petersburger Korrespondent des „Figaro" will von berufener Seite erfahren haben, König Ferdinand habe ducch den bulgarischen Gesandten mitgeteilt, daß er den für den Kampf an der serbischen Grenze verantwortlichen General Sawoff abgesetzt und den formellen Beschluß gefaßt habe, den brudermörderischen Krieg mit Griechenland und Serbien nicht anzunehmen. Weshalb er auch seinen Armeen den Befehl erteilt habe, sich aus der ganzen Linie zurückzuziehen. Die russische Diplomatie habe infolgedessen sofort eine energische Aktion in Bukarest, Athen und Belgrad unternommen, um einen neuen Balkanbund mit Einschluß Rumäniens herzustellen. Rußland wirke auf Bulgarien ein, damit dieses alle von Rumänien verlangten Gebietskonzessionen gewährt und den Serben und Griechen in Mazedonien eine gemeinsame Grenze bewillige.
Deutscher Reich.
— Zum neuen preußischen Kriegsminster hat der König den Generalmajor von Falkenhayn, Chef des Generalstabes des vierten Armeekorps, unter Beförderung zum Generalleutnant ohne Patent, ernannt. General von Falkenhayn begann seine Laufbahn im olden- burgischen Infanterieregiment Nr. 91, in dem er am 17. April 1880 Sekondeleutnant wurde. Am 21. Sep-
längst erzielt. Und das nennen Sie ein außerordentlich günstiges Angebot?"
„Verzeihung, Herr Graf, die Preise, die ich geboten habe, sind durchweg per tausend Kilogramm um eine Mark höher, als wie sie der heutige Kurs bezeichnet. Sollte eine andere Firma da wirklich —"
Der Graf hatte ihn mit einer unwilligen Handbewegung unterbrochen, barsch kam nun seine Frage: „Also Sie können keine höheren Preise zahlen?"
„Leider nein, Herr Graf, ich bin von meiner Firma nicht ermächtigt, über das Gebotene hinauszugehen."
„Nun, das hätten Sie mir ersparen können, lieber Mann."
Die Tür war mit einem Krach ins Schloß gefallen, und Graf Peter vonBruckhoff dahinter verschwunden.
Da stand nun Herbert Balthasar, abgekanzelt und entwürdigt, nicht einmal einen Gruß hatte der Graf für ihn gehabt. Hätte er sich in einer anderen Lage befunden, so hätte ihn das aufs tiefste empört, und er hätte Gleiches mit Gleichein vergolten. So aber war er amüsiert und höchst befriedigt über sein gelungenes Werk.
Angesehen hatte er sich den Grafen Peter, Oliver Norbert, Teophil, Omar, angesehen den „Ponto" der Baronin von Paltzow, ehe er sich an dessen Fersen heftete. Nun, das mußte man sagen, ein schöner Mann, dieser „Ponto", groß, stattlich,mitprächtigem.blondemSchnurr- bart — ganz zum Verlieben für eine Baronin von Paltzow.
Auch im Alter durfte er der gegenüber weder etwas im Voraus haben, noch ihr nachstehen. Aber gefährlich war es für ihn, den Detektiv, falls er dem Grafen zu unwillkommener Stunde über den Weg laufen sollte. Ein Draufgänger war er und hatte auch große Körperkräfte. Teufel auch, höllisch vorsichtig mußte er sein, sonst kam er nicht ans Ziel. Gut nur, daß es ihm gelungen war, in dieser Dämmerstunde an den Grafen sich Heranzupürschen, da hatte er ihm nicht ins Auge schauen können. 197,18*
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