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mit amtlichem RreisblaLL.

Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher

Telefon Nr. 65.

Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

Telefon Nr. 65.

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg.

M 39.

Mittwoch, den 14. Mai 1913.

64. Jahrgang.

Nationalspende znm KaiserjubiläkU.

An die Presbyterien und Kirchenvorstände, Magistrate und Gemeindevorstände im Kreise Schlüchtern.

Ueberall im deutschen Reiche haben sich Vertreter beider christlicher Konfessionen zusammengetan, das Re­gierungsjubiläum unseres Kaisers durch eine National­spende für die christlichen Missionen in den deutschen Schutzgebieten zu feiern. Ueberall in deutschen Landen hat ihr Werberuf ein freudiges und kräftiges Echo ge­funden. Ueberall haben sich Herzen und Hände auf­getan. Die Geschichte stellt einem mächtig aufstrebenden Volk zu Zeiten besondere Ziele. Gegenwärtig ist die religiöse und kulturelle Eroberung unserer Kolonien und Schutzgebiete eine der wichtigsten Aufgaben der deutschen Nation. Voller Verständnis hierfür rüsten sich überall Glieder beider Konfessionen emsig zum fried­lichen Wettkampf um die christliche Durchdringung unserer Kolonien. Dieser zu dienen ist die National­spende zum Kaiserjubiläum bestimmt. Wir wissen, daß grade diese Spende unserem Kaiser willkommen ist. Das Hessenland, dem alljährlich die Freude des Kaiser­lichen Besuches geschenkt wird, fühlt sich seinen Kaiser­lichen Herrn und damit auch der Feier des kommenden Kaiserjubiläums besonders nahe gerückt.

Für den Kreis Schlüchtern haben wir Unterzeichneten uns zu einem Kreis-Ausschuß zusammengetan. Wir bitten die Presbyterien und Kirchenvorstände beider christlicher Konfessionen, sowie alle Magistrate und Ge­meindevorstände im Kreise herzlich, sich für ihre Bezirke als Ortsausschüsse zu konstituieren, die Sammlung un­verzüglich in die Hand zu nehmen und die einla-'-mden Gelder an die Ändesrenterei in Schlüchtern, an die Kreissparkasse oder an die städtische Sparkasse daselbst oder an die städtische Sparkasse in Salmünster oder an den Vorschußverein in Steinau abzuliefern.

Ueber die eingehenden Beiträge soll in den Zeitungen quittiert werden.

Wir bitten herzlich um eifrige Förderung.

Schlüchtern, im Mai 1913.

Der Kreis-Ausschuß für die Nationalspende.

Albrecht, Bürgermeister, Schlüchtern. Atzert, Dechant, Romstal. Barthelmes, Landesrentmeister, Schlüchtern. Bender, Schmiedemeister, Vollmerz. Berta, Bürgermeister a. D. und Kreisdeputierter Soden. Blum, Bürgermeister, Sterbfritz. Börner, Landwirt, Niederzell. Bratfisch, Fabrikant, Salmünster. Dr. Gauer, Medizinalrat, Schlüchtern. Goch, Fabrikdirektor, Soden. Dillenburger, Gerichtsdiener, Steinau. Fink, Bürgermeister, Steinau. Flemmig, Schuhmachermeister, Schlüchtern. Freund, Kantor, Schwarzenfels. Dr. Frick, Rektor, Schlüchtern. Gutermuth, Kaufmann und Beigeordneter, Schlüchtern.

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WeröoLene Ufade.

Kriminalroman von Otto Viehofer. 29

Und so ergreifend wiedieses Bild, war auch die Rede des Geistlichen. Er traf die Herzen der Umstehenden bis ins innerste Kämmerlein, er wußte mit voller Wucht die tiefe Kluft darzutuu. die da klaffte zwischen der ruchlosen Tat eines Doppelmörders und dem göttlichen Fluidum, welches das ganze All durchzittert der Liebe. Und ein herzzerbrechendes Schluchzen stieg auf, rang sich über die Gräber und verklang zitternd in dem kahlen, schwarzen Geäst der Trauereschen und riesigen Linden.

Und als der Geistliche geendet, da krümelten unzäh­lige Hände feuchteErdklümpchen auf den Sarg da unten herab, und die Spaten der Totengräber vollendeten dann mit dumpfem Gepolter das Werk.

Die schönste Zierde auf dem stillen, sandigen Hügel war der Riesenkranz, den die Baronin von Paltzow ge­widmet hatte. Er war aus den köstlichsten Spätherbst­blumen und dem Grün der ausländischen Gewächse ge­wunden, welche der Schloßgarten nur aufzuweisen ver­mocht hatte. Die breite Schleife des Kranzes trug die Widmung:Für seinenHerrn ließ er sein Leben.Treue wird belohnt Auf Erden und dort oben!"

Diesem Kranze widmete der alte Herr seine besondere Aufmerksamkeit, der schienseinemkummerbeschwertenHer- zen wohl zu tun vor allen andern. Schön und breit ord­nete er dessen Schleife über den Hügel, zupfte und ne­stelte zärtlich daran, und dann erst ordnete er auch all die andern ein wenig, die von ihren Spendern ohne jeg­lichen ästhetischen Sinn niedergelegt worden waren.

O, welche unendliche Liebe!" anerkannte der Pfar- ktt neben ihm.Aber wie ist's nun, mein Bester," fuhr er dann fort,darf ich Sie noch des Weges geleiten?"

»Hochehrwürdiger Herr Pfarrer, auch dieses edle An- Mieten muß ich bitten ablehnen zu dürfen, denn mein

Hebel, Königlicher Forstmeister und Kreisdeputierter, Salmünster. Hengsberger, Königl. Amtsgerichtsrat, Schlüchtern. Heymann, Kaufmann, Steinau. Hinkel, Postmeister, Salmünster. Jöckel, Bürgermeister, Roms­thal. Kienzler, Metropolitan, Neuengronau. Killmer, Fabrikweber und Vorsitzender des evang. Arbeitervereins Schlüchtern. Joh. Georg Kohlhepp, Land- und Gast­wirt, Schwarzenfels. Kolbe, Kgl. Seminardirektor, Schlüchtern. Adam Kraus, Fabrikarbeiter, Sterbfritz. Lieser, Königlicher Regierungsbaumeister, Schlüchtern. I. G. Maienschein, Landwirt, Schwarzenfels. Müller, Bruno, Landwirt, Rabenstein. Münch, Kaspar, Schneidermeister, Salmünster. Orth, Superintendent, Schlüchtern. Preiß, Gutsinspektor, Vollmerz. Staaf, Landwirt und Beigeordneter, Wallroth. Schaefer, Schlossermeister und Stadtverordneter, Schlüchtern. Schulz, Pfarrer, Soden. Siemon, Bürgermeister und Kreis-Ausschußmitglied, Gundhelm. Storch, Lehrer, Herolz, Valentiner, Kgl. Landrat, Schlüchtern. Zehner, Landwirt, Seidenroth. Ziegler, Arbeiter, Vorsitzender des kath. Arbeitervereins, Salmünster.

Amtliches.

J.-Nr. 2473. K. A. Am Mittwoch, den 21. Mai. vormittags von 10 Uhr ab findet in Schlüchtern an der Stadthalle eine Ziegenbork-Körun^ statt.

Zu dieser sind nicht nur die Böcke vorzuführen, deren Ankörung erstmalig gewünscht wird, sondern auch sämtliche, bisher schon angekörten Ziegenböcke.

Die Herren Bürgermeister ersuhe ich, auf vorstehende Bekanntmachung wiederholt in ortsüblicher Weise (Schelle re.) in ihrer Gemeinde aufmerksam zu machen.

Schlüchtern, den 7. Mai 1913.

Der Königliche Landrat: Valentiner.

J.-Nr. 4834. In der Zeit vom 7. Juli bis ein­schließlich 2. August d. Js. findet in Hornberg ein Kursus für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen statt.

Der Arbeitsplan für den Kursus wird nachstehend abgedruckt.

Schlüchtern, den 26. April 1913.

Der Königliche Landrat: Valentiner.

Arbeitsplan

für den Kursus für Lehrer an ländlichen Fortbildungs­

Herz trägt das innige Verlangen, sich an dieser Stätte voll und ganz dem Schmerze hinzugeben. Erst wenn es da drinnen wieder leichter sein wird, dann dann werde ich erneut mein ruhiges Stübchen aufsuchen."

Nun wohl, Herr Küster, der Schmerz gebiert das Edle, Hohe, geben Sie sich dem Schmerze hm, ich will nicht Störer sein!"

Der Pfarrer hatte dem alten Herrn die Hand gedrückt und war gegangen. Und gleichzeitig mit ihm hatten auch die fremden Leidtragenden den Kirchhof verlassen.

Oede war es nun da und mäuschenstill, nur ging hin und wieder ein Windstoß durchs Geäst, raschelte über die Gräber und zerschellte an der verwitterten, moosbedeck- ten Mauer ringsum.

Und da der alte granbärtige Herr hatte sich plötz­lich losgelöst von seinem Kummer, aufrecht stand er da, und sein schmerzumflortes Auge von vorhin hatte sich mit einem Male in einen Späherblick verwandelt. Ja, in einen Späherblick, denn der HerrRentier Küster aus Brüssel" war kein anderer als--der Privatdetektiv Herbert Balthasar aus Berlin.

Herbert Balthasar war ein Mann von etwa vierzig Jahren, und noch im Vollbesitze seiner Körperkraft und Jugendlichkeit. So war es denn auch ausgeschlossen, daß sein Haar bereits ergraut war, selbiges deckte vielmehr nur eine graue Perücke. Und ebenfalls war sein sonst bart­loses Gesicht von einem falschen Bart umrahmt. Ja, selbst das runde Bäuchlein an ihm war ein Anhängsel aus Gummi.

Was allein echt an Herbert Balthasar war, das war sein Rentiertum. Denn er hatte vor mehreren Jahren von einer Tante aus Amerika eine Erbschaft gemacht.

Vorher war Herbert Balthasar ein mittelloser Privat­detektiv gewesen, einarmer Schlucker," wie er zum Pfar­rer ganz richtig gesagt hatte. Aber diese Erbschaft war an die Bedingung geknüpft gewesen, daß er den dornen­vollen, gefährlichen Beruf eines Detektivs aufgeben sollte.

schulen in Homberg vom 7. Juli bis 2. August 1913.

8 */a Eröffnung des Kursus. Feststellung der Teil­nehmerliste. Geschäftliche Mitteilungen. Ge­heimer Regierungs- und Schulrat Dr. Quehl. Montag, den 7. Juli.

1012 Fortbildungsfchulkunde. ( Kreisschulinspektor 57 Lehrprobe. ( Gonnermann.

Dienstag, den 8. Juli.

810 Fortbildungsschulkunde. Gonnermann. 1012 Das Handwerk auf dem Lande.

Syndikus Thanheyser. 57 Lehrprobe. Gonnermann.

Mittwoch, den 9. Juli.

810 Fortbildungsschulkunde. ( Gonner- 1012 Entwürfe für Unterrichtsabende. ( mann.

Donnerstag, den 10. Juli. 810 Fortbildungsschulkunde. J Gonner- 1012 Entwürfe für Unterrichtsabende. ( mann. 57 Lehrprobe. i Freitag, den 11. Juli. 810 Fortbildungsschulkunde. i Gonncr- 1012 Entwürfe für Unterrichtsabende. ? mann. 57 Lehrprobe. ] Sonnabend, den 12. Juli. 810 Fortbildungsschulkunde. Gonnermann. 1012 Ländliches Genossenschaftswesen. Genossenschaftsdirektor Schüler. Montag, den 14. Juli. 810 Fortbildnngsschulkvnde. Gomrermaun. 1012 Praktische Buchführung.

Fortbildungsschullehrer Rosenkranz.

57 Lehrprobe. Gonnermann.

Dienstag, den 15. Juli.

811 Praktische Buchführung. Rosenkranz.

1112 Hessische Landschaften. Dr. Ouehl.

Nachm. Tertiär bei Ziegenhain. Dr. Ouehl und Lehrer Schwalm. Mittwoch, den 16. Juli.

811 Praktische Buchführung. Rosenkranz.

1112 Anleitung zu Beobachtungen über Bildung der Ackerkrume. Dr. Ouehl. Donnerstag, den 17. Juli.

811 Praktische Buchführung. Rosenkranz.

1112 Anleitung zu Beobachtungen in ländlichen Gewerben. Dr. Quehl.

Nachm. Ausflug znm Eichelskopf. Dr. Quehl.

Freitag, den 18. Juli.

8--11 Praktische Buchführung. Rosenkranz.

1112 Anleitung zu Beobachtungen. Dr. Quehl. Nachm. Besichtigung einer Molkerei. Dr. Quehl.

Wiewohl nun Herbert Balthasar mit größter Leiden­schaft gerade an diesem gefährlichen Berufe gehangen und in ihm auch große Erfolge erzielt hatte, so hatte er selbst­verständlich ihm doch entsagt und die Erbschaft ange­treten. Mehrere Jahre hatte er so das bequeme Leben eines Rentiers geführt, und sich mit größter Selbstbeq, herrschung von seinem früheren Berufe ferngehalten, ob­wohl gerade injenerZeitin Berlin sowohl wie im Reiche eine Menge Kapitalverbrechen sich ereignet hatten.

Und da überschwemmten auf einmal die Zeitungen das Land mit der Nachricht von dem Doppelmorde auf Schloß Trampitz. O, wie es da packte den ehemaligen, eingeschworenen Detektiv. Ein Doppelmord, und dazu in der Provinz wie interessant das wieder sein mußte für die forschende Gerechtigkeit. Nur mit Mühe hatte sich Herbert Balthasar da zurückhalten können, gleich den Zug zu besteigen und an den Ort des Verbrechens zu fahren wieder war eben entscheidend gewesen der Ge-. danke an die Erbschaftsklausel.

Und da da kam plötzlich die Nachricht von der Festnahme des Doppelmörders, des Polen Wenzel Kocz- mierski. Herbert Balthasar verschlang da ordentlich die fettgedruckten Zeilen, und als seine erste Aufregung sich gelegt hatte, da setzte er sich hin und fing an zwischen den Zeilen zu lesen. Und da stieg es in ihm aus, zuerst langsam, noch nebelhaft, und dann immer intensiver, deut­licher. Immer klarer wurde es ihm, und sein Blut fing wieder an zu wallen, und die Pulsefingen an zu häm­mern.Balthasar," schrie es in seinem Innern,Herbert Balthasar, mache Dich auf und suche den Mörder. Er­löse den armen Polen, denn er ist unschuldig. Nem, nein, die Indizien reichen nicht aus, die gegen den ar­men Teufel sprechen, sie werden zusammenfallen nur ein morsches Gebäude. Auf, Balthasar, Du tust ein gutes Werk. Achte nicht der Erbschaftsklausel, denn das pul­sende, vibrierende Leben eines jungen Unschuldigen ist heiliger als die toten Bilchstaben. Und die Tante steht es ja nicht mehr!" 197,18*

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