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geboten würden, man frage in solchen Fällen doch erst einmal am Orte an, wie sich der betreffende Geschäfts­mann dazu stellt. Von Behörden muß man verlangen, daß sie in erster Linie die Firmen ihres Kreises be­rücksichtigen, auch wenn kleine Differenzen nicht zu ver­meiden sind. Wie oft hat man es erlebt, daß Gemeinden von auswärts größere Bestellungen bezogen, die sie im Kreise zum selben Preise haben konnten, oft haben sie sogar schön teuerer gekauft, da die betreffenden Lieferanten die Situation erkannten und entsprechend ausnutzten.

Kauft gegen bar!" Ja, das ist leicht gesagt. Wenn man aber gerade kein Geld hat und möchte gerne etwas kaufen, oder muß es sogar? Nun, so wörtlich wollen wir das auch nicht nehmen. Wer zum Barzahlen in der Lage ist, sollte das allerdings auch immer tun, nicht nur wegen der Geschäftsleute, sondern im eigenen Interesse. Späte Rechnungen haben schon manchen Aerger gebracht und vor allen Dingen hat man eine ganz andere Uebersicht über die eigene Geldwirtschaft, wenn man nicht an allen möglichen Ecken Schulden hat, von deren Höhe man nicht unterrichtet ist. Eine geordnete Geldwirtschaft ist für viele hier zu Lande ein Buch mit sieben Siegeln. Man hat Geld für allerhand Vergnügungen, sitzt ganze Nächte im Wirts­haus, aber läßt ruhig eine kleine Rechnung nach der anderen liegen und wundert sich erst, wenn die Karre ohne Anwendung fremder Gewalt nicht mehr will. Auch bei vielen Geschäftsleuten sieht es nicht besser aus. Viele sind gar nicht zu bewegen, Rechnungen zu schreiben, haben Forderungen jahrelang in den Büchern an Leute, die glatt bar bezahlen würden. Besonders trifft das bei manchen Handwerkersleuten zu. Im Sommer wollen sie keine Zeit zum Schreiben haben und im Winter können sie sich nicht den nötigen Ruck geben. So kommen sie rückwärts. Wie viele Zinsen gehen ihnen verloren, wie viel mehr Arbeit kostet es, sich durch zahlreiche alte Posten durchzuarbeiten und das Ende vom Liede ist noch ein langes Gesicht der Kunden über

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eine h:v l hnung. Da wäre es doch schon besser, späte,,.... mit Beginn eines jeden Vierteljahres die Rechnungen ins Land gehen zu lassen, dann ist die Arbeit kleiner, Beanstandungen können leichter erledigt werden, die Rechnungen sind leichter zu bezahlen, der Geschäftsmann kann von seinem Lieferanten bessere Be­dingungen erhalten und überschüssiges Geld zur Kasse auf Zinsen legen. Das sind ja alles Dinge, über die man sich gar nicht mehr zu unterhalten brauchte, aber bei uns ist auf diesem Gebiete vieles noch so rückständig und kleinlich, daß noch viele Jahre vergehen, ehe es besser werden wird. In erster Linie müßten die Ge­schäftsleute selber 'ordnungsgemäßer vorgehen, zur rechte» Zeit Rechnungen schreiben und für deren Bezahlung innerhalb gewisser Grenzen (je nach Höhe der Forde­rung) selber sorgen, dann wären die meisten Mißstände bald behoben. Vor allem würde auch mit den zahl­reichen faulen und oberfaulen Kunden frühzeitiger auf­geräumt, ehe erst durch langes Hängen größere Verluste entstehen. Ein Fortschritt für beide Teile.

Auf dem Lande und in der kleinen Stadt liegen die Verhältnisse wesentlich anders wie in der Großstadt, es ist weniger flüssiges Geld im Umlauf und überhaupt vorhanden, deswegen kann und darf man mit dem Borgsystem nicht so ohne weiteres brechen, wenn seine Auswüchse nach Möglichkeit beseitigt werden, haben Kon­sumenten und Geschäftsleute großen Nutzen von der Einrichtung. Ueber Verstimmungen der Kunden durch öfteren Rechnungsempfang sollten sich die Geschäftsleute hinaussetzen, die Zeit wird auch hierin bei uns Wandel schaffen. Sind wir es doch von größeren Firmen ge­wöhnt, überhaupt nur gegen bar Waren zu erhalten, da wird man sich auch wohl bei dem Kreditnehmen an eine geordnete Rechnungsführung gewöhnen können.

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