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mit amtlichem Rreisblatt.

Telefon Nr. 65.

Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

Mochenheilage: Illustriertes Sonntagsblatt» Telefon Nr.«».

Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg.

Samstag, den 28. Dezember 1912.

Die im 63. Jahrgang erscheinende Schlüchterner Zeitung mit amtlichem Kreisblatt ist mithin die älteste und verbreiteste Zeitung im Kreise Schlüchtern und weit noch über denselben hinaus und finden Inserate in derselben wirksame Verbreitung.

W " YT L L....,,. daher in der Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der 0 | p PH hH wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Poftantte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen i I 111I i Postabonnenten, welche bis spätestens 27. Dezember unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen,

daß ihnen unsere Zeitung vom 1. Januar ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. Jede Postanstalt und jeder Landbriefträger ist verpflichtet, Abonnements-Bestellungen anzunehmen.

Zu recht zahlreichen Bestellungen auf das mit bem 1. Januar 1913 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein

die Expedition derSchLüchterner Zeitung".

Aentsches Reich.

Der soeben beendete Kampf der 10000 Färberei- arbeitet im sächsisch-thüringischen Jndustriebezirk hat riesenhafte Summen verschlungen. Allein der entgangene Lohn während der dreiwöchigen Dauer der Bewegung beträgt unter Außerachtlassung der zurzeit üblichen Ueberstunden rund 522 000 Mark. Der sozialdemo- lratische Textilarbeiterverband, der den für die Arbeiter ergebnislos verlaufenen Kampf geführt hat, und der durch die Aussperrrung in Mitleidenschaft gezogene christlich'nationale Textilarbeiterverband haben zusammen die Summe von 145 ÖOO Mark opfern müssen. Viel empfindlicher als diese verlorenen 667 000 Mark werden sich noch die Verluste geltend machen, welche die In­dustrie durch entgangene Aufträge und dergleichen sicherlich erlitten hat, und die in echter Linie wiederum die Färbereiarbeiler zu tragen haben werden.

Eine Uebersicht der Ergebnisse des Heercs- ergänzungsgeschäfts und eine Nachweisung über die Herkunft und Beschäftigung der Militärpflichtigen für das Jahr 1911 ist dem Reichstage zugegangen. Nach der Uebersicht wurden in den Listen geführt insg^M!» 1271384 Mann. Von ihnen wurden ausgeschlossen 826, ausgemustert 35 500, dem Landsturin überwiesen 142 307, der Ersatzreserve überwiesen 92143, der Marineersatzreserve überwiesen 2589, ausgehoben wurden 224925, und zwar für das Heer zum Dienst mit der Waffe 207 741, zum Dienst ohne Waffe 2712, für die Marine 13472. Als Freiwillige traten ein in das Heer 13582 Einjährig-Freiwillige, 1141 Volksschullehrer und 48591 sonstige Freiwillige. Von den Ausgehobenen waren auf dem Lande geboren 138 722, in der Stadt geboren 75203.

Der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß trat in diesen Tagen im Dienstgebäude des Evangelischen Ober-Kirchenrats in Berlin zu einer zweitägigen Sitzung zusammen. Die sachlichen Verhandlungen beschäftigten sich neben einer Feststellung der Themata für die Beratungen der nächsten Eisenacher Deutschen Evangeli­schen Kirchenkonferenz (1914) vornehmlich mit An­gelegenheiten der Auslandsdiaspora in den Schutzgebiets­

gemeinden. Zur Gewährung von Beihilfen standen ca. 40 000 Mark zur Verfügung, bei deren Verteilung etwa 40 Gesuche deutscher evangelischer Gemeinden und Verbände des Auslandes Berücksichtigung fanden. Be­sonderes Interesse erregten die Mitteilungen des Vor­sitzenden über den Anschluß von weiteren sieben Kirchen­gemeinden in Deutsck-Südwest- und Ostafrika an die altpreußische Landeskirche.

AmlanZ.

Ueber einen geplanten Anschlag auf den König von. Italien melden die Blätter aus Bologna. In San^Giovanni habe der Anarchist Delferro einen Selbstmordversuch gemacht, um nicht, wie aus einem Vorgefundenen Brief hervorgeht, einen von den Anar­chisten erhaltenen Auftrag zur Ermordung des Königs von Italien ausführen zu müssen.

Als Kandidat der christlich-sozialen Partei für den Wiener Bürgermeisterposten wurde in einer außer­ordentlichen Sitzung des Bürgerklubs der gewesene Handelsminister Dr. Richard Weißkirchner mit 89 Stimmen designiert. Auf seinen Gegenkandidaten, den ersten Vizebürgermeister Dr. Porzer, entfielen 23 Stimmen. Die Wahl Weißkirchners zum Wiener Bürgermeister ist nunmehr gesichert. Weißkirchner war in Luegers politischem Testament als sein berufenster Nachfolger bezeichnet worden. Er hatte aber nach dem Tode Luegers die Bürgermeisterwürde abgelehnt, weil er nicht auf seinen Posten als Handelsminister ver­zichten wollte.

Im Balkankrieg wird trotz der Friedenskonferenz in London um die türkische Festung in Epirus Janina noch immer hartnäckig gekämpft. Nach einem amtlichen Telegramm des Kommandanten der türkischen West­armee haben die Türken nach fünftägigem blutigen Kampfe bei Janinia die griechischen Truppen zurück- geschlagen, am andern Morgen das Defils von Mano- lakis überschritten, sind mit Erfolg in der Richtung auf Lourath vorgerückt, haben die feindlichen Streitkräfte zerstreut und einen Sieg errungen. Die türkische Flotte ist aus den Dardanellen ausgelaufen. Ihre Torpedo­

boote haben die griechische Insel Tenedos bombardiert.

Die Strecke der Bagdadbahn von Ulukischla, auf der Paßhöhe des Taurus, bis nach Karapunar am Eingang der großen Tschakitschlucht, ist dem Verkehr übergeben worden. Die neu eröffnete Strecke ist un­gefähr fünfzig Kilometer lang. Zwischen Karapunar und Dorak, dem Endpunkt der in der Cilicischen Ebene im April dieses Jahres dem Verkehr übergebenen Strecke der Bagdadbahn, beträgt die Differenz nicht mehr ganz vierzig Kilometer. Diese Strecke befindet sich im Bau. Ihre Vollendung wird jedoch wegen der außerordentlichen Schwierigkeiten der Tunnelarbeiten noch längere Zeit in Anspruch nehmen.

Der Ausfall der chinesischen Wahlen hat nach einem Telegramm der Deutschen Kabelgramm-Gesell­schaft eine starke Mehrheit für die radikale Knomintang- Partei ergeben. Aus Tibet werden Zusammenstöße zwischen Anhängern der Selbstregierung und der Partei, welche für den Anschluß an China ist, gemeldet.

Lokales und Provinzielles.

Schlächtern, 27. Dezember 1912.

* Das von alt und jung so lang ersehnte heilige Weihnachtsfest ist vorüber. Die Gotteshäuser waren an beiden Tagen stark besucht. Die Vereine und An­stalten feierten Weihnachten mit schönem Verlauf. Wir stehen nun wieder im alltäglichen Leben mit seiner Arbeit und seinen Kämpfen, aber mit frischem Mut raffen wir uns auf, dem neuen Jahre entgegen zu gehen, jeder nur Gutes davon erwartend. So nehmen wir den Abschied von dem alten Jahr, hoffend, daß jedem nach seinen Wünschen das neue Jahr das be- scheeren möge, was das alte Jahr unterlassen hat zu bringen.

* Es wird hiermit nochmals auf die Bekannt­machung im Kreisblatt betr. Einkommensteuerveranlagung für das Sleuerjahr 1912/13 hingewiesen.

* Wie wir bestimmt erfahren, hält der Verein Eintracht" Schlüchtern seinen nächstjährigen Masken­ball am 26. Januar 1913 im SaaleZum Hessischen Hof" ab.

Roman von M. von Bünau. 33

Vor allen Dingen mäßige Dich in Deinen Aus­drücken!" Ueber Borchers Stirn lief eine helle Röte.Du überschüttest mich mit ganz ungerechten Vorwürfen."

Ungerecht? Ich habe jedes Wort aus Deinem eige­nen Munde und dem Munde der Frau mit angehört."

Du meinst jedenfalls die Frau des Fabrikarbeiters, die eben hier war. Eine ganz verkommene, liederliche Person, ebenso unordentlich und arbeitsscheu wie ihr Mann. Was Du ihnen gibst, jagen sie morgen durch die Gurgel."

,Das geht mich nichts am Sie sind arm und hilfs- bedürMW

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Doktor Borchers sah seiner Frau eine Minute starr ins Gesicht. Wie schön 'sie war mit den glänzenden Au­gen. die Rote des Unmuts in dem hübschen, tro£iggin Gesicht. Es zuckte wie Lachen um fernen M

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wärt« kommen will. Glaubst Du, daß Vater etwa t«nen Wei.rrn verschenkt. weif die armen Leute gern ihre Gemme! KEtarr k-m-enmÄchtM?"

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Wolltest Du das bei der Walter auch tun?"

Nein. Da unterstützt jeder Groschen nur" Faulheit und Liederlichkeit."

Jeder Pfennigs den Du von ihr genommen hast, müßte Dir auf der Leele brennen."

Durchaus nicht. Ich habe mein Geld redlich ver­dient, sie ihres im Leichtsinn durchgebracht. Dir siehst alles ganz verkehrt an, Dina. Wenn ich nach Deinen Wün­schen handelte, säßen wir bald auf der Straße. Bleibe ich bei meinem Entschluß, dann hoffe und glaube ich, in einigen Jahren eine gute Praxis zu haben."

Eine Praxis von lauter wohlhabenden Leuten," warf sie bitter hin.

Nein ich gebe Armen und Reichen mein bestes Wissen und Können, opfere ihnen meine Kräfte- vielleicht sogar meine Gesundheit.^ Tue ich das alles umsonst, ohn« an denke so handle ich nicht

im Narr.

Krankheit noch gereizten Nerven. Er wollte sie an sich ziehen.Deine Empörung macht Deinem guten Herzen, aber nicht gerade Deiner Vernunft Ehre, Dina," sagte er freundlich.

Lag mich. Ich finde Deine

Sie wehrte ihn heftig ab.Laß mich. Ich finde Deine Handlungsweise abscheulich. Nun, diesmal habe ich mei­nenpraktischen" Gelderwerb zunichte gemacht. Ich bin der Frau nachgelausen und habe ihr das Geld wieder­gegeben, und noch neunzig Mark dazu, mein ganzes Wirt­schaftsgeld, das ich noch besaß. Ich hätte kein Stück Brot mehr essen können, jeder Bissen wäre mir in der Kehle stecken geblieben, immer hätte ich an die Tränen der Arrm- ften und ihr erpreßtes Geld denken müssen."

er

«schone Loott . ir Egoismus!

Sein, mit gesunde Vernunft. Hat ich erreicht, bin t* "erst in der Lage, jährlich etwa-'! Heun Mrückzulegen, so kann und werde ich u ^ei« Lrm«t gern helfen. Daß heißt. ich werde p lassen, ihnen lieber später un

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^ W . MN, die bei uns herrschen.

hast"Du wohl kein lehr großes Berstündnis." Dina warf > Leute ! den Kopf in ihrer alten hochmütigen Weise zurück.

'ia er- i Borchers liefe den Ausfall unbeachtet Er schob der- I artige AMMt W aus W durch die lange schwm

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am unrechten g- ist, wollen wir: Mutter httrüberg erwartet."

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rrwsn sprechen, sondern zur inS gewiß 7§aa ungeduldig

Er wollte ihren Arm nehmen, aber Dina machte sich los und trat einen Schritt zurück. 190,18*