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richtig vorgeiragen hat. Dieser Seitenhieb des Herrn Brehm steht auf derselben Stufe, wie die Anzapfung in seinem früheren Berichte über die nationalliberale Ver­sammlung vom 22. September, in welchem Herr Brehm glauben machen wollte, daß er die Zustimmung des Herrn Aßmus voraussetze, weil dieser zu den Brehm'schen Ausführungen geschwiegen habe. Glaubt man mit solchen persönlich zugespitzten Sächelchen der Sache zu dienen, die nach Behauptung der Nationalliberalen ihr Ziel ist:Aufklärung der Bevölkerung unseres nach Meinung der Nationalliberalen so rückständigen Kreises? Wir meinen: Nein! Wir glauben vielmehr, daß damit der Kampf um die politische Ueberzeugnng, der bei sachlicher Führung nur begrüßt werden kann, im weiteren Verlauf zur völligen Vergiftung der Be­ziehungen zwischen den Parteien führen muß, die besser darauf bedacht wären, Schulter an Schulter gemein­same Feinde zu bekämpfen.

Wir müssen auch eingehen auf einen Artikel des Herrn Steuerinspektor a. D. Anacker in gleicher Num­mer derSchlüchterner Zeitung", dem Herr Anacker selbst die Ueberschrift gibt:politische Betrachtungen", während im 2. Absätze einehistorische^ Darstellung in Aussicht gestellt wird. Richtig ist die Ueberschrift. Was darunter steht, ist keine historische Darstellung, sondern eine politische u. zw. nationalliberale Darstellung der Vorgänge bei der Reichsgründung. Wir müssen es uns versagen, auf alle einzelnen angreifbaren Punkte einzugehen, da uns der alsdann erforderliche Raum nicht zur Verfügung steht. Aber einige Hauptpunkte müssen wir herausgreifen, um zu verhüten, daß etwa harmlose Gemüter aus lauterem Respekt vor dem ge­druckten Worte und dem historischen Gewände, in wel­ches die Anacker'schen Betrachtungen sich hüllen, diese für historische Wahrheit nehmen. Herr Anacker sagt, die nationalliberale Partei sei die Partei der Reichs­gründung, sei dieSchöpferin" jener großen volksum- gestaltenden Zeit usw. Das klingt für ein national­liberales Ohr wundervoll, ist aber nicht richtig. Die nationalliberale Partei ist nicht sowohl dieSchhpferin" jener großen Zeit, als vielmehr ein Kind derselben. Heraufgeführt ist die große Zeit von dem Junker Bis- marck mit Hilfe einer kleinen Zahl im besten Sinne des Wortes konservativer Männer gegen den Wunsch und Willen der damaligen bürgerlichen Mehrheit im preußischen Abgeordnetenhause. Das Verdienst der Nationalliberalen, das ihnen nicht geschmälert werden soll, ist darin zu finden, daß sie sich von den stets ver­neinenden Fortschrittlern nach 1866 endlich getrennt und von da an treu zu Bismarck und seinem Werke gehalten haben, bis---ja bis sie sich selbst durch ihr späteres Verhalten, wie es Herr Anacker an« deutet, um ihre Stellung als führende Mittelpartei ge­bracht haben. Immerhin blieb die nationalliberale Partei auch weiterhin in nationalpolitischen Fragen nach wie vor zuverlässig. Sie wird es, wie zu hoffen ist, auch bleiben. Aber sollte man in dieser Hoffnung nicht wankend werden können, wenn man liest, was Herr Anacker weiterhin in seinem Artikel über die Sozial- demokratie und seinen Standpunkt zu derselben schreibt. Wir betonen ausdrücklich, daß wir dies nur als seinen Standpunkt ansehen und annehmen, daß dieser ganz gewiß nicht von jedem Nationalliberalen geteilt werden wird. Herr Anacker spricht davon, daß die Sozial- demokraten sichgemausert" haben, daß siein ihrer früheren Zusammensetzung brutal in Drohungen, inter­national und vaterlandslos" waren, während sie heute zivilisierter erscheinen, national und bereit den letzten Mann und Groschen für das Vaterland zu opfern." Das ist nicht richtig und es würde einer der folgen­schwersten Irrtümer sein, wenn diese Anacker'sche Zu­kunftshoffnung in weiteren Kreisen geglaubt würde.

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Die SozlaldWokratie ist heute noch, was sie von An- iang an war, ihre Ziele sind dieselben geblieben, sie schlag! nur vielleicht jetzt andere Wege ein, verhüllt, wo es sein muß, ihre Ziele und sucht auf diese Weise die Wachsamkeit ihrer Gegner einzuschläfern.

Man hofft von der revisionistischen Bewegung, daß diese die Sozialdemokratie zu einer bürgerlichen Oppo- sitions-Partei umwandeln werde. Es hat aber noch jedesmal die radikale Richtung in der sozialdemokrati­schen Partei obgesiegt und es ist nicht abzusehen, daß dies anders werden wird. Es mögen einzelne Männer einsehen lernen, daß die Ziele der Sozialdemokratie nicht erreichbar sind und bleiben werden. Die Leute, die dies einsehen, sind eben keine Sozialdemokraten mehr. Die Partei wird aber, wenn sie sich nicht selbst auf­geben will, immer bleiben was sie war. Sie wird sich mausern", d. h. sie wird es machen wie der Vogel, der genau derselbe bleibt und nachher wieder ebenso aussieht, wie vor der Mauserung. Herr Anacker kommt zu seiner Darstellung wohl in dem unbewußten Bestreben, den Fehler der Nationalliberalen, den sie nun einmal bei der Wahl des Reichstagspräsidiums gemacht haben, dadurch kleiner erscheinen zu lassen, daß er von den Sozialdemokraten eine rosig gefärbte Schilderung entwirft. Wir warnen ernstlich vor solcher Verwischung klarer Tatsachen. Es steht dabei mehr auf dem Spiele, als die Wiederherstellung des Ansehens der nationalliberalen Partei in den Augen auch der rechtsstehenden Parteien, auf deren Mitarbeit trotz allem die Nationalliberalen in hohem Maße angewiesen bleiben. Es steht dabei auf dem Spiele, daß aus solchen Schilderungen manch ein armer Teufel das Recht folgert mit der Revolutionspartei mitzulaufen, da diese sich jagemausert" habe. Zur Bekämpfung eines Feindes ist in erster Linie notwendig, daß man ihn kennt. Besser ist es, man überschätzt ihn wenn unsere Auffassung wirklich eine Ueberschätzung bedeuten sollte als daß man ihn unterschätzt. Letzteres pflegt sich bitter zu rächen!

Wir müssen uns Beschränkung auslegen und können nicht weiter im Rahmen dieser Ausführungen die ein­zelnen Teile des Anackerschen Mosaikbildes beleuchten, zu dem die verschiedenst gefärbten Steinchen zusammen getragen sind, damit daraus dem Beschauer in die Augen springen soll:Nationalliberal muß Trumpf werden!" Wir glauben, daß die Lücken in dem Bilde unschwer erkannt werden. Nur das eine wollen wir noch berühren: Woher weiß denn Herr Anacker, daß zur Zeit die begeistertsten Schutzzöllner in größter Ver­legenheit sind, daß wir einer neuen wirtschaftlichen Kalamität infolge der hohen Schutzzölle entgegen gehen, an der die Konservativen die Schuld tragen? Die Botschaft hört der Bauer, doch ihm fehlt der Glaube. Die Preise-für Vieh, Getreide^ Eier, Butter und Käse usw. müssen so sein, daß die Herstellungskosten gedeckt sind und daß für den Hersteller auch noch etwas übrig bleibt. Welcher Kaufmann kalkuliert seine Waren anders? Und wer macht ihm einen Vorwurf daraus, daß er es so macht? Der Landwirt soll dies aber nicht dürfen? Wie waren die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, bevor wir den erhöhten Zollschutz bekamen? Es steht fest und kann nicht geleugnet werden, daß die Landwirtschaft vielfach aus ihren Erzeugnissen noch nicht die Herstellungskosten gewinnen konnte, daß dies erst durch die höheren Zölle anders geworden ist. Wenn infolgedessen die Grundwerte gestiegen sind, so kann dies nur als natürliche Folge angesehen werden, für die nicht die Konservativen verantwortlich gemacht werden können. Solche Wertsteigerungen, von denen Herr Anacker spricht, sind nicht die Regel, sondern bedauer­liche Ausnahmen und Auswüchse, die nicht in der Steigerung der Lebensmittelpreise ihre Ursache haben.

Herr Anacker scheint übrigens auf dem Standpunkts zu stehen, daß die Landwirtschaft zu Gunsten der Industrialisierung Deutschlands ruhig verschwinden dürfe. Wir hoffen, daß wir uns in dieser immerhin möglichen Auslegung des vorletzten Absatzes seines Artikels täuschen. Es würde ja auch diese Auslegung in grellem Gegen­satze stehen zu der gerade in der letzten Zeit so oft im Kreise gehörten Versicherung der nationalliberalen Ver­treter, daß sie ein Herz und Verständnis für den Bauer und seine Nöte haben.

Wir wollen übrigens zum Schluffe unserer heutigen Ausführung die Landwirte unseres Kreises hinweisen auf eine am 26. ds. Mts. im Landtag gefallene Aeußerung des Sozialdemokraten Stroebel bei Besprechung der liberalen Interpellationen über die Fleischteuerung. Der Mann sagte unter anderem,es sei ein Unfug sondergleichen, zu behaupten, daß vegetabilische, d. h. pflanzliche Nahrung ausreichend sei. Der Landarbeiter könne sich wohl von Vegetabilien (Gemüsen, Brot, Früchten) nähren, der Industrielle müsse sich aber von Fleisch, Eiern und Milch ernähren. Der Landbewohner habe ganz andere Verdauungsorgane und Bedürfnisse wie ein Stadtbewohner und Arbeiter usw."

Ein Wort hierüber zu verlieren halten wir für überflüssig. Wir bitten aber die Landwirte unseres Kreises auch hieran zu denken, wenn selbst bürgerliche Kreise es fertig bringen, die Sozialdemokratie als harm­los hinzustellen.

Was ist das?

Ein Küchenhelfer, sehr praktisch und fein,

Auch Junggesellen kaufen ihn ein, Ganzknorrig" ist er, nein glatt und eben Und besser wie ihn kann es keinen geben, Und gießt man ihm kochendes Wasser auf den Kopf, Dann wird er genießbar, der kleine Tropf.

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Ssursdericht.

Abraham Sichel, Bank- und Wechselgeschäst.

Schlächtern, 29. Oktober 1912.

Mk.

Pf.

4 pEt. Deutsche ReichSanleihe

ICO

30

3'is pEt. Deutsche Reichsanleihe

88

50

3 PEt. Deutsche ReichSanleihe

78

25

4 pEt. Preuß. kons. Anleihe

100

40

-1 4 Preuß. kons. Anleihe

88

30

3 pEt. Preuß. kons. Anleihe

78

30

4 pEt. Bayer. E.-B.-Obligationen

100

4 pEt. Kurheffische LandeSkreditkaffe

100

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3Ks pEt. Kurheffische LandeSkreditkaffe 4 pLt. Mcimng. Hyp.-Pfandbrief un-

92

50

kündbar bis 1918 Srr. 13

97

10

4 pCt. dito Serie 2, 6, 7

4 tzTt. Oesterreichische Goldrente

96

40

92

10

4 pEt. Ilugar, Äoldrente

87

70

Darmstädter Bankaktien

119

75

Diskonto Tommanditaktien

181

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Donnerstag, den 31. Oktober 1913 vormittags 9 Uhr sollen in der Gastwirtschaft von Karl Wolf in Soden

1 Spiegel, 1 Sofa, 1 Panelbrett, 1 Wanduhr, 1 Schreibtischstuhl, 1 Barometer, 1 Nähtisch, 1 Kla­vier, 1 Tisch, 1 Stichle, 1 Klavier­stuhl, 4 kleine Tischchen, 1 Tep­pich, 10 Wandbilder darunter 1 Oelgemülde, 1 Klaviervorlage, 1 kleiner Teppich, 2 Paar Gar­dinen mit Zubehör, 1 GaSkron- leuchter fdreiflammigs, 1 Kuh, 1 Rind, 1 größerer Posten Heu, Grummet, ungedroschenen Rog­gen und Hafer, 2 komplette Betten, 1 Waschtisch mit Marmor­platte imb Spiegelaufsap und 1 eintüriger Kleiderschrank mit Spiegelscheibentüre

öffentlich meistbietend gegen Bar­zahlung zwangsweise versteigert werden.

Knobeloch,

Gerichtsvollzieher.in Stoingn,