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mit amtlichem Areisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
TeLefsu Nr. 65. Vierteljährliche Beilage: „Unsere Heimat". Telefon Nr. 65.
Erscheint Mittwoch und Samstag — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mt. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 1C Pfg.
^L ^- Samstag, den 23. März 1912. 63. Jahrgang.
Die im 62. Jahrgang erscheinende Schlüchterner Zeitttttg mit amtlichem Kreisblatt ist mithin die älteste und verbreitendste Zeitung im Kreise
Schlüchtern und weit noch über denselben hinaus und finden Inserate in derselben wirksame Verbreitung.
W »UitBrlrEdiiig
daher in der Zustellung tt«serer Zeitung durch die Post beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen
Postabonnenten, welche bis spätestens 28. März unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, j daß ihnen unsere Zeitung vom 1. April ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. — Jede Postanstalt und jeder Landbriefträger ist verpflichtet, Abonnements-Bestellungen anzunehmen.
Zu recht zahlreichen Bestellungen auf das mit dem 1. April 1912 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein
die Expedition der „Schlüchterner Zeitung".
Amtliches.
Herr Professor Heiderich zu Bonn, ein hervorragen» der Kenner vorgeschichtlicher Funde, hat sich in sehr dankenswerter Weise bereit erklärt, um Ostern herum hierher zu kommen und den Kreis Schlüchtern auf vorgeschichtliche Bodenschätze genauer zu untersuchen. Damit dem Herrn Professor möglichst von vornherein gewisse Angriffspunkte für seine dankenswerte Tätigkeit nach gewiesen werden können, ist es nötig, daß alle Erfahrungen, die auf dem Gebiete Vorgeschichte licher Funde im Kreise jemals gemacht worden sind, gesammelt und ihm zugänglich gemacht werden.
Wir richten daher an unsere Helfer und an alle sonstigen Freunde unserer Bestrebungen die freundliche Bitte, uns möglichst bald alles niitzuteilen, was ibaen in Bezug auf etwaige frühere Funde von Vor- getchicktliche» Gegenständen und mutmaßliche Lager- stäNen derartiger Dinge im Kreise Scl'Mrer® bekannt iß. Selbst die geringste Angabe wird uns willksAmeu fern. W "
Wo find dir Stücke r.rftvrdrL Darta :
Sind dir Stöcke nun im HefiHr des Finders 5 Oder wo werden fix zur Zeit auwew'::i?
2. Wo haben sich enva o»s fri'ch geackerter Stücken guten ■ Lehmbodens, besonders in der Nähe fließenden Waffers oder von Quellen, aufiallende dunkle Stellen von etwa 5—10 Mir. Durchmesser gezeigt, auf denen womöglich Splitter von Feuerstein gefunden worden sind?
3. Wo und wann hat üi gelegentlich in der Nähe von Sacklaufen beim Ausschachten altes uner- klärbares Pfahlwerk in der Erde gefunden?
4. Wo finden sich hauptsächlich auf Gipfeln, aber gelegentlich auch an den Seiten von Bergen, und hier namentlich an in das Tal hineinragenden Stellen 5 und mehr Meter hohe Hügel, deren Entstehung sich nicht ohne Weiteres erklären läßt?
5. Wo finden sich Flur-, Straßen- und Wegenamen, die auf das Bestehen von vorgeschichtlichen oder mittelalterlichen Wegen und Straßen hindeuten? Folgende Namen kommen hauptsächlich in Betracht: Alte «traße, hohe oder Hochstraße, Weinstraße, Renn- weg, Steinstraße, Heerstraße, Hühnerpfad, Rind- oder Ochsenstraße.
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Wir bitten alle Helfer und Freunde unseres Heimatbundes, etwaige zweckdienliche Mitteilungen möglichst bal^ an den Vorstand des Heimatbundes gelangt zu latten und damit auch an ihrem Teil mit- MvirkrU, daß das Dunkel, in welches dir frühste Ge- •"±*274 unseres heimatlichen Kreises noch gehüllt ist, »Er und mehr aeüchtr:^ werd«.
Ostern, der Zritpuukt der SchtAentla^unzeu, strbr vor der Tür, und es gilt nur, einen Beruf zu wählen für den Jungen, der aus der Schule ins Leben tritt. Die Frage „Was 'oll der Junge werden i" ist eine der ernstesten Gewiffensfragen. Wer gewissenhaft ist, überlegt wohl hundertmal, ehe er einen Entschluß faßt; denn eine verfehlte Berufswahl bedeutet gar oft ein verfehltes Leben. Bei minder gewissenhaften Leuten geht es allerdings schneller. Bei diesen richtet sich die Wahl meistens nur nach einem Gesichtspunkte: der
Junge muß von vornherein viel verdienen. Ob er etwas Gescheites lernt, ob er in den sittlichen Sumpf gerät, das wird weit weniger beachtet. Wenn der Vater eine Stellung als Laufbursche für den Jungen ausfindig gemacht hat, glaubt er, seiner Verpflichtungen ledig zu sein. Die Laufburschen erhalten von vornherein ihren Wochenlohn, uud daneben fallen noch Trinkgelder ab. Das macht diese Stellungen begehrenswert. Während ein Lehrling in der Werkstelle arbeiten muß, kann der Herr Laufbursche auf der Straße Zigaretten rauchen und hat außerdem immer noch Groschen für andere Genüsse.
Kein Wunder also, daß die Handwerker oft klagen, die Jungen wollten nichts mehr lernen, sondern sich lieber als Ausläufer auf der Straße umhertteiben. Und doch ist dAs eine sicher: Auf die Dauer tauscht ein Handwerk«, der etwas gelernt hat, doch nicht mit einem Gelegenheitsarbeiter, wozu sich viele Laufjungen em- wickeln, wenn auch das Handwerk heute nicht imm« auf Rosen gebettet ist. Es gibt ja Gott sei D-auk Nach twmrr cemteerfer Üe selbst wer Sohne sved« tau ehrbares Handwerk urmh«». und diese werden fich au S^ea ;xmK durst'st lagen und als gute Lorbstster wirken. L:r5r Hsttw^enker soll es ata »hoher aanawx uu- 'stecken e.rx g^uw^en a.s aehrwage in kwtwLäMtt'chr Geschäfte oder als Schreiber zu ÄrchtL- anwäfteu. Das st w ta memeu Fallen nacht wohl- reinn: d-es» ta kanftuännvche _ Beruf ist LberfüLl. Wer nicht gebrxgese KestWifle f>ent>t und außer d«W für den Handel prädestiniert ist, bringt es meistens zu nichts und muß sich zrrstebens mit einer mehr als kärglichen Besoldung begnügen.
Dabei sei noch die Ansmecksamkeit auf einen Beruf hingelenkt, von dem man vielfach eine ganz verkehrte Meinung hat, das ist die Gärtnerei. Allerdings arbeiten muß man, und wer das nicht mag, der werde lieber keii Gärtner. Aber die Arbeit, die hier geleistet wird,
Das Geheimnis der Akuten.
Roman von Jenny Hirsch. 14
„Woher haben Sie erfahren, daß Fräulein von Ruffer ins Wasser gefallen ist?"
„Sie ist nicht hineingefallen," antwortete das Mädchen leise.
„Wollen Sie damit sagen, es habe sie jemand hinein- aeworfen?" fragte der Inspektor, der den eigentlichen Sinn dieser Antwort sehr gut begriff.
Sie schüttelte den Kopf, während Herr von Noßwitz einen dumpfen Ton hören ließ.
„Oder soll es soviel heißen, als habe das Fräulein freiwillig den Tod in den Fluten gesucht?" lautete die nächste Frage.
Jetzt machte das Mädchen eine bejahende Bewegung. Edith schrie laut auf, Herr von Noßwitz ergriff die Dienerin beim Arm und schrie ihr zu: „Wie können Sie so haarsträubenden Unsinn reden."
„Sie gestatten, meine Herrschaften," sagte der Inspektor mit ruhiger Höflichkeit," ergriff baS Mädchen bei der Hand und führte sie in den Salon, dessen Tür er hinter sich schloß.
„Setzen Sie sich," sagte er, auf einen Stuhl deutend, zu der Zitternden, „und ‘ sagen Sie mir. was Sie auf die Dermurung bringt. Fräulein von Ruffer habe sich das Leben genommen? Was sollte eine junge, reiche, schöne Dame dazu bewogen haben y
sie war so unglücklich. Sie wollte sichs ja nicht wetten raffen und ging im Hause herum, als wenn nichts tt ebenen märe; aber man 'ab es ihr ja an. wie es mit Hr staub. Jeden Lüg. wenn sie wttgrng und viele Sinn- ; bei aus Hieb, dachte ich, die traust wohl heute man ; «.eta und aus üt » eingetragen. Der das HQckt des
Bisen Fräuleins stt'^ru hatte, als sie n der Suche
'uns 'du Srtre einen rr^n andern in? .Feuer ' *®ita «chre, U« dre Gischt Zefch-NI« tatet ‘
„Was für Briefe?" fragte der Inspektor in atemloser Spannung.
„Ja, was werden es anders für Briefe gewesen sein, als von einem ungetreuen Geliebten," antwortete das Mädchen achselzuckend.
„Unsereins erfährt ja nichts von den Geheimniffen der Herrschaft, aber im Hause munkelten sie, der junge Förster von Lindental sei es gewesen."
„Unsinn," entfuhr es bem Inspektor.
„Herr und Frau von Noßwitz sollen auch nichts von der Sache haben hören wollen, und es soll manchen Auftritt deshalb gegeben haben, erzählte das Mädchen weiter, „was Gewisses erfuhr man nicht, ich bin ja auch noch nicht so lange hier. Aber das sah man, daß das arme Fräulein bis in den Tod betrübt war; sie hat's nicht länger ertragen können, dabei bleib ich, wenn auch die Köchin behauptet, sie wäre zu fromm gewesen, um solche Sünde zu begehen."
„Ist das alles, was Sie wissen?"
„Ja; die Köchin kann vielleicht mehr sagen. Sie ist aber eine sehr verschwiegene Person."
„Schicken Sie sie mir augenblicklich her," gebot der Inspektor und unterdrückte dabei nur mit Mühe ein Lächeln über das der Köchin erteilte Lob, das hier weit mehr einem Tadel gleich kam.
Nach wenigen Minuten stand die Köchin vor ihm, eine Person in vorgerückten Jahren mit einer sehr sauberen weißen Mütze und einer weißen Schürze mit deren Zipsel sie sich die vom Weinen geschwollenen Augen trott« uete.
Sie war in der Tat sehr verschwi^en, denn sie be- anlwoneie die ersten Fragen des Jnspettors mit grosser ! Vorsicht nur durch ein knappes Ja oder Rein; erst als er ihr mitteilre, daS Stubenmädchen fei der Annchr, Ly- dm rost Auster habe ffch selbst das Sehen genommen, öffnete ihr die Empörung die Lippen.
„AMchrsLch." schrie sie. „wie taun die Jaftsine so | erssS wa tau gute®, liehen Fräulein fegen, r ta frei- .
lich, die heutigen Dienstmädchen. Das kommt und geht und weiß nichts von der Herrschaft. Sehen Sie, Herr Inspektor, ich habe bei der Frau Geheimrat von Ruffer fünfundzwanzig Jahre gedient und Fräulein Edith und Fräulein Lydia auf den Armen getragen, und ich habe ein Ruhegehalt und bin bloß aus Gefälligkeit wieder mit nach dem Rodenberg gegangen, weils eine andere doch so nicht versteht. . ."
„Sie waren also jedes Jahr mit hier?" unterbrach der Jnspeftor den Redesttom. „Wiffen Sie vielleicht von einer Liebe des Fräuleins, die ihre Familie nicht billigte?"
„Oho, die gnädige Frau wußte wohl darum und hatte ihre Freude daran. Es sollte es nur noch niemand erfahren, aber mich macht man doch nicht dumm," sie lachte jetzt leise vor sich hin.
„Wo hatte denn das Fräulein den jungen Mann kennen gelernt," fragte der Inspektor.
„Na hier; sie ist doch von frühester Kindheit an jeder Jahr nach dem Rodenberg gekommen."
„Aber der Förster ist doch erst in diesem Frühjahr hergekommen; das Stubenmädchen sagte..."
„Ach, die hat läuten gehört, aber sie weiß nicht, in welchem Dorfe," lachte die Alte. „Um den Förster Horn handelt es sich doch nicht, sondern um Ludolf Pöplau, den Spielgefährten des gnädigen Fräuleins."
„Er hat ja studiert und kann Oberförster oder wa$ weiß ich alles für ein großes Tier werden ; aber bei Herrn von Noßwitz fängt der Mensch erst beim Grafen an, obschon er selber keiner ist."
„Herr von Noßwitz wollte das Verhältnis nicht, und seine Frau?"
„Na, als ob die je was anderes wollte, als er. Sie haben dem armen Fräulein hatt zucesetzl. und zuletzt soll ]a bauti auch eine Menge Schlechrigkeiten an den Tag Gekannten sein, so daß ~te ihm den Lb'chred gegeben hat."
„Und herüber war sie sehr unglücklich?" 191,18*
„TLresungWKrch: sie ügte kein Wort, baS war so
ihre Lrr. aber ich s.:ß^. was Sie blocke geschlagen hatte."