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mit amtlichem Areisblatt. Alonatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

Telefon Nr. «3. Vierteljährliche Beilage:Unsere Heimat". Telefon Nr.«».

Erscheint Mittwoch und Samstag Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mt. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 1C Pfg.

eM 8. Samstag, den 27. Januar 1912. 63. Jahrgang.

Der Fest-Ausschuß für die

Geburtstagsfeier unseres Kaisers und Königs

hat beschlossen, auch in diesem Jahre von dem sonst üblichen Festessen abzusehen und dafür am Samstag, den 2 7 Januar, abends 8 Uhr, einen

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in der hiesigen Turnhalle abzuhalten.

" . Der Fest-Ausschuß ladet alle patriotischen Bürger Schlüchterns und seiner Umgebung herzlich ein, diesen Kommers zu besuchen. Der Kriegerverein, der Gesangverein und der Turnverein haben in dankenswerter Weise beschlossen, den Abend durch mancherlei Veranstaltungen zu verschönern.

S ch l ü ch t e r n im Januar 1912.

Der Fest-Ausschuss.

Amtliches.

Der Herr Kreistierarzt Krexa ist bis einschließlich 30. d. Mls beurlaubt. Seine Vertretung hat Herr iKreislierarzt Dr. Schirmer in Gelnhausen übernommen. Schlüchtern, den 23. Januar 1912.

Der Königliche Landrat: J. V.: Schultheis.

J.-Nr. 15382. Die Mitglieder der Zwangs­innung für das Metzgerhandwerk im Kreise Schlüchtern, das sind nach § 4 des Statuts vom 13. September v. Js. alle diejenigen Personen, welche das Metzgergewerbe als stehendes Gewerbe selbständig betreiben, werden zur Vornahme der Wahl des Jnnungsvorstandes auf Donnerstag, den 1. Febr., Nachmittags 3 Uhr, in den Sitzungssaal des hiesigen Kreishauses einberufen.

Schlüchtern, den 22. Januar 1912.

Der Königliche Landrat: I. V.: Schultheis.

Zu Kaisers Geburtstag.

Kanonendonner und Glockenklang, Drommetengeschmetter und festlicher Sang Und flatternde Fahnen im Winde! Was künden sie jauchzend dem deutschen Land 3m Osten und Westen, am Meeresstrand? Wem gelten die Blumengewinde?

Wem klingt der Jubel von jung und alt. Der brausend und stürmend gen Himmel schallt, Wem ward so herzliches Grüßen?

Wem duften die Blumen zur Winterszeit, Wem gelten Gebete und Wünsche heut, Die deutschen Herzen entsprießen?

Sie klingen dem Kaiser, dem herrlichen Mann, Dem Siegfried allein ich vergleichen kann, Dem Kraft und Schöne beschieden.

Mit trefflichem Schwert, gehörnt und gefeit, So hat er von Feinden uns stets noch befreit, Bewahret den köstlichen Frieden.

3n Winterskälte und Lises Macht

Taun auf die Herzen, entschwindet die Nacht An Kaisers festlichem Morgen.

Ihm jauchzen die Herzen in Liebe zu,

Der Wohlfahrt dem Volke, Gedeihen und Ruh Erkämpfte in Mühen und Sorgen.

Und ob auch Feinde ringsum dräun

Und sich des Zwistes im Lande freun,

Sie sollen uns nicht übermannen!

Wir schwören heut in Deine Hand, Dir treu zu bleiben im deutschen Land, Die alten Gespenster zu bannen!

Auf viele Jahre! Du stolzer Aar, Nun spreite die Schwingen in Lüften klar

Ob Deutschlands geheiligten Gauen. Durchs Kreuz zur Krone, durch Nacht zum Licht, Dem wollen wir glauben und anderem nicht, Dem Kaiser, dem Kaiser vertrauen!

Kaisers Geburtstag.

Unser Kaiser tritt heute in sein 54. Lebensjahr. Mit den Fürsten des geeinten Reichs vereinigen sich Millionen deutscher Herzen in dem Wunsche, daß Kaiser Wilhelm II. das Zepter, das er mit jugend- kräftiger Hand in schwerer Zeit ergriff, noch lange festhalten möge, bis er einst in silberweißem Haar auf ein ebenso gesegnetes Leben zurückschauen darf wie einst sein unvergeßlicher Großvater Wilhelm der Große.

Den Anforderungen, die an den obersten Hüter deutscher Einheit und Größe zu stellen sind, kann nur ein Fürst von außergewöhnlicher Begabung und Kraft gerecht werden. Wir können uns glücklich preisen, daß

die preußische Königskrone und die deutsche Kaiserkrone auf dem Haupte eines Fürsten ruhen, der als echter Hohenzoller die Pflicht seines hohen Berufes mit mv ermüdlichem, nie rastendem Eifer erfüllt. Wir können uns glücklich preisen, daß das verantwortliche Amt des preußischen Königs und deutschen Kaisers einem Herrscher anvertraut ist, bei dem in starker, und wenn es Gott will und es nötig ist, auch entschlossener Hand das scharfe deutsche Schwert sicher ruht. Dennoch will unser Kaiser nach der Verheißung des großen ersten Kaisers des neu aufgerichteten Reichs ein Mehrer des Reichs sein nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung. Der Ruhm kriegerischer Großtaten mag in lockender Gestalt manchmal dem jungaufstrebenden Herrscher begehrens­wert erschienen sein, um so ehrenwerter für ihn, wenn er entschlossen sich anderen Aufgaben zugekehrt und den Ausbau und die Vertiefung des Reichsge­dankens, die soziale Versöhnung und die wirtschaftliche Zufriedenheit zum Leitstern seines Handelns erwählt hat. Daß der Welt das köstliche Gut des Friedens bis heule erhalten blieb, ist nicht zum wenigsten das persönliche Verdienst unseres Kaisers, und dafür dankt ihm sein Volk an erster Stelle. Denn nur unter dem Schutze des Friedens können Arbeit und Wohlsahrt gedeihen.

Wir leben in einer ernsten, an Gefahren und inneren f Nöten reichen Zeit. Fortgesetzt werden von einer Vater-1

landslosen Horde gegen die Grundlagen des Staates und der Gesellschaft zielbewußte Angriffe gerichtet, und es wird die ausgesprochene Absicht verfolgt, die edelsten Güter, Religion, Sitte, Vaterlandsliebe, dem Herzen des Volkes zu entreißen. Wichtige Zweige des Erwerbs­lebens leiden unter dem Drucke ungünstiger Umstände, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte infolge einer Reihe allgemeiner und besonderer Ursachen herausge­bildet haben und daher auch kaum anders als allmäh­lich zu heilen sind. In einer solchen Zeit werden wir uns, mehr als sonst, des Segens bewußt, der uns in einem starken, machtvollen Königtume gegeben ist. Mitten in dem Wirrsal der Parteien, in dem Durch­einander der Bestrebungen, in der selbstsüchtigen und verblendeten Leidenschaft des Streites um Macht, Ein­fluß und Besitz ist uns im Königtum ein fester, unan­tastbarer Bestand gegeben, ein eherner Fels, an dem der unruhige Wellenschlag aufgeregter Leidenschaften ohnmächtig abprallt.

Diesen Segen eines festen monarchischen Regiments, das unabhängig von dem Wechsel der Parteien und zufälligen Mehrheiten in den Vertretungen des Reiches und Staates über den Parteien steht, uns zu bewahren, ist unter den vielen Aufgaben der Gegenwart die wichtigste. Die Zukunft des deutschen Volkes und Reichs hängt davon ab, daß uns dieses teure Erbe unverkümmert erhalten bleibe. Schwände jemals mit der Treue gegen Kaiser und Reich die Ehrfurcht vor der Majestät des Königtums, so wäre damit an die Wurzel unserer geschichtlichen und staatlichen Größe die Axt gelegt.

Und so wollen wir denn am Geburtstage unseres Kaisers aufs neue geloben, fest und treu zu stehen zu Kaiser und Reich in guten und in bösen Tagen. Das sei unser Geburtstagswunsch!

~ Deutsches Reich.

Zur Förderung der inneren Kolonisation sind in der Thronrede bei Eröffnung des preußischen Land­tags Gesetzentwürfe angekündigt worden. In erster Linie handelt es sich darum, nach dem Vorbilds der in Danzig und Posen bestehenden Besitzbefestigungsbanken solche auch für Schlesien, Ostpreußen und Pommern zu gründen. Ferner ist beabsichtigt, eine Reihe von Domänengülern des Staates allmählich der inneren Kolonisation zugänglich zu machen, namentlich in Fällen, wo der Ankauf von Privatgütern auf Schwierigkeiten stößt. In erster Linie wird diese Maßnahme in den östlichen Provinzen zur Durchführung gelangen.

Der Deutsche Werkmeister-Verband (Sitz Düssel­dorf) zählt gegenwärtig rund 56 000 Mitglieder. Im letzten Quartale 1911 traten allein 3000 neue Mit­glieder dem Verbände bei. Ursache ist die geregelte Stellenlosenunterstützung im Verbände, die am 1. Okt. 1911 in Kraft trat, weiter auch der vom gleichen Tage ab gewährte ausgedehnte Rechtsschutz. Im Jahre 1911 zahüe der Verband, der auch wegen seiner tätigen Mitarbeit am Angestelltenversicherungs-Gesetz in weiteren Kreisen bekannt geworden ist, 733,000 M für Sterbe­gelder, 310000 M. zur Unterstützung der Witwen und Waisen, 345 000 M. zur Unterstützung der Stellen­losen, invaliden und bedürftigen Mitglieder. Für Brandschäden wurden insgesamt 46000 Mt. gezahlt.