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Der neue König hatte erst obert sich immer neue Absatzgebiete. <so ist die Kaiser­liche Marine, in Erkenntnis der Bedeutung unseres Ko- onialproduktes, dazu übergegangen, für das Tauwerk der Flotte die Verwendung von deutsch-ostafrikanilchen Sisalhanf vorzuschreiben. ,

Wie eine Meldung aus Washington mittelst, ist nach amtlicher Feststellung die Zahl der deutschgeborenen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten im Jahre 1910 um 11,2 Prozent zurückgegangen. In der Stadt Newyork betrug der Rückgang seit dem Jahre 1900

Gothen und Wenden an. _ .

vor einem Monat sein achtzehntes Lebensjahr ange­treten. Der Stifter der neuen schwedischen Dynastie war Gustav Wasa. Weniger bekannt ist es wohl, daß dessen Urgroßmutter von dem Gute Rundhof in Ost- < angeln stammte. (Ostangeln ist eine Landschaft zwischen Flensburg und Schleswig, nicht weit von dem an der : Ichley, einem Meerbusen der Ostsee gelegenen Städt­chen Kappeln). Das Geschlecht ihres Vaters, des Ritters Erich Krummendik, stammte von dem Gute Krummendik bei Jtzehoe (Holstein). Diese Familie scheint seinerzeit ziemlich verbreitet gewesen zu sein. Schon vor der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts er­scheint in holsteinischen Diplomen ein Balduin de Krummendike und einige Dezenten später sein Sohn Etheler. Am Anfang des folgenden Jahrhunderts begleiteten die Ritter Hans und Klaus Krummendike als Dienstmann Gerhard dem Großen nach Lübeck, woselbst er vor dem Bischof wegen Gewaltaten, die er sich Bischöflichen Untertanen gegenüber erlaubt hatte, Abbitte und Buße leisten mußte. Als im Jahre l36o König Waldemar Atterdag mit dem Grafen von Hol­stein einen Vertrag schloß, finde! mau nicht weniger als 7 Krummendiks unter gräflichen Bürgen genannt, und mehrere derselben sind um diese Zeit in die Dienste des Herzogs Waldemar von Schleswig getreten. Ver­schiedene Mitglieder dieser Familie hatten damals schon Besitzungen im Königreich erworben, während Hans von Krummendik bereits 1327 Fleckebye (Dorf zwischen Schleswig und Eckernförde) und einige Dörfer m Schleswig von Gerhard dem Großen käuflich erworben hatte. Eigentlich berühmt ist die Familie aber doch erst durch Erich Krummendik auf Rundhof geworden. Erich Krummendik war verheiratet mit Beate v. Thienen auf Brunsbüll, auch ein benachbartes Gut dort. Der Besitzer des Gutes war Johann v. Thienen, der das wichtige Amt eines Drosten (oberster Richter im Lande) bekleidete. Dem Ehepaare wurden 5 Söhne und 5 Töchter geboren von denen nur der Sohn Hartwig und die Tochter Margaretha bedeutend sind. Hartwig Krummerdik erheiratete in Norwegen bedeutende Land­güter und griff als königlicher Befehlshaber zu Agger- huus in die norwegischen Staatsverhälnüsse sehr tätig ein, er muß um das Jahr 1430 gestorben sein. Seine Schwester Margaretha hatte sich in Schweden mit dem Ritter Christian Nielsen Wasa verheiratet und ihr Ur­enkel war Gustav Wasa, der gefeierte Stifter der neuen schwedischen Dynastie. Schwedische Genealogen haben, teils aus Unkunde undMißverständnis des Namens von Thyn und Verwechslung des Wappens," teils aber aus Streben für den Gründer ihrer glorreichen Dynastie durch .eine Stammutter fürstlicher Herkunft zu nennen, die Gattin Erich Krummendiks zu einer Schwester des Königs Erich von Pommern machen wollen, so daß aus dem vertrauten Verhältnis, worin zu Anfang des 15 Jahrhunderts die Krummendikssche Familie zu der königlichen stand, ein verwandtschaft­liches wurde. Dänische Geschichtsforscher waren es zu­nächst, die der Unrichtigkeit jener Behauptungen enl- gegentraten. Die Urgroßmutter Gustav Wasa's väter­licher Seite war von Vater und Mutter her nur riiter- bürtig, und ihre Wiege stand zu Rundhof in Angeln, ihr Geschlecht aber stammt von Krummendik bei Jtze- Hoe (Holstein) So schreibt die Chronik- M B

44 998.

Zu den Selbständigkeitsbestrebungen der Mongolei teilt eine Meldung aus Charbin mit, daß Hutuchta, das Oberhaupt der buddhistischen Geistlichen, als Selbst­herrscher die Regierung der Mongolei angetreten hat. Der chinesische Resident wurde vertrieben.

Vermischtes.

Böse Weihnachten. Am Heiligabend hantierte in einer Goldschmiedefamilie in Oberstein der Geselle mit einer Browningpistole. Plötzlich ging der Schuß vs, verletzte eine Tochter des Goldschmieds leicht und ötete seine Frau, die Mutter von 9 Kindern ist. Der Täter stellte sich der Polizei.

Eine Ueberraschung. In Tollewitz bet Dresden starb der Rektor a D- Rademacher. Er lebte mit einer Tochter in den kümmerlichsten Verhältnissen. Jetzt hat man unter dem Bette des Verstorbenen in vier Zigarrenkisten 140 000 Mark in barem Gelde und bei weiteren Nachforschungen 160 000 Mark in Wert­papieren vorgefunden. Es ist festgestellt worden, daß Rademacher und seine ebenfalls kürzlich vor ihm ver­storbene Tochter an Entkrästung zugrunde gegangen sind. Der Sonderling hat sein Vermögen den beiden Tierschutzvereinen in Berlin und Breslau vermacht. Der Staat wird allerdings vorher die hinterzogenen Steuern

beanspruchen. So berichtet derTag". . ..

Der Metzer VereinJeunesse lorraine" ist durch Beschluß des lothringischen Bezirkspräsidiums auf­gelöst worden. Er war eine Gründung der wegen der bekannten Metzer Krawalle vom Januar v. J. ausge hobenen VerbindungLorraine sportive". Die Auf­lösung derJeunesse lorraine erfolgte wegen der Vorgänge in der Römergasse zu Metz, bei denen der Unteroffizier Maasch durch einen Pistolenschuß getötet wurde.

Eine Frau gab ihrem Manne die Versicherung, daß sie ihm niemals etwas vorlüge. Er sagte ihr, daß er nicht daran zweifle, aber er wolle in Zukunft jedes­mal eine Ke>be ins Piano schneiden, wenn er wisse, daß sie die Unwahrheit spreche.Nein, das wirst Du nicht tun," kreischt sie,ich will mir mein Piano nicht

Ein Pariser Schwindel. Großes Aufsehen er- reat in Paris die Begaunerung des Ehepaars Carpentier durch den Bankier Ningler. Er wußte sich das Ver- trauen der Carpenliers zu erringen, verwickelte sie in Geldgeschäfte, bei denen sie erheblichen Gewinn hatten, ließ sich schließlich 4:57 000 Franks zu Börsengeschäften auszahlen und listete der Frau Carpentier, während ihr Mann in Argentinien durch den Verkauf von Eigen- tuln weitere Mittel flüssig machte, einen Blankowechsel ab. Als Carpentier an sein Pariser Bankhaus als Er­lös des argentinischen Geschäfts 500 000 Franks an- wies, wurde diese Summe von Ningler abgehoben. Als Carpentier am Tage daraus vorsprach, erfuhr er, daß das Geld schon ausgezahlt sei. Ningler und einige Helfer wurden verhaftet, ebenso sein Vater, von dem festgestellt wurde, daß er 500 000 Franks in seinem Besitz gehabt hatte. Auch Frau Carpentier war zu­nächst verschollen, hat sich aber wieder eingefunden, nicht aber mit ihr die halbe Million. Die Dame erklärte dem Untersuchungsrichter, sie könne sich der Anzeige ihres Gatten gegen Ningler nicht anschließen. Sie habe Ningler, der ein Ehrenmann sei, den Blankowechsel auf die halbe Million gern und aus freien Stücken ausge­stellt und wisse auch, in welcher Weise die Summe verwendet sei, verweigere aber jede Auskunft darüber, weil es sich um ihre und keines andern Angelegenheiten handle Die Untersuchung gegen Ningler wird fort­gesetzt.

Neue russische Briefmarken. AuS Anlaß des bevorstehenden dreihundertjährigen Jubiläums der Herr­schaft des Hauses Romanow bereitet die russische Post- verwaltung die Ausgabe von neuen Briefmarken vor. Der Typus der neuen Wertzeichen wird von dem bis« her in Gebrauch gewesenen insofern völlig abweichen, als die Marken zum ersten Male statt des üblichen Reichsadlers die Porträts der russischen Kaiser zeigen werden, beginnend mit der billigsten, der Ein-Kopeken- Marke, die das Bild Peters des Großen tragen wird.

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Kuslanfl.

Ein erfreulicher Erfolg deutscher Arbeit wird aus den Kreisen der heimischen Industrie berichtet: Deuisch- Ostasrika ist nunmehr in der Lage, genügende Mengen Hanf zu liefern, um nicht nur das Mutterland von seiner so lange unangenehm empfundenen Abhängigkeit von Fibrehanf vom Arsland zu betteien,^ sondern da­rüber hinaus auch noch zu exportieren.__Es handelt sich dabei um Sisalhauf. Der Bau von L-isalagaven wird in Deutsch-Ostafrika von 22 Gesellschaften betrieben, von denen 21 ihren Sitz in Deutschland haben und eine den ihren in London hat. Das Produkt der Kolonie erfreut sich dabei einer großen Beliebtheit inbezug auf Reinheit, Festigkeit, Geschmeidigkeit und Farbe und er-

ruinieren lassen'"

Durch herabfallende Telegraphendrähte 5 Per­sonen getötet, 3 schwer verletzt. Ein schrecklicher Un­fall ereignete sich im Irrenhause zu Macerata. Durch, den heftigen Wind wurden mehrere Telcgrapheostangcn umgeworfen und die Telegraphendrähte fielen in den Garten des Irrenhauses, drei gerade im Garten spazieren gehende Irre treffend. Alle drei wurden sofort getötet, zwei andere, die nach diesen die Drähte berührten, er­litten das gleiche Schicksal. Als der Direktor des Irrenhauses in der Annahme, daß die Irren sich streiten, mit zwei Wärtern herzueilte, um die Kämpsenden zu trennen, kamen auch sie mit den Drähten in Berührung und wurden ebenfalls schwer verletzt.

Brennende Kinder. Bei einer Weibnachts-Theater- Aufführung in Chesterfield in England gerieten die Kostüme von zehn kleinen Mädchen in Brand Die Kinder e:litten schwere Brandwunden. Ein Knabe, der ebenfalls bei der Aufführung milwirkte, hatte sich hinter den Kulissen eine Zigarette angezündet und das Streich Holzim eleganten Bogen" fortgeworfen.

New-Pork- Milde Weihnacht. Das diesjährige Christfest war das mildeste seit 40 Jahren. 15 000 Personen, Männer und Frauen, badeten in der See und besichteten Conney Island, das sonst im Winter eine vollständig verlassene Ortschaft ist. Vielfach wur­den Strohhüte getragen.

«Smc C^ottt' MW^i' f I

1SS^ Unseren Inserenten zur gefl. Kenntnis- nähme, daß wir infolge des neuen Buch­druckertarifes uns genötigt sehen, vom 1. Januar d. I. ab den Anzeigenpreis für die kleine Zeile von 10 auf 12 Pfg. und die Reklamezeile von 15 auf 20 Pfg. zu erhöhen.

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Evangelische Gemeinde: Sonntag, den 7. Januar.

Vorm. 10 Uhr: Herr Superintendent Orth. Nachm. '/?2 U^r: Herr Pfarrer Rollmann.

Wochendienst: Herr Superintendent Orth.

K a t h o l i s ch e G e m e i n d e Samstag, den 6 Januar 1912 Heilige drei Könige.

Sonntag, teil 7. Januar.

Vormittags 10 Uhr Pfarrgottesdienst Herr Kaplan Kind.

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