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Den Vorsitz in der mündlichen Prüfung führte Herr Provinzialschulrat Seift aus Cassel; Herr Regierungs­und Schulrat Dr. Quehl wohnte der Prüfung bei.

* Homberg. Der bis zum Jahre 1902 an unserem Seminar wirkende Kgl. Musikdirektor Seminarlehrer Robert Meister ist in der Klinik zu Halle kurz vor Vollendung seines 59. Lebensjahres an den Folgen einer Operation gestorben und in Hildesheim beigesetzt worden. Er war vom Jahre 1902 ab im Seminar zu Eisleben und hat sich einen Namen gemacht als Komponist, Herausgeber und Sammler von Orgel- und Gesangswerken. _______

Vermischter.

Ehrenvolle Auszeichnung. Auf der Internatio­nalen Kochkunst-Ausstellung in Frankfurt a. M. wurden der Maggi-Gesellschaft derGroße Preis» und ein von der Stadt Frankfurt a. M. gestifteter Ehrenpreis zuer­kannt.

Eine neue Maßnahme zur Bekämpfung der Landflucht in Verbindung mit der Fürsorgeerziehung ist von dem Leiter der Fürsorgeanstalt Steversdorf, Kreis Ruppin, Pastor Rohr unternommen worden. Jeder großjährig gewordene Zögling, der sich gut ge» führt und einen eigenen Hausstand gegründet hat, er­hält als Hochzeitsgabe einen zwei Morgen großen, voll­ständig angepflanzten Garten zur unentgeltlichen Nutz­nießung auf 20 Jahre. Nur bei schweren Verstößen gegen die Pflichten eines Staatsbürgers geht der Be­treffende dieser Wohltat verlustig. Die Erträge aus diesem Grundstück werden sich aus 600 Mk. belaufen und den Grund zu einer späteren Selbständigkeit legen. Den eigenen Unterhalt hat der Besitzer sich durch Ar­beit zu verdienen. Beabsichtigt ist der Bau besonderer Arbeiterhäuser. Falls sich der interessante Versuch be­währen sollte, dürfte die Errichtung ähnlicher Besiede- lungen bald im weitesten Umfange ins Auge gefaßt werden.

Ingenieur Richter wird am 27. Oktober in Jena seinen ersten Vortrag über seine Erlebnisse während seiner Gefangenschaft halten. Mit diesem Vortrag wird er dann eine Vortragsreise unternehmen, die in Berlin ihren Anfang nimmt.

Die Gefahren, denen nach Berlin ziehende junge Männer ausgesetzt sind, sind groß. Die Berliner Ge­sellschaft zur Fürsorge für die zuziehende männliche Jugend hat sich daher mit Erfolg der Aufgabe unter­zogen, den jungen in Berlin ankommenden Leuten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. So läßt sie augen­blicklich in einer Auflage von 100000 Exemplaren einen Ratgeber für nach Berlin ziehende junge Männer er­scheinen, der auf den Vorstationen in den nach Berlin fahrenden Zügen, ferner auf den Berliner Fernbahn­höfen, in den Herbergen und Asylen kostenlos verteilt wird. Dieser Ratgeber gibt neben sonstigem Wissens- werten den jungen Leuten an, wo sie in Berlin an­ständige Wohnung, preiswerten Mittagstisch und die Arbeitsnachweise finden. Ferner können die jungen Leute aus diesem Flugblatt ersehen, wo sie Rat und Hilfe finden können. Freunde solcher Berlinfahrer mögen nicht versäumen, sich diesen Führer, der von der genannten Gesellschaft (Berlin C 54, Sophienstraße 19) gegen Einsendung des Portos von 5 Pfg. abgegeben wird, kommen zu lassen. Viel besser wäre es freilich, man zöge nicht ohne ernste Veranlassung nach Berlin. Hier ist wahrlich nicht alles Gold was glänzt; hier ist schon mancher verhungert, der draußen sein gutes Brot gehabt hätte.

Der von Räubern . überfallene und entführte griechisch? Vl^of Emilianus wurde nach einer Meldung aus Saloniki samt dem Vikar, seinem Gehilfen, einem Kawaffen und einem Diener eine Stunde von Grevena ermordet aufgefunden.

Ein sensationelles Verbrechen verhütet. In Hamburg wurde der 21jährige Bankier Eugen Müller in dem Moment verhaftet, als er mit seiner jungen Frau ein Motorboot besteigen wollte, von dem aus die Frau ertränkt werden sollte, damit er die Versicherungs­summe von 300 000 Mark erhielt. Der Chauffeur, dem für die Beihilfe 10000 Mark versprochen worden waren, verriet den Plan.

Grubenunglück in St. Etienne. 39 Bergleute durch Schlagwetter getötet. In einem Schacht des Kohlenbeckens von St. Etienne (Mittelfrankreich) hat sich am Mittwoch eine furchtbare Schlagwetterkaiastrophe ereignet, bei der 39 Bergleute getötet worden sind. Ueber das Unglück wird nachstehendes gemeldet:

Paris. Zur Zeit der Schlagwetterexplosion be­fanden sich in dem betreffenden Kohlenschacht etwa 40 Arbeiter, von denen 2 mit entsetzlichen Brandwunden zutage gebracht wurden. Der Direktor der Grude und sechs Ingenieure fuhren mit 30 Mann zur Rettungs­arbeit ein. Um Mitternacht zählte man 26 Tode, unter denen sich auch ein Ingenieur befand, der kurz vor der Explosion eingesahren war. An der Einfahrt des Schachtes steht eine große Menge von Frauen und Kindern, die den Bergungsarbeiten unter Kundgebungen des größten Schmerzes folgt. Nur mit Muhe können sie davon abgehalten werden, sich aus die ans Tages­licht geförderten Leichen zu stürzen, um festzustellen, ob sich unter ihnen vielleicht einer ihrer Lieben befindet. Es spielen sich herzzerreißende Szenen an dem Unglücks­orte ab. Die Rettungsarbeiten werden mit dem größten Eifer fortgesetzt. Vermißt werden im ganzen 39 Berg­leute und man fürchtet, daß sie sämtlich den Tod ge- funden haben._____

Die zunehmende Verteurung der Lebens­haltung macht die Empfehlung gesunder und billiger Genußmittcl besonders wertvoll. Eines der besten Ge­tränke bietet zweifellos M e ß m e r^s Tee (von Mk. 2.60 per Pfd. an), der Wohlgeschmack und Bekömm- lichkeit mit außerordentlicher Ausgiebigkeit verbindet. Meßmer'sLondon-Tee" stellt sich auf nur 1 Pfg. pro Tasse,Englische Mischung" (Mk. 3.20 per Pfd.) auf nur einen Bruchteil höher.___

Die Futternot hat in diesem Herbste viele Land­wirte gezwungen, ihre Wiesen abweiden zu lassen, da es sich nicht verlohnte, einen zweiten Schnitt zu nehmen. Auf diese Weise erhielt das Vieh noch etwas Futter. Im allgemeinen ist aber den Wiesen hiermit nicht ge­dient. Im Gegenteil, ein zu starkes Beweiden, noch dazu bis in den Spätherbst hinein, schwächt die Wiesen- pflanzen. Es darf dies eben nur ausnahmsweise ein­mal als Notbehelf in futterarmen Jahren ausgeführt werden. Damit nun die Wiesen und Weiden im kommenden Jahre nicht im Ertrage zurückbleiben und auch eher neues Futter geben, muß dies Jahr die Düngung mit Thomasmehl und Kainil nicht nur kräftiger bemessen, sondern auch zeitiger als sonst gegeben werden; am besten schon jetzt im Herbst, sobald das Vieh nicht mehr ausgetrieben wird. Zeitig im Herbst gedüngte Wiesen, Weiden und Kleefelder überstehen nicht nur den Winter besser, sondern beginnen auch im Frühjahr ihr Wachstum zeitiger und geben eher neues Futter als später oder gar nicht gedüngte Flächen.

Thomasmehl und Kainit können zweckmäßig kurz vor Ausstreuen gemischt werden, und zwar für sandige und Moorböden etwa zu gleichen Teilen, während für lehmige und tonige Böden die Thomasmehlgabe höher zu bemessen ist.

Grimm Brüder, Deutsche Sagen. 2 Teile in 1 Bande. Mit Titelbild und Einleitung von Professor Adoolf Stoll. Broschiert Mk. 1.50. In Leinenband Mk. 2.. Feine Ausgabe Mk. 3.. In Liebhaber- Halbfranzband Mk. 5..

Ein vielgepriesenes aber weniggekanntes Hauptwerk deutschen Volkstums von unseren deutschen Dioskuren Jacob und Wilhelm Grimm im Frühling ihres Lebens und ihrer Wissenschaft für ihr so heißgeliebtes Vater­land geschaffen, erscheint jetzt in einer Ausgabe, die ihm in jeder Schul- aber auch in jeder Volksbibliothek und Hausbücherei die gebührende Stelle ermöglicht. Verschiedene Ausstattungsformen tragen verschiedenen Ansprüchen Rechnung. Gerade heutzutage ist das Werk ein unentbehrlicher Bundesgenosse im Kampfe für die Jugend, zum Schutze gegen die drohende Geschmacks­verrohung durch den auf den^Gassen sich breitmachenden Schund aller Art. Die im gleichen Verlage soeben erscheinendenErinnerungen aus meinem Leben" des jüngeren Bruders Ludwig Emil Grimm, der Jacobs eigentümlichem Wesen am nächsten stand, ergänzen mit dem bereits erschienenen Märchenbande das Gesamtbild aufs glücklichste.

Frankfurt a. M., 23. Oktbr. Amtliche Notierungen der Biet» Marktpreise. Auftrieb: 1705 Rinder, darunter 454 Ochsen, 41 Bullen, 1210 Färsen und Kühe, 265 Kälber, 560 Schafe, 2788 Schweine, 0 Ziege. Preise für 1 Zentner: Rinder; A. Ochsen: a) vollfleischige, auSgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt (Lebendgewicht) Mk. 5055 (Schlachtgewicht) Mk. 90-95, b) junge fleischige nicht auSgemästete und ältere aus- gemästetes(Lebendgewicht) Mk.4449, (Schlachtgewicht) Mk. 80 -89 c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere (Lebendgewicht) Mk. 3843, (Schlachtgewicht Mk. 7079, d) gering genährte jeden Alters (Lebendgewicht) Mk. 00, (Schlachtgewicht > Mk. 00 bis 00. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mk. 44 bis 49, (Schlachtgewicht) 74-81. b) vollfleischige, jüngere (Lebendgewicht) Mk. 39-41, (Schlachtgewicht) 6568 Mark, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgewicht) 3338 Mark, (Schlachtgewicht) 6069 Mark Färsen und Kühe r a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) Mk.-41 45, (Schlachtgew.) Mk. 74 bis 81. b) vollfleischige, ansgemästete Kühe höchsten Schlacht­wertes bis zu 7 Jahren (Lebendgew.) Mk. 40 -45, (Schlachtgew.) Mk. 70 - 81, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen (Lebendgewicht) Mk. 3740, (Schlachtgew.) Mk. 7177, do. ältere auSgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebendgew.) Mk. 3339, (Schlachtgew.) Mk. 6172, d' mäßig genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.) Mk. 2632, (Schlachtgew.) Mk. 52 - 64, e) gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.) Mk. 1722, (Schlachtgew.) Mk. 3950. Kälberta) Doppel- ender feinste Mast (Lebendgew.) 0000, (Schlachtgewicht) Mark 0000, b) feinste Mast» (Vollmilch-Mast) und beste Saugkälber (Lebendgewicht) 0000 Mk., (Schlachtgewicht) 0000 Mk., c) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgew.) 4854 Mk., (Schlachtgewicht) 81-92 Mk., d) gering. Saugkälber (Lebend» gewicht) 42-47 Mk., (Schlachtgew.) 71-80 Mk., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Lebendgew.) Mk. 38 bis 00, (Schlachtgew.) 8000 Mk.. b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe (Lebendgewicht) 29-31 Mk., (Schlachtgew.) 7072 Mk. S ch w ein e: a. vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) Mk. 4952, (Schlacht­gewicht) 6365 Mk. b) vollfleischige Schweine und 80 kg Lebend gewicht (Lebendgew.) 48 - 50 Mk., (Schlachtgew.) 62-64 Mk. c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebend­gewicht (Lebendgew.) 5052 Mk., (Schlachtgew.) 64 65, d) vollfleischige Schweine von 120- 150 kg Lebendgewicht (Lebend­gewicht) 50 52, (Schlachtgew.) 64-65 Mk., e) Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 00 - 00 Mk., (Schlacht- gewicht 00 - 00 Mk.

Bekanntmachung.

Freitag, den 27. Oktober d. Js.

«achmittags 3 Uhr, findet eine V^° FeuerWehrübUttg für die Mannschaften der 3 Spritzen, und Hydranten-Abteilung statt. Die Mannschaften haben sich pünktlich auf ihren Sammelplätzen einzufinden. Schlüchtern, den 24. Oktober 1911.

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Schlüchtern, den 24. Oktober. 1911.

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Aus Versehen verspätet.

Für die mir anlässlich meines 40jährigen Amtsjubiläums erwiesene Aufmerksamkeit, insbesondere für die Veranstaltung der schönen Gemeinde­feier, sage ich allen Beteiligten im Namen meiner Familie auf diesem Wege herzlichen Dank

Salmünster, 17. Oktober 1911.

Lein er frischkorn, Cantor.