SchlüchtewerZeitung
mit amtlichem Kreisblatt. ZUonatsbdlage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
Telefon Nr. 65. vierteljährliche Beilage: „Un e Heimat". r- —
Telefon Nr 65.
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Telefon Nr. 65
Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mii „Kreisblatt" vierteljährlich 1 All
ien kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
62. Jahrgang
Mittwoch, den 25. I
'911.
Zum Geburtstag unseres Kaisers.
Die Fenster glühn, die Glocken klingen Und tragen Botschaft durch das Land, Sie wollen sagen uns und singen Von einem hehren Liebesband,
Von Hoch Von Den
einer Treue, fest gegründet, über jeglichem Vergleich, einer Treue, die verbindet deutschen Kaiser und sein Reich.
deutscher Treue, die in Stürmen Nur fester zu bem Herren schwört, Nur ernster, wenn sich Wolken türmen, —
Und aus vergangnen Ruhmestagen Strahles wie ein ferner goldner Schein, Und Wort und Liebesklänge sagen
Von deutscher Treue, fromm und rein, Bon
Der unterzeichnete Ausschuss für die
Geburtstagsfeier unseres Kais und Königs
hat beschlossen, von dem sonst üblichen Festessen ata iseh a und dafür einen
Gemeinsamen Kommers
in der Turnhalle, Abends 8 Uhr
abzuhalten. Mit diesem Kommers soll gleichzeitig
der vierzigste Geburtstag des deutschen Reiches
würdig gefeiert werden.
Die Unterzeichneten laden alle patriotischen Bürger Schlüchterns und seiner Umgebung herzlich eiu, diesen Doppelhaben in dankenswerter Weise beschlossen,
kommers zu besuchen. Der Krieger verein, der Gesangverein und der Turnverein den Abend durch mancherlei Veranstaltungen zu verschönern.
Schlächtern, im Januar 1911.
Der Festausschuss:
Valentinen, Albrecht, Alt, Dr. Cauer,
Kgl. Landrat. Bürgermeister. Stadtsekretär. Kgl. Kreisarzt.
Hengsberger, Hübler,
Amtsgerichtsrat. Regierungsbaumeister.
Kolbe,
Seminardirektor.
Lieser,
Kgl. Bauinspektor.
Lotz,
Buchbindermstr.
Orth,
Superintendent.
Ritter, Röder, Rollmann.
Kgl. Postmeister. Stadtrentm.a. D. Pfarrer.
Schäfer,
König,
Hauptlehrer.
Völker,
Klotz,
Stadtförster.
Zindler.
Stadtverord.-Vorsteher. Rektor. Amtsgerichtssekr.
Mein deutsches Volk, hast du's gehört?! Die Fenster glühn, die Glocken klingen, Mein Volk, wohl kennst du Klang und Licht. Laß heut dir in die Seele dringen, Was aus vergangnen Tagen spricht, Verbinde huld'gend dich aufs neue Der großen Ahnen edlem Sohn, Dann steht die echte deutsche Treue Heut wiederum am Kaiserthron!
R. Psannschmidt-Beutner.
Vaterland durchlebten, sind jetzt an
erster Stelle be-
Kaisers Geburtstag.
Ueberall, wo Deutsche wohnen, die festhalten an Art und Sitte der Heimat, wird festlich der Tag begangen, an dem der dritte Träger der Krone des neuen Deutschen Reiches in sein zweiundfünfzigstes Lebensjahr tritt. Das Geschlecht, das auf hundert Schlachtfeldern mit seinem Blute die lang ersehnte Einheit erkaufte, ist dahingegangen, und die Männer, die als Knaben und Jünglinge jene großen Tage heldenmütiger, begeisterungsvoller Hingabe an das
rufen, das Werk der Vorfahren zu erhalten und aus- zubauen, an ihrer Spitze der Kaiser.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten leitet, er die Geschicke Deutschlands, und wenn vielfach die Welt ihm voll Mißtrauen gegenüberstand, als er den Thron bestieg, wenn sie ihm abenteuerliche, kriegerische Gelüste zuschrieb, so hat der Kriegsherr des gewaltigsten Heeres unter den Großmächten durch die Tat bewiesen, daß ihm als Leitstern nicht der Lorbeer des siegreichen Feldherrn vorschwebt, sondern die Palme des Friedens, den er seinem Volk bewahren will, solange es unsere nationale Ehre und Würde gestattet. Allezeit hat der Kaiser kraftvoll daran mitgearbeitet, die lange getrübten Beziehungen zu England so zu gestalten, wie es die vollberechtigten Interessen Deutschlands und Groß- Kitaniens verlangen und wie es die weitesten Kreise beider Länder wünschen und erhoffen.
Dafür dankt ihm gerade heute unser Volk, das,
wie sein Kaiser von tiefer Friedensliebe erfüllt, nur bestrebt ist, auf allen Gebieten des geistigen und sozialen Lebens, politischer und wirtschaftlicher Arbeit fortzu- schreiten und die ihm gewordenen Gaben zu entwickeln. Und wenn Kaiser Wilhelm in der äußeren Politik zu erreichen suchte, daß Deutschland mit der Welt in Frieden lebt, so hat er auch im Innern nach Kräften zu fördern gesucht was sein Volk einigt. Mehr als einmal hat er dazu gemahnt, daß alle Stände und Bekenntnisse sich zusammenfinden sollten zu gemeinsamer Arbeit für das Vaterland, daß der Hader der Parteien und Konfessionen zurücktreten müsse vor den großen Ausgaben, die allen gestellt sind.
Der Geburtstag des Kaisers ist uns Deutschen wie ein Symbol: wir feiern an diesem Tag in ihrem sichtbaren Oberhaupt die schwer errungene deutsche Einheit. Wir feiern aber zugleich auch die Monarchie. Aber nicht nur Symbol der Einheit und des monarchischen Empfindens ist uns der Geburtstag des Kaisers. Es schwingt auch noch ein starker persönlicher Ton mit. Im Juni werden es dreiundzwanzig Jahre, daß Wilhelm II. als deutscher Kaiser die Geschicke des Reiches leitet. Aus dem „jungen Kaiser" ist der Groß- Vater geworden, dem sich graue Haare um die Schläfen legen; aus dem oft impulsiven der nachdenkliche, gereifte Mann, dem oft melancholische Gedanken das Haupt beschleichen. Das deutsche Volk bringt sich am Geburtstag des Kaisers mit frohem Dank zum Bewußtsein daß das Familienleben des Kaisers, rein und untastbar, auch im vergangenen Lebensjahre des Kaisers gesegnet durch manches frohe^ Ereignis, dem ganzen Volk ein Vorbild ist in allen Stücken.
Deshalb vereinigt sich das deutsche Volk in dem Rufe; Heil dem Kaiser und seinem ganzen Hause!
Heil Dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands, Heil, Kaiser, Dir: