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Garde-Jufanteriebrigade, beiwohnen wird. Die Vorführung der Rekruten finde: in den Exerzier Häusern und auf den Exerzierplätzen statt.
— Aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Fürsten Bülow und seiner Gemahlin in der Villa Mulla in Rom gingen dem fürstlichen Paare zahlreiche Glückwünsche zu. Der deutsche Botschafter in Rom v. Jagow überbrachte die Glückwünsche des Kaisers und der Kaiserin. Außerdem telegraphierte der Kaiser noch dem Fürsten. König Viktor Emanuel und Königin Elena ließen ihre Glückwünsche mit kostbaren Blumen« spenden übermitteln, ebenso Königin-Witwe Margherila, welche eine kunstvoll gearbeitete silberne Vase schenkte. Weiter gingen noch Glückwünsche ein von der Königin von Griechenland und Dänemark. Ferner gratulierten die deutschen Bundesfürsten, der Reichskanzler v. Beth- mann Hollweg, der italienische Ministerpräsident Luzzatti und der italienische Minister des Aeußern San Giu- liaro. Die gesamte römische Presse gedachte des festlichen Tages „Corriere d'Jtalia" brächte dem Fürsten, dem oft bewährten Freunde Italiens, dessen hohe Eigenschaften als Staatsmann in der politischen, parlamentarischen und diplomatischen Welt Italiens soviel Sympathie und Bewunderung gefunden haben, die ehrerbietigsten Glückwünsche dar. Auch „Popolo Romano" sprach dem Fürsten und der Fürstin, den hochgeschätzten Gästen Roms, die herzlichsten Glückwünsche aus. „Vita" brächte des Porträt des Fürstenpaares.
— Von dem Aufenthalt des Kronprinzen in Bombay erzählt ein Privatbericht der „Franks. Ztg." näher; es heißt darin am Schluß: „Der Schwerpunkt der indischen Baumwollfabrikation bleiben ungebleichte Stoffe und Garne, deshalb findet auch außer der deutschen Einfuhr sämtlicher Farbstoffe, auf welche die deutsche Industrie sich eine Art Vorzugsprioileg geschaffen hat, noch eine ziemliche Einfuhr bunter Baum- wollstoffe von Deutschland statt. Für den Kronprinzen war es wertvoll, nach dem Besuch der Plantagen- kolonie Ceylon gleich darauf in Bombay den bedeutendsten Hafen der ganzen Malabarküste, an der Einund Ausfuhr, kennen zu lernen. Dann gab sich auch Gelegenheit, die vielen Wechselbeziehungen der Westküste ,Vorderindiens zu unserer vielfach verwandten Kolonie Ostafrika zu erfahren und der oft besprochenen Jnderfrage Deutsch-Ostafrikas, die für die deutsche Kolonien der ostafrikanischen Küste fast gleiche Wich- ügkeit hat, Interesse zuzuwenden." Man sieht hieraus wiederholt, daß die Reise des Kronprinzen auch der Weltwirtschaft und dem deutschen Handel ein ernsteres Interesse zuwendet.
— Die Landflucht in Ostpreußen hat sich auch im Landkreise Tilsit erheblich bemerkbar gemacht, wie aus Anlaß der letzten Volkszählung am 1. Dezember 1910 deutlich festgestellt wurde. Die Bevölkerungszahl des Landkreises ist gegen 1905 nur von 46 441 auf 46 449, 22 359 männliche und 24 093 weibliche Personen, also um 8 Personen, gewachsen; im Kreise gibt es jetzt 1727 mehr weibliche als männliche Personen. Die rein ländlichen Orte haben in der Mehrzahl viele Abwanderungen nach deni Westen und damit einen Verlust an Einwohnern zu verzeichnen.
— Als im Moatiter Kcawallprozeß der Verteidiger Rechtsanwalt Rvfenfeld bemerkte, die Polizeibeamten hätten mit Bürgerblut besiegt dem Kampfplatz in Moabit verlassen, und dieser Blutfleck könne auch durch Orden nicht verdeckt werden, erkannte der Gerichtshof gegen ihn wegen Ungebühr auf eine Ordnungsstrafe von 100 Mark.
Kuslanü.
— Das neue österreichische Ministerium ist nunmehr endgültig gebildet worden und setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident Freiherr v. Bienerth; Minister des Innern Graf Max Wickenburg; Handel Dr. Weiskirchner; Justiz Dr. v. Hochenberger; Unterricht, wie bisher, Graf Stürckh; Landesverteidigung, wie bisher, Feldmarschalleutnant Georgi: Eisenbahnen Dr. v. Glombinski; Finanzen Dr. Albert Meyer; Arbeit Marek; Ackerbau Graf v. Widmann; poln. Landsmannministerium Ritter v. Zaleski. Von den sechs neuen Ministern ist nur ein einziger dem Parlament entnommen, nämlich der bisherige Obmann des Polenklub v. Glombinski, der nun das Eisenbahnministerium übernimmt. Die fünf anderen neu Berufenen sind Beamtenstellen entnommenen. Der neue Minister des Innern war bisher Sektionschef im Arbeitsministerium und hat bereits im erster Kabinett Bienerth als Arbeitsminister fungiert. Der neue Finanzminister Meyer war bisher Präsident der Statistischen Zentralkommission und dann erster Sektionschef im Finanzministerium.
— Der neue Emir von Buchara Alim Chan wurde am alten Palast der Emire von der Stadt Neubuchara von den Behörden begrüßt und hielt sodann an die Spitze der Truppen unter dem Jubel der Bevölkerung seinen feierlichen Einzug in die Residenz und in den Palast, wo die Krönung vollzogen wurde. In der Stadt herrscht völlige Ruhe.
Lokales und Provinzielles Schlüchter«, 13. Januar 1911.
Wir machen zum letzten Male auf das Konzert des Heimatbundes, am Sonntag,
den 15. Jan., also morgen, 5 Uhr nachm. in der Turnhalle^ aufmerksam. Dabei bitten wir, zu beachten, daß das Konzert nicht, wie manche irrtümlich glauben um 8 Uhr abends, sondern um 5 Uhr nachm. stattfindet. Der Heimatbund hat diese Nachmittagsstunde gewählt, weil dadurch den Einwohnern der Nachbarstädte er- möglicht wird, dem Konzert beizuwohnen.
—* Der heutigen Nummer unserer Zeitung liegt die vierteljährliche Beilage „Unsere Heimat" Nr. 13 bei, worauf wir unsere geehrten Leser ganz besonders aufmerksam machen.
—* Am Sonntag, den 22. ds. Mts., findet nachmittags um 1 Uhr ein Abgeordnetentag des Kreis- Kriegerverbands im Fehl'schen Gasthause zu Wallroth statt. Die frühe Stunde ist wegen der Kameraden, die aus entfernten Teilen des Kreises kommen, gewählt. Teilnehmen kann jedes Mitglied eines Kriegervereins. Herr Lehrer Freund aus Schwarzenfels wird einen Vortrag halten über „Der größte Feind unserer staatlichen Ordnung in der Gegenwart".
—* Am 9., 10. und 11. Januar fand in Hannover die Regierungs-Baufekretär Prüfung statt. Zu den gemeldeten und zugelassenen Prüflingen gehörte auch Herr Wiescubaumeister Thielmann hier, der die Prüfung bestand.
—* Freitag, den 10. Februar 1911, nachmittags 3 Uhr, findet in Gaffel im Evangelischen Vereinshaus die 4. Generalversammlung des Verbandes der Hessischen Viehversicherungsvereine imRegierungsbezirkCassel statt.
—* Wie wir hören, gehen die Arbeiten zur Erschließung der Teufelsloch-Höhle unter Leitung des Herrn Straßenmeisters Luders rüstig vorwärts, sodaß man hoffen darf, wenn die Schwalben wiederkommen, einen bequemen Zugang zu einer Sehenswürdigkeit des Kreises geschaffen zu haben.
—* In dem neuen Eisenbahn-Etat 1911 ist für Schlüchtern ein Erweiterungsplan geplant, wofür 100000 Mk. eingestellt sind bei einem Gesamtaufwand von 356 000 Mk. — Für den Bahnhof in Frank« furt a. M. ist eine erste Rate zur Erweiterung der Halle und der Geleisbahnen die von 18 auf 24 vermehrt werden sollen eingestellt. Die Flügeleingänge müssen deshalb weiter hinausgerückt werden. Der ganze Umbau ist auf nahezu 8 Millionen veranschlagt. Als erste Rate sind 100Ö00 Mk. eingestellt.
—* Der auf den 26. Januar angesetzte Viehmart in Fulda wird nicht abgehalten.
—* Gefrorene Kartoffeln genießbar zu machen. Die Kartoffeln werden geschälk und ohne Wasser in einen Topf gebracht, welcher, nachdem der Deckel luftdicht darauf geklebt ist, an das Feuer gestellt wird, worauf die Kartoffel durch die aus ihnen selbst sich entwickelnden Dämpfe zum Kochen gebracht werden und dann denselben Geschmack wie gesunde Kartoffeln erhalten.
— * Der Nährwert des Fischfleisches. Der Petersburger Arzt Dr. Slowizow, der sich mit der Untersuchung des Nährwertes der Fische befaßt, hat hierüber vor kurzem interessante Ergebnisse mitgeteilt: Danach verhält sich der Nahrungswert des Fischfleisches im Verhältnis zu dem des Rindfleisches so, daß frisch gekochter Fisch als Ersatz von Fleisch in der Nahrung besser als Fleisch selbst vom Körper ausgenutzt wird. Geräucherter Fisch wird bei denselben Bedingungen ebensogut wie Fleisch ausgcnützt, während dagegen getrocknete Fische schlechter als gekochtes Fleisch von den Verdauungssäften aufgesogen werden. Es empfehlen sich hiernach die üblichen Fischspeisen nur von frischen Fischen, eine Bevorzugung der Bücklinge, Sprotten, geräucherten Aale, Lachse, Zungen usw., dagegen als Zuspeise in ausgiebigstem Maße.
—* Das 2. Kurhessische Feldartillerie-Regiment Nr. 47, Fulda nimmt zum Oktober 1911 noch zweijährige Freiwillige an. Meldung möglichst Mittwochs und Sonnabends von 10-12 Uhr Vormittags. Meldeschein ist mitzubringen
—* Die landwirtschaftlichen Winterschule a im Regierungsbezirk Cassel erfreuen sich im laufenden Winter eines besonders regen Verkehrs. Auf die einzelnen Schulen verteilen sich die Schüler in folgender Weise: Eschwege 35, gegen 27 im Vorjahre, Fritzlar 36 gegen 35, Fulda 55 gegen 55, Gelnhausen 20 gegen 23, Hersfeld 25, Hofgeismar 54 gegen 50, Marburg 58 gegen 39, Melsungen 40 gegen 23, Rodenberg 41 gegen 45 und Ziegenhain 26 gegen 37; insgesamt werden also im laufenden Winter die 10 Winter- schulen von 390 Schülern besucht gegen 334 im Vorjahre. Eine besonders starke Steigerung der Schüler- zafl haben demnach die Schulen von Eschwege, Marburg und Melsungen auszuweisen. In Fritzlar, Fulda, Gelnhausen, Hofgeismar und Rodenberg sind nur geringe Aenderungen gegenüber dem Vorjahre zu verzeichnen, während die Schülerzahl von Ziegenhain erheblich zurückgegangen ist.
* Am Sonntag Abend verunglückte der Mechaniker K. von Büdingen auf der Rodelbahn am Wildenstein, indem er einen Beinbruch erlitt. — Bei dem herrschenden Glatteis erlitt eine Frau in der Gymnasiumstraße und ein Herr einen Armbruch.
* Kastei. Der 13 Jahre alte Sohn des Monteurs Faut brach Sonntag abend beim Schlittschuhlaufen auf dem Festungsgraben des Glacis im Schlamme ein und versank. Die Mutter des Verunglückten wurde,
als man ihr die Unglückebotschast überbrachte ohnmächtig.
* Gieße». Reichstags- und Landtagsabgeordneter Philipp Köhler-Langsdorf (Reformpartei), Vertreter des 1. Hessischen Wahlkreises Gleßen-GrUnbergMidda ist Dienstag abend im 51. Lebensjahre an einem Herzschlage gestorben.
* Kommerzienrat Heyligenstädt in Gießen hat seiner Vaterstadt Vacha, die ihn schon früher zu ihrem Ehrenbürger ernannt hatte, 30000 Mk. mit der Bestimmung vermacht, daß die Zinsen bedürstigcn, strebsamen Handwerkern zugute kommen sollen. — Zur Warnung für Friedhofsdiebe sei mitgeteilt, daß das Schöffengericht in Vacha eine Frau zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt hat, weil sie v.on einem Grabe einen Blumenstock gestohlen hatt.
* Gerstungen. Minderwertige Goldstücke sind seit einiger Zeit in der Provinz Sachsen und in Thüringen im Umlauf. Die Entwertung geschieht gewöhnlich durch sogenqnnies abziehen, wodurch die Goldstücke bisweilen um ein halbes Stamm entwertelLwerden. Abgezogene Goldstücke haben keinen Glanz^und fassen sich eigentümlich trocken und rauh an, sind also von den vollwertigen sehr wohl zu unterscheiden.
Der Weihuachlsbaum.
Da liegt der Rest vom Weihnachtstraum: Ein abgebrannter Fichteubaum.
Im Glänze seiner vielen Lichter Erstrahlten frohe Kindergesichter.
Jetzt sieht ihn Alt und Jung nicht an.:
„Der Mohr hat feine Pflicht getan!"
Die Liebe hatte ihn geschmückt,
Daß jedes Auge er entzückt. — ^ - ■ _ - —
Nachdem die Kinder ihn geplündert, ■
Hat sich die Achtung sehr vermindert.
Es hängt nichts mehr zu essen dran:
„Der Mohr hat seine Pflicht getan!"
Nun ist er aus der Stub' verbannt;
Wo er so froh und schön gebrannt;
Jetzt tragen sie ihn in die Küche
Und hacken ihn in hundert Brüche;
Dann macht man Feuer mit ihm an:
„Der Mohr hat seine Pflicht getan!"
Hermann Haas e-Gelnl>ansen.
Jür Verbindungen im Fernverkehr
sowie für Verbindungen gegen Gesprächsgebühr im Bezirk und Vorortverkehr gelten fortan
1) über die Dauer der Gespräche,
2) über die Zahl der von einem Fernsprechanschluß aus für denselben Anschluß am anderen Orte zu derselben Zeit, zulässigen Gesprächsanmeldungen, nachstehende Bestimmungen:
Zu 1). Die Einheitsdauer eines Gesprächs beträgt 3 Minuten. Die Ausdehnung auf eine Dauer von 6 Minuten ist — abgesehen von dem durch Nacht« Abonnementgespräche besetzten Zeiträumen — stets zulässig. Ueber den Zeitraum von 6 Minuten hinaus darf ein Gespräch dann ausgedehnt werden, wenn keine andere Gesprächsanmeldung vorliegt. Andernfalls gilt folgendes:
A. Sind gewöhnliche (nicht dringende) Jnlandsge- spräche bei den Anstalten der Orte, zwischen denen ein Gespräch im Gange ist, oder bei Durchgangsanstalten angemdbet, so darf das im Gange befindliche Gespräch über die Dauer von 6 Minuten hinaus ausgedehnt werden:
a) an Werktagen in den Stunden von 9 Uhr vor« mittags bis 7 Uhr nachmittags gegen die Gebühr für dringende Gespräche mit der Maßgabe, daß die Zwischen- und die Durchgangsanstalten die Benutzung der Leitung ihrerseits beansprMes^üxsen, wenn die bei ihnen vorgemerkten Gespräche'/,'' Stunde früher als das im Gange befindliche Gespräch angemeldet sind, bevor ein Gespräch gegen die dreifache Gebühr fortgesetzt wird, wird die Sprechstelle, von der die Anmeldung ausgegangen ist, auf die eintretende Gebührenerhöhung aufmerksam gemacht.
b) an Werktagen von 9 Uhr vormittags und nach 7 Uhr nachmittags, ferner an Sonn- und Feiertagen außer in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags bis zu einet Gesamtdauer von 30 Minuten. An Sonn- und Feiertagen in der Zeit von H Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags ist die Ausdehnung eines Gesprächs über den Zeitraum von 6 Minuten hinaus auch gegen die Gebühr für dringende Gespräche nicht zulässig.
B. Sind dringende oder Auslandsgespräche bei den Anstalten der Orte, zwischen denen ein Gespräch im Gange ist, oder bei Zwischen- und Durchgangsanstalten angem.ldet, so ist das im Gange befindliche Gespräch, gleichviel, ob es sich um ein gewöhnliches oder dringen« des Gespräch oder um ein Auslandsgespräch handelt, nach einer Dauer von 6 Minuten, oder, wenn seine Dauer die Zeit von 6 Minuten bereits übelschritten hat, nach Ablauf der nächsten Dreiminuteneinheil ab- zubrechen.
C. Soll ein Gespräch zwischen Orten, die durch mehrere Leitungen entweder unmittelbar oder über Zwischenanstalten hinweg verbunben sind, über den