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Unter der Gluthitze des Sommers leiden nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere, besonders die Zugtiere. Man gebe ihnen unterwegs, wo sich Gelegenheit bietet, etwas Wasser. Nur muß dann die Fahrt gleich weiter gehen, auch darf der Trunk nicht zu reichlich sein. Aber erhitzte Tiere die außer Tätigkeit treten, mit kalten Wasser zu laben, ist eine gefährliche Sache, welche den Tod des Tieres zur Folge haben kann. Noch vor 40 Jahren war es den Soldaten streng verboten, auf dem Marsche Wasser zu trinken. Spätere Erfahrungen brachten das Verbot zu Falle, weil man erkannte, daß ein mäßiger kalter Trunk, wenn der Körper seine Laufbewegung sogleich sortsetzt, keine Gefahren hervorruft. Dies solle man auch für die Zugtiere anwenden.

Am Tage nach seinem Siege im Nationalen 70 Kilometer-Wettgehen rund um München besuchte der erste Sieger, Eduard Spvrer vom Gehsportverein München, das Zentralbüreau von Kathreiners Malz- kaffee-Fabriken. Er ist wie wohl alle hervorragenden Sportsleute und Dauergeher: Emmerich Rath (Prag), Willi Blank, G. Beimler, C. Meinel, Anhänger von Kathreiners Malzkaffe, den diese hervorragenden Sports- leute besonders aus folgenden Gründen schätzen: 1. er stillt in vorzüglichen Weise den Durst; 2. er regt die Nerven nicht auf; 3. er ist sehr haltbar. Kurz, wie der Gehsportverein München ausführt,Kathreiners Malzkaffe ist vor allem auch kalt ein wohlschmeckendes Getränk, das besser als jedes andere andauernd durst­löschend wirkt."

Sorgt in der Hitze auch für die Tiere. Bei Sonnenbrand laßt die Pferde nicht in der Sonne stehen und warten, wenn es euch möglich ist, sie in den Schatten zu stellen. Vergeht auch nicht, die armen Kettenhunde mehrmals am Tage mit Trinkwasser zu versehen!

Eisbouillon wird als anregendes, durstlöschen­des Getränk in der heißen Jahreszeit warmer Bouillon vielfach vorgezogen und läßt sich mit Hilfe von Maggi's Bouillou-Würsel bequem und rasch herstellen. Zu einer Tasse z. B. .löst man einen Würfel in kochendes Wasser auf, gießt die heiße Bouillon zum Entfetten durch ein geruchloses Tuch aus Mull oder Leinewand, das man vorher mit Wasser ausgebrüht hat, und stellt die Tasse zum Auskühlen auf Eis oder auch in recht kaltes Wasser.

Bombenexplosion und Bankraub in Friedberg. In dem Rathause des oberhessischen Städtchens Fried­berg brächte gestern nachmittag ein Mann eine Bombe zur Explosion. Er benutzte die dadurch verursachte Aufregung, um in der Reichsbankfiliale einen Raub auszuführen. Dies gelang. Als der Verbrecher auf «MmnsÄgmgSH^

ber Flucht sich verfolgt sah, schoß er sich eine Kugel in die £d,l .je.

In der Nacht vom Sonntag auf Montag hat es in Hirschberg im Gebirge geschneit. Der Koppen- kegel war am Montag früh vollständig weiß. Der Schnee blieb bis mittag liegen.

Bei dem am Montag früh in Lemberg erfolgten Häusereinsturz sind insgesamt fünf Personen getötet und 21 verletzt worden, darunter vier schwer.

Nach einen Telegramm aus Ulm ist die Stadt im Westen und Süden durch den Bruch des Jllerdamms überschwemmt. Der Bahndamm der Münchener Strecke ist schwer bedroht. Unausgesetzt treffen Soldaten zur Hilfeleistung ein. In den vom Hochwasser heimge- suchten Gemeinden Südungarns herrscht größte Not, da die Fluten die meisten Häuser fortgeschwemmt haben. Der Ministerrat und der Monach hahen zur Linderung der ersten Not je 100 000 Kronen bewilligt. Der. an Landstraßen und sonstigen Verkehrswegen an- gerichtete Schaden beträgt über eine Million Kronen.

Mit dem Aeroplan. zu Tode gestürzt ist der bekannte deutsche Radrennfahrer Thaddäus Robl in Stettin, wo er aus 30 Meter Höhe abstürzte. Als man ihn unter den Trümmern der Flugmaschine Her- vorzog, war er bereits tot.

Der Kuß auf der Totenbahre. Von einem tragischen Geschick wurde in Lüchow bei Dömitz in Mecklenburg die Familie des Tabakarbeiters Joseph Schmidt betroffen. Der 16 Jahre alte Sohn, ein Schlosserlehrling, war in einen rostigen Nagel getreten und an Blutvergiftung gestorben. Durch den Kuß, mit dein er von dem so früh Verblichenen Abschied nahm, vergiftete sich der Vater und folgte innerhalb dreier Tage dem Sohne in den Tod.

Schweres Unwetter haben neuerdings in Der» schiedenen Landesteilen Rumäniens ungeheuren Scha­den angerichtet. Die Eitenbahnstrecke BukarestVer- ciovora werde beschäftigt. Die nach Verciovora ge- flüchteten Landbewohner berichten, daß ganze Dörfer vernichtet und viele Personen, darunter zahlreiche Kiu- der, den Tod in Fluten gefunden haben. Aus Bu­dapest wird gemeldet: Bis gestern abend zählte man mehr als 500 Opfer der Hochwasserkatastrophe in Südungarn. Die nach Herstellung der Verbindung mit den heimgesuchten Gegenden einlaufenden Nachrich­ten melden immer neue Unglücksfälle.

Sonntag früh wütete in NewIork eine Stunde lang ein furchtbarer Cyclon. Durch Blitzschläge und durch Ertrinken kamen dabei zehn Menschen ums Leben, viele Personen wurden verwundet. Unmittelbar nach der Roosevelt-Parade brach gestern ein surchtbarer Gewittersturm los, wobei in New-Dort zwanzig Menschen auf verschiedene Weise verunglückten. Ein Zickuszelt

wurde umgeblasen, in dem 3000 Zuschauer, darunter viele Frauen und Kinder, sich befanden. Es entstanden Paniken,jedoch wurden alle gerettet durch die Geistes­gegenwart der Angestellten und die Musik, die weiter­spielte bis alle geborgen waren. Schwere Stürme und Hagelschläge werden aus allen Teilen des Landes ge­meldet.

In der Presbyterianerkirche in New-Pork in der fünften Avenue fand Montag nachmittag 4 Uhr die Trauung des jungen Theodor Roosevelt mit Miß Ele- onor Builer statt. 1500 Gäste aus den verschiedensten Schichten der New-Uorker Gesellschaft wohnten dem festlichen Akte bei. _ Eine ungeheure Menge wartete vor der Kirche. 150 Polizisten mußten aufgeboten werden, um die Neugierigen in Zaume zu halten.

Ein kalter Vorsommer ist auf die warmen, sonnigen Frühlingstage, deren sich ganz Nordamerika zu erfreuen hatte, gefolgt. Aus einzelnen Orten des Staates New-Pork wird sogar von Nachtfrösten be­richtet.

Infolge der tropischen Hitze, die jetzt in Süd­rußland herrscht, breitet sich die Cholera in bedenk­licher Weise aus. Von panischem Schrecken ergriffen, flüchtet die Bevölkerung nach allen Richtungen hin. Die Stadwertretung von Rostow bestimmte hundert­tausend Rubel zur Bekämpfung der Seuche. In Pol- tawa sind plötzlich 77 Personen erkrankt und 25 ge­storben. In den am Dniepr gelegenen Ortschaften grassiert die Cholera am stärksten; es macht sich schon ein Mangel an Aerzten und Wärtern bemerkbar. In den galizischen Einbruchsstationen soll demnächst ein strenger Ueberwachungsdienst in Tätigkeit treten. Das Lemberger Stadtpräsidium hat die Instandhaltung der Epidemiebaracken angeordnet.

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Evangelische Gemeinde: Sonntag, den 26. Juni 1910.

Vorm./210 Uhr: Herr Superintendent Orth.

Um 1WM: Herr Pfarrer Rollmann.

Jm Anschluß an den^Nachmittagsgoltesdienst Christen­lehre derLkonfirmierten Mädchen.

Wochendienst:Werr Superintendent Orth.

Katholische Gemeinde

Vormittags 7 t10 Uhr Pfarrgottesdienst Herr Kaplan Roßbach-Sannerz.

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In der Priatklagesache des Bürgermeisters Johannes Zirkel in Zün tersbach, Prwatklägers gegen den Gastwirt August Heinke in Lohrhaupten, Angeklagten wegen Beleidigung hat das Königliche Schöffengericht in Schwarzen­fels in der Sitzung vom 9. Juni 1910, an welcher teilgenommen haben: Amtsrichter Effelberger als Vorsitzender, Landwirt Konrad Frischkorn von Breunings, 1 r, Landwirt Johannes Zelter von Joffa ) " Schöffen, Amtsgerichtssekretär Reck als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:

Der Angeklagte wird wegen Beleidigung des Bürgermeisters Johannes Zirkel in Züntersbach in eine Geldstrafe von zwanzig (20) Mark, an deren Stelle im Falle der Unbeitreiblichkeit eine Haftstrase von vier (4) Tagen tritt und in die Kosten des Verfahrens verurteilt.

Zugleich wird dem Beleidigten die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils binnen 4 Wochen nach Rechtskraft desselben einmal in der Schlüchterner Zeitung" auf Kosten des Angeklagten bekannt zu machen.

(gez.) Effelberger.

Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Voll- streckbarkeit des Urteils bescheinigt.

Schwarzenfels, den 20. Juni 1910.

Reck, Amtsgerichtssekretär, ____Gerichtsschreiber Königlichen Amtsgerichts.

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