Lernens. 5) Sie soll nie angewandt werden, ohne daß zuvor der etwaige Einfluß häuslicher oder physiologischer Verhältnisse auf das Verhalten des Schülers gewürdigt worden ist. 6) Die Körperstrafe darf in ihrer Anwendung weder die Gesundheit des Schülers schädigen, noch seine Ehre antasten, noch die Scham- Haftigkeit verletzen. 7) Ueberschreitung des Züchtigungsrechtes führt nicht selten vor die Schranken des Gerichts, auch wenn sie nur im Eifer, in Erregung oder in der Entrüstung geschehen ist. 8) Der Lehrer soll darum zum Schutze nicht nur der Schüler sondern auch seiner eigenen pädagogischen Würde alles beachten, was das Handeln im Affekt erschwert. 9) Insbesondere empfiehlt es sich immer, in angemessener Entfernung vom Schüler zu bleiben. 10) Die wirksamsten Mittel, die Anlässe zur Anwendung von Strafen zu vermindern, sind gewissenhafte Vorbereitung, anregender Unterricht, strenge Selbstzucht.
Ausland.
— Gegen den Urheber der ungarischen Parlamentsskandale den früheren Minister Polony Geza, der den Angriff auf die Minister eröffnet hat, ist Anklage wegen Aufreizung zu Gewaltätigkeiten gegen die Behörden erhoben worden.
— Der neue französische Zolltarif ist so gut wie fertig. Bei der Schlußberatung des Zolltarifgesetzes im Senat wurde die Streichung des von der Kammer angenommenen Artikel 9, wonach die Gewerbetreibenden, die mehr als fünf außerhalb der Landesgrenze
wohnende Arbeiter beschäftigen eine besondere Steuer schifferbataillon nach dort verlegt werden.
zahlen sollen, mit 267 gegen 12 Stimmen beschlossen und sodann das ganze Zollgesetz mit 281 gegen 5 Stimmen angenommen.
— Zu mehreren blutigen Zusammenstößen ist es au der türkisch-montenegrinischen Grenze zwischen Ar- nauten, türkischen Grenzsoldaten und Montenegrininern gekommen. Bei Erzanitze und Pepitsch dauern die Scharmützel an. Zwei Montenegriner und ein Arnaute sind bereits gefallen. Die montenegrinische Regierung hat Einspruch erhoben nnd droht, zur Selbsthilfe zu greifen, falls die türkische Regierung nicht sofort die Ruhe wieder herstellen läßt
— Die Cholera in Rußland. In die Hospitäler von Petersburg wurden gestern sechs Choleraverdäch- lige eingeliefert. Ein Todesfall ist außerdem zu konstatieren Die Untersuchung der Petersburg durchziehenden Kanäle ergab das Vorhandensein von Cholera- bazillen.
März.
Ei, ei, ei! Freund März, Das ist schon mehr als Scherz! Erst läßt Du's herrlich mafn Mit wärmstem Sonnenschein, Lockst Blütenpracht hervor, Dazu der Vöglein Chor, Weckst in der Menschenbrust Die hellste Osterlust, Daß man Dich lobt und preist, Den Pelz ins Pfandhaus weist, Mit Schmunzeln nimmt das Geld
Und fröhlich Ostern hält — Da wendest Du den Rücken, Dich aus dem Land zu drücken, Und — März, das ist gemein! — Läßt alles dick verschnei'n, Läßt schlottern uns die Glieder — Ach, hätt' den Pelz ich wieder! — So schickst Du, tückisch still, Die Welt in den April.
A. K.
Br.
Schwere Eisenbahn-Katastrophe.
Mühlheini (Rhein). Mittwoch nachmittag fuhr der Luxuszug 174 auf den hinteren Teil eines Militärzuges. 50 Personen, meist Soldaten sind getötet oder schwer verletzt.
Köln. Ein folgenschweres Eisenbahnunglück ereignete sich heute nid?in- gegen 2 Uhr auf dem Bahnhof Mül- Heim RH. Ein Militärzug stand vor dem Haltesignal an der Station und unterdessen brauste der Expreßzug
174 Hamburg-Genua (nach anderweitigen Meldungen handelt es sich um einen Berliner Zug) heran und
fuhr auf den Militärzug auf, von dem die letzten--Dieser an einem bewaldeten, südöstlichen Bergeshange! Bedingungen unter anderem mindestens 6 jährige aktive 4 Waggons total zertrümmert wurden. Ein Dutzend'des Vogelsberges gelegene Ort, wird von Sommer- j Dienstzeit, tropendiensttauglich, schuldenfrei und vor- Soldoten wurden ein Opfer der Katastrophe. Bisher-frischlern und Geschäftsleuten so maffenhaft besucht,' wurfsfreie dienstliche und außerdienstliche Führung.
- - ■ - - ■ ..... - - - ~ u ~ * Hanau, den 15. März 1910.
wurden 8 Leichen unter den Trümmern hervorgezogen.! besonders an den Tagen nach Sonn- und Feiertagen, f Nach anderweitigen Meldungen wird die Zahl der)daß das Gasthaus „Zur Kapelle" den Verkehr zeil-j Toten bedeutend höher angegeben. Auf dem Kölner'weise nicht bewältigen kann. Eine Aktiengesellschaft! Hauptbahnhof trafen in den Nachmittagsstunden 40-,,Maikorn" beabsichtigt deshalb ein Hotel „Adlerhorst", f Schwerverletzte ein. Die übrigen Schwerverletzten? eingerichtet mit dem neuesten Komfort, noch diesen; fanden Aufnahme im Mühlheimer Hospital. Der Ex»! Sommer zu errichten. — Villa Kayenstein, in der! Sonntag den 3. April 1910.
preßzug nahm keinerlei Schaden. Bei den Toten und-Nähe der^ Mauseller, wird demnächst eröffnet Sie Bormittags 7,10 Uhr: Herr Superintendent Orth. Verwundeten handelt es sich ausschließlich um Soldaten,;soll den Gasten besonders die herrliche Fernsicht ver-। nm i y nbr: Herr Pfarrer Rollmann. welche nach dem Osterurlaub in ihre Garnison zurück- Mitteln. Grund und Brdru zu g-rßz"gig 1 ’ .. - -
fuhren. — Bisher hat man insgesamt 21 Tote festge- angelegten Park für Fasanen, Schneehühner, Dam-- stellt. Gegen 5 Uhr wurde der letzte Tote aus den Hirsche rc. ist bereits in sicheren Händen. Die projek-j Trümmern heravsgeschasft. Die getöteten und verletzten tierte Bahn Steinau—Ulmbach—Freiensteinau wird) Militärpersonen stammen zum größtenteils aus dem In- den Verkehr nach dieser Sommerfrische nur vermehren. 1 dustriebezirk. — Amtliche Meldung. Soweit bis Abend, * Großauheim. Für das am 1. Oktober ds. Js.f ,
festgestellt war, sind bei dem Eisenbahnunglück 19 Sol- von Schöneberg nach Hanau zu verlegende 3. Eisen- Vormittags 7210 Uhr Herr Kaplan Roßbach-Sannerz. daten getötet und 39, sowie zwei Schaffner des Mili- > bahnregiment wird die Militärverwaltung Privatan- Erst-Kommunion der Kinder.
dustriebezirk. — Amtliche Meldung. Soweit bis Abend
tä'zuges verletzt worden. Der Minister der öffentlichen sschlußgeleise von ihren WasserübungAplatzen ander
Arbeiten von Breitenboch war persönlich an der Un-IKinzig und am Main nach dem Anschlnßgeleise der fallstelle anwesend. Die Schuld trifft den Lokomonv- Frankfurter Maschinenfabrik am Bahnhöfe Großauheim
führet. — Jm hiesigen städtischen Krankenhaus befinden
sich 7 Tote, in der Leichenhalle 13. Ferner befinden sich im städtischen Krankenhaus 30 Verwundete, darunter 20 Schwerverletzte, im Hospital 7 Verwundete, darunter 4 Schwerverletzte. — Die Angaben über die Zahl der Verunglückten schwanken beständig, da sich noch nachträglich Leichtverwundete melden, die im Bahn- Hofrestaurant verbunden wurden. Ihre Zahl soll sich auf hundert belaufen. Die Verunglückten Soldaten gehören den in Straßburg bezw. Metz garnisonierenden Regimentern 130 und 144 an und wollten sich von Wanne, Hamm und Soest aus in ihre Garnison be- geben. Dem einen verwundeten Schaffner des Militärzuges ist ein Bein amputiert worden. Das 7. Pionierbataillon ist mit den Aufräumungsarbeilen beschäftigt. Sämtliche Sanitätsoffiziere und -Sanitätsunteroffiziere der Garnison-Köln-Deutz sind an der Unfallstelle, die einen grauenhaften Anblick bietet.
11
Lokales und Provinzielles.
Schlächtern, 1. April 1910.
—* Samstag, den 16. April d. Js. Vormittags Uhr findet im „Hotel Stern" ein Kreistag statt. —* Da Elm im nächsten Jahre seinen Bahnhof
durch die Vollendung des Tunnelbaues verlieren und dadurch erheblich geschädigt wird, soll auf Fürsprache des Grafen Zeppelin am 1. Oktober 1911 ein Luft
—* Die Gesellen-Prüfung für das Schuhmacherund Schneiderhandwerk findet Montag, den 18. April statt. Da eine Aufforderung seitens der Handwerkskammer nicht mehr erfolgt, wollen die Meister dafür sorgen, datz sich die Prüflinge zweks Empfangnahme der nötigen Formulare beim Vorsitzenden Herr Schneidermeister Joh. Alt Sackgasse 9 melden. M
—* Im Garten der Turnhalle hat kürzlich eine Bohrgesellschaft nach Mineralien gegraben. Als man bei einer Tiefe von 46 m angelangt war, sprang plötzlich ein Sprudel heraus, der das Weiterbohren verhinderte. Der Wasserstrahl kommt weiß und schäumend zum Vorschein und springt ca. 4 m hoch. Die Untersuchungen haben ergeben, daß es sich um ein sehr wertvolles, heilkräftiges, kohlensaures Wasser handelt, das jeden Vergleich mit dem Orber und Nauheimer Sprudel aushält. Der Magistrat hat sich schon mit der Angelegenheit beschäftigt, und wird demnächst, wie wir hören, den Stadtverordneten eine Vorlage betreffend Erbauung eines großen Bade- und Kurhauses unterbreiten. Die
Annahme der Vorlage ist bereits gesichert, sodaß Schlüch-
tern noch in diesem Sommer den Badebetrieb aus- wtlltge Mannschaften der Reserve, welche noch nicht
nehmen kann. länger als 2 Jahre aus dem aktiven Dienst ausge-
' —* Einmalige Zulagen für alte Eisenbahnarbeiter, schieden sind, vorgemerkt. Unteroffiziere werben nicht
Minister v. Breitenbach hat sämtlichen Preußisch-
Hessischen Eisenbahndirektionen einen Erlaß zugehen ,
lassen, wonach er beschlossen hat, die einmaligen Zu- Mai 1910. Zum Eintritt bereite Mannschaften haben lagen der Arbeiter für langjährige treue Dienste noch-sich bis spätestens 14. 4. 10. beim zuständigen mehr wie seither schon, zuzuerkennen, indem er die! Bezirksfeldwebel zu melden, bei dem auch die näheren Zulagen wie folgt erhöht hat: für 20jzhrige Dienst-! Bestimmungen eingesehen werden können. Handwerker zeit (wie seither) 20 Mk., für 25jährige von 30 auf' aller Art sind besonders erwünscht. Gebührnisse wie 50 Mk., für 30jährige von 40 auf 60 Mk., für 35jähr. s Schutztruppe, Dienstverpflichtung 3'/8 Jahr, von 60 auf 80 Mk., für 40jährige von 80 auf 100 i Mk., für 45jährige von 100 auf 200 Mk. und für r 50jährige von 150 auf 300 Mk. Die alten treuen -
Arbeiter der Staatsbahn werden sich über diese Erhöhung der Zulagen ohne Zweifel sehr freuen. Kommen doch jährlich Tausende alter Arbeiter in Betracht, denen diese einmaligen Zulagen mit einem Anerkennungsschreiben für ihre langjährigen treuen
Dienste gegeben werden können.
~*** «6 Webte im ßanbe ,u Weibe«.
Üben getrttene Mustt-^eremtgung ersreut^W fcyon ^ ^chtsverbindlicher Anspruch besteht indessen nicht.
jetzt in Anbetracht der noch etwas geringen Mitglieder-1 zahl einer derartigen Leistung, wie es wohl eine andere j Kapelle der Umgegend namentlich in Konzertstücken i nicht besser versteht. Um sich von der außerordent- j lichen Leistung der gen. Vereinigung selbst überzeugen zu können, ist jedermann zu dem am Sonntag, den 3. April d. Js., Nachmittags 3 Uhr im Gasthaus „zum Deutschen Kaiser" daselbst stattfindenden Konzert höflichst eingeladen.
*
Im Zeichen des Fortschritts steht Marborn.
1r> U*Pf■Un^ ™ ^k^nAMt.^ Im Anschluß an den öiachmittagsgotiesdienst Christen»
lehre der konfirmierten Mädchen.
einlegen lassen.
* Eisenach. Wie nunmehr endgültig seslfteht, wird der Einzug des Großherzogspaares in Eisenach am 20. April stattfinden. Das Großherzogspaar nimmt auf zwei bis drei Wochen auf der Wartburg Wohnung.
* Fulda. Die Osterwettspiele der beiden ersten Fußballvereine hatten sich eines guten Besuches zu erfreuen. Es spielte am ersten Feiertage Allemania- Karlsruhe gegen Borussia: die hiesigen Spieler gewannen mit 4 : 2. Das Spiel Gießen-Kickers konnte nicht durchgeführt werden. Der zweite Feiertag brächte Kickers einen glänzenden Sieg gegen Melitia-Hanau mit 7 : 3 während Borussia mit !: 5 den Magdeburgern unterlag.
Vermischtes.
— Nürnberg. Aus allen Teilen Nordbayerns treffen Meldungen über starke Schneefälle ein.
-- Breslau. Heute nacht ist hier starker Schneefall eingetreten, der noch anhält. Straßen, Plätze und Dächer sind fußhoch mit Schnee bedeckt.
— Budapest. Im Dorfe Oetkörito (Ungarn) ver- anstaltete am ersten Feiertag die Jugend in einer großen Scheune, die im Hofe des Dorfwirtshauses lag, einen Ball. Die Scheune war mit Zweigen und Lampions geschmückt. In dieses Ballokal konnte man nur gegen Erlegung eines Entcees Zutritt erlangen. Als der Saal gedrängt voll war, wurden, um Neugierige nicht mehr zuzulassen, die Türen vernagelt, und es begann der Tanz. Gegen zehn Uhr abends entzündete sich ein Lampion; das Feuer verbreitere sich reißend schnell auf den trockenen Zweigen und den Bretterwänden und entstand ein furchtbarer Schrecken. Die im Saale befindlichen etwa 600 Personen kamen in den Flammen um, während über 100 schwer verwundet wurden.
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Bekanntmachung.
A. Mannschaften für Südwestafrika.
Für die Schutztruppe in Südwestafrika werden frei-
angenommen.
Zusammentritt voraussichtlich 18. 5. Ausreise 25.
Vergünstigungen:
1. Anspruch auf Heimatsurlaub von 4 Monaten unter Belassung der vollen Geldbezüge innerhalb der 31/, jähr. Dienstverpflichtung.
2. Den ehemaligen Schutztruppenangehörigen, die nach Ablauf ihrer Dienstverpflichtungen bei der Schutztruppe behufs Ansiedlung im Schutzgebiet verbleiben, kann das Heimreisegeld als Ansiedlungsbeihilfe gewährt werden, falls sie auf Heimbeförderung verzichten und
B. Front- und Sanitäts-Unteroffiziere für Ostafrika und Kamerun.
Freiwillige können sich bis zum gleichen Termin melden. Bedingungen sind beim Bezirksfeldwebel ein- zusehen.
C. Infanterie- und Pionier-Unteroffiziere für den Landespolizeidienst in Ostafrika, Kamerun und Togo.
Bewerber wollen sich bis zum gleichen Termin melden.
Königliches Bezirkskommando.
Kirchlicher Anzeiger für ÄchlUchtern.
Evangelische Gemeinde:
Wochendienst: Herr Superindent Orth.
Katholische Gemeinde (Weißer Sonnntag)